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Sizilien 2004/6

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13. Februar 2010

 

 

 

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Reisebericht Italien 2004-6 Sizilien
 

3. März 2004, Caltagirone - Pozzallo
Kaltluft
Hier in Caltagirone blieben wir insgesamt 10 Tage. Da es die letzten Tage ziemlich kalt wurde, entschieden wir uns, wieder ans Meer hinunter zu fahren. Die ca. 5° Temperaturunterschied machen es doch viel erträglicher. Also fuhren wir am Morgen des 3. März los, um an Ragusa und Modica vorbei hinunter nach Pozzallo zu fahren. Pozzallo ist fast am südlichsten Punkt von Sizilien. Diesen Stellplatz hatten Karin und ich schon angefahren (siehe am 25.12.03). Jetzt, gute zwei Monate später sah alles noch gleich aus. Das Lokal vielleicht noch ein wenig mehr verfallen, und der grosse Platz noch mehr mit Sandverwehungen zugedeckt. Aber es war sofort merklich wärmer als auf den 600m bei Caltagirone. 

Am Nachmittag fuhren wir ins Dorf Pozzallo, Material zu kaufen, um den Kühlschrank endlich einmal dicht zu machen. Als es in Caltagirone so geblasen hatte und so kalt war, habe ich es empfindlich gespürt, wie die Kaltluft am Kühlschrank vorbei durch die Kästchenritzen ins Womo bläst. Würde man länger bei solchem Wetter und Verhältnissen hausen, wäre Rheumatismus garantiert. 

Mit breiten Reparaturband und Silikon dichtet Dominik am Abend dann alle Ritzen ab. Und sofort steigt bzw. hält sich sich Temperatur im Womo um einiges stabiler. Supi, das war schon längst fällig. Sowas merkt man ja nur, wenn man Wintercamping betreibt, im Sommer sind solche Luftritzen eher angenehm als lästig. 
4. März 2004, Pozzallo
Wanderung durch das Naturreservat Vendicari
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg, um eine Wanderung durch das Naturreservat Vendicari südlich von Lido di Noto zu machen. Doch der erste Anlauf verlief negativ. Es ist absolut verboten, einen Hund mit ins Reservat zu nehmen. Der Wärter hatte kein Verbarmen und blieb hart.

Doch so leicht wollten wir nicht aufgeben. Also suchten wir 1-2 Kilometer weiter eine andere Einfahrt und spazierten dort mal zum nächsten Bauernhaus. Der Bauer hatte nichts dagegen, dass wir quer durch seine Zitronen-, Oliven-, Mandel- und Kartoffelplantagen spazierten. 
Schon bald fanden wir einen Zugang zu den Salinen und waren alsbald auch schon auf dem eigentlichen Wanderweg entlang der Küste. 

Es bliess allerdings ein satter Wind, welcher die Wellen haushoch an die wilde Küste warf. Die karge Macchia duckt sich flach an den Boden und wir mussten ziemlich suchen, bis wir einen windgeschützten Platz fanden, um kurz Pause zu machen. Doch kaum aus der Jacke geschält, fielen die Moskitos über uns her. Die Pause fiel entsprechend kurz aus. Am Ende des Parks kommt man an eine schöne Bucht. Baden ist aber strengstens verboten. Gut zu wissen, dass es eh zu kalt dafür ist. 
Dafür kletterten wir in die gegenüberliegende Höhle und waren hingerissen vom Licht- und Schattenspiel dort drin. Als wir aus dem Park hinaus spazierten begegneten wir doch prompt wieder dem Wärter von vorhin. Ausgerechnet! So peinlich! Er schimpfte zwar nicht, grinste sogar ein bisschen, aber wies nochmals auf das Verbot hin. Wir erklärten, dass wir den Ausgang suchten und sowieso gerade gehen wollten. Damit war er zufrieden und wir und er gingen unserer Wege. 

Den Rückweg fanden wir mit Hilfe des GPS, quer durch Zitronenplantagen und an Hofhunden vorbei. Die Zitronenbäume waren schwer mit vollreifen Zitronen behangen und ich konnte es nicht lassen, mit ein paar in den Rucksack zu stecken. 
Auf dem Rückweg fuhren wir über die südlichste Spitze Siziliens, dem Capo Passero. Wir steige nur kurz aus, um uns die Luft um die Nase wehen zu lassen und fuhren dann weiter nach Hause. 
Am Abend war ich todmüde, völlig erledigt und wurde von argen Kopfschmerzen geplagt. Ob ich mich wohl doch noch an Dominik angesteckt habe?

