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02. März 2010
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Neuigkeiten - Nouvelles - News

++ März 2010 ++ Unterwex ++ Projekt Ferienwohnung ++

Ein grosses Projekt nimmt langsam aber sicher Form an! Der Ausbau der oberen Wohnung geht gut voran und die Vorstellung, was ich damit anfangen will sind nun konkret geworden. Ich habe mich entschlossen, sie zu möblieren und als Ferienwohnung anzubieten. Wie dieser Entschluss zustande gekommen ist kann ich heute nicht mehr ganz nachvollziehen. Ideen gab es diverse und viel Inspiration ebenfalls. Vorstellen konnte ich es mir allerdings erst, nachdem ich eine gute Lösung für die Abgrenzung bzw. Integration der oberen Wohnung gefunden hatte. Und so entwickelte sich der Gedanke in vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten. Es wird ein Versuch und ein Novum für mich. Ich bin also schon super mega gespannt! Ich versuche auch, meine Erwartungen nicht allzu hoch zu setzen, aber die Vorfreude ist doch gross! Dieses Projekt liegt mir am Herzen und in der Hand! Ich finde es spannend, voran zu treiben zu sehen, wie alles Form annimmt, wie etwas Schönes und auf seine Weise Wertvolles entsteht. Da ich es liebe, Gäste zu haben und es mir wichtig ist, dass sich Menschen bei mir wohlfühlen, denke ich, dass ich auch die Voraussetzungen erfülle, um es Gästen im Haus Libellule so wohl wie möglich zu machen.
Apropos Libellule. Auch dieser Name entstand im Zusammenhang mit dem Ferienwohnungs-Projekt. Auch weil es hier keine Strassenbezeichnung gibt, lag es nahe, das Haus zu bezeichnen. Libellule heisst einerseits Libelle, aber auch Seenixe. Ich finde das passt ganz ausgezeichnet zum Haus mit Schwimmbiotop.
Die Homepage hat, wieder einmal, ein neues Kleid bekommen. Auch die Struktur hat sich geändert. Die linksseitige Navigationsliste vermittelt von jeder Seite aus, wo man sich gerade aufhält, was "weiter unten" kommt oder "weiter oben". Ich hoffe, es kommen alle damit zurecht und verirren sich nicht in der mittlerweile recht umfangreichen Site. 
Der Februar verlief ruhig und bei mehrheitlich kaltem Wetter mit verhangenem Himmel. Nun sind die ersten Frühlingsboten wieder sicht- und hörbar! Der lange Winter hat endlich ein Ende! Hurra! Zur Zeit bläst ein warmer und heftiger Südwind über die Felder und vertreibt noch die letzten staubigen Winterflecken! Der Teich ist voll geworden und wartet darauf, von der Wärme zu neuem Leben erweckt zu werden. Hier bin ich ebenfalls gespannt, welche Pflanzen diesen eisigen Winter gut überstanden haben!
Die Hepatitis-Therapie hat angeschlagen! Seit ein paar Wochen weiss ich, dass der Virus auf Null ist! Supi! Nun geht es aber weiter. Um allfällige "schlafende" Viren zu eliminieren, muss die Therapie über weitere 8 Monate durchgezogen werden. Das bedeutet, dass ich mich in diesem Sommer noch mit einer schlappen Silvana rumplagen muss! Aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn das bedeutet, dass ich diesen Virus los werde!

Ich wünsche allen einen herrlichen Frühlingsanfang! Ein Hoch auf die Zuverlässigkeit des Lebens, welche uns immer wieder einen neuen Frühling und Lebensfreude beschert!


++ Januar 2010 ++ Unterwex ++ Bilanz gezogen ++

So, ein Neues Jahr! Hurra! Ein neuer Anfang, Nullpunkt! Voller Vorfreude auf das Neue, voller Freude - schon jetzt - auf all die Blumen und Pflanzen, die, so es sein soll, wieder spriessen und wachsen werden!
Ich habe es endlich geschafft! Habe es geschafft, eine neue Bilanz zu schreiben. Und das nach fast zwei Jahren! Allerdings muss ich gestehen, dass ich es zur Zeit nicht so drauf habe, zu schreiben. Mein Hirn lässt zu wünschen übrig. Die Medis wirken schon ein wenig neblig. Aber was soll's. Ich habe es versucht.

Zur Zeit herrscht hier sowieso Chaos. Die Veranda ist ausgeräumt, da der Boden ausgetrocknet werden muss - Wasserschaden! Ich wohne also in der Küche und in einem Salon, welcher vollgestopft ist mit Möbeln. Aber es ist ja nur für kurze Zeit. Gegen Mitte Monat hoffe ich, ist der gröbste Teil des neuen Bodens wieder in der Veranda und es lässt sich wieder richtig wohnen. Anschliessend geht es weiter mit dem Entrée. Aus meiner grossen Küche wird der Teil beim Hauseingang separiert und als Hausgang verwendet. D.h. es kommt eine Treppe dort rein, welche Zugang zum oberen Stock ermöglicht. Zudem entsteht so ein Windfang und man steht nicht gleich in der Küche, wenn man von draussen reinkommt. Bilder zu diesen Aktivitäten seht ihr ganz am Schluss von Libellule 2009.

Nun wünsche ich euch allen einen ebenfalls freudigen Neubeginn - ein tolles Neues Jahr und alles erdenklich Beste!


++ November 2009 ++ Unterwex ++ Neue Projekte - Gute Anfänge ++

Obwohl es zurzeit schön mild ist, ist der Herbst doch definitiv angekommen. Der Teich hat sich in meiner dreiwöchigen Abwesenheit stark gefüllt. Er ist zwar noch nicht voll, aber ich bin diesmal zuversichtlich, dass es in diesem Winter doch endlich zustande kommt und der Teich randvoll wird! Es erstaunt mich sehr, zu sehen, dass viele andere Teiche, trotz der diversen Regenfälle trocken geblieben sind. Da kann ich mich doch wirklich glücklich schätzen, dass es meinem so gut geht. Dank dem Ziehbrunnen!

Meine Hepatits-C-Therapie scheint bis jetzt ein voller Erfolg zu sein!. Die Leberwerte sinken kontinuierlich und sind nunmehr, nach vier Wochen, schon fast wieder im Normbereich. Ich bin happy und mein Arzt ist zuversichtlich, dass wir das Virus in den Griff bekommen! Nun gut, bis dahin ist es noch ein langer Weg!

Im Dachstock haben die Ausbauarbeiten wieder einen neuen Anfang genommen. Nachdem im letzten Winter die Böden zusammen mit den ersten Elektro- und Sanitärinstallationen montiert wurden, geht es nun weiter mit der Setzung der Dachfenster und der Isolation. Wie das ganze mittlerweile ausschaut, seht ihr auf der Burgunderseite 2009 oder auch auf der neuen Seite vorher - nachher.  Noch eine neue Seite ist entstanden: Burgund Panoramas. Diese Bilder zeigen vor allem den Teich und den Garten in seinen ausserordentlichen Dimensionen.

Merkt man, dass die Sommersaison vorbei ist? Ja klar, das Wetter lockt mich nicht mehr so sehr nach draussen wie auch schon. Es bleibt Zeit, mich um die Innenarbeiten zu kümmern. Nebst dem Dachstock stehen noch diverse andere Projekte an: die Treppe, bzw. deren Standort und Ausrichtung, in den oberen Stock will konzipiert und ausgetüftelt werden, der Boden in der Veranda soll pflegeleichter und der Salon soll endlich wohnlich werden. 

So, dies wird eine kurze News. Nichtsdestotrotz voller guter Nachrichten! In diesem Sinne wünsche ich allen ebenfalls gute Starts, erfolgreiche Abläufe und viel Spass bei allen neuen Projekten!


++ Oktober 2009 ++ Unterwex ++ Ein wundervoller Sommer neigt sich zu Ende ++

Ein unglaublich schöner Sommer neigt sich dem Ende zu, mit herrlichen Sonnentagen und extremer Trockenheit. Im Juli dachte ich noch, der Regen kommt schon noch. Aber ne, denkste! Es blieb trocken, das ganze Jahr. Und wenn es mal geregnet hatte, dann waren es nicht diese heftigen Regenfälle, die ich noch vom Vorjahr kannte. Leider hat mein Teich nicht  gerade davon profitiert. Immerhin habe ich den Wasserspiegel dank der Pumpeninstallation halten können. Viele andere Teiche sind ausgetrocknet und ich habe auch von Ziehbrunnen gehört, die kein Wasser mehr liefern. Mein Brunnen hat mich bis jetzt nicht im Stich gelassen. Auch wenn er zeitweise nicht mehr soviel hergab wie sonst, so lieferte er doch regelmässig Wasser für den Teich. Also hoffe ich nun auf einen regnerischen Winter, der mir den Teich auf natürliche Art und Weise füllen soll!

Viele Gäste haben den Badeteich geniessen können. Ich selber leider nicht so sehr, da ich mitten im Sommer die Gallensteine operieren musste und mit den noch frischen Nähten nicht ins Wasser durfte! Aber Genuss bietet er ja auch schon rein beim Anschauen! Das Wasser im tiefen Bereich blieb die meiste Zeit recht frisch, dank des Ziehbrunnenwassers, welches auch im Sommer nicht wärmer als ca. 14° ist.

Die Gallenstein-Operation war ein voller Erfolg. Es erwies sich, dass meine diversen Beschwerden und Energielosigkeit vor allem mit diesen kleinen Steinen in der Gallenblase zu tun hatten. Schon wenige Tage nach der OP fühlte ich mich wieder fit und neu motiviert. Heute bin ich wieder fast so fit wie früher. Abgesehen von eigenartigen Gelenkschmerzen, die wohl nur zum Teil mit meinem Alter ;-) zu tun haben können. In wenigen Tagen geht es mit der Hepatitis-C-Therapie los. Während vier Wochen werd ich in der Schweiz sein, um den Start entsprechend überwachen lassen zu können. Bin gespannt, wie es geht. 

Mittlerweile bin ich ja gute zwei Jahre hier in der Bresse. Es braucht offensichtlich eine gewisse Zeit, bis man sich so richtig anklimatisiert hat. Ich fühle mich je länger je mehr richtig Zuhause. Ich geniesse die Ruhe und Abgeschiedenheit. In der Zwischenzeit habe ich auch ein paar Leute kennengelernt, kenne die Umgebung und entsprechenden Möglichkeiten zur Abwechslung immer besser. Kann mir also Lustigkeiten und Inspiration von draussen holen, wenn ich will. Ich geniesse mein Haus und mein Land sehr. So sitze ich z.B. heute morgen, Sonntag, in der Veranda, den PC auf dem Tisch, den Blick über den Bildschirm auf das Land schweifend... der Nebel leuchtet, er wird offensichtlich schon von der Sonne beschienen und hat sich nun schon fast ganz verzogen.... ein schöner herbstlicher Tag wartet darauf, dass er gelebt und genossen wird! Über den Quellstein im Teich rieselt so alle 2 Stunden Wasser vom Ziehbrunnen, in der Ferne höre ich die Jäger  während sich in meiner Veranda Maria Callas die Seele aus dem Leib singt, die Kühe meines Nachbarn stehen vor dem Stall und wollen rein! (Wenn sie sich bewusst wären, dass sie von November an bis zum Frühling nicht mehr nach draussen kommen!) Baumnüsse warten darauf, dass ich sie einsammle.... schon gute zwei Harassen voll liegen zum Trocknen in der Sonne. Während ich dies hier schreibe hat sich der Nebel aufgelöst und die Sonne lässt die Kastanie in Hellgrün und Rostrot leuchten, der Teich spiegelt einen blauen Himmel, die Wiese leuchtet in dunklem feuchtem Grün, Goldene Blätter liegen darauf, der wilde Wein am Ziehbrunnen hat sich in verschiedene Rot-Töne gekleidet und die ausdauernden Cosmea-Blüten leuchten nach wie vor in Pink und Rosa! 

Auch das Alleine-Sein geniesse ich. Sosehr wie ich den Besuch schätze, brauche ich die Tage, die ich in meinem ureigenen Rhythmus leben kann zum Auftanken und zu mir finden. Ich liebe es, wenn Leute um mich herum sind, liebe es, zu diskutieren, gemeinsam etwas zu unternehmen, aber ich schätze auch die Ruhe und Verbundenheit mit allem um mich herum, wenn ich alleine bin. Schwierig zu erklären. Mit Walter verbindet mich eine unkomplizierte Freundschaft, die ich schätze. Ich bin froh, dass er ein neues Zuhause gefunden hat, das stimmig für ihn ist.

Beim Projekt betreffend Mitstreitern herrscht Funkstille. Nichts geht. Ich hatte zwar mit diversen Leuten Kontakt. Aber es hat sich bis jetzt nichts Konkretes oder Passendes ergeben. Trotzdem werd ich den oberen Stock ausbauen. Das Projekt steht und will verwirklicht werden. 
Ausserdem liebäugle ich wieder damit, mit dem Wömi ein wenig UnterweX zu sein! Könnte durchaus sein, dass ich diesen Winter Henny in Portugal besuchen gehe. Mal sehen. Zuerst muss ich ja jetzt erst mal die Therapie anfangen und dann werd ich sehen, was drin liegt.  Zur rechten Zeit kommen auch die passenden Lösungen!

So, die Meisen hängen kopfüber vom Nussbaum und der Kastanie. Zeit, nach draussen zu gehen, die Nüsse einzusammeln und das Laub ein wenig zusammen zu rechen. Die Sonne scheint und der Tag lacht! Bis Bald!  


++ Juli 2009 ++ Unterwex ++ Vieles hat sich verändert ++

Hochsommer! Herrlich! Es ist zwar, wie auch in der Schweiz, im Moment gerade merklich kühl, doch mich stört das nicht im geringsten. Im Gegenteil, wenn man draussen arbeitet sind Temperaturen unter 30° eher angenehm. Viel wichtiger scheint mir, dass die Sonne scheint. Und das tut sie in diesem Jahr mit einer Grosszügigkeit, die ich hier in der Bresse nicht vermutet hätte! Der letzte Sommer war insgesamt recht nass und die typische Bresse-Erde ist eher feucht und sumpfig. Doch in diesem Jahr verschonen uns - bis jetzt - die regelmässigen regionaltypischen Regengüsse. Was ich ansonsten eher verfluchte, wünschte ich mir in diesem Jahr daher - nämlich Wasser von oben für den Teich. Ab März nahm der Wasserspiegel kontinuierlich ab. Meine Vermutung, dass es mit einer Undichte des Teiches zu tun haben könnte, erwies sich glücklicherweise als reine Wasserverdunstung. Nun ist aber seit wenigen Tagen eine Wasserpumpe im Ziehbrunnen zuständig, dass der Teich sein Niveau behält und sich sogar nach und nach ganz auffüllt. Weitere positive Nebeneffekte der Grossinstallation sind, dass ich neu im Gemüsegarten und beim Ziehbrunnen einen Wasseranschluss habe und zudem die Toilette und die Waschmaschine mit kostenlosem Wasser gespeist werden. Das machen eine leistungsstarke Pumpe und ein Druckreservoir im Technikraum aus! Das ganze macht auch finanziell Sinn, da Wasser hier recht teuer ist und ausserdem für Abwasser nichts bezahlt wird, da es in der eigenen Sickergrube entsorgt wird - Kanalisation gibt es hier draussen in der Pampa nämlich nicht.

Der Gemüsegarten liefert mittlerweile regelmässig köstlichen Nachschub für unsere Küche. Ich komme manchmal nicht einmal dazu, alles zu verwerten! Was möglich ist, wird tiefgefroren oder gedörrt. Allerdings schaffe ich manchmal auch das nicht. Es gibt immer soviel zu tun und meine ein wenig angeschlagene Gesundheit verunmöglicht mir leider die Verwirklichung all meiner Pläne und Ideen.  Immer mal wieder muss ich mich einfach hinlegen und ausruhen.  Energiedowns nerven und fordern ein Umdenken.  Kann sein, dass dies mit meinen Gallensteinen zu tun hat, die demnächst entfernt werden. Kann aber auch sein, dass es mit der Hepatitis C zu tun, die ich seit Jahren mit mir herumtrage. Wissen tue ich dies allerdings erst seit diesem Frühling. Nun, das wird sich zeigen und ich werde lernen, damit umzugehen. Die körperliche Eingeschränktheit hat viel Veränderung mit sich gebracht. Veränderungen an die ich mich noch immer gewöhnen muss. Gut, dass es Freunde gibt, die mir immer wieder helfen und mich unterstützen!

Auch in meiner Beziehung hat sich einiges verändert. Walter und ich haben uns getrennt. Wir leben zwar noch unter dem gleichen Dach, aber entfernen uns immer mehr voneinander. Da wir ganz unterschiedliche Lebensrhythmen haben, essen mir mittlerweile auch getrennt. Er lebt sein Leben und ich wieder meins. Es ist schade, dass es nicht geklappt hat, ich hätte es gerne gewollt. Aber es gibt Dinge, die kann man leider nicht erzwingen.

Wie vermutlich der eine und andere schon auf der Eintrittseite gesehen hat, suche ich seit kurzem Mitstreiter/innen. Ich möchte meinen Traum hier leben. Aber ich musste feststellen, dass ich das ohne Hilfe nicht schaffe. Ich brauche Menschen, die mitmachen, mitstreiten, mitlieben. Ich habe darum Inserate gestartet in der Hoffnung, dass sich jemand meldet, der die Möglichkeit hat, hier draussen zu leben und der genau das sucht, was ich hier habe. Viel Platz und Freiheit, viel Natur und Draussen-Sein, viel Ruhe und Abgeschiedenheit, kein Stress, keine Hektik, dafür Freiheit und Frieden. Es haben sich welche gemeldet, aber bis jetzt ist/sind die/der Richtige noch nicht dabei. Man wird sehen... Mein Traum beinhaltet ja im Grunde die Haltung von Viechern. Ich hätte gern ein paar Hühner, zwei oder drei Esel, ein paar Schafe, ein Pferd oder Maultier und vielleicht sogar ein paar andere mehr. Aber dies Vorhaben kann und will ich nur umsetzen, wenn ich Leute an meiner Seite habe, die die Verantwortung mittragen. Wenn ich diesen Traum nicht verwirklichen kann, dann macht das ganze hier draussen im Grunde wenig Sinn. Ich habe mich also entschlossen, ein wenig nachzuhelfen. Ich lass mir Zeit.  Wenn es stimmig ist, so finde ich die Menschen, die am gleichen Strick ziehen mögen wie ich. Ansonsten.... wird mein Weg mich woanders hinführen. So ist es mit dem Unterwex-Sein, es hört niemals auf. Was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt sehe ich erst, wenn ich dort bin. Ich lass mich überraschen!


++ März 2009 ++ Unterwex ++ Nach der Winterpause kommt doch immer wieder zuverlässig der Frühling +

Auch mein zweiter Winter hier ging vorüber. Wie auch anders? Den kürzesten und kältesten Tagen haben wir ein Schnippchen geschlagen, indem wir die Zeit nutzten, um das Badezimmer zu renovieren.

Der Januar war eiskalt. Es gab sogar ab und an ein wenig Schnee, auch wenn er nie länger als einen Tag liegen blieb. Dafür fror der Teich zu und taute erst wieder Ende Februar auf! Ende Februar gab es hier die ersten warmen Tage mit viel Sonnenschein. Insgesamt war der ganze Winter sehr trocken. Wenig Regen und wie gesagt, kaum Schnee. Doch ich hatte den Eindruck, dass sich die Natur ein wenig "geregelter" verhält. Letztes Jahr blühten schon einige Sträucher Ende Februar und Anfangs März, nur um anschliessend wieder zu erfrieren. In diesem Jahr ist alles etwa drei Wochen später und somit hoffentlich eher gegen einen Spätfrost gefeit!

Der Gemüsegarten hat ein neues Konzept und eine neue Form bekommen (ist noch nicht fertig!) und verschafft mir über Wochen Arbeit!
Ich geniesse es, zu sehen, wie all die Pflanzen, die ich vor einem oder eineinhalb Jahren gepflanzt habe, wachsen und gedeihen! Und natürlich bin ich ungeduldig, kann es kaum abwarten und spaziere immer wieder überall hin, um zu sehen, ob sich wieder irgendwo etwas neues regt!

Der Teich ist immer noch nicht voll! Wir haben sogar festgestellt, dass er in diesem extrem trockenen März abgenommen hat. Nun kann es sein, dass es eine normale Wasserverdunstung ist. Kann aber auch sein, und darauf tippe ich eher, dass der Boden im hinteren Bereich noch zu wenig gefestigt ist, da er ja aufgeschüttet wurde. Auch wenn die Bresse-Erde an sich dicht ist, so braucht sie, um diese "Qualität" zu erreichen, offenbar schon ein wenig länger. Wir werden sehen. Demnächst wird wohl die grosse Sintflut einsetzen und es wird sich zeigen, ob er sich doch noch auffüllt!

Das Leben ist reich, ich habe überall immer wieder viel zu tun. Zwar verbessert sich überall die Situation. Immer mehr befindet sich auf einem Niveau, wo der Unterhalt nicht mehr so aufwändig ist wie anfangs. Aber es heisst doch permanent dranbleiben!

Die Burgunderseiten habe ich aufgeteilt. So gibt es nun eine Eintrittsseite und darunter die Jahre 2007, 2008 und neu 2009.
 


++ Oktober 2008 ++ Unterwex ++ Wieder zu zweit ++

Seit mehr als einem Jahr bin ich nun hier in Frankreich. Ein Sommer ging ins Land und war viel zu kurz! Ich habe einen lieben Menschen kennengelernt, Walter. Er ist Schweizer, lebt und arbeitet aber schon lange in Frankreich. Recht bald schon zog er hier bei mir ein und nun lebe ich wieder ein Leben zu zweit. Schön ist das! Herrlich, die Sorgen und Freuden wieder teilen zu können!

Im Garten und um's Haus herum wurde viel getan. Auf Libellule 2008 seht ihr, wie der Teich gebaut wurde, Land hinzugewonnen und vieles an Charme gewonnen hat. Ein Gemüsegarten liefert uns jede Menge frisches Gemüse und sorgt zudem dafür, dass es mir auch sicher nie langweilig wird ;-).

Viele liebe Menschen helfen mir immer wieder bei der Bewältigung von diversen groben und manchmal halt auch ganz praktischen Dingen. Da ist z.B. Marcel. Er kommt mich immer mal wieder besuchen und schuftet dann jeweils mehr als dass er Ferien macht! Oder Vroni, die mir hilfreich im Garten zur Hand ging. Oder Michèl, ein Nachbar, der mir schon diverse gute Leute und Tipps vermittelt hat. Oder Andrea, die Walter in der Küche assistiert, so dass ich Zeit für alle anderen Gäste habe! Ach, da gäbe es viele Dinge aufzuzählen und Menschen zu nennen, die mir helfen und geholfen haben, mit den Herausforderungen hier draussen fertig zu werden. Vor allem steht mir nun natürlich auch Walter zur Seite. Ihnen allen bin ich enorm dankbar und es gibt mir das Gefühl, dass ich nicht wirklich allein bin. Dass es Menschen gibt, auf die ich zählen kann und die nicht nur die Freuden und Sonnenseiten mit einem teilen wollen, sondern auch alle anderen Seiten. Das Leben ist doch schön! Und noch schöner ist es, es teilen zu können!

Für eine weitere Bilanz hat es noch nicht gereicht. Doch da nun das Wetter mich sowieso mehr in's Haus zwingt, wird es wohl nicht mehr allzu lange dauern... 


++ 30. März 2008 ++ Unterwex ++ Bilanz gezogen ++

Nach dem ersten Frühlingserwachen Mitte Februar kam der Winter doch noch einmal zurück. Hoffentlich zum letzten Mal! An Ostern hatten wir hier das erste Mal richtig Schnee - allerdings gerade mal für einen halben Tag.

Seit gestern ist es wieder warm; die Bäume haben schon ihr erstes frisches Grün und meine Edelkastanie steht ebenfalls mit ihren Blüten in den Startlöchern. Mein Gemüsegarten wartet noch darauf, dass ich die umgestochene Erde krümelig mache, aber der Rhabarber hat schon richtig grosse Blätter!

Die Veranda hat ebenfalls Fortschritte gemacht. Der nächste Schritt wird das Verputzen und Streichen der Wände sein. Dann kommen die Heizkörper rein und zu guter letzt der Boden. Auch meine Fassade wurde verputzt. Gewünscht hatte ich ein Ziegelrot, herausgekommen ist ein Rosarot! Aber das geht ja noch, schlimmer ist, dass die Süd- und Westseite einen Frostschaden aufweist. Die Fassadenleute haben ausgerechnet den kältesten Tag ausgesucht, um den Verputz an die Wand zu klatschen. Jetzt müssen sie halt nochmals ran und das Ganze in Ordnung bringen. Glücklicherweise war gerade Marcel hier, um mir bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Wir haben einen ganzen Anhänger voller Schutt und Verputzmaterial entsorgen müssen! Dieses Unternehmen braucht ganz schön Nerven! Immer wieder kassiere ich Dämpfer und muss mich anschliessend wieder aufrappeln, um Lösungen zu finden und nicht den Kopf hängen zu lassen! Aber im Moment geht es mir glücklicherweise so gut, dass ich es wegstecken kann! Ich freue mich mega auf die warme Jahreszeit, kann es kaum abwarten!

Die Zeit, als das Wetter so scheusslich war, habe ich unter anderem genutzt, um eine weitere Bilanz zu verfassen. Die erste seit einem guten Jahr! Und auf der Seite Libellule 2008 hat es wieder ein paar neue Bilder. 

So, nun wünsche ich allen einen guten Start in das neue saisonale Jahr, dass ja eigentlich mit dem Frühling beginnt!


++ 15. Februar 2008 ++ Unterwex ++ Der Frühling naht ++

Und schon sind wieder drei Monate ins Land! Mitte Februar macht sich hier der Frühling schon an allen Ecken und Enden bemerkbar. Es scheint, der Winter ist überstanden. Die Schneeglöckchen und die "Geissäblüemli" sprenkeln an diversen Stellen die Wiese weiss. Der Flieder und die Kastanie haben dicke Knospen und auch die Brennnesseln stehen schon wieder in den Startlöchern. Ich bin gespannt wie ein Bogen, wo es überall zu blühen anfängt! Trotz dieser Vorboten ist der Garten aber noch viel zu nass, um ihn zu bearbeiten. Ich werd mich also noch einen Monat oder so gedulden müssen, bevor ich mich ans Gemüse machen kann. Auch die Erdhügel der Wühlmäuse werde ich erst dann wegschaufeln können. Es sind so viele und immer wieder neue, dass Sisyphus seine helle Freude an dieser Arbeit hätte.

Ich habe mich hier gut anklimatisiert. Auch kenne ich mittlerweile ein paar Leute mehr. Die Auseinandersetzung mit Offerten und Handwerkern hilft, mein Französisch zu schleifen und mich an die Mentalität der Leute hier zu gewöhnen (obschon sie nicht eigentlich gewöhnungsbedürftig ist). Ich habe meinen Rhythmus gefunden und geniesse die Ruhe und Abgeschiedenheit nach wie vor. Mein erster Bresse-Winter ging mit "Anstand" und ohne seelische Hänger über die Bühne. Dem Frühling und Sommer sehe ich mit viel Vorfreude entgegen.

Auch mit Luke und Zorro geht es prima. Die beiden sind mittlerweile richtig dicke Freunde. Der Zorro macht zwar ein Riesentamtam um seine Schweinsohren, die er selber nie frisst, dafür aber vergräbt und dabei aufwändig und aufgeregt verteidigt, wenn man bloss schon in die Nähe kommt. Ich habe inzwischen soviel Vertrauen in Luke gefasst und ihn soweit kennengelernt, dass ich Zorro und ihn ohne Probleme zusammen alleine lassen kann. Demnächst werden wir auch zusammen noch weitere Hunde kennenlernen. Diesbezüglich bin ich sehr gespannt und ehrlich gesagt auch ein wenig nervös. Ich habe keine Ahnung, wie Luke auf andere Hunde reagiert, vor allem in Anbetracht dessen, dass er eventuell eifersüchtig auf Zorros freundschaftliche Signale reagieren könnte. Wir werden sehen.

Noch immer treffe ich keine Menschenseele, wenn ich am Mittag mit den Hunden an der Seille spazieren gehe. Aber das wird sich wohl nun bald ändern. Allerdings werde ich meine Ausflüge reduzieren, sobald mehr Gartenarbeit ansteht.

Das letzte Wochenende hatte ich von Marcel Besuch, der wieder, wie immer, für viel Chemineeholz gesorgt hat. Wir haben auch die alten maroden Balken im Stall mit der Motorsäge herausgeschnitten und anschliessend abtransportiert. Nun kann man sich dort wieder aufhalten, ohne Angst zu haben, dass einem die Decke auf den Kopf fallen könnte. Auch sonst habe ich mit seiner Hilfe wieder viele Arbeiten erledigen können, die ich alleine nicht hinkriegen würde. Nicht zuletzt macht es natürlich auch viel mehr Spass, zu zweit zu arbeiten.

Mit der Veranda geht es vorwärts. Bereits Mitte Januar wurden die Fenster eingebaut. Mittlerweile ist die Decke oben und die Stromkabel sind verlegt. Der Boden, die Wände und die Heizkörper folgen als nächstes. Und schon bald wird dieser Raum der absolut schönste, grösste und hellste in meiner Wald- und Wiesenvilla sein! Und ich freu mich natürlich mega!

Wie üblich habe ich die Libellule-  und die Hundeseite um ein paar neue Fotos ergänzt.  

Ganz liebe Grüsse aus der Bresse
Silvana
 


++ 15. November 2007 ++ Unterwex ++ Der Dritte im Bunde ++

Die Homepage hat einige Erneuerungen und Änderungen erfahren. Wie ihr auf der Eintrittsseite feststellen könnt, habe ich den direkten Link zu Dominik herausgenommen, ebenso meinen eigenen. Für mich war es an der Zeit, dies zu tun. Es entsprach nicht mehr meinem Empfinden, Dominik inklusive der Botschaft, dass er verstorben ist, gleich auf der Eintrittsseite zu präsentieren. Bei Unterwex geht es nebst den Reiseberichten und den Seiten über die Gleitschirmfliegerei um mein persönliches Erleben der Dinge. Dominiks Seiten habe ich nun meinen angefügt. Er wird so immer in Unterwex weiterbestehen. Es ist dies ein wichtiger Schritt für mich. Ein weiterer Schritt, um mit Vergangenem abzuschliessen und ganz in die Gegenwart zu kommen. Solche Schritte gelingen einem offenbar nicht auf Anhieb, sie brauchen Zeit und müssen reifen. Die Eintrittsseite gefällt mir optisch noch nicht so ganz. Kann also sein, dass sie irgendwann noch einmal angepasst wird.

Seit dem 7. November sind wir zu Dritt hier in der Bresse. Zorro hat einen grossen Bruder bekommen. Ich nenne ihn Luke, von Lucky Luke, weil mir der Name einfach so "zugeflogen" ist und er eine Frohnatur ist. So unbescheiden es sich anhört, denke ich doch, dass er ein Glücksknabe ist, zu mir und Zorro, in dieses Haus mit grossem Garten gekommen zu sein. Und umgekehrt fühle natürlich auch ich mich glücklich, ihn gefunden zu haben! Auf "Zorro & Lukes Bildergalerie", ganz unten, könnt ihr euch Bilder von ihm anschauen. Seine Geschichte und was ich mit ihm und Zorro im Detail erleben, kann man auf der "Hunde-Seite" nachlesen.
Luke bringt natürlich recht viel neue Action in mein Leben hier draussen. Da der Zorro weite Spaziergänge nicht unbedingt braucht, habe ich sie nach und nach sein lassen. Nun gehen wir wieder jeden Tag auf eine grosse Tour, welche nicht nur die Hunde glücklich macht! Mir hat es ebenso gefehlt und ich bin froh, soviel Zeit zu haben, um wirklich ausgedehnte Spaziergänge durch Wald und über weite Wiesen machen zu können. An der Seille, ein Nebenfluss der Saône, gibt es Wege, auf denen man kaum eine Menschenseele antrifft, wenigstens um diese Jahreszeit nicht. Der Himmel ist gross wie das weite Land, Wolken formatieren und lösen sich wieder auf. Der Blick geht über riesige Weide- und Grasflächen. Ein paar wenige Rinder, Wiesenwege und Pfade entlang des Flusses, Fasane und Reiher. Kaum Zäune und keine Strassen, kein Lärm und kaum Menschen - einfach wunderbar.
Seit ich hier bin, wandelt der Herbst stetig die Farben der Wälder und Felder. Anfangs September fielen in meinem Garten die Kastanien und Nüsse. Die Blätter verfärbten sich langsam aber sicher, erst die Kastanie, dann die Birken und dann der Nussbaum. Die Kastanien und Nüsse sind seit dem Oktober alle gefallen und nun sind auch fast alle Blätter unten. Dank Moni, die schon im September fleissig Nüsse gesammelt und trocken gelagert hat, habe ich einen schönen Wintervorrat an leckeren Baumnüssen. Der dichte Wald, der mir anfangs Herbst ziemlich Licht genommen hat, lässt nun wieder nach und nach mehr Sonne hindurch.
Die Gartensaison ist praktisch vorbei. Ich habe noch ein paar Sträucher gepflanzt, die Brombeeren und Brennnesseln gerodet und das letzte Laub zusammengenommen. Der Winter darf kommen. Ich habe viele Bücher, die ich lesen will, einige Projekte im Zusammenhang mit der Homepage und den vielen vielen Bildern, die ich während meiner Reisen geschossen habe. Zudem will ich den Winter nutzen, um Offerten für diverse Umbauarbeiten einzuholen. Es gibt aber auch noch einige Dinge mehr, die ich schon lange einmal angehen wollte. Die Wohnung ist soweit eingerichtet, auch wenn noch manche Dinge fehlen. Ich fühle mich aber sehr wohl, empfinde nach wie vor meine Privilegiertheit, und ich geniesse das ruhige Leben auf dem Land nach Strich und Faden. Angst vor dem Winter, vor dem Alleinsein habe ich nicht. Ich denk da aber auch nicht weit voraus. Nimm jeden Tag wieder auf's Neue und schätze es, in meinem Tempo, nach meinem Rhythmus und nach meinem Geschmack leben und wirken zu dürfen. Auf der Seite Libellule 2007 sieht ihr, wie sich die Dinge in und um's Haus schon geändert haben.
Henny, die mich auf ihrem Weg zurück nach Südfrankreich, Anfangs November, besuchte, installierte mir eine Satelliten-Anlage. Nun ist das TV-Monster also wieder zurück in meinem Leben. Allerdings beschränke ich das Schauen auf einen Film pro Abend, höchstens. Ab und zu vergehen die Abende aber auch mit Lesen und Telefonieren. Da ich eine Art "All-Inklusive-Abo" bei der France Telecom habe, telefoniere ich auf alle Festnetze in Europa gratis. Das ist eine nette Sache, wenn man ganz alleine lebt. So kann ich am Draht hängen, ohne mir Gedanken über die Rechnung machen zu müssen.
Auch Marcel und Karin besuchten mich zu meinem Geburtstag. Leider hatte ich mir irgendwie den Magen verdorben und war ein wenig angeschlagen. Die gemeinsamen Essen konnte ich daher nicht so geniessen, wie ich das eigentlich wollte. Glücklicherweise ist Karin eine leidenschaftliche Köchin und hat diesen Job kurzerhand übernommen. Der Marcel machte aus fast dem ganzen Holzvorrat Kleinholz. Nun kann es vernünftig trocknen. Wenn im Frühling der Stall abgerissen werden soll, dann wäre es eh am falschen Platz gewesen. Ich habe den Besuch dieser Freunde mega genossen. Es war schön, das alles hier mit anderen zu teilen.

So, nun wünsche ich euch allen einen ruhigen und gemütlichen Winter. Viel Licht in die dunklen Tage, und Musse und Ruhe all jenen, die es nötig haben. 

Mit herzlichsten Grüssen aus dem herbstlichen Burgund
Silvana
 


++ 10. Oktober 2007 ++ Unterwex ++ Ein Bauernhaus auf dem Land ++

So, also, wie angekündigt: seit dem 7. September wohne und lebe ich im Südburgund. Heute ist ein strahlender Sonntag, ich sitze in der frühen Abendsonne auf meiner Veranda und beobachte das Wechselspiel des Lichts, welches gebrochen durch die grosse Edelkastanie und die Birken fällt. Wenn ich so sitze und schaue, vergesse ich die Zeit. Ich ruhe mich aus von der Arbeit im Garten und geniesse es, einfach nur zu sitzen, einen Kaffee, oder wie gerade eben, einen Cidre (Saurer Most) zu trinken und über meinen grossen Garten zu schauen. Sesshaft - seit langem wieder ein eigenes Daheim. Das fühlt sich guuuut an.
Ich will versuchen, das alles ein wenig zu beschreiben. Das Haus ist ein älteres typisches Bresse-Bauernhaus. Es wurde von meinem Vorgänger recht gut isoliert, für hiesige Verhältnisse sogar sehr gut. Überhaupt sind viele Dinge schon recht auf Vordermann gebracht worden. Wenn auch noch ebenso viele Arbeiten, seien es Verschönerungen oder Verbesserungen, darauf warten, erledigt zu werden. Die eine Hälfte des Hauses machen der Schopf und der Stall aus, die andere Hälfte ist Wohnung. Diese verfügt über eine sehr grosse Küche, ein Wohnzimmer mit Cheminee, ein Schlafzimmer, ein grosses Badezimmer, ein separates WC und ein Gästezimmer. Zum ganzen Anwesen gehören rund 6000 m2, plus 1000 m2 zur freien Nutzung. Vor dem Haus, Richtung Osten befindet sich eine grosse Wiese mit Birken. Auf der Nordseite steht mein Wömi unter Dach, und auf der Südseite ranken sich Passionsblumen und Wein der Fassade hoch. Auf der Westseite, der Hauptseite, schaut man von einer grossen Veranda über den Hauptteil des Landes. Auf diesem Teil steht als Königin eine Edelkastanie mitten auf der Wiese. Dazu kommen ein Nussbaum, Apfelbaum, eine grosse Linde, viele wilde Kirschbäume, Flieder, Hibiskus, Lorbeer, Bambus, Buchsbäume, der Gemüsegarten mit einer Passionsblumenranke als Eingang, ein Birkenwald mit Birkenröhrlingen und Fliegenpilzen, Eichenbäume und anderes mehr. Meine Vorgänger hatten wohl zu wenig Zeit, um sich wirklich um diese Vielfalt zu kümmern. Die Brombeeren haben viele Ecken und Bepflanzungen vollkommen zugemauert. Um so einen Garten kann man sich wirklich nur angemessen kümmern, wenn man Zeit hat und natürlich Lust dazu. Nachdem die gröbsten Arbeiten während den ersten zwei Wochen abgeschlossen waren, kümmere ich mich jetzt vor allem um diese Wildnis. Ich will das milde Herbstwetter ausnutzen, um den Garten soweit à-jour zu bringen, dass ich im nächsten Frühling anfangen kann, den Garten auf einem guten Niveau zu pflegen.
An mein Haus angeschlossen, bzw. gleich neben der Strasse, die an meinem Haus vorbei führt, fängt ein grosser Laubwald an. Er macht jetzt, ab Herbst, zwar recht viel Schatten, dafür bringt er die Geräusche und das Leben vom Wald nah zu mir. Wenn ich also auf meiner Veranda sitze, dann blicke ich über alle Schattierungen von Grün, über meine Wiese, an der "Rosskastanie", dem Nussbaum und dem Ziehbrunnen vorbei, über den Gemüsegarten, die Kompostierecke und noch mehr Wiese bis zum Birkenwald, wo eine einfache Bank, die ich mit meiner Ma dorthin geschleppt habe, mir schon manchen geruhsamen Abendblick verschafft hat.
  
Ganz abgesehen vom idyllischen Grün gibt es hier aber auch einen Wehrmutstropfen, den ich wohl oder übel in Kauf nehmen muss, weil ich mich für dieses Haus auf dem Lande entschieden habe. Die Melkmaschine meines Nachbarn, welche zweimal am Tag ihren Lärm bis zu mir hinüber trägt ist ein grosser und bitterer Tropfen. Ich habe mich zwar schon recht daran gewöhnt, aber von ländlicher Ruhe kann man mit diesem Grossbauer als Nachbar nicht mehr reden - auch wenn es abgesehen von diesem Geräusch den Rest des Tages wirklich ruhig ist. Ich sage mir dann jeweils, besser als Abgase; besser als täglicher Stossverkehr, besser als Teenies, die ihre neue Karre mit Booster austesten müssen! Es wird sich zeigen, ob ich mich mit diesem Nachteil anfreunden kann! 

Ich muss zugeben, dass ich immer wieder in Versuchung gerate, mein Haus mit dem Non-plus-Ultra zu vergleichen. Schliesslich ist es mein Haus, mein Heim, welches es auch für eine Weile bleiben soll. Es soll die Erfüllung eines meiner Träume sein, es soll mich glücklich und zufrieden machen. Es soll mir Schutz und Geborgenheit geben, mir entsprechen mit all seinen Ecken und Kanten. Ich möchte mich darin und drum herum wohl fühlen. Es soll mir Aufgabe und Erfüllung sein, ohne mich finanziell aufzufressen. So! Kein kleiner Korb! Wenn ich es mir recht überlege, dann bin ich durchaus am richtigen Ort. Der kleine Wehrmutstropfen mit dem bäuerlichen Lärm werd ich versuchen wettzumachen. Vielleicht lege ich ja jeweils um die gleiche Zeit meine favorisierte CD in voller Lautstärke auf und überbrücke diese Zeit mit Tanzen und Mitsingen ;....)))

Nun zurück zur Geschichte: an dem Tag, als wir (Marcel, mein Bruder Andi, Moni und ich) ankamen, hätte ja der Vertrag definitiv unterschrieben werden müssen, was aber erst knappe zwei Wochen später zustande kam. Da Andi am nächsten Tag mit dem Transporter wieder in die Schweiz zurückkehren musste, hatten wir ziemlichen Zeitdruck. Denn mit dem Transporter wollten wir noch meine komplette Küche in der Ikea in Dijon (100km entfernt) kaufen und heimbringen! Irgendwie klappte es. Andi fuhr nur eine Stunde später als geplant nach Hause. Während den nächsten zwei Wochen bauten wir Ikea-Möbel zusammen und versuchten diese dann auch quasi einzubauen. Mit Hilfe von Fredy, der Mann meiner Schwägerin Claudia, die hier in der Nähe ein Ferienhaus besitzen, konnten wir die Küche sogar anschliessen. Beschreiben lässt sich so ein Aufwand nicht! x Handgriffe sind nötig, dauerndes Kleinmaterial beschaffen, ein Schieben und Fluchen, ein Haare-Raufen und Dumm-Drein-Gucken, aber auch zufriedene Gesichter beim Feierabendbier. Was hätte ich bloss ohne die Hilfe meiner Freunde gemacht? Es wäre nie und nimmer gegangen! Fredy kümmerte sich vor allem um die Ikea-Schrauberei, den Einbau des Spültroges und der Waschmaschine. Marcel begutachtete überall die Stromleitungen und erledigte die groben Arbeiten. Am liebsten war er mit Bäume fällen beschäftigt. Moni machte grosse Aufräumaktion im Garten. Sie befreite die Blumenbeete vom gröbsten Unkraut, setzte den Schafzaun an der westlichen Grundstücksgrenze, so dass Zorro nicht abhauen kann, las Unmengen von Nüssen zusammen, brachte mein WC auf Vordermann, putzte da und dort, servierte das Essen und ach, ich weiss auch gar nicht mehr. Auf alle Fälle musste ich mich um Vieles gar nicht kümmern. Sie war echt ein guter Geist, der überall war und immer Zeit hatte, dies oder jenes zu erledigen. Die rote Wand in der Küche müsste eigentlich ihre Initialen haben, sie hat sie fast ganz alleine gestrichen. Die Einkäufe waren mühsam. Die Baumärkte sind hier recht weit weg und mit der Sprachbarriere wurde die Sucherei in diesen grossen Geschäften auch nicht gerade einfacher! Marcel meldete sich schon bald von diesen Botengängen ab. Ja, der Marcel hatte solchen Drive drauf, dass ich mich vor allem an den einen Abend erinnere, wo ich ihm im groben Befehlston das Aus für Heute klar machte. Wenn er in Schwung ist, dann geht es hart an die Sache. Nachdem er beim Elektrischen das Handtuch geworfen hatte, organisierte er einen Elektriker, der dafür sorgte, dass ich vorne einen unabhängigen Bewegungsmelder habe, auf der Veranda einen Stromanschluss und mein Herd einwandfrei funktioniert!
Abends fielen wir todmüde ins Bett. Und morgens ging es immer beizeiten wieder aus den Federn. Meist gingen wir auswärts Essen, was hier durchaus ein zusätzliches Abenteuer bedeutet, wenn man sich noch nicht so auskennt. Das Wetter war beinahe die ganze Zeit prächtig und erlaubte es, die Küchentüren offen zu lassen. Geheizt haben wir erst ab und zu in der zweiten Woche. Ach ja, Moni hatte ja ursprünglich nur eine Ferienwoche gebucht. Als sie mir erzählte, dass sie sich überlege, im Geschäft nachzufragen und um eine zweite Woche nachzufragen, da wäre ich ihr (oder bin ich?) beinahe um den Hals gefallen! Wie kann das sein, fragt man sich? Arbeit ohne Ende und davon will man mehr? Ja, ja, die Moni schon! Vor allem weil es auch immer wieder Arbeiten im Garten gab. Sie sagt, für sie wäre es ideal, den halben Tag draussen arbeiten zu können und die andere Hälfte drin. Ja, da gebe ich ihr Recht. Das wäre ein gutes Mass und schafft enorm Befriedigung. Auch ich geniesse das Draussen-Sein und etwas zu tun zu haben. Mit den Händen im Dreck wühlen, körperliche Arbeit verrichten und davon müde werden ist ein mega gutes Gefühl!
Auch die Arbeit in der Gruppe ist eine schöne Sache. Wir verstanden uns wirklich super und hatten ein gutes Gefühl für die Zusammenarbeit! Diese zwei Wochen waren schlichtweg genial gut!
Mir war dann auch entsprechend zumute als die beiden am Sonntag wieder heimwärts fuhren. Schön wäre es, diesen Hof hier mit anderen zu teilen! Aber wer weiss, vielleicht kommt das ja noch!
So, und in der Zwischenzeit sind schon mehr als vier Wochen vorbei! Ich hatte seit der Abreise von Marcel und Moni noch weitere Besuche. Mäggi kam für ein paar Tage und auch meine Ma holte ich für ein paar Tage zu mir heraus. Allen gefällt es sehr gut, alle arbeiten wie verrückt und sind trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen zufrieden. Meine Mutter z.B. blühte regelrecht auf. Sie meinte, es sei die gute Luft. Ich meine, es ist das Vergnügen der Arbeit auf dem eigenen Land, das viele Draussen-Sein und die selbständige Lösung von allerlei Herausforderungen!
Zorro hat sich von Anbeginn an wohl gefühlt. Er bewacht das Haus wie wenn er nie etwas anderes getan hätte. Abends liegt er lieber auf seiner Decke vor dem Haus als im behaglich warmen Wohnzimmer. Tagsüber begleitet er mich bei allen Arbeiten. Er stolziert über die Wiese im offensichtlichen Bewusstsein von Eigentum.
Und ich? Angekommen? Beim Non-plus-Ultra? Wunschlos glücklich? Das wäre wohl übertrieben! Mir kommt es eher wie ein Schritt in die richtige Richtung vor. Ein gutes Gefühl des Neuanfangs begleitet mich. Nach langer Zeit habe ich endlich meine ureigene Geschwindigkeit wieder gefunden, mein stimmiges Tempo der Dinge. Ich schlafe mit einem Gefühl der Ruhe und des Friedens ein. Müde von der Arbeit am Tag tun mir manchmal die Knochen weh und die Finger schmerzen mich von der intensiven Arbeit mit der Gartenschere, aber eben, es ist ein gutes Gefühl, wenn der Körper müde ist und nicht nur der Geist. Meine Lebensqualität wird zur Zeit von der Gartenarbeit und dem Einrichten des Hauses bestimmt. Mein soziales Leben ist auf's absolute Minimum beschränkt. Ich treffe ab und zu meinen Nachbarn, der Grossbauer, der mir gerade heute Cheminee-Holz gebracht hat; dann spreche ich ab und an mit einem/r Verkäufer/in und that's it! Doch, ehrlich gesagt, das ist mir recht. Wenigstens im Moment. Natürlich wäre es schön, die Arbeit und das Vergnügen mit jemandem teilen zu können, doch vorerst geniesse ich es durchaus, als selbstbestimmende Person über mein Leben ohne Wenn und Aber und ohne jegliche Kompromisse verfügen zu können. Hinzu kommt, dass mein Leben ohne Tele wieder an Qualität gewonnen hat. Die Abende sind eh kurz. Irgendwann wird sich wohl auch dieses Ungeheuer wieder in mein Leben schleichen, aber im Moment geniesse ich die ruhigen Abende im Wohnzimmer bei Chemineefeuer, guter Musik, Tee, meinem PC, einem guten Buch (zur Zeit "Les Aventures de Tintin - Objectif Lune") oder einfach nur mit Träumen.

So, das war wieder mal ein Haufen voller Einblicke in mein neues Leben! Ein paar Ausblicke erhält ihr auf der Seite Libellule 2007.
Euch allen einen bunten, aber auch geheimnisvollen Herbst!

Herzlichste Grüsse aus dem Südburgund!
Silvana
 


++ 20. Juli 2007 ++ Rundschreiben Unterwex ++ Wieder sesshaft ++

So... endlich! Entscheide sind gefallen. Ich habe das Gefühl, es hat ewig gedauert! Dabei war ich gerade mal vier Monate am Suchen und Werweissen! Eigentlich keine lange Zeit, um sich von der Reiserei zu verabschieden und sich klar darüber zu werden, was man will. Vor allem, wenn es darum geht, das Ursprüngliche und Ureigene zu finden, jenseits von Normen und Üblichkeiten! Nun, es hat gedauert, hat sich verändert und ist gewachsen. Es war ein richtiger Prozess, herauszufinden, was ich wirklich will, welche Lebens- und Wohnform mir entspricht. Aber wie schon dazumal beim Womo dachte ich erst, was Kleines und Einfaches, keine grossen Schritte, lieber kleine und sichere. Beim Unterwex-Sein war mein Plan ursprünglich ein kleiner Bus. Erst nach und nach gewöhnte ich mich an die Vorstellung, alleine mit einem Wohnmobil (auch wenn es ein Kleines ist!) unterwex zu sein. Vor allem auch alleine unterwex zu sein! Und nun bei meinem neuen Daheim war es ähnlich. Erst dachte ich an eine Wohnung hier im Zugerland, in der Nähe meiner Mutter und meiner Freunde. Dann dehnte ich meine Kreise aus, suchte im Luzernischen, im Aargauischen, suchte Ferienhäuser überall! Dann plante ich, ein Blockhaus zu bauen, auf dem Walenstadter Berg, nur um festzustellen, dass ich so ein tolles neues Haus für mich alleine gar nicht brauche und dass, auch wenn ich dort 700m2 gehabt hätte, mir dies nicht gereicht hätte. Auch die Suche im Tessin ergab keine befriedigende Ergebnisse. In vielen Gesprächen fand ich heraus, dass ich eigentlich wirklich gerne viel Land um mich herum hätte und dass ich mich finanziell nicht so arg belasten, sprich abhängig machen wollte. Also machte ich mich erneut auf die Suche nach etwas Günstigem mit viel Land. Fündig wurde ich im Südburgund! Freunde, die dort schon seit drei Jahren ein Haus besitzen, brachten mich auf diese Idee und überzeugten mich von der Machbarkeit. Im Burgund flutschte es denn auch. Das heisst, es war beinahe so, als ob das Haus mich gefunden hätte.
Ab dem 7. September werde ich also in Frankreich wohnen, im Südburgund, irgendwo in der Pampa in der Nähe von Chalon s/Saône. Und zwar in einem alten typischen Bresse-Bauernhaus. So geht ein weiterer meiner Träume in Erfüllung!

Mehr Gedankengänge zu diesem Lebensschritt werde ich wohl in einer Bilanz festhalten. Soviel wollte ich aber nun doch verraten. Dies wird in nächster Zukunft mein letztes Rundschreiben sein. Mein Unterwex-Dasein hat vorderhand ein Ende gefunden. Auch wenn ich mein Wömi weiterhin behalte und mit nach Frankreiche nehme und sicherlich auch ab und zu mal unterwex sein werde, so werde ich diese Ausflüge wohl kaum als Reiseberichte festhalten. Vielleicht dokumentiere ich den Umbau meines Bauernhauses auf dieser Webseite und vielleicht schreibe ich auch weiterhin meine Bilanzen und stelle sie ins Netz. Das weiss ich noch nicht. Auf alle Fälle werde ich die Rundschreiben einstellen. Auf dieser News-Seite werd ich zwar weiterhin die wichtigsten Veränderungen festhalten. Aber jeder, der wirklich interessiert ist, wird sich hierher bemühen müssen, um Neuigkeiten zu erfahren.

Das Unterwex-Sein war eine tolle und aussergewöhnliche Zeit. So viele Erlebnisse, so viele Erfahrungen, so viele neue Wege! Und ihr habt mich dabei immer begleitet! Für all die liebenswürdigen und anteilnehmenden Feedbacks, die ich in der ganzen Zeit erhalten habe, möchte ich mich hier noch einmal von Herzen bedanken! Ich weiss nicht genau, wie ich das formulieren soll. Irgendwie hat diese Homepage und all der Briefverkehr, die Bekanntschaften und Freundschaften, die daraus entstanden sind, viel mitgetragen und viel unterstützt. Wenn man lange Zeit irgendwo auf der Welt ist und trotzdem den Kontakt zu Menschen, die gleich oder ähnlich denken, aufrechterhalten kann, wenn man zudem diese Zeit dokumentieren kann, sich dadurch automatisch intensiv damit auseinandersetzt, so ist das eine feine Sache. Ich bereue weder meine Reisezeit, noch dieses Webprojekt! Im Gegenteil, es hat mich geformt, mir Halt gegeben und viel Kommunikation entstehen lassen. Ich danke also allen, die mich nie vergessen haben und die nie zu müde waren, ein paar Worte auf meine Rundschreiben zurück zu schreiben!

Meiner Mutter geht es recht gut. Auch wenn der Krebs wieder zurückgekehrt ist und sie mittlerweile eine Art Therapie macht, so ist sie doch munter, ohne Schmerzen und guter Laune! Schön wäre es, wenn sie mich noch oft in Frankreich besuchen kommen kann und wir gemeinsam im Garten arbeiten können! Auch Zorro geht es bestens. Ich denke, er wird das grosse Areal in Frankreich in vollen Zügen geniessen. Vor allem, wenn er dann bald einen vierbeinigem Freund hat!

Ich wünsche euch allen, dass auch ihr eure Träume lebt! Vielleicht gehen sie nicht nicht immer, oder nicht immer sofort in Erfüllung, aber ich glaube, vergessen darf man sie nie!

In der Hoffnung, dass der Sommer nun endlich da ist und Helligkeit und Licht in alle Ecken fällt, sende ich euch meine Liebe und besten Wünsche für ein spannendes Leben!

Silvana


++ 3. April 2007 ++ Rundschreiben Unterwex ++ Schweizerische Neuorientierung ++

Die News-Seite scheint sich zu bewähren. Auch wenn ich die Rundschreiben wieder wie üblich verschicken kann, werde ich diese Seite beibehalten. So lassen sich meine "Eskapaden" besser verfolgen... auch für mich... ;-))

Nun, seit einiger Zeit befinde ich mich wieder in der Schweiz. Aber der Reihe nach. Am 3. Februar erhielt ich von meiner Mutter einen Anruf. Sie würde am folgenden Montag operiert werden. An der Blase. Krebs. Bums. So etwas erwartete ich nicht! Nein! Obwohl, wenn man sich das Ärgste ausmalen wollte, dann würde man wohl mit "irgendsowas" rechnen. Trotzdem, nicht schon wieder Krebs! Zur Operation würde ich es eh nicht nach Hause schaffen. Also wartete ich den Befund ab. Der war allerdings nicht gerade erheiternd. Der Krebs erwies sich als recht aggressiv und über die Schleimhaut hinauswachsend. Aus dem Internet entnahm ich die Information, dass, wenn der Muskel befallen ist, die ganze Blase entfernt werden müsse. Das Gespräch mit dem zuständigen Urologen ergab zwar, dass dies vorläufig noch nicht angesagt sei. Der Arzt erklärte mir, dass er mit einer zweiten Operation hoffe, den restlichen Krebs herauskratzen zu können. Trotzdem beschloss ich, nach Hause zu fahren. Es machte ja keinen Sinn, so weit weg zu sein, sich Sorgen zu machen, und zu Hause sitzt meine Mutter und bräuchte dringend ein wenig moralische Unterstützung. Am 13. Februar schiffte ich mich ein mit direkter Route nach Civitavecchia. Zwei Tage später war ich wieder in der Schweiz. Nach dreieinhalb Monaten!
Meine Mutter wurde am 12. März noch einmal operiert. Erfolgreich. Und ein CT, das zwischenzeitlich gemacht wurde, zeigte keinen Metastasenbefall. Juhui! Soweit alles bestens. Meine Ma wird nun in regelmässige Nachkontrollen gehen müssen. Aber ein erneutes Ausbrechen des Krebs würde auf alle Fälle rechtzeitig entdeckt werden.

So. Und ich? Während der Wochen, die ich hier in der Schweiz verbracht habe, machte ich mir viele Gedanken über meine Zukunft. Sollte ich mich hier in der Schweiz, in Zug niederlassen? Hier sein für alle Fälle? Das Reisen vorderhand aufschieben? Job und Wohnung suchen? Schwierig! Jedesmal, wenn ich eine Wohnung anschauen gehe, die mir erstmal gefällt, überfallen mich schon bald regelrechte Ängste. Wie soll das gehen? Ich kann nicht mehr zurück. Ich kann doch nicht mehr in diesen Bahnen leben! Mittlerweile habe viele Varianten durchgespielt, mit vielen Menschen geredet. Bin aber noch immer zu keinem Punkt gekommen. Offenbar bin ich noch nicht soweit. Ich verspüre ein starkes Bedürfnis nach Ruhe und Zurückgezogenheit. Merke auch, dass ich durchaus wieder Lust auf "Haus & Garten" habe. Aber eben, ein Leben in der Schweiz ist teuer. Ein Leben in der Schweiz bedeutet wieder zurück ins normale Erwerbsleben, in den üblichen Rhythmus. Dinge, die mir Angst machen. Ob ich das schaffe? Ich weiss es noch nicht und werde mir weiterhin Zeit lassen.

Die letzten Wochen habe ich bei meiner Mutter in Steinhausen gewohnt. Aber auf Dauer geht das nicht. Bei aller Liebe, aber da sind wir zu verschieden. Ziemlich sicher gehe ich einfach wieder auf den zugerischen Campingplatz, bis ich mich entschieden habe, wie und wo es weitergeht.

Während der Reise mit Henny und Rainer habe ich viele wertvolle Erfahrungen machen dürfen. Ich habe mich neu kennen gelernt. Habe erfahren, wo meine Grenzen sind, weiss nun, dass ich meine Bedürfnisse durchaus durchsetzen kann und wie ich mich abgrenzen kann. Ich bin den beiden sehr dankbar. Vor allem für die Zeit, in der ich sie wirklich brauchte. Sie waren so liebenswürdig und hilfsbereit! Sie begleiteten mich bis zur Zollabfertigung in Tunis. Halfen mir, wo und wie sie nur konnten! Am Anfang hatten wir durchaus unsere Schwierigkeiten. Wenn Individualisten sich zusammenraufen müssen, dann geht das nicht ohne Auseinandersetzung. Nach einigen Wochen ergab es sich dann aber mehr und mehr. Wir lernten unsere Macken kennen und tolerieren. Heute, mit einigem Abstand gesehen, denke ich, dass wir unsere Sache recht gut gemacht haben. Wir hatten viele wertvolle Gespräche und mit Henny machte ich einige tolle Ausflüge. Ich würde jederzeit mit Ihnen wieder losziehen. 

Allerdings stellte ich auch fest, dass mir das Reisen an sich, hier in Südeuropa, zu langweilig ist. Mir fehlt die Action mit der Gleitschirmfliegerei! Wenn schon Reisen, dann richtig. Dann will ich fremde Länder kennenlernen. Neue Kulturen, unbekannte Ecken, ungewohntes Terrain und fremde Menschen. Nur einfach so im Süden den "Winter abhängen", das reicht mir nicht! Hinzu kommt, dass das Reisen alleine, wenn auch in der Gruppe, halt einfach nur halb so lustig ist. Aber das gilt wohl nicht nur für’s Reisen, sondern überhaupt für das Leben. Zu zweit verdoppeln sich die Freuden - sie vervielfachen sich sogar! Und Sorgen lassen sich teilen und lösen sich vielleicht sogar auf. Nun, vielleicht muss ich dies lernen. Wer weiss.  

Ich werde sehen, wohin mein Weg mich weiter führt. Vorab passt es sehr, dass ich hier bin. Ich hätte für gewisse administrative Dinge sowieso heimkommen müssen. Jetzt ist sogar schon meine Steuererklärung erledigt!

Den letzten Tunesien-Bericht habe ich fertig gestellt bzw. ergänzt, endlich. Allerdings sind grosse Lücken vorhanden. Zuviel habe ich in der Zwischenzeit vergessen! 

Ich schreibe diese Zeilen während draussen kühle Frühlingswinde durch die Gassen jagen. Ich schätze es, Jahreszeiten zu erleben und ich freue mich auf den Frühling. Jetzt, wo es meiner Mutter wieder viel besser geht, darf ich dies wohl unbeschwerter geniessen! Sobald ich weiss, wie und wo es weitergeht lass ich wieder von mir hören.

Bis bald liebe Leute! Blibet gsund und zwäg!
Silvana
 


++ 27. Januar 2007 ++ Rundschreiben Unterwex ++ Tunesien, Djerba ++

Hallo liebe Leute Zuhause und Unterwex

Hier in Tunesien klappt es mit meinen Rundschreiben nicht. Da ich vorher nicht wusste, dass ich nach Tunesien gehe, habe ich meine Adressdatenbank bei meiner Online-Mailbox nicht aktualisiert und ein Kopieren von mehreren Adressen in dieses oder ein anderes Mailsystem scheint irgendwie nicht zu klappen. Ich habe es jetzt aufgegeben, eine brauchbare Lösung zu finden. Darum habe ich diese Seite kreiert. Hier werden bis auf weiteres meine Rundschreiben an euch stehen mit den Infos, welche Seiten neu entstanden sind und vielleicht auch andere News. 

Unsere Tunesien-Tour im Süden ist beendet. Wir haben viele Wüstenschlösser und viel Steinwüste gesehen und erlebt. Dies folgt allerdings in einem späteren Reisebericht. Im Moment ist Tunesien 1, 2 und 3 online. Der erste Teil berichtet über die Nordküste. Der zweite über die Oasen und die Sahara. Und der dritte über die Südküste und Djerba.
Ich habe auch eine weitere, quasi Zwischenbilanz erstellt.

Wir bleiben für ein paar Tage hier auf Djerba, um Sonne und Strand zu geniessen, bevor wir uns Richtung Norden aufmachen. Wir haben vor, die Landzunge bei Cap Bon zu erkunden und dann natürlich den nördlichen Teil von Tunesien. Ein bisschen Inland und dann auch die Hauptstadt Tunis. 

Allen eine gute Zeit!
Silvana & Co.
 


++ 7. Januar 2007 ++ Rundschreiben Unterwex ++ Tunesien: Balkon Afrikas ++

Hallo meine lieben Freunde, liebe Familie und Reisekumpane

Seit Mitte Dezember sind wir in Tunesien. ja! Die Entscheidung viel irgendwann und irgendwo und war auch schon bald umgesetzt. Die Fähre hat uns über Nacht von Palermo in diese schöne Ecke Afrikas gebracht.

Seit einem kurzen Besuch in einem Internet-Point in Hammamet gleich am zweiten tag nach unserer Ankunft habe ich es nicht mehr geschafft, einen entsprechenden Laden aufzusuchen. Die Zeit scheint zu schade, um sie in einem kalten Raum an einem Computer sitzend zu verbringen. Sollten immer noch Email-Antworten ausstehen, so ist dies die Erklärung. Ich werde aber aufarbeiten, versprochen!

Die aktuellen Reiseberichte findet ihr auf der Eintrittseite meiner Homepage. sie sind mittlerweile recht umfangreich geworden. Aber der Winter ist ja noch lange und vielleicht lockt es ja jemanden, während eines kalten Winterabends die wärmenden Bilder aus Tunesien anzuschauen!

Uns geht es allen gut. Endlich ist auch richtige Gemütlichkeit eingekehrt. Zorro geht es immer besser und auch ich werde langsam immer ausgeglichener.

Ich umarme euch alle recht herzlich
Silvana & Co.


++ 28. November 2006 ++ Rundschreiben Unterwex ++ Südliche Sonne und südliche Weite ++

Hallo meine lieben Freunde, liebe Familie und Reisekumpane

Seit fast einem Monat bin ich wieder unterwex mit dem Womo und meinem Zorrolito! Guuut! Am 1. November fuhr ich los und traf mich mit Rainer und Henny in Capestang, nähe Bezier. Am 4. November genoss ich, wie vorgehabt, meinen Geburtstag am Mittelmeer. Der erste Reisebericht www.unterwex.ch/reisebericht_italien2006_1.htm zeigt unsere Erlebnisse in Frankreich bis zum eigentlichen Aufbruch nach Italien. In www.unterwex.ch/reisebericht_italien2006_2.htm berichte ich dann von den Ereignissen in Italien bis zu unserem Aufenthalt im Cilento, südlich von Neapel.
Wir hatten uns ganz schnell und einstimmig entschieden, nicht nach Spanien und Portugal zu reisen, sondern eben Italien unsicher zu machen. Eventuell sogar nach Tunesien überzusetzen. Aber mal abwarten. Nach den ersten Tagen mit Kilometerschinderei sind wir nun schon länger gemütlich unterwegs. Das Wetter ist prächtig, abgesehen von zwei heftigen Gewittertagen rund um Rom. Also kein Grund sich zu beeilen.

Zorro und mir geht es prächtig. Wir geniessen es beide sehr, so schnell und einfach draussen sein zu können, bzw. das Leben überhaupt draussen zu leben.

Das Reisen mit Henny und Rainer erweist sich bis jetzt als total unproblematisch. Wir haben den gleichen Stil und den gleichen Rhythmus. Unterschiede gibt's immer noch genügend und es erfordert halt immer wieder Absprachen. Aber bis jetzt geht das gut und ich hoffe, das bleibt auch so!

Wie ich höre, herrscht auch in der Schweiz ein Prachtswetter, was mich natürlich für euch freut!! Hoffen wir also auf einen mild gestimmten und nicht allzu nassen Winter!

Bis bald - Ich umarme euch alle recht herzlich
Silvana & Co.

PS. Da ich meine Mails über eine Swisscom PC-Karte direkt abrufe, bezahle ich nach Kilobyte. Ich möchte euch bitten, dies bei allfälligen Attachements zu berücksichtigen. Natürlich freue ich mich über Bilder, vor allem über jene unter 2000 KB!

PS. Habe der Homepage ein Inhaltsverzeichnis beigefügt, welches die Übersicht erleichtern soll.