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Paraglider-und Reiseberichts-
Seiten werden Ende 2011 vom Netz genommen!! |
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03. Februar 2011 |
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Reisebericht Italien 2003-1 Umbrien
1. Oktober 2003, Lostorf - Rivera (Kt. TI, Schweiz)
Wieder gen Süden
Wunderbar,
das Gefühl, wieder Richtung Süden unterwex zu sein. Vor zwei Tagen kam ich in
Lostorf an, um hier noch das eine und andere zu holen und zu erledigen und um
mich mit Dominik zu treffen. Ich war gespannt auf seine Pläne. Da ich wusste,
dass auch er vorhatte, via Italien gegen Süden zu ziehen, spekulierte ich auf
einen gemeinsamen Auftakt. Und so ergab es sich dann wirklich. Bis Höhe Rom
haben wir ähnliche Pläne, nur dass er der Adria entlang nach unten will und
ich über die Riviera. Mein ursprüngliches erstes Ziel war eigentlich Korsika.
Aber mittlerweile werde ich mich wohl auf den italienischen Boden konzentrieren.
Mit Sardinien und Sizilien bleibt mir immer noch genügend Inselerleben. So kann
ich mich auch auf das Italienische konzentrieren.
Die Streckenführung via Adria gefällt mir zwar nicht sonderlich, doch
ermöglicht es mir einen Start in fremde Gefilde mit Begleitung. Und das behagt
mir im Moment schon noch.
Heute morgen haben wir unsere Mobiles startklar gemacht. Bis wir alles
beieinander hatten, sprich Wäsche abnehmen, Chemietoilette leeren, Aufräumen,
Einkaufen und dann noch Mittagessen wurde es drei Uhr. Ich überprüfte nochmals
den Pneudruck, tankte voll und hatte in Olten genau 48'000 km auf meinem
Zähler. Dominik ging noch kurz bei seiner Tochter in Olten vorbei und ich
blochte schon mal Richtung Gotthard.
Nach dem Seelisbergtunnel blies mich der Föhn fast ab der Autobahn und als ich
dann den Wind frontal gegen mich hatte, schaffte mein Brummi nur gerade 60 km/h!
Auf dem Parkplatz bei Gurtnellen trafen wir uns dann wieder für Kaffee und
Kuchen.
Durch den Gotthard-Tunnel ging es ebenfalls gut, obwohl dort drin ein ziemlich
starker Windwiderstand herrscht. Wenn ich den dann umgekehrt fahren muss, also
mehr bergauf, dann bin ich mal gespannt, wie lang die Kolonne hinter mir wird!
Uah, insgesamt bin ich aber zufrieden. Den Monte Ceneri schaffte ich mit 62
km/h! Nicht so übel, oder?
Bei Rivera verliessen wir die Autobahn und stellten unsere Karren für die Nacht
auf den Parkplatz der Luftseilbahn Monte Tamaro. Ein Spaziergang vor dem
Abendessen führte uns zum 200-Seelen-Dörfchen Soresina oberhalb der
Talstation.
Obwohl Regen und Nebel uns auf unserem Weg bis hierher begleiteten, so ist die
Temperatur heute Abend doch schon einiges angenehmer als noch in der
Mittelschweiz.
Gedünsteter Lauch mit Tofuwürfeln, gewürzt mit Curry und Sojasauce, dazu Reis
und ein billiger, aber leckerer Côte du Rhône war unser erstes Abendmahl auf
unserer erneuten Reise unterwex nach irgendwo im Süden.
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2. Oktober 2003, Rivera - Torretto di Fano (Adriaküste, nördlich von
Ancona)
Autobahnfahren
Es
wurde gut 10h bis wir endlich von Rivera loszogen. Gemütlich Frühstücken,
Abwasch, Spaziergang mit Hund und so weiter braucht halt seine Zeit. Grenze bei
Chiasso kein Problem, kein Stau. Allerdings waren dann die Autobahnen rings um
Milano bumsvoll mit Lastwagen. Mindestens die Hälfte aller Fahrzeuge sind dort
LKW's! Wahnsinn, und ich mit meinem Brummi mischle natürlich ebenfalls kräftig
mit. Meist ganz auf
der rechten Spur, aber hin und wieder auch mal ganz Links!
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Mit
meinen 100km/h überhole ich zwar hin und wieder langsam Fahrende, aber
spätestens beim nächsten Anstieg kommen sie dann wieder alle und überholen
dann wiederum mich. Viele Trucker hatten offensichtlich Freude an mir und meinem
Womo, denn ab und zu hupten sie vor lauter Freude (unterstell ich mal). Die
ganze Fahrt rüber an die Adria verlief reibungslos. Nie Engpässe
oder sonstige zu beobachtende Unfälle.
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Für
die Mittagspause stellten wir unsere Vehikel im rechten Winkel auf und hatten so
ein geschütztes Plätzchen. Die Temperatur ist inzwischen ganz schön
angestiegen. Ich sitze im Top am Mittagstisch draussen und geniesse die
südliche Wärme. Auch wenn man manchmal vergisst, wieso dass man unterwex ist,
fällt es einem in solchen Momenten wieder ein.
Kurz vor unserem heutigen Ziel muss ich dann doch noch tanken gehen. So reichte der Tank mit
seinen 68 Litern Fassungsvermögen gerade mal von Olten bis kurz vor Pesaro. 10
Liter sauft mein Womi bei Höchstleistung auf der Autobahn. Ich bin
zufrieden. Dominik kann dafür in meinem Windschatten und mit für seinen VW-Bus
gemächlichen ökonomischen Verhältnissen beträchtlich Sprit sparen.
Im Buch "Wohnmobilstellplätze Italien" ist ein Stellplatz in Fano
beschrieben, den wir dann auch mit ein wenig Suchen finden. Parkplatz direkt am
Meer. Völlig ungestört mit einem Touch von Romantik und Melancholie bietet er
mir einen guten Auftakt für die erste Nacht im "Ausland". Diesen
ersten Abend in Italien zelebrieren wir, wie es sich gehört, mit einer Pizza
und Hauswein. War ganz fein. Pizzas in Italien schmecken halt besser,
italienischer, keine Frage!
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3. Oktober 2003, Torretto di Fano - Sirolo - Porto Recanati (Adriaküste,
südlich von Ancona)
Meerluft
Am
morgen gibt's sogar noch ein kurzes Bad im nicht mehr ganz warmen Meer. Dafür
ist die Leere des Strandes, der in der Saison voll mit Sonnenschirmen und
Liegestühlen ist, doch herrlich, Balsam für die Seele, finde ich. Wir
fahren weiter mit Sirolo als Ziel. Eigentlich wollten wir dort eine Wanderung
über den Monte Cónero machen, aber die Steilküste unterhalb Sirolo hat uns
angelacht. So beschlossen wir kurzerhand, den schönen Tag (für morgen ist
Schlechtwetter angesagt) mit Baden und Sünnele zu verbringen. Von Sirolo,
welches ein hübsches kleines Dorf ist, führen Wege hinunter an die schlecht
zugänglichen Buchten, die entsprechend wild und unbesiedelt wirken. Genau das,
was wir brauchen, um zufrieden unsere nackten Ärsche an der Sonne zu räkeln.
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Nach dem Aufstieg genehmigten wir uns ein Gelati und fuhren dann noch ein wenig
weiter der Küste hinunter, um einen Übernachtungsplatz zu finden. Nun sitzen
wir hier im Womo, haben ein Bier zum Apero und überlegen gerade, was wir zum
Abendessen machen könnten.
Das Thermometer zeigt etwa 24° an. Mittlerweile hat der Wind arg aufgefrischt
bzw. diese Ecke ist wohl auch speziell windig. Der Wind bläst aus Süden und
fühlt sich wie ein Föhn an. Der Effekt ist, dass das Thermometer nicht fällt.
Wir haben auch in der Nacht 22°! An sich ist das ja schön, aber zum Schlafen
halt doch ein wenig heiss. Vom Alkovenfenster aus kann ich die Fischer mit ihren
Glühangeln beobachten.
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4. Oktober 2003, Porto Recanati - Castelluccio (Monti Sibillini, Region
Umbrien, Provinz Perugia)
Fahrt in die Berge, Piano Grande di Castelluccio
Bis Civitanova fahren wir auf der Küstenautobahn, anschliessend scharf gegen
Westen ins Sibillinische Gebirge. Die Fahrt ist wunderschön, führt durch
herbstlich eingefärbte Wälder. Hinauf zum Pass komme ich nur noch mit 30-40
km/h. Es bedeutet zurücklehnen und es ruhig nehmen. Da eh kein Verkehr herrscht
ist das weiter auch kein Problem.
Auf dem Pass oben bietet sich uns ein
gewaltiger Anblick auf die eben durchfahrenen Hänge im Norden und Castelluccio im
Süden. Das Wechselspiel von Sonne und Wolken zeichnet die sanften Hügel
scharf. Der Wind hier oben ist so kalt, dass wir im Auto essen. Eine abgemagerte
Hündin schleicht ums Auto. Bevor wir losfahren, geb ich ihr eine Ration
Hundefutter, was Zorro gar nicht lässig findet.
Das Dorf Castelluccio selber gibt nicht viel her. Ich staune über den
schlechten Zustand der Häuser. Hier scheint der EU-Rubel nicht gerollt zu sein.
Es sieht alles sehr ärmlich und vernachlässigt aus. Von einem lustigen alten
Mann kaufen wir 1/2 Kilo Linsen (Lenticchia) für 3.50 Euro. Im Dorf unten
verkaufen sie die gleiche Menge für 4.50! Wir finden es ziemlich teuer, aber
lecker sollen sie ja sein und ausserdem werden sie direkt hier in Castelluccio
gewonnen.
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Die Paragliderschulen sind offenbar schon geschlossen, die Saison ist vorbei.
Wir fahren in die eindrucksvolle Ebene,
Piano Grande genannt, auf 1271m, um dort bei all den anderen zu campieren.
Gleich neben dem grossen Landeplatz ist ein Platz dafür vorgesehen, sogar mit
Wasseranschluss, und das Wasser ist einwandfrei. Supi! Ein paar Österreicher
sind auch schon da. Sie haben ihre Zelte zum Übernachten und zum sich
"Aufenthalten" aufgestellt. Die einen haben sogar so ein dreirädriges
Vehikel zum Kiten dabei.
Wir machen uns mal als Erstes auf einen Spaziergang hinaus in die Ebene. Der
Wind fegt extrem über die Wiesen, an Fliegen ist nicht zu denken. Sogar
das Laufen bereitet je nach Windrichtung seine Probleme! Auf der Ebene hat es
Schafherden mit ihren Hirten und Hirtehunden. Ein Teil der Hunde ist aber
offensichtlich auch verwildert und streunt um die Autos herum. Sie sind in
schlechtem bis üblem Zustand.
Während der Nacht wird das Womo durchgeschüttelt. Immer wieder habe ich das
Gefühl, jetzt gleich umzukippen. Aber natürlich reicht der Wind dazu nicht
aus, auch wenn er beängstigend an allen Ecken und Enden zerrt.
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5. Oktober 2003, Castelluccio
Böiger Wind über riesigem Talkessel
Am Morgen liegt das Zelt der einen Österreicher verrissen am Boden und die
Zelte der anderen sind ebenfalls aus den Verankerungen und Stangen gerissen und
liegen als wilde Haufen neben dem Bus. Es sieht aus, wie wenn jemand gewütet hätte.
Aber die Leute lassen sich davon nicht beeindrucken, scheinbar muss man hier mit
sowas rechnen (!). Na ja, also ich fahre meine Heckstützen aus, welche sofort
mehr Stabilität geben und dem Gefühl von auf hoher See zu sein endlich ein
bisschen was entgegenhalten.
Das Wetter für heute wird wohl kalt (8-10°) und windig bleiben (wir schätzen
so böige 60km/h). Nach gemütlichem Frühstück ziehen wir uns wetterfest an und
marschieren quer über die Ebene zum Übungshang hinüber und hinauf. Der Blick
ist wieder sensationell. Der Wind reisst einem den Atem vom Mund weg und den
Schnuder aus der Nase.
Unten beim Landeplatz treffen wir auf zwei Schweizer. Der eine, Thomas, ist von
Mollis und mit 14 Leuten hier zum Fliegen. Der andere ist von Gommiswald und
will vor allem das Bodenhandling üben. Wir unterhalten uns eine Weile und
marschieren dann zurück. Auf halbem Weg fängt es an zu regnen und wir sind
heilfroh in ein warmes und schützendes Wohnmobil steigen zu können.
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Nach dem Mittagessen ist gemütliches Duschen und Haarewaschen angesagt. Da hier
Wasser keine Mangelware ist wollen wir das Ausnützen. Also Boiler an, eine
Stunde warten und dann, ah, so herrlich, unter die Warmwasserdusche! Einfach
genial. Draussen ist es 8° und drinnen 21°. Das Wasser kommt mit etwa 50°
raus und lässt einen frostige Temperaturen vergessen. Dummerweise ist der Tank
leer, als Dominik sich ein zweites Mal einseift! Die Tankanzeige hat uns bzw.
ihm einen kleinen Streich gespielt. Ich fülle schnell mal aus dem Faltkanister
in PET-Flaschen ab und reiche sie ihm in die Dusche. So kann er wenigstens den
Schaum abspülen, wenn auch mit kaltem Wasser!
Den Rest des Nachmittags verbringe ich mit Verbessern der Einrichtung (da kann
man, glaube ich, dauernd was verbessern), Lesen, mit Wasserholen und Spazieren. Es gefällt mir hier. Auch wenn das Wetter ziemlich bissig ist,
ist es mit dem Womo als Basis entsprechend gemütlich. Man lässt sich draussen
durchwinden und -schütteln und kommt dann rein, um sich dank Heizung wieder
schnell wohlig zu fühlen.
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6. Oktober 2003, Castelluccio
Wunderschöne Landschaft umzingelt von Schneebergen
Am Morgen ist mein Erstaunen gross als ich die weissen Gipfel erblicke. Dass es
kalt ist, ok, dass es bissig wird, ok, aber Schnee?!
In der Nacht hat der Wind sowas getobt, dass ich wirklich bald das Gefühl
hatte, mein Womo müsse umkippen. Ein St. Galler hat auf der Hinfahrt zu uns
einen umgekippten Wohnwagen gesehen, so ganz und gar daneben war mein Eindruck
also nicht.
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Der
Morgen ist noch kurz bewölkt, aber nach und nach setzt sich die Sonne durch.
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Wir nutzen den wundervollen Tag, um eine ausgedehnte Wanderung, mit ständigem
Blick auf den gezuckerten Monte Vettore...
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...hinauf auf
den östlichen Gipfel der Talebene, den Monte Guaidone mit 1647m, zu machen.
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Auf
dem südlichen Talboden sieht man den Fluss Mergani, welcher irgendwo in der
Landschaft einfach verschwindet und unterirdisch weiter fliesst.
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Die
Ebene ist ansonsten topfeben. Im Frühling muss es hier voll mit bunten Blumen
sein. Ich glaube, ich muss der Ebene um diese Jahreszeit wieder einen Besuch
machen.
Die Bergkette der Monti Sibillini gehört zu den schönsten Abschnitten des
gesamten Apennin. Gut, dass das Gebiet zu einem Naturpark erklärt wurde.
Dadurch ist das Gebiet extrem dünn besiedelt, was ihm entsprechend einsamen
Charakter verleiht.
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Von
weit oben sieht man die Schafherden verteilt auf dem riesigen Gelände. Unsere
Wanderung führt uns quer darüber zurück zum Übernachtungsplatz.
Der heutige Tag bekam noch ein i-Tüpfelchen durch die Wiesenchampignons, welche
ich auf der Wanderung fand. Zum Abendessen gab es nun also die echt feine
Castelluccio-Linsen, dazu die Pilze vom Plateau. Ich kann nur
sagen, es war schlicht lecker.
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7. Oktober 2003, Castelluccio
Ausflug nach Norcia - Ladenhüter?
Meine
Chemietoilette muss dringend geleert werden. Wir verknüpfen diesen Job mit
einem Ausflug zum Dorf Norcia, welches südlich auf der anderen Passseite, schon
in der Provinz Perugia, liegt. Wir kaufen Trüffelteigwaren, getrocknete
Steinpilze und jungen Schafskäse. Das Städtchen ist voll mit
"lahmgelegten" Gleitschirmpiloten und -pilotinnen. Überall hört man Schweizerdeutsch. In einem
Elektrogeschäft finde ich aufladbare Batterien für meine Digitalkamera. Jetzt
habe ich vier Paare, so habe ich immer ein Paar in der Kamera, eines als Reserve
dabei und zwei im Ladegerät. Da ich dank Sonnenkollektor über genügend Strom,
wohlverstanden Gratispower, verfüge, kann ich mir diesen Luxus leisten. Einfach
genial. Laptop und Digitalkamera sind dadurch immer einsatzbereit. Das Womo ist
schlicht ein Hit. Es ist natürlich auch praktisch, dass hier Frischwasser zur
Verfügung steht. So ist mein einziges "Problem" die Toilette, welche
einmal die Woche geleert werden will. Gespannt bin ich, wie lange die Gasflasche
hinhält. Ein zweite habe ich natürlich dabei. Aber mit Heizen und Kühlschrank
kühlen wird der Verbrauch nicht gerade wenig sein. Mal schauen.
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So,
ansonsten gibt es hier nicht viel zu berichten. Die Gleitschirmpiloten, es sind
ziemlich viele, sicher 20-30, die hier rumlungern, haben am Vormittag noch
Aufziehübungen gemacht, teilweise sind sie auch am Südhang geflogen, aber der
Wind ist so böig, dass es schon eher riskant ist, jetzt am Hang zu soaren!
Dominik lässt es darum auch bleiben. Ausserdem sind etliche ungeübte Schüler
am rumwerkeln.
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8. Oktober 2003, Castelluccio
Eiskalt aber wunderschön
Die ganze Nacht hat es immer wieder geschüttet und gewindet. Der Wind hat
gedreht. Nun bläst er von Westen. Die Leute sagen, morgen soll es schöner
werden und bis zum Wochenende sehr schön. Na, da sind wir mal gespannt. Auf
alle Fälle ist es heute morgen so hässlich, dass ich Zorro nur mal gerade
fürs kleine Geschäft rauslasse. Zuerst mal frühstücken und mich innerlich
für das Wetter draussen rüsten. Danach montiere ich die Regenhosen von
Dominik, meinen Fasi, die Windjacke, Handschuhe und Mütze. So ausgerüstet wird
der Spaziergang mit Zorro richtig gut. Es ist herrlich, weglos über die weite
Ebene zu spazieren. Teilweise renne ich, der Kreislauf kommt in Schwung und mir
wird warm. Dann kommt sogar die Sonne durch. Es wird richtig
schön, auch wenn es eiskalt bleibt! Mir passt es. Ich liebe es, wenn das Wetter
sich dauernd ändert und am Himmel oben so richtig was los ist. Ausserdem ist
das Zurückkommen in die warme Stube des Womos dann umso schöner.
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Am
Nachmittag fahren Dominik und ich nach Castelluccio und marschieren von dort aus
zum westlichen Startplatz hoch. Der Blick ist überwältigend von hier. Ich
weiss ja nicht so genau, was es ist, aber irgendetwas an dieser Landschaft
fasziniert und fesselt mich. Ich mag diese Weite, die von Hügeln und dem hohen
Monte Vettore eingegrenzt ist.
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Am Abend haben wir die TV-Anlage ausprobiert. Antenne nach 19° Ost (von Süden
aus) ausgerichtet, mit dem Neigungswinkel, der sogenannten Elevation,
rumgespielt und schon konnten wir die 60 Programme des Astra-Satelliten
empfangen. Doch kaum alle Sender durchgeschaut, ging die Batterie in die Knie.
Das erste Mal, dass ich den Alarm höre, wenn die Zusatzbatterie am Ende ist!
Der Fernseher wäre ja kein Problem, aber der Satellitenempfänger schluckt
Strom wie blöd! Also gut, dann weiss ich das jetzt. Fernsehen kann man nur, wenn
man am Strom hängt, bzw. auf dem Campingplatz steht. Null Problemo, denn auf
diese Kiste kann ich am ehesten verzichten. Nur blöd, dass ich diese teure
Einrichtung nicht einfach rauszerren kann. Dafür ist sie zuviel wert und zu
perfekt eingebaut. Aber vielleicht bietet sich ja mal die Gelegenheit, sie
günstig zu verramschen.
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9. Oktober 2003, Castelluccio
Kaltluftsee / Nebelmeer
Heute morgen ist stockdicker Nebel. Ich habe mir sagen lassen, dass diese Ebene
hier, die Piano Grande, ein Kaltluftsee ist, d.h. die abgekühlte Bergluft kann
nirgends wegfliessen und bleibt in Form von Nebel am Boden liegen. Ich wusste
auch nicht, dass auch das Schweizer Mittelland so ein Kaltluftsee ist. Darum
haben wir immer soviel Nebel im Herbst!
Als wir aufstanden, hatte sich die Batterie noch nicht soweit erholt, dass wir
die Pumpe fürs Fliessendwasser nutzen konnten. Kurzerhand packten wir unser Frühstück in den VW-Bus und fuhren durch den Nebel hoch ins Dorf
Castelluccio. Dort hatten wir genialen Blick über das Nebelmeer.
Es ging nicht lange und die ersten Gleitschirmflieger fuhren mit ihren 4x4 und
Ähnlichem den Berg hoch. Die Strasse ist aber leider selbst für den VW-Bus
nicht passierbar. Also hiess es, wieder nach unten fahren. Ein Pärchen aus
Buochs nahm dann Dominik und noch jemanden mit nach oben. Unten konnte man schon
die ersten Gleitschirme durch den Nebel fliegen sehen. Der Nebel lichtete sich
dann alsbald. Hervor kam eine wunderbare warme Sonne.
Das gute an dieser Wetterlage ist,
dass es entsprechend wenig Wind hat. Der Tag wurde so schön, dass ich sogar die
Sonnenstore rauslassen konnte und diese endlich mal trocknen konnte.
Dominik verbrachte den Tag am Übungshang mit quasi privater Schulung durch
Bene, dem österreichischen Tandempiloten, der ihm viele wertvolle Tipps und
Hinweise fürs Bodenhandling geben konnte.
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10. Oktober 2003, Castelluccio
Erster Gastank schon leer
Knapp
20 Tage hat die Gasflasche hingehalten! Die erste Flasche ist schon leer! OK, wir haben schon arg einheizen müssen und beide haben wir
auch insgesamt drei mal warm geduscht. Der Kühlschrank ist natürlich auch
dauernd in Betrieb. Na ja, wenn ich davon ausgehe, dass eine Füllung etwa 25
Euro kostet, dann bedeutet dass 1.25 Euro pro Tag oder 37.50 Euro pro Monat
Energiekosten. Das ist in Ordnung.
Nun musste ich den
Schlauch von der leeren auf die volle Flasche umhängen. Für mich das erste
Mal! Mit dem Gastank hatte ich
meine liebe Mühe. Die Befestigungsschlaufen gingen dabei drauf und fürs
Aufdrehen der neuen Flasche brauchte ich männliche Hilfe. Aber immerhin,
ansonsten habe ich selbst fertiggebracht. An sich nicht schwierig, aber wenn ich
etwas das erste Mal mache, dann bin ich immer unsicher. Als dann Heizung
und Kühlschrank wieder liefen, war ich so motiviert, dass ich gleich auch noch
den Wassertank wieder auffüllte. Das bedeutete, drei Mal mit dem 20 Liter
Kanister zum Brunnen und wieder zurück.
Seit gestern lassen die Hirten ihre Pferde hinter uns auf der Koppel grasen.
Man hört, wie sie das Gras rupfen und fühlt sich wie im wilden Westen. Sie
haben alle keine Halfter an. Alle Farben sind vertreten, auch zwei Füllen sind
dabei.
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Dominik verbrachte den Tag mit Fliegen und Üben am Übungshang. Immer wieder
landen sie auch gleich beim Campingplatz. Nach dem
Mittagessen marschierte ich mit Zorro quer über die Pampa um Hintenrum auf den
Übungsberg, den Rotondo, zu laufen. Von oben ist die Sicht herrlich. Man schaut auf all die
Piloten mit ihren bunten Schirmen hinunter und schaut dem lustigen Treiben
zu. Auf dem Foto sieht man den Bus (blau-gelb) von Bene und Tanja. Dominik ist
gerade beim Landeanflug.
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11. Oktober 2003, Castelluccio
Fliegerisches Allerlei
Die Tage sind vom Wetter her beständig. Am Morgen herrscht regelmässig Nebel
bis etwa halb elf. Dann reisst es auf und die Sonne kommt warm und wohlwollend
durch. Es lässt sich im leichten Pullover draussen sitzen. Man muss sogar
aufpassen, dass einen die Sonne nicht rosig brät.
Ich beschliesse, mit dem VW-Bus nach Norcia zu fahren, um einzukaufen. Zorro
kommt mit. Ich bin ziemlich enttäuscht von meinem Zorro. Überraschen tut es
mich zwar nicht wirklich, aber trotzdem schmerzt mich sein "Untreu"
sein. Es ist nämlich so: auf dem Platz, wo wir sind, sind auch wilde
Hirtenhunde, in die sich Zorro vernarrt hat. Innerhalb weniger Tage hört er
überhaupt nicht mehr auf mich. Ich kann rufen, solange ich will, er hört nicht
hin. Ich weiss, er ist im Flegelalter und ich weiss, dass ich geduldig sein
muss, aber manchmal komme ich mir schon arg blöd vor. Ich kümmere mich um ihn,
mache dies und jenes für ihn und irgendwie erwartet man dann halt eine Art Gegenliebe.
Ich weiss, ich weiss, komplett falsch! Aber trotzdem ist es so. Es trifft mich
persönlich, wenn er meine Rufe in den Wind schlägt. Aber was soll's. Trotzdem
nehme ich ihn natürlich mit. Im Supermarkt mache ich Grosseinkauf. Es muss für
etwa vier Tage hinhalten. Schwer beladen verlasse ich den Laden wieder und fahre
noch kurzerhand an den Stadtrand, um einen Bummel zu machen und mir einen
Cappuccino zu genehmigen. Die Sonne scheint. Jede Menge Touristen sind unterwex.
Das sibillinische Gebiet ist auch ein grosses und bekanntes Wandergebiet. Dann
fahre ich über den Pass wieder zurück in die Ebene. Der Anblick überwältigt
mich jedes Mal aufs Neue.
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Am späteren Nachmittag fahre ich mit Dominik zum Ostpass hinüber. Ein paar aus
der Berner Clique sind ebenfalls dort. Zwei von ihnen machen mit ihren Schirmen
die verrücktesten Dinge. Sie fliegen nah aneinander vorbei, landen kurz auf dem
Startplatz, um sich eine Zigarette geben zu lassen und hüpfen dann wieder
weiter. Auch einen anderen sehe ich, der bei relativ starkem Startwind seinen
Schirm hochzieht und immer wieder fast ganz hinunter fallen lässt. Im letzten
Moment holt er ihn wieder rauf, dabei hüpft er mit dem Schirm mit wie wenn er
mit ihm tanzen würde. Sieht phantastisch aus, wenn so Typen mit ihren Schirmen
spielen, wie wenn es ein Spielzeug wäre.
Dominik fliegt ebenfalls raus und versucht zusammen mit den Bernern beim Monte
Vettore Auftrieb zu finden. Ohne Erfolg. Als ich ihn unterwegs
"auflese", sehe ich, wie ein Deltist eine gewagte Landung macht. Die
Schlussphase allerdings verschwindet hinter dem Abhang. Auf
einmal rennen Leute dort runter und ich höre jemanden rufen, es sei
schlimm. Das war wohl eine Bruchlandung. Es sind aber mittlerweile schon genügend Leute
bei ihm unten und seine Mannschaft ist ebenfalls eingetroffen. Also fahren wir
zu unserem Platz. Wenig später hören wir dann das Krankenauto heranfahren.
Leider setzen sie hier nie den Heli ein, obwohl es ewig dauert, bis das
Krankenauto von Norcia hier ist und dann auch noch je nachdem noch viel länger,
bis sie beim Verunfallten ankommen. Heute ging es relativ schnell. Vor unserem
Platz machten sie halt. Es machte den Anschein, als ob sie nicht wüssten, ob
sie nun zum Übungshang fahren sollten oder weiter der Strasse entlang zum Pass
hinauf. Dominik lief mit der Wanderkarte hin, mit der Absicht, ihnen den Standort
des Unfalls zu zeigen.
Doch kurz darauf kam der VW-Bus der Deltisten-Crew angefahren. Offenbar hatte
jemand eine Halskrause dabei und konnte den Verletzten notdürftig versorgen und
ihn auch möglichst schon dem Krankenwagen entgegenfahren.
Am Abend lud Dominik Bene und seine Freundin Tanja und mich zum Abendessen auf
der Forca Canepina ein. Das gleichnamige Hotel befindet sich auf dem südlichen Pass. Es
gibt ein Halbpensionsmenü für 20 Euro mit etwa fünf Gängen. Einfache
aber sympathische Küche. Es wurde natürlich viel übers Fliegen fachgesimpelt.
Aber es war trotzdem recht amüsant. Der Bene fliegt ja lange als Profi-Tandempilot im
Zillertal und hat entsprechend fliegerische Erfahrung. Tanja fliegt noch nicht so lange,
profitiert dafür aber natürlich von seinem Wissen und Können. Dominik revanchiert
sich mit dem Essen für die vielen guten und grosszügig gegebenen Tipps von
Bene.
Müde, vollgegessen und zufrieden fielen wir spät ins Bett.
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12. Oktober 2003, Castelluccio
Fliegerleben
Gestern, am Samstagabend, füllte sich der Campingplatz nach und nach mit
Wohnmobilen. Aber heute morgen fuhren sie alle wieder ab. Ganz nachvollziehen
konnte ich das nicht: sie kamen als es schon bald eindunkelte und fuhren wieder
weiter bevor der Nebel sich gelichtet hatte. Von der Schönheit der Ebene haben
sie also kaum was mitbekommen. Aber vermutlich ist es halt schon so, dass sie
die Landschaft fahrend erleben und sich nur gerade jeweils einen Schlafplatz
suchen. Na ja, jeder auf seine Art. Mir passt es wunderbar, hier mein Heim
aufgestellt zu haben und von hier aus dies und jenes zu unternehmen.
Mittlerweile sind wir eine gute Woche hier und ich hab schon ein wenig das
Gefühl, die Gegend zu kennen. Aber ich hab noch vieles vor: der Monte Vettore
ruft, und der östliche Hügelkamm bietet sich regelrecht für eine lange
schöne Wanderung von Pass zu Pass an. Aber ich hab ja noch Zeit. Viel Zeit. Der
Oktober ist offenbar sowieso ein wetterschwieriger Monat. In allen Führern,
egal ob nun für die Toskana, Korsika oder Sardinien, steht, dass es im Oktober
die meisten Niederschläge gibt. Also wird es wohl nicht pressieren, nach
Sardinien zu kommen. Vorher möchte ich eh noch Rom anschauen gehen.
So um 11h trafen sich wieder alle auf dem Campingplatz. Franz und Gabi kamen mit
ihrem selbstumgebauten Bus mit Aufstelldach. Sie übernachten jeweils auf dem
Südpass, weil es dort oben etwa 5° wärmer ist als hier unten und auch der Nebel nicht hinauf kommt.
Ich liess mich dann dazu überreden, alle auf den West-Startplatz hinauf zu
fahren. Der Nebel wollte sich heute morgen überhaupt nicht mehr verziehen. Erst
um etwa 12h, als wir oben am Startplatz auf etwa 1600m waren, konnten wir
beobachten, wie sich unten langsam Löcher in den Nebel frassen. Dominik flog
als erster raus und fand gleich einen Superschlauch. Er überhöhte und flog
dann rüber zum Übungshang. Franz und Tanja hatten weniger Glück und sauften ab. Gabi hatte nach
zwei Fehlstarts dann wieder Glück und flog regelrecht in einen
Lift hinein. Zusammen mit Franz flogen sie rüber nach Castelluccio und hatten
das Vergnügen das Dorf von oben zu beschauen.
Als alle oben waren, lief ich mit Zorro zurück zum
Camper. Schon von weitem hörte
ich ein Lamm schreien. Als wir dann näher kamen, sah ich, dass es ein
neugeborenes Lämmchen war, dass dort im Gras lag. Zorro ging neugierig hin und
die Mama blieb auf Distanz. Ich schaute, dass ich mit Zorro weiterkam. Die Fahrt
hinunter mit dem hochgesetzten Mitsubishi-Bus war das reinste Vergnügen. Hat richtig
Spass gemacht, sich so durchschütteln zu lassen.
Zum Mittag machte ich mir einen leckeren Salat mit Lattich, Ruccola, Sellerie
und Tomaten. Dann vertiefte ich mich in mein Buch. Doch ich hielt es nicht lange
aus. Draussen war die schönste Sonne und Dominik konnte ich vom Fenster aus
beobachten, wie er unermüdlich mit seinem Schirm auf dem Übungshang oben
rumturnte. Ich bereitete nochmals den gleichen Salat vor, packte ihn zusammen
mit Brot und Käse, einem Apfel und etwas Süssem in einen Sack und fuhr mit
Dominik's Bus zum Übungshang rüber. Alle fünf waren gerade am nach oben
steigen, also stieg ich mit Zorro hinterher. So hatte ich heute auch noch was
für meinen Kreislauf getan. Oben sitzt man dann mit herrlichem Blick über die
Ebene.
Irgendwann stellte sich noch heraus, dass ich Gabi schon mal getroffen hatte und
zwar im Engelbergertal auf der Büelen. Sie war eine der drei Girls, die kaum
waren sie mit ihren Gleitschirmen draussen, mit einem auffrischenden Talwind zu
kämpfen hatten und fast nicht mehr runterkamen. Sie hatte also in der gleichen
Zeit ihre Ausbildung absolviert, als ich damit anfing.
Den Abend verbrachten wir im warmen Womo mit feinem Abendessen, italienischem
Wein und einer Runde "Ablegerlis". Der Mond, der vor zwei Tagen voll
war, scheint über die weite Ebene, auf welcher sich bereits wieder der Nebel
langsam ausbreitet. Die Digitalkamera bringt es fertig, noch mehr Licht
rauszuholen, als was mit blossem Auge zu sehen wäre.
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13. Oktober 2003, Castelluccio
Allgemeines Rumhängen
Der
heutige Tag bringt nicht viel Action. Wenigstens nicht aus meiner Sicht. Franz
und Gabi fliegen und üben am Rotondo. Und natürlich auch Bene, Tanja und
Dominik. Aber auch wenn für mich nicht viel los ist, geniesse ich das Sein
hier.
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Bene's Vehikel will nicht mehr recht anspringen. Mit Dominik's VW-Bus haben wir ihn mal angezogen,
aber das Problem ist damit noch nicht behoben. Als dann Franz auftaucht, legen
sich die beiden unter's Auto und checken die ganze Chose. Es stellt sich dann
heraus, dass es "nur" ein Kontaktproblem war, was sich relativ leicht
beheben liess.
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Derweil die Herren unter dem
Auto liegen, verfolgen wir Mädels einen einsamen Gleitschirmflieger am Himmel, der mit Gegenwind
fast nicht vom Fleck kommt. Auch eingelegte Ohren helfen nur wenig. Er landet
dann aber schliesslich doch noch gut hinter unserem Platz. Er selbst war
die Ruhe selbst, nur wir, die wir zugeschaut haben, hatten unsere Bedenken, ob
er es schafft!
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14. Oktober 2003, Castelluccio
Wanderung von Pass zu Pass
Eigentlich
wollte ich mit der Chemietoillete zum Pass hochfahren und sie dort oben irgendwo
im Wald leeren. Als ich die Kassette draussen hatte und das Ding aufstellen
wollte bemerkte ich, dass das Druckventil nicht dicht ist. So ein Scheiss, ist
wahrsten Sinne des Wortes. Das Ding war nicht dicht, weil zu voll! Es blieb mir
nichts anderes übrig, als es über die Strasse zu tragen und dort im
Strassengraben meine "Sache" zu entsorgen. Wenigstens habe ich grüne
Chemie, sodass es für die Natur an sich kein Problem ist, aber gerade spassig
ist es trotzdem nicht. Das nächste Mal werde ich den Tank nicht mehr voll
werden lassen!
Dominik und ich fahren zum Südpass, der Forca Canapine und laufen zum Ostpass, der
Forca die Presta rüber. Der Weg führt durch Buchenwälder, an Hügelkämmen
entlang und bietet immer wieder wunderbare Blicke auf die Ebene und die
umliegenden Berge.
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Wir
treffen auf zwei Hirtenhundwelpen. Sie sind zuckersüss, sicher kaum 10 Wochen
alt und schon ganz alleine. Sie laufen uns ein ganzes Stück nach. Als wir uns
zum Pic-Nic hinsetzen sind sie natürlich auch wieder da und fressen gierig
alles, was zu Boden fällt. Viel Chancen geb ich den Beiden nicht. Entweder es
erbarmt sich jemand der Beiden und nimmt sie mit oder sie werden hier
erbärmlich verhungern! So niedlich die Kleinen jetzt noch sind, aus ihnen
werden richtig grosse massige Hütehunde.
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Von
der Forca di Presta, wo der Oststartplatz ist, laufen wir wieder zurück. Wir
haben einen herrlichen Blick auf den Monte Vettore. Gut sieht man den Sattel,
von wo es in ein Tal hinuntergeht. Rechts davon ist der höchste Punkt.
Für den Rückweg nehmen wir die Route im Tal unten. Um 18h sind wir wieder
zurück. So waren wir doch 5 1/2 Stunden unterwegs!
Flugwetter war dann doch noch. Wir konnten sie am Weststartplatz beobachten, wie
sie soarten und teilweise sogar bis nach Castelluccio rüberflogen.
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15. Oktober 2003, Castelluccio
Spaziergang nach Castelluccio
Der
heutige Tag bringt kein Flugwetter. Von Osten bläst ein kräftiger Wind. Die
Wolken stauen sich am Monte Vettore. Wie Badeschaum schwappt es langsam rüber
auf unsere Seite.
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Wir
packen uns warm ein und spazieren dem Hang entlang bis nach Castelluccio um dort was Kleines zu essen und dann wieder über die Ebene zurückzuspazieren.
Die blauen Disteln sind jetzt fast alle schon verblüht. Aber im Frühling (ist
hier etwa Ende Mai, Anfang Juni) muss es hier phantastisch sein. Ganze Felder,
welche in Blau von den Disteln oder Rot vom Mohn blühen.
Wir laden Franz und Gabi zum Tee bei uns ein. Während die beiden viel
Spannendes von ihren früheren Reisen in Afrika und anderen Orten zu erzählen
wissen, wird aus der Teezeit ein Apero mit Wein und Lachsbrötchen... draussen
wird es dunkel und drinnen richtig gemütlich.
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16. Oktober 2003, Castelluccio
Bombola und Fete
Ich muss dringend meine Gasflasche auffüllen lassen. Auch Einkaufen steht
wieder an. Also fahr ich mit Dominik runter nach Norcia. Wir fragen uns durch,
aber sie schicken uns zwei Mal um Norcia rum und wir haben halt immer noch kein
Gas zum Auffüllen. Volle Flaschen (Bombola di Gas) könnt ich schon haben aber was mach ich dann
mit meinen teuren Schweizer Depotflaschen? Also Weitersuchen. Wenn wir die Leute
an Tankstellen fragen, sagen sie uns immer wieder, dass das Abfüllen verboten
sei. Schicken tun sie uns dann an Orte, wo man Autogas auffüllen kann, aber das
ist ja nicht das, was ich brauche. In Ascoli werden wir dann endlich fündig.
Einer, der Gasanlagen prüft und einbaut nimmt meine Flasche entgegen und lässt
sie auf den anderen Tag auffüllen. Das heisst, ich muss morgen oder halt
Samstag nochmals nach Ascoli (etwa 50km von Castelluccio) runterfahren. Ich
hoffe wirklich sehr, dass wenn ich Richtung Küste komme oder wenn ich auf
Sardinien bin, ich eher Gastankstellen finde. Ok, im Moment verbrauche ich
natürlich extrem. Jeden Morgen heize ich während etwa 2 Stunden und abends
vielleicht nochmals während 3 Stunden. Die Aussentemperatur ist morgens auf 0°
-5°, und abends wird es auch immer so um die 9°. Drinnen habe ich dann am Morgen knappe 10°. Dank des Truma-Vent's (Heizventilator, der die Luft
in alle Winkel verteilt), habe ich dann aber eine angenehme Wärmeverteilung im
Womo. Auch muss ich keine Angst haben, dass mir irgendwas einfriert.
Am
Abend sind wir mit Franz und Gabi bei Bene und Tanja zum Abendessen eingeladen.
Sie machen Bayrisch-Tirolische Cröstel oder so ähnlich (Bratkartoffeln mit
Zwiebeln, Speck und Ei). Ein gut festgezurrtes Partyzelt ist ihr
"Wohnzimmer". Ein Heizstrahler sorgt für gemütliche Wärme, auch
wenn es hin und wieder kalt irgendwo reinbläst. Wir haben es gemütlich und
lustig. Um 2h fallen wir dann ziemlich müde ins Bett. Den kleinen Zorro habe
ich im Womo gelassen. Die Heizung auf das Minimum gestellt, hatten wir angenehme
11° als wir heimkamen. Die Nacht war so kalt, dass ich die Heizung anliess. Na,
wenn das so weitergeht, dann ist die zweite Flasche auch bald leer!
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17. Oktober 2003, Castelluccio
Rumhängen, Nichts tun
Es ist kalt und unfreundlich. Ich glaube, es wird langsam Zeit, weiterzureisen.
Vielleicht am Montag oder Dienstag...
Übrigens so hübsch und adrett sieht Dominik nur aus, wenn er seinen Bart los
werden will, ohne dass er dabei auch noch gleich seine langen blonden Locken
versehentlich abhaut!
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18. Oktober 2003, Castelluccio
Stadtbesuch Ascoli und Älplermagronen
Ich fahre mit dem VW-Bus nach Ascoli, um die volle Gasflasche zu holen. Vorher
Bankomatbezug, Tanken und anschliessend einkaufen für heute Abend. Wir haben
Bene und Tanja zum Älplermagronen eingeladen. Die Strecke nach Ascoli führt
über den Pass Forca die Presta und durch das tiefeingeschnittene Tal hinunter
nach Ascoli. Ich brauche eine Stunde für einen Weg!
In Ascoli finde ich zufälligerweise ein Internetcafé, aber leider schaffe ich
es nicht, den Reisebericht mit den Fotos anzuhängen. Irgendwas stimmt nicht.
Ich schätze mal, das Dokument ist mit 1 MB zu gross. Die Zeit verfliegt und der
Laden macht dicht! So ein Mist. Bis um 15h will ich nicht warten. Ich gehe noch
kurz mit Zorro ein wenig in der Stadt spazieren, gönne mir einen Capuccino und
fahre dann wieder nach Hause. Auf dem Heimweg fahre ich ganz vorsichtig, denn
ich habe vergessen, den Sicherheitsverschluss für die Gasflasche mitzunehmen
und so liegt die Flasche ungeschützt hinten drin. Vermutlich wäre es ja kein
Problem, aber ich bin ein arger Schisshase diesbezüglich.
Als ich wieder heimkomme, sind die anderen am Drachenspielen. Das muss ich auch
mal versuchen. Es braucht schon ziemlich Gefühl für Bewegung und Wind, dass
der kleine Drache möglichst lange oben bleibt. Der Wind ist unkonstant und so
fällt halt hin und wieder der Drachen in sich zusammen. Dominik hat es schon
ganz gut draussen, er kann sogar mehrfach Eindrehen und wieder Ausdrehen! Einmal
allerdings verhängt er den Drachen auf meinem Womo! Das hat ganz schön
gekracht. Passiert ist aber nichts. Das Drächelen macht Spass und gibt zudem ein bisschen warm.
Am Abend genehmigen Dominik und ich uns eine warme Dusche bevor wir uns ans
Abendessen machen. Mit Bene und Tanja verschmausen wir eine leckere
Älplermagrone, die Dominik edel zubereitet hat. Es ist gemütlich im Womo, auch
zu viert! Ich denke mal, die beiden schätzen zur Abwechslung eine warme Stube.
Sie selbst müssen ja das Auto oder das Zelt immer wieder mit einem Heizstrahler
aufheizen. Aber sie sind auch hart im Nehmen, nicht so verweichlicht wie wir
Womo-Stubenhocker!
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19. Oktober 2003, Castelluccio
Sonntagsstimmung
Der heutige Tag fängt wärmer an als sonst. Die Sonne drückt
durch die Wolken und die wenigen Nebelfelder, so dass sie schon verflogen sind
und die Sonnenwärme mich endlich wieder einmal die Heizung vergessen lässt!
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20. Oktober 2003, Castelluccio - Norcia (Umbrien)
Zeit weiterzureisen
Es ist so hässlich und kalt, dass es den Abschied von diesem wunderbaren Ort
einfacher macht. Ich werde abreisen. Nun ist es definitiv. Es ist zu kalt und
vor allem zu unfreundlich hier oben, wenn das Wetter nicht mitmacht. Nach dem
Mittagessen schüttet es nochmals aus vollen Kannen, dazu bläst der Wind
querfeldein. Ich tanke mein Womo mit dem guten Gebirgswasser voll, Dominik
ebenfalls. Auch alle unsere PET-Flaschen werden noch mit Trinkwasser gefüllt.
So schnell krieg ich vermutlich nicht wieder gutes Bergwasser!
Dann fahren wir runter über den Südpass nach Norcia. Hier empfängt uns
Sonnenschein und sicher 10° höhere Temperaturen! Wir schlendern durch die
Stadt auf der Suche nach einer Wäscherei. Wir werden sogar fündig.
Ich fahre zum Friedhof vor, wo wir die Nacht verbringen werden. Dominik geht
noch einkaufen und seine Gasflasche umtauschen. Er muss für die kleine 3Kilo Campinggas-Flasche
17.50 Euro hinblättern. Das ist absoluter Abriss! Aber es bleibt ihm nichts
anderes übrig, weit und breit keine Alternative. Da bin ich mit meinen 25 Euro
für 11Kilo grad noch billig davongekommen!
Am Abend lädt mich Dominik zum Abschied zu einer Pizza ein. In einem Pub werden
wir nach langer Suche fündig, denn die meisten Pizzerias hier haben nur
Pizza-Schitten zum Mitnehmen. Wir schwatzen über uns und unsere Pläne, unterhalten
uns über das Warum und Wie und Wo. Es scheint uns beiden wichtig, alleine
unterwegs zu sein, auch wenn die Verlockung zu zweit weiterzuziehen doch da ist.
Aber die Erfahrung des Alleinmeistern wollen wir beide. Er vielleicht noch mehr
als ich. Aber auch ich habe meine Pläne und möchte die gerne umsetzen. Dass
ich Korsika weggelassen habe, war schon ein Kompromiss, um nicht alleine
losziehen zu müssen. Allerdings war dann Castelluccio mehr als wert, gesehen
und einige Zeit hier verbracht zu haben. Doch jetzt ist Zeit
weiterzugehen.
Übrigens hat Zorro seinen festen Platz, wenn ich mit dem Womo unterwex bin: er
sitzt entweder neben mir auf dem Beifahrersitz oder legt sich in den Fussraum.
Ich bin froh, dass er mich begleitet auf meinen Wegen.
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21. Oktober 2003, Norcia - Lago di Balsano (gehört schon zum Latium)
On the road again
Die Chemietoilette ist wieder mal fällig. Am Friedhof hat es praktischerweise
eine Toilette, so dass es einfach ist bzw. wäre. Blöderweise funktioniert das
Überdruckventil nun gar nicht mehr, d.h. die Toilette ist, wenn ich sie
rausnehme, nicht mehr dicht! Nach dem Leeren untersuchen wir die Kassette,
können sie aber nicht mehr reparieren. Ich werde mir wohl irgendwo eine Neue
beschaffen müssen. Mit einem Montageband versiegeln wir das Ventilloch.
Hoffentlich hält das auch! Ich muss jetzt höllisch auffassen, dass ich die
Toilette nicht benutze und dann den Schieber bei Überdruck öffne, denn
sonst... na ja... gibt es eine Riesenschweinerei!
Bei unserem letzten gemeinsamen Frühstück ist mir ein bisschen mulmig. Und
Abschiede hasse ich sowieso. Aber dieser Zeitpunkt musste kommen und so bleibe
ich stark und verabschiede mich von Dominik. Vielleicht treffen wir uns ja auf
Sizilien wieder, wer weiss. Er wird wieder nach Castelluccio rauffahren und auf
besseres, fliegerisches Wetter warten.
Ich fahre Richtung Osten, über Spoleto und Terni zum Bolsano-See. Die Fahrt
geht durch schluchtartige Täler runter nach Spoleto. Langsam aber sicher sind
die Bäume wieder grün und nicht schon in herbstliches Rot und Braun gewandet.
Sogar Olivenbäume tauchen wieder auf. Oh ja, so soll es sein. Süden ahoi!
Durch Terni war absolutes Verkehrschaos. So einfach ist es gar nicht, wenn man
alleine fährt. Es bedeutet, die Strasse im Auge zu behalten und gleichzeitig
die Karte zu konsultieren. Aber es klappt. Ich nehm es einfach gemütlich und
lasse mich nicht stressen. Ab und zu muss ich anhalten und die Karte checken,
dann geht's wieder weiter. Zum Bolsanosee ist es dann einfach, er ist gut
ausgeschildert.
Der erste Stellplatz hat mich aber arg enttäuscht. Hinter Gittern und kosten
tut es auch noch: 12 Euro. Dabei blässt der Seewind richtig aggressiv. Nein, so
habe ich mir den Auftakt nicht vorgestellt. Ich fahre nach einem ausgiebigem
Spaziergang mit Zorro weiter. Am zweiten Stellplatz bin ich sicher, dass ich
hier die Nacht in Ruhe verbringen kann. Kein Mensch weit und breit. Die
Parkplätze sind vom Saisonrummel verlassen.
So, mal schauen, wie die Nacht hier
wird! Oh, gerade ist noch ein Camper rangefahren, Deutsche! Wunderbar, so
bin ich wenigstens nicht ganz alleine auf dem Platz. Die Gschwellti, die ich mir zum Abendessen zubereitet
habe, schmecken so gleich noch besser!
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22. Oktober 2003, Lago die Balsano - Orvieto (gehört wieder zu Umbrien)
Orvieto Classico
Die Nacht war ruhig und, wie könnte es anders sein, ohne Zwischenfälle. Habe
mich entschlossen, vor Rom noch Orvieto anzuschauen. Hier an den Hängen reift
der Orvieto Classico, der in den Kellerlabyrinthen aus Tuffstein unter der Stadt
reift.
Ich
bin überrascht, wie schön sich hier viele Dörfer und Städte präsentieren.
Des öfteren stehen sie spektakulär auf einem Felsen oder ihm Hang. Ich staune,
wie sie Häuser an solchen Stellen bauen konnten.
Da ich von Westen her über den Vulkanrand des Balsanosees nach Orvieto fuhr,
zeigte sich mir Orvieto zuerst von oben. Prächtig steht diese Stadt inmitten
von Wein- und Olivenhängen. Wenn die Sonne scheinen würde, wäre ich wohl
richtig überwältigt.
Mit der Standseilbahn geht es von unterhalb des Felsens hinauf in die Stadt. Ich
muss allerdings, bevor ich einsteigen darf, nochmals umkehren, um für Zorro
einen Maulkorb zu holen. Ja, denn ohne darf er nicht mit! Gut habe ich vor der
Abreise noch kurzerhand ein Halti (kein Maulkorb, wurde konstruiert, um dem Hund
das Ziehen abzugewöhnen) gekauft. Dass das kein richtiger Maulkorb ist, sehen
die sowieso nicht.
Orvieto ist wirklich sehenswert. Enge kopfsteingepflasterte Gassen winden sich
den Hang hinauf. Überall hat es Kirchen und Kapellen, davor immer ein grosser
Platz. Der Dom ist besonders originell. Wie in ein schwarz-weisses Kostüm
(Basalt- und Kalkstein) gekleidet steht er triumphierend an der höchsten Stelle
des Ortes. Die vielen farbenprächtige Mosaike über dem Haupttor und die
grossen detaillierten Reliefs links und rechts am Portal sind sehr
beeindruckend. Der Dom gilt als einer der schönsten in Italien.
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Ich
spaziere kreuz und quer durch die Stadt, bewundere die hübschen Gassen und die
verschachtelten braunen Häuser.
Ich gebe eindeutig zuviel Geld aus! Immer
wieder mal einen Café, Cappuccino, dann wieder Tee mit Kuchen, Internet,
Postkarten und auch der Stellplatz kostet mich 15Euro! Städte sind ein Desaster
für das Budget, soviel steht fest! Na und morgen Rom. Das wird mein Ruin! ;-)
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23. Oktober 2003, Orvieto - Rom
Steinmonster und Schlammschlacht
Es
ist bewölkt und kühl. Um 10h fahre ich in Orvieto los, nachdem ich meinen
Frischwassertank nochmals ganz aufgefüllt habe. Bei einer Tankstelle mache
ich halt. Ich will nochmals versuchen, Gas zu bekommen. Der junge Typ spricht
nur Italienisch, aber ich verstehe soviel, dass das Abfüllen in Flaschen
verboten ist, er mir aber einen Gefallen tun würde. Ich fahre mit dem Womo in
die Nähe der Gaszapfsäule und hole die Flaschen raus, auch den Adapter fürs
Auffüllen. Er frage mich, wieviel ich will und ich kann es noch gar nicht
fassen, dass es geht. 11 Kilo müssten rein gehen. Soviel füllt er denn auch
auf. Ich gehe dabei ein bisschen auf Abstand. Irgendwie traue ich der Sache
nicht so recht. Und ob das wohl wirklich geht, mit Autogas kochen? Für die
guten 11 Kilo bezahle ich grad mal 6 Euro! Billig wäre das schon und
praktisch!
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Auf
dem Weg nach Rom besuche ich den Parco dei Mostri in Bomarzo (Nähe Viterbo).
Die Strecke dorthin ist wunderschön. Das hügelige Gebiet wirkt sanft und
ruhig. Sogar die Sonne kommt langsam durch. Wie sehr ich sie schätze nach ein
paar Regentagen!
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Leider
darf mein Zorro nicht mit in den Monsterpark, dabei wäre das ein Superplatz
zum Rennen und Spielen lassen. Ich frage auch ganz verzweifelt, Perche no?
Aber ich ernte nur ein desinteressiertes Schulterzucken. Also gehe ich zuerst
mal mit ihm ausserhalb des Parkes spazieren und anschliessend in der Park.
Steinerne Skulpturen, teilweise Fantasiegestalten, teils aus Märchen und
Mythologie sind in einem wunderschönen moosverwachsenen und urwaldartigen
Park ausgestellt.
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Der
Künstler Orsini hat diesen Park um 1553 für seine Frau geschaffen. Er hat
ihr sogar ein Denkmal in Form des Giulia-Tempels gesetzt! Das vor 450
Jahren!
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Den
Rest der Strecke fahre ich auf der A1 nach Rom. Vom Campingplatz hatte ich
einen Wegbeschreib, aber wie das so ist, musste ich doch ziemlich suchen, bis
ich gefunden hatte. Neckisch, wenn man auf zweispurigen Autobahnen auf der
anderen Seite das richtige Schild sieht! Auf alle Fälle habe ich ihn
gefunden, mit viel Hartnäckigkeit und Ausdauer. Die gleichen Qualitäten
brauchte ich dann gleich nochmals, als ich auf dem Wiesengelände des
Campingplatzes mit meinem Womo einsaufte. Der Regen der letzten zwei Tage hat
das ganze Areal komplett aufgeweicht. Sehen konnte man das kaum, denn es hatte
fast überall Gras oder Laub. Aber zu spüren bekam ich das dann schnell.
Mindestens 20 Minuten manövrierte und versuchte ich alles, um den Karren aus
dem Schlick rauszubekommen, sogar die Plastikmatten von der Führerkabine hab
ich unterlegt. Innerlich zitterte ich schon und hoffte, es käme bald jemand,
der das Problem fachmännisch für mich löste. Aber es zeigte sich natürlich
keine Menschenseele. Ich fluchte laut mich hin und schaffte es dann irgendwie
doch noch auf einem anderen, wenigstens ganz flachen Teil mein Womo
hinzustellen. Bis ich hier wieder weggehe, ist der Boden hoffentlich genug
trocken!
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich mit Wäschewaschen. Wäsche von etwa 4
Wochen! Gut, dass es Trockner gibt, denn bei diesem Wetter wäre die Wäsche
am anderen Tag noch nicht trocken geworden.
Nur blöd, dass ich den Stromanschluss nicht nutzen kann, aber ich habe
natürlich genau diesen CEE-Stecker nicht dabei! Wäre gute gewesen, die
Batterien mal voll zutanken!
Für das Abendessen hole ich mir eine Pizza aus der Pizzeria. Während ich mir
am Abend eine Pizza aus der hiesigen Pizzeria mit einem Glas Rotwein
genehmige, studiere ich den Führer für Rom und stelle fest, dass man Tage
investieren könnte, um Rom anzuschauen und dann immer noch nicht alles
gesehen hätte! Ich werde mich auf ein paar Dinge konzentrieren
müssen!
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24. Oktober 2003, Rom
Trotz Streik noch rein in die römische Innenstadt
Ein
toller Campingplatz! Er liegt am nördlichen Autobahnring (das blaue Dreieck
rechts von der roten 8), ist 6km vom Zentrum entfernt und trotzdem absolut
ruhig.
Sogar am Morgen bin ich von niemandem aufgeweckt worden. In Santiago de
Compostela kamen ja bis spät in die Nacht die Wohnmobile, Autos und Wohnwagen
an und fuhren auch am morgen früh wieder weg. Hier ist alles ruhig. Der Platz
ist allerdings auch nur etwa zur Hälfte gefüllt.
Ich mache mich bereit für Rom und laufe zur Rezeption. Ein netter Herr, der
gerade mit einer Flasche Toilettenchemie vor seinem Womo rumhantiert und ganz
hingerissen von Zorro ist, schenkt mir sogar eine halbe Flasche der gleichen
Chemie, die ich benutze! Cool, so reicht es noch ein paar Wochen
länger!
An der Statione due Ponti warte ich dann zusammen mit vielen anderen
vergeblich auf einen Zug. Wir erfahren, dass die Arbeiter der öffentlichen
Verkehrsmittel streiken! Ja klar, willkommen in Italia! Um halb zwei sollte
der Streik vorbei sein, heisst es. Ich laufe also zurück und schreibe an
diesem Bericht bis es Zeit ist, einen erneuten Versuch zu wagen.
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Nach
14h hatte ich mehr Glück. Mit dem City-Zug ging es rein nach Rom. Zuerst
landet man gleich auf der Piazza del Popolo. Der Obelisk dort wurde unter
Augustus nach Rom transportiert.
Von dort spazierte ich zur Villa Borghese hinauf, wo man einen phantastischen
Blick auf Rom hat. Sogar den Petersdom sieht man von dort.
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Entlang
der Viale Trinita dei Monti spazierte ich zum Piazza di Spagna mit ihrer
berühmten Spanischen Treppe. Bumsvoll mit Touristen. Wohl auch ein paar
Einheimische. Scheins hat man im Frühling dort zuerst die warme Sonne und
ebenso im Herbst fängt man dort die letzten Sonnenstrahlen auf.
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Ich
lief kreuz und quer, immer in der Nähe der Hauptpromenade, der Via del
Corso.
In Rom gibt es Strassen, die sind so laut und so verkehrsbelastet, dass einem
Sturm wird. Aber es gibt auch Gassen, die Autofrei sind und dort ist es schon
zu bummeln. Es ging erstaunlich gut mit Zorro. Er war aber am Abend sicherlich
ebenso müde wie ich.
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Marc-Aurel-Säule:
sie ist vollkommen mit Schlachtenreliefs bedeckt. Wenn man bedenkt: ein Leben
dem Krieg gewidmet...
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Das
Pantheon an der Piazza della Rotonda. Der ehemalige Tempel ist eins der
besterhaltenen Bauwerke des alten Rom. Leider war er zu, denn sonst wäre der
Blick drin hinauf zur Kuppel mit dem 9m grossen Lichtloch sicher wundervoll.
Hier in der Nähe ist die Buchhandlung Herder, wo man deutsche Bücher findet.
Hier habe ich endlich einen "anständigen" Strassenatlas für
Italien bekommen.
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Das
Forum Romanum, die Reste des altrömischen Machtzentrums haben mich am meisten
beeindruckt. Man kann sich wirklich vorstellen, wie hier die Römer gelebt,
ihr Weltreich verwaltet und geschaltet haben.
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Im
Hintergrund links sieht man einen Teil des Kolosseums.
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Circus
Maximus: Hier veranstaltete man die blutigen Wagenrennen.
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Die
Fontana di Trevi erreichte ich erst als es schon eindunkelte. Im Nachtlicht
mit der Brunnenbeleuchtung wirkte sie besonders romantisch. Wenn da nur nicht
so viele Leute gewesen wären... aber eindrücklich war es.
Auf dem Weg zum Bahnhof fand ich dann noch einen Internetladen. Ich hatte auf
einer Floppy die Dateien und Bilder des Reiseberichts und spekulierte auf die
Möglichkeit, das Ganze uploaden zu können. Ich musste dann allerdings
zuerst, mit der coolen Hilfe der Ladenbesitzerin, ein Programm runterladen,
was mir ermöglichte, Zugriff auf die Homepage zu nehmen. Es klappte, und wie
schnell! Erstaunt war ich, gerechnet hatte ich nämlich nicht damit, dass es
klappen würde!
Der Nachhauseweg war dann ziemlich anstrengend, zumal ich dummerweise zuerst
in die falsche Richtung fuhr. Ich war wohl zu müde, denn die Verbindungen
sind gut signalisiert und mit der Tageskarte konnte ich in alle öffentlichen
Verkehrsmittel einsteigen, ohne immer wieder Billette lösen zu müssen. Mit
der Metro und dem City-Zug ging es dann also wieder zum Campingplatz.
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25. Oktober 2003, Rom
Vatikan
Heute ist der Vatikan dran! Die Sonne scheint, es ist kalt, etwa 10°! Obwohl
ich gestern eigentlich genug hatte von Rom und Stadt überhaupt, habe ich mich
dennoch entschlossen, heute nochmals einen Ausflug rein nach Rom zu
machen. Jetzt kenne ich die Verbindungen und weiss, dass es easy geht. Das
Wetter ist herrlich und wer weiss, wann ich wieder nach Rom komme.
Schliesslich habe ich ja keine Münze in die Fontana di Trevi geschmissen, was
einen sicher wieder nach Rom zurückbringen würde!
Der Platz ist voll von Menschen, alles ist bestens organisiert, von der
Toilette, über Literatur zu Souvenirs usw.
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Leider
habe ich die inneren Schätze des Peterdoms nicht sehen können. Auch die
sixtinische Kappelle, die ich wirklich gerne gesehen hätte, musste ich
abschreiben. Mit Hund ist das nicht möglich. Aber ich nehm's nicht tragisch.
Ausserdem waren so viele Menschen da, die anstanden, dass es mir gar nicht so
schwer viel, darauf zu verzichten.
Beeindruckt hat mich aber auf alle Fälle die Engelsburg, vor allem, weil ich
gelesen hatte, dass hier viele Menschen eingekerkert und gefoltert wurden,
unter anderen auch Galileo Galilei. Zudem war diese Burg aber auch letzte
Zuflucht für den Papst, wenn die Gläubigen erbost waren. Strube
Geschichten!
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Brunnen mit der Wölfin, die die Zwillinge Remus und Romulus gesäugt hatte. Ich nehme
mal an, dass das rechts und links die Götterbrüder Castor und Polux
darstellen soll.
Ich genoss diesen heutigen Tag vor allem mit langsamem Schlendern durch
die Strassen und Gassen von Rom. Immerhin habe ich im Café Rosati an der
Piazza del Popolo einen Cappuccino getrunken, und das hat wohl nicht jeder...
(?) Leider haben heute im Laufe des Tages wieder Wolken das strahlende
Herbstlicht zunichte gemacht. Ich bin ja mal gespannt, was mich wettermässig
auf Sardinien erwartet.
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26. Oktober 2003, Rom - Civitavecchia
Weiterreise nach Sardinien
Glücklicherweise bin ich gut aus dem versumpften Parkplatz wieder
rausgekommen. Hatte mich schon auf arges Manövrieren eingestellt! Natürlich
musste ich, wie schon bei der Anreise, fälschlicherweise die SS3 nach Trevi
runter und rauf fahren, um die richtige Auffahrt für die Umfahrung Roms zu
finden. Allerdings reichte es einmal, bei der Anfahrt waren es zwei- oder
sogar dreimal! Auf alle Fälle ging es dann flott auf der A12 Richtung
Civitavecchia. Am Hafen war dann wieder grosse Sucherei. Die Büros hatten
noch geschlossen, das von der MobyLine machte heute, Sonntag (so clever von
mir!), gar nicht erst auf und das von der Tirrenia erst um 16.40! Zu allem
Überdruss war heute auch noch Sommerzeitumstellung zu meinen Ungunsten: noch
eine Stunde länger warten. Na, positiv denken, gut habe ich die
Zeitumstellung rechtzeitig bemerkt! So ohne Zeitung und TV lebt man schon ein
bisschen neben der Zeit. Meist ist das ja eine ganz feine Sache, aber manchmal
geht es nicht ohne das für alle gleichgeschaltete Tick-Tack!
Nach langer Warterei konnte ich dann mein Ticket ohne Probleme lösen.
Irgendwie erwarte ich immer irgendwelche Probleme (!?). 132 Euro für mich,
Zorro (glaube, der hat aber nichts gekostet, ist wenigstens nicht preislich
aufgeführt) und mein Womo. Finde ich in Ordnung. Viel ist es natürlich schon
für mein Budget, aber wert ist mir das für Sardinien auf alle Fälle!
Jetzt sitze ich hier und warte wieder, bis es Zeit wird einzuparkieren. In
etwa 2 1/2 Stunden ist es soweit und dann geht es nochmals 2 1/2 Stunden bis
wir abfahren werden (so das Schicksal es will).
Ja, und das Schicksal hat gewollt. Nachdem ich das Womo geparkt hatte, meine
sieben Sachen, um die Nacht nicht in Langeweile und Tristesse zu verbringen,
eingepackt, ging ich mit Zorro an der Leine die Treppen rauf, um mal zu sehen,
was denn dieser Kahn so alles bietet. Kaum auf Teppich und in Angesicht eines
Deckmeisters (oder wie man diesen Stuardessen wohl sagen will) lüpfte Zorro
sein Beinchen und brunz an den nächstbesten Abfallkorb. Ich bin überzeugt,
dass es dort nicht das erste Mal war, dass einer sein Bein hob, den sonst
wäre auch Zorro nicht auf die Idee gekommen. Aber peinlich war es halt und
ich entschuldigte mich bei dem Deckmeister. Der verweiste mich auf die Etage
8, wo es was für Hunde gäbe. Er meinte noch, im Moment sollte ich mit dem
Hund dort oben bleiben, später könne ich dann schon runter kommen und in die
Aufenthaltsräume. Ja, das wird ja lustig. Auf Deck 8 fragte ich durch, wo es
denn was für Hunde gab. Ich stellte mir so ein Räumchen vor, die Hunde an
eine Bäumchen oder eine Pfahl oder was auch immer pinkeln könnten, ich
Naivling!). Der Deckmeister von Nr. 8 zeigte mir ausserhalb, auf offenem Deck
kleine Gefängnisse, extra für Hunde eingerichtet! Ich sage ihm klipp und
klar, mein Hund lasse ich nicht hier, nein, hier nicht, auf keinen Fall. Zu
diesem Zeitpunkt hat es auch schon angefangen zu stürmen und regnen und ich
hatte Horrorszenarien vor meinem inneren Auge. Obwohl das Ganze vermutlich
halb so wild wäre. Aber trotzdem, unvorstellbar, welche Ängste der Kleine
hätte ausstehen müsse! Na, schön. Ich entschloss mich, Zorro wieder ins
Womo zu bringen, dort hatte er wenigstens gewohnte Umgebung, zu fressen und zu
saufen.
Ich verzog mich anschliessend in so einen Aufenthaltsraum, um in Ruhe zu lesen
und zu telefonieren. Die Zeit verging so endlos langsam! Immer noch waren sie
am Einparkieren. Ach, am schönsten wäre es jetzt, schlafen zu können,
immerhin war es schon halb elf und ich eigentlich todmüde. Im Womo wär's
jetzt schön! Ich dachte immer länger darüber nach und auf einmal entschloss
ich mich, runterzugehen. Wenn ich gut aufpasste, dann würde es wohl keiner
bemerken, dass ich wieder ins Auto stieg. Und so war es denn auch. Den Rest
der Nacht verbrachte ich dann im wohligen Geschaukel der Überfahrt mit Lesen
und Schlafen. Eins ist sicher, den nächsten Transfer werde ich auf die
gleiche Weise verbringen. Nachtfahrt buchen und im Womo bleiben!
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