Zum Abendessen gab es Artischockenomelette, welche Dominik zubereitete. Ich fiel um 20Uhr schon in die Falle und schlief beinahe 12 Stunden! 
5. März 2004, Pozzallo
Ruhetag in Grazer Gesellschaft
Wir haben Nachbarn bekommen. Ein fast 8m Teil steht neben uns. Den Vormittag parlieren wir mit unseren neuen Nachbarn, lassen uns das Riesenteil erklären und auch die witzigen Velo-Solexli, welche Dominik aber gar nicht überzeugen. Für jemand Älteres, der vielleicht nicht mehr so fit ist, hat so ein leichtes (30kg) benzinbetriebenes Teil aber sicher seine Vorteile. 1.8 Liter Benzin reichen für 100km und es bringt immerhin 20 km/h auf gerader Strecke. Das Womo von Ernst und Gerhild hat vier Solarpaneelen auf dem Dach, vier Batterien im Heck, einen grossen Extrakühlschrank in der Garage, einen eingebauten Stromwandler für 1800 Watt, Gasflaschen aus Kunststoff und wahrscheinlich würden wir noch über viel viel mehr staunen. Dafür fährt Ernst sicherlich nicht, so wie ich, durch die Gassen von Niscemi und hat dabei das Gefühl, ein Abenteuer zu bestehen! Trotzdem, wenn man's bequem und unabhängig haben will, ist das wirklich ein fahrbares Zuhause, wo man's sich gut gehen lassen kann. 
Am Mittag tauchen Kiter auf. Echte Profis! Sie jagen im Höllentempo über die Wellen, machen Sprünge und Saltos. Cool zuzusehen. 

Dominik überlässt Ernst und Gerhild seinen VW-Bus, um Wasser zu holen. Dafür bedanken sie sich mit einer Flasche Sekt, welcher bei ihnen Zuhause exklusiv für Dubai produziert wird. Diesen wirklich leckeren Sekt killen wir zum Apero zusammen mit Ernst und Gerhild und fabulieren dabei übers Reisen und Leben und tauschen viel Information über Sizilien und Italien aus. 
6. März 2004, Pozzallo
Grand Canyon von Sizilien
Das Wetter ist nicht gerade super, aber gerade recht, um eine Wanderung zu machen. Wir brechen mit dem VW-Bus auf und lassen das Womo am Strand von Pozzallo stehen.
 
Im Hinterland von Avola, wo das Hibläische Hochland Gebirge zeigt, gibt es eine Wanderung durch eine Schlucht, die Cava Grande von Cassibilie, auch Grand Canyon von Sizilien genannt. Der Höhenweg führt über Schwindel erregende Abgründe, durch bizarre, von Luft und Wasser geformte Schluchteinschnitte und an grandiose Ausblicke. In den steilen Wänden gibt es Grabkammern, von Menschen ausgeweitete Höhlen, ja ganze Dorfanlagen, die seit den Sikanern, vom 11 Jh. v. Chr. bis heute, bei Siedlern, Briganten, Schäfern und anderen Verwendung fanden. 
Die Wanderung ist einfach und führt meist leicht hinunter, um erst ganz am Ende wieder steil nach oben zu gehen. Mittagspause machen wir an einem eigenartigem Biotop, umgeben von hohen Felsen. Ein wundervolles Plätzchen. Vorausgesetzt es hat im Sommer hier noch Wasser, wäre es ein cooles Plätzchen zum Baden und Sein. 

Teilweise ist der Pfad fast komplett von Pflanzen überwuchert. Immer wieder duftet es nach Honig oder wildem Fenchel. Wir kommen daher nur sehr langsam voran und brauchen für die ganze Wanderung etliches länger als im Wanderführer veranschlagt. Ein paar Regentropfen zeigen sich auch, aber wir haben Glück, dass es nicht richtig anfängt zu regnen. 

Zum Abendessen bereitet Dominik den heimischen Spinat vor, den er mitsamt der Hälfte der kurzen und feinen Wurzeln kocht. Er ist superlecker, schmeckt sogar leicht süsslich! 
7. März 2004, Pozzallo - Megara Hyblea (bei Augusta)
Erneuter Ruhetag
Meine Erkältung will nicht einfach so vorüberziehen. Leider!

Offensichtlich hat Dominik mich nun doch noch angesteckt. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich heute ein bisschen zu schonen. D.h. keine Wanderung und nicht zuviel und heftig raus. In der Nacht hat es angefangen zu regnen und der Tag beginnt ziemlich bewölkt, obwohl es dann trocken bleibt. Auch ist es warm, so um die 16°. Ideales Wetter, um meine Reiseberichte zu aktualisieren und fertigzustellen. 

Auch Dominik hat seine neuen Seiten für den Flugführer soweit, dass ich sie in die Homepage integrieren kann. Also wartet ziemlich Computerarbeit auf mich!

Am späteren Nachmittag beschliessen wir, unseren Stellplatz zu wechseln. Wir haben noch zwei Wanderungen vor, welche idealerweise nördlicher an der Ostküste liegen. Auch zum Fliegen gibt es weiter dort oben eher Möglichkeiten. Aus dem Womo-Führer entnehmen wir einen Stellplatz in der Nähe von Augusta. Als wir allerdings dort ankommen, müssen wir feststellen, dass es mit Abstand der schlimmste Platz ist, den wir beide je in Italien hatten. Wir sind umzingelt von Chemie-, Petrol- und Gasindustrien, welche ihren Gestank über uns hinweg fegen lassen. Auch macht die Produktion einen beständigen Lärm. Visuell sind die Anlagen zwar eindrücklich, aber durch und durch hässlich und von gigantischem Ausmass. Na, ja, als Basis für die nächste Wanderung muss es reichen. Nachts ist die Anlage mit zig Lampe ausgeleuchtet. Man bekommt den Eindruck von einem Lichtermeer ähnlich wie an Weihnachten! 
8. März 2004, Megara Hyblea - San Marco (bei Taormina) 
Behausungen, Kirchen und Gräber im Fels von Pantalica
Die tiefen Einschnitte und die steilen Felsen der Karstschluchten im Hibläischen Gebirge sind natürliche Festungen und ideale Schlupfwinkel. In allen Epochen der Geschichte fanden die Menschen hier Zuflucht. Seit dem 13. Jh. v. Chr. errichteten sie Wohnungen, Oratorien und Gräber in den Felsen von Pantalica. Über 5000 Gräber wurden in dieser grössten Nekropole der Antike entdeckt.   
Die Wanderung führt entlang des Fiume Anapo, welchen wir schon an seiner Quelle auf der Wanderung Anfangs März, während wir in Caltagirone waren, kennengelernt hatten. Als wir einen Trampelpfad hinunter zum Fluss laufen brechen aus den Büschen Esel. Zuerst nur einer, dann noch einer, dann ein Pony und zum Schluss sind wir umzingelt von einer ganzen Herde. 

Während wir in der Schlucht auf halber Höhe auf Trampelpfaden und ehemaligen Bahntrassen laufen erblicken wir auf der gegenüberliegenden Seite rechteckig herausgehauene Löcher. Offensichtlich die Gräber. Wir man allerdings die Toten dort hinein brachte bleibt uns schleierhaft. 
Später auf der Wanderung kommen wir direkt an solchen Höhlen vorbei. Es sind wirklich regelrechte Wohnungen, direkt aus dem weichen Stein gehauen. Die Wanderung wird immer faszinierender. Die Natur ist bezaubernd und die Wege ebenfalls. Der erste Teil führt entlang dem Anapo, der herrlich einladende kristallklare Gunten gebildet hat. Wir fragen uns, ob der Fluss im Sommer ebenso schöne Teiche bilden kann. Wir steigen wieder auf und bekommen freie Blicke auf die gegenüberliegenden Schluchtseiten und die darüberliegenden Ebenen. 

Von der Südnekropole laufen wir zur Nordnekropole. Es wird immer mehr dieser Höhlen und Gräber. Sogar eine Kirche in Stein gehauen sehen wir. 
Der Weg führt hinauf auf eine Ebene. Wieder Überreste eines alten Gemäuers. Gänseblümchen wachsen hier wie Gras und überall blühen Mandelbäume um die Wette. 
Fast am Ende der Wanderung bekommen wir nochmals einen Wahnssinnsblick zurück auf die Höhlen der Nordnekropolen und sind überzeugt, eine der schönsten Wanderungen Siziliens gemacht zu haben. 

Da wir schon morgens um 9 Uhr loswandern konnten, sind wir rechtzeitig zurück, um nach einem Espresso unser Domizil zu ändern. Hier zwischen der Petrochemie bleiben wir auf keinen Fall länger als nötig. 

Per Autobahn fahren wir hinauf nach Taormina. Ausser einem Riesenstau bei einer Ausfahrt für Catania, der aussieht, als würde er noch die ganze Woche dauern, bis sich das Geknäuel Richtung Innenstadt aufgelöst hat, geht die Fahrt schnell und reibungslos. Der Etna zeigt sich nicht ganz. Er bleibt hinter einer Wolkenbank versteckt.
9. März 2004, San Marco
Eis und Feuer auf dem Etna
Nach der gestrigen Wanderung, so dachten wir, würde uns kaum wieder was so hinreissen. Aber falsch gedacht. Der heutige Tag war geprägt von Wind, Minustemperaturen, Eis und Schnee; von stahlblauem Himmel, Sonne, Lavaströmen und Vulkankegeln. Und er war sensationell beeindruckend, voll von Kontrasten in einer Landschaft, die auf mich sehr exotisch und faszinierend wirkte.

Wir machten uns auf den Weg, mit der Absicht, die Wanderung Nr. 3 aus dem Rother Wanderführer für Sizilien, unter die Füsse zu nehmen. Eine Wanderung rund um die Monti Sartorius auf rund 1700m. 

Als wir bei ca. 1200m auf Schnee stiessen, staunten wir nicht schlecht. Da der VW-Bus nur Sommerfinken drauf hat, kamen wir irgendwann nicht mehr weiter. Aufgeben wollten wir aber nicht. Die lavageprägte Gegend hatte uns schon mit ihrer Faszination gefangen genommen und so parkierten wir an der Seite, um uns mit langer Unterwäsche, Handschuhen und Mützen gegen die Kälte zu schützen. Gerade als wir alles angezogen und gepackt hatten, kam schnaufend ein Schneebagger die Strasse hoch. Supi, jetzt können auch wir noch den Rest des Weges per Auto zurücklegen. Doch schon wieder falsch gedacht. Der Bagger machte die Strasse bis zu einem Lavastrom frei. Dahinter führte die schneefreie Strasse quer über den Lavastrom weiter bis zum Parkplatz des ehemaligen Skiliftes. Dort erfuhren wir, wo ungefähr wir hier waren und dass der Lavastrom, über den wir gerade gefahren waren, erst ein Jahr alt ist!!! Da sind wir ziemlich baff. Dass wir gerade die Auffahrt erwischen, wo der jüngste Ausbruch passiert ist, hätte ich mir nicht gedacht.

Von der Strasse, welche quer über den Lavastrom führt, zweigt eine andere ab. Wir versuchen es und fahren in etwa in die Richtung, wo der Ausgangspunkt unserer Wanderung sein müsste. Leider kommt der VW-Bus einen Hang nicht hoch. Die Asche und das lockere Lavageröll in der zu steilen Strasse lassen das Fahrzeug immer wieder rutschen und stecken bleiben. Da gibt's nur eins: zu Fuss weiter. Gut eingepackt sind wir ja schon, also nichts wie los. Das GPS natürlich dabei. Der Lavastrom ist nicht sehr breit und auf der anderen Seite führt unsere eigentliche Höhenstrasse am Norden des Etna weiter. Nach guten 3km sind wir am Ausgangspunkt unserer eigentlichen Wanderung.
Von hier führt ein Aschenweg rings um die Monti Sartorius, benannt nach dem Kartopgraphen Sartorius von Waltershausen, der beim Ausbruch im November 1842 den Vulkan bestiegen hat. 

Die Landschaft, die wir hier also durchlaufen ist etwa gerade mal junge 160 Jahre alt. 

Wir lesen im Führer, dass, je nach Säuren- und Basengehalt, sich die Lava schneller oder langsamer zersetzt. 
Wir sehen wunderschöne silberne Birken, Ätna-Ginster und Schwarzkiefern.
Die Vegetation ist allerdings noch gar nicht weit. Grün sind nur die Tannen.

Dafür kontrastiert der weisse Schnee mit der schwarzen Lava bzw. Asche. Man erzählte uns, dass der Schnee ganz frisch ist, erst in der letzten Nacht gefallen. Der Weg wäre, wenn er nicht so breit angelegt wäre, schwierig unter der Schneedecke zu finden.
Es ist herrlich, trotz kalten Winden und mit Sicherheit Minusgraden, durch diese Extremlandschaft zu spazieren. 

Gegen Ende der Wanderung laufen wir hoch zum Krater von 1865, der übrigens nicht besonders gross ist, aber wunderbaren Ausblick bietet: auf der einen Seite den 2150m hohen M. Frumento delle Concazze, einer der grössten Nebenkrater des Etna; auf der anderen Seite die Küste mit Taormina. Höhenunterschiede von 2000m!

Auf dem Weg zurück haben wir Schneefall und dann wieder Sonne. Alles immer wieder abwechselnd. 

Während wir wieder ins Tal hinab fahren, wird uns klar, welche Vegetationsebenen wir durchfahren. Von fast baumlosem, vegetationskargem Lavageröll über dichte Pinienwälder hinunter ans Meer, wo Zitronen, Mandeln, Oliven und vieles andere wächst. Krass! Oben unter Null, hier unten etwa 15°.
10. März 2004, San Marco
Ausflug auf die Startplätze Gallodoro und Monte Venere und nach Taormina
Heute ist es schwachwindig, leider aber nicht ganz von der optimalen Richtung. Trotzdem wollen wir uns die Landeplätze und die beiden bekannten Startplätze von Taormina anschauen. Der Landeplatz ist auf dem Strand von Letojanni. Easy (wenn auch nicht unbedingt im Sommer!). 

Als wir zum Gallodoro hinauffahren, überholt uns prompt ein Kombi voll mit Schirmen, und ein Wagen mit einem Delta drauf ist auch schon hinter uns her. Das trifft sich prima. Erstens müssen wir den Weg so nicht suchen (obwohl er ausgerechnet hier wunderbar angeschrieben ist!) und zweitens muss Dominik nicht alleine in ein unbekanntes Fluggebiet raushüpfen. Ein Zeitlang soart er oben rum, findet ein bisschen Thermik, dann fliegt er aber raus. Er muss sensationelle Blicke nach Taormina haben und landet gut auf dem Strand von Letojanni. 
Der Rest des Tages gilt dem Kulturtourismus. Zuerst besichtigen wir die vorliegende Isola Bella. Wirklich hübsch. Nur schade, dass die kleine Insel zugesperrt ist. 

Diese "alten" und mit der Zeit mitgewachsenen Touristenorte, wie Taormina, haben schon viel mehr Charme als die Neuen aus dem Boden gestampften und schon wieder halb zerfallenen Orte. 
Durch Taormina wandeln wir wie alle anderen Touristen durch die Gassen schlendernd, Schaufenster guckend und Fassaden bewundernd. Dominik besucht das Griechische Theater während ich den Touris zuschaue (sind viel interessanter als alle Schaufenster und Häuser). 

Der Etna zeigt sich heute leider nicht. Schade. Immerhin habe ich ihn damals Ende Dezember mit Karin gesehen, frisch eingeschneit. Wahnsinn, in der Zwischenzeit sind schon 2 1/2 Monate vorbeigezogen! 
Immer, wenn ich mit Zorro durch eine Stadt laufe und auf junge Girls treffe sind sie von ihm hingerissen. Viele knien sich gleich nieder, um ihn zu streicheln und zu knuddeln. Zorro hat das natürlich gerne und lässt sich nicht bitten. 

Als ich in einer Gelateria stehe und Dominik draussen mit Zorro an der Leine passiert es wieder. Und diesmal ist nicht nur einer gerne im Mittelpunkt! 
Uns bleibt noch Zeit, den zweiten Startplatz, den Monte Venere zu suchen. Es geht durch schmale Gassen immer höher hinauf, über schlechte Strassen rund um den Flugberg bis wir endlich bei tiefem Sonnenstand oben landen. 

Die Sicht ist wunderschön, fällt über die ganze Küstenlinie, Taormina, rüber aufs Festland, den Etna (sofern wolkenfrei), und auch das ganze Hinterland. Fliegen ginge schon, aber das Gebiet scheint technisch ziemlich anspruchsvoll und so bin ich froh, als Dominik entscheidet, nicht rauszugehen. 
11. März 2004, San Marco
Ausflug in die Cola d'Alcantara
Regen ist angesagt für heute. Mir soll es recht sein, muss dringend Berichte nachschreiben und eine Homepage-Aktualisierung vorbereiten. Hechel, hechel. Ja, es ist schon so. Die Berichte sind eine gute Arbeits-/Sinnschaffung für schlechtes Wetter. Ein gute Möglichkeit, sich eine Überwinterung ein bisschen spannender zu machen. Sobald aber viel los ist, muss ich mich ziemlich ranhalten, um à-jour zu bleiben. 

Ein kleiner Ausflug liegt aber trotzdem drin und so entscheiden wir uns für die Schluchtbesichtigung des Alcantara, der 200m von unserem Stellplatz ins Meer fliesst. 

Lästigerweise ist die Besichtigung dieser Schlucht voll touristisch vermarktet. D.h. der "Eintritt" kostet was. Zwar nicht viel, aber wir haben einfach keine Lust, Geld dafür zu bezahlen, dass wir ein auf ein paar Treppen in eine natürliche Schlucht runter dürfen. Ausserdem steht in unserem Führer, dass wohl der Lift (!!) was kostet, zu Fuss es aber gratis sei. Die Dame an der Kasse will davon nichts wissen und wir haben keine Lust, uns für dumm verkaufen zu lassen. Also zotteln wir wieder ab. 

Als wir mit dem Auto aus dem Parkplatz fahren und nur 50m weiter steht dort ein grosses Schild: "Accesso Communale" (was soviel wie öffentlicher Zugang bedeutet)! Und tatsächlich, wir können es kaum glauben, führt eine Treppe runter zu derselben Schlucht! Wir finden es frech und dumm, dass 50m weiter für das Gleiche Eintritt geheuscht wird! Aber es läuft meiner Meinung nach immer auf dasselbe heraus: die Leute schneiden sich ins eigene Fleisch mit solch kurzsichtiger Einstellung. 
Die Schlucht ist wirklich eindrücklich. Scheins soll das Wasser sogar im Sommer nicht wärmer als 12° werden. Tief führt sie ins Dunkle und wir können nur erahnen, wie urtümlich es dort aussehen muss. Die Felsen haben sich bizarr zusammengeschoben und wirken wie eine gigantische Kunstskulptur! 

Auf dem Rückweg finden wir einen Wasseranschluss, einen ARD-Einkaufsladen (supergünstig), eine Wäscherei, welche unsere Wäsche für 2 Euro pro Kilo wäscht und eine GPL-Tankstelle. Also ein voller Erfolgstag! 

Der Regen setzt ein, als wir wieder zurück sind. Während wir Mittag essen, Fotos runter laden, Berichte und Mails schreiben, regnets und regnets und regnets. Die Naturstrasse füllt sich immer mehr mit Wasser. Wenn das so weitergeht, dann schwimmen wir demnächst davon... 
12. März 2004, San Marco
Null Aussichten dafür Einsichten (Wanderung auf den Rocca di Novara)
Ein Supertag für eine Wanderung. Der Rocca di Novara ist nicht allzu weit weg und das Wetter verspricht weite Sicht von diesem Aussichtpunkt. 

Bevor wir losfahren packen wir die leere Gasflasche für alle Fälle mit ein. Und tatsächlich ist die GPL-Tankstelle, welche etwa 2 km von hier entfernt ist, gut eingerichtet für das Tanken von Gasflaschen. Nicht einmal den Adapter brauche ich dafür. Es scheint, dass hier des öfteren getankt wird. Der Typ kennt sich aus und beruhigt uns, als wir finden, die Flasche müsse nicht ganz gefüllt werden. Er füllt 26 Liter ein! So ganz wohl ist mir dabei nicht. Also fahren wir zurück und hängen die Flasche gleich an, sodass sie sich wenigstens durch sofortigen Gebrauch ein wenig entleert. 

Dann fahren wir wieder los Richtung Rocca. Es geht etwa 20-30 km ins Landesinnere, immer höher und höher und auf einmal sehen wir den Etna auf unserer linken Seite! Beeindruckt halten wir an und machen Fotos, um aber später noch viel schönere und immer schönere machen zu können. Das einzige Problem ist nur, diesen Riesenberg (3300m) so auf ein Bild zu kriegen, dass man noch sieht, dass es der Etna ist. 
Die Wanderung auf den Rocca ist nicht sehr gross, aber leider hängen hier in den Bergen dichte Wolken. Auf dem Weg nach oben konnten wir noch einen Blick von der Nordküste und Tindari erhaschen. Aber als wir auf dem Gipfel anlangen ist die Sicht gleich Null! So schade! 

Wir fahren ein Stück aus den Bergen und Wolken raus, um weiter unten bei schönstem Sonnenschein eine Esspause zu machen. 
Den Rückweg fahren wir über eine alte Nebenstrasse. Schon auf dem Weg zum Pass hinauf fielen uns die verlassenen Siedlungen auf. Wir nahmen an, dass es sich um Fehlprojekte des Tourismus handelte. Aber als wir eine davon nun aus der Nähe anschauten, stellten wir fest, dass es sich um ein richtiges Dorf handelte. Es gab eine Kirche, ein Schul- oder Gemeindehaus und etwa 10 total gleiche Häuser. Alles total verlassen und es machte den Eindruck, wie wenn hier nie jemand gelebt hätte. Es fiel uns auf, das nie Strom in diese Häuser gezogen wurden. Und jedes Haus hatte einen kleinen Stall angebaut! Der Platz hier wäre schön, herrliche Bergnatur mit genialem Blick auf den Etna. Irgendwie fanden wir keine schlüssigen Antworten und beschlossen die nächstbesten auf unserem Weg zu fragen. 

Zwei "alte Knaben" erklärten uns dann, dass die Siedlungen zu Ansiedlungsprojekten nach dem Krieg gehörten, etwa 1950/55 entstanden, aber nur ganz kurze Zeit bewohnt waren. Kurz nach Fertigstellung dieser drei oder vier Siedlungen hier oben, fand die grosse Landflucht statt. Viele zogen ins Ausland, nach Amerika und Australien, in die Schweiz und nach Deutschland und sonst wohin. Zurück blieben leere Dörfer und braches Land. Und wie überall hier in Sizilien, bleibt alles einfach stehen und rottet seelenruhig vor sich hin. 
Wir fuhren wieder ins Tal hinab, den Etna immer vor Augen und die verlassenen Dörfer im Kopf. 

Dominik lud mich beim Internet-Point aus, ging Einkaufen und Wäsche holen. Ich lud in der Zwischenzeit die neue Homepage hoch. Wie immer, klappte auch diesmal wieder irgendetwas nicht. Gut, dass ich meinen Laptop im Auto hatte. Dominik holte ihn mir und so konnte ich fehlende Files doch noch komplett uploaden. Allerdings brauchte ich diesmal ganze zwei Stunden für alles, den Upload und das Versenden des Reiseberichtes. Immer wieder viel Zeit für diese Sache. Aber es gefällt mir und ich habe Freude an der Sache. Auch bin ich ein wenig stolz auf mich, dass ich dieses Projekt, die Homepage, während der ganzen Reiserei immer sauber und aktuell halten, sie sogar verbessern konnte. 
13. März 2004, San Marco
Wieder einmal geflogen!

Heute ist Samstag, das Wetter und der Wind stimmen. Also wird es ein richtiger Fliegertag mit viel Volk werden. Man trifft sich am Landeplatz, am Strand von Letojanni. Auch Roberta und Massimo von der Flugschule Etna-Fly, die wir schon in Niscemi kennengelernt haben sind da. 
Zusammen fahren wir hoch. 

Der Gallodoro ist ja nach Südosten ausgerichtet, daher hat es, wenn überhaupt, nur am Morgen Thermik. Jede Menge Volk trifft oben ein. Sogar Angelo d'Arrigo ist gekommen. Einer nach dem anderen geht raus, obwohl der Wind ziemlich von der Seite kommt. 

Gerade als Dominik gestartet ist, fliegt einer vorbei und schreit. Er hat offenbar gerade gesehen, wie ein Pilot gestürzt ist. Es ist eines der Mädels, welche, wie wir später am Mittagstisch erzählt bekommen, zu nahe am Hang mit Rückenwind in den Hang gerast ist. Man kann fast sagen, dass der Schirm sich glücklicherweise, um einen Baum gewickelt hat, denn wenn sie noch weiter runtergepurzelt wäre, dann wäre es ziemlich steil und steinig geworden. Alle rennen hin und jemand ruft den Krankenwagen. Da Dominik in der Zwischenzeit schon weiter unten ist, beschliesse ich loszufahren, um dem Krankenwagen nicht mitten auf der engen Bergstrasse zu begegnen. Auf halbem Wege kommt er mir tatsächlich schon entgegen. Die sind aber schnell hier! Gut, dass ich beizeiten losgefahren bin, denn die mit Büschen zugewachsene Strasse lässt ein Kreuzen nicht zu. 
Ich hole Dominik am Strand ab und wir laden gleich noch Pepe, Vittorio, Maria-Rosa und ihre beiden Kids mit ins Auto und fahren noch einmal hoch. Die beiden Jungs vergnügen sich mit Zorro während Dominik ein zweites Mal rausgeht. Der Wind ist noch mehr von der Seite und die Thermik wird bald zu Ende sein. 

Wieder unten essen Dominik und ich zusammen mit Vittorio, seiner Frau Maria-Rosa (beide fliegen), ihren beiden Jungs, Angelo d'Arrigo, Roberta, Massimo und noch zwei anderen. 

Wir erfahren, dass sich das Mädel das Bein gebrochen hat, vielleicht ist es auch mehr als nur ein Bruch. 

Angelo fasst zusammen, wieso das passiert ist. Alle sind ihm zugewandt und wollen keines seiner Worte verpassen. Er ist hier wirklich der absolute Megastar, auch wenn er nicht so tut. Aber er ist wohl auch das, was man eine natürliche Autoritätsperson nennt und auch seine Stimme ist stark und übertönt ohne laut zu werden, den ganzen Tisch. 
Offenbar wollen alle noch an den Übungshang. Also gut, das wird sicher lustig. Auch wenn ich mich ziemlich unfit fühle und meine Nase mir davonläuft, denke ich, dass es sicher Spass macht, mit Familiy Fly am Übungshang rumzuhängen. 

Auch Angelo ist mit seiner Adlerdame da, um mit ihr zu üben. Allerdings hat er keinen grossen Erfolg. Sie ist nicht zum Fliegen und Fressen aufgelegt. 

Es wird fleissig geübt, auch Dominik versucht sich mit einem Schirm. Er muss aber arg kämpfen, um diesen bei dem Schwachwind überhaupt hochzubringen. 

Gegen Feierabend lasse ich mich dann sogar noch von Dominik überreden, es selbst einmal zu versuchen. Es ist zwei Jahre seither, dass ich geflogen bin, aber eigentlich denke ich gar nicht ans Fliegen, als ich den Schirm hochziehe und renne. Aber schon hebe ich ab und wie! Ich glaube, höher als alle anderen fliege ich über den Übungshang und merke, dass ich mir keine Gedanken gemacht habe, wie fliegen und wo landen! Da ich viel zu hoch bin, um geradeaus weiterzufliegen (da kommen Olivenbäume und eine Stromleitung auf mich zu...) drehe ich nach links ab (shit, mit dem Wind!) um zu landen. Kurz angebremst und nochmals gerannt bringe ich eine saubere Landung zustande! Hurra! Ich habe nichts vergessen! Oh Mann, das hätte schief gehen können! Aber eben, jeder hatte Mühe, überhaupt ein wenig zu fliegen, und ich war eigentlich sicher, dass ich nicht einmal den Schirm sauber hoch bringen, geschweige denn fliegen würde ...! 
Wir sitzen noch eine Weile zusammen und reden über dies und das. Die beiden sind nett. Ihre Söhne werden wohl auch einmal Flieger. Der ältere der beiden (11!) flog sogar ganz alleine den Übungshang hinunter. 

Leider versteh ich Maria-Rosa nicht gut und mein von der Erkältung verklebtes Gehirn hilft auch nicht gerade beim Italienischreden. Trotzdem, man unterhält sich halt mit viel Fantasie und Einbildung. 

Am Abend gehen Dominik und ich eine Pizza im nahen Lidorestaurant essen. An einem offenen Kaminfeuer lassen wir uns diese schmecken und fallen anschliessend todmüde ins Bett. 
14. März 2004, San Marco 
Faulenzertag

 Heute bleibe ich Zuhause. Ich muss mich schonen. Meine Nase läuft und ich habe einen dicken Kopf. Es tut mir auch sonst immer gut, ab und zu einen Tag für mich alleine zu haben. Dominik trifft sich mit den anderen am Strand von Letojanni. 

Der Strand hier in San Marco ist leicht kiesig und sehr breit. Es lässt sich herrlich darauf spazieren. Abgesehen von den Fischködern mit Angelhaken, von denen Zorro schon zwei gefunden hat. Den einen hat er fein säuberlich bis auf die Haken abgefressen, den anderen konnte ich ihm gerade noch wegnehmen. Glück gehabt, so ein Derby wie in Spanien will ich nicht noch einmal erleben. 

Ich spaziere mit Zorro los. An der Kreuzung treffe ich auf Mr. Boxer. D.h. ich habe keine Ahnung, wie der deutsche Herr heisst, den wir fast jeden Morgen mit seinem Boxer angetroffen haben. Wir haben ab und zu mit ihm übers Campieren und Reisen geredet (er ist mit seiner Frau mit einem Wohnwagen auf dem Campingplatz). Er ist nett und wir spazieren ein Stück zusammen, während sich die Hunde austoben. 

Mit Zorro gehe ich noch sehr viel weiter. Etwa  1 1/2 Stunden später sind wir wieder zurück und ich setze mich an den Laptop, um zwei Tage nachzuschreiben! Es war eine gute Entscheidung hier zu bleiben, ich verbrauche massenweise Taschentücher und fühle mich müde und dumpf. Ruhe und im Nesthocken wird mir gut tun.

Am Nachmittag wurde es mir dann doch zu langweilig und ich versuchte mich an einer Zitronenkonfitüre. Sie ist zwar konsistenzmässig wunderbar, aber es zieht sich einem doch das Gesicht in tausend Falten, wenn man sie isst.  
Dominik kommt vom Fliegen zurück und berichtet, dass wir eine Einladung zum Abendessen beim "grossen" Angelo d'Arrigo haben. So cool. Was der Reinhold Messner in der Bergsteigerszene ist, ist Angelo d'Arrigo in der Fliegerszene. Das wird spannend. Auch Roberta und Massimo werden da sein. 
15. März 2004, San Marco 
Fliegen über Taormina und Abendessen bei Angelo d'Arrigo

Wo heute geflogen wird, wissen wir noch nicht. Wir bringen eine Ladung Wäsche bei der günstigen Wäscherei vorbei und fahren mal zum Treffpunkt Sea Blue am Strand von Letojanni. 

Es ist heute herrlich warm und man kann im T-Shirt draussen sitzen. Die Leute hier sagen, dass jetzt die warme Zeit anbricht. Na mal abwarten. 

Wir hängen eine Weile rum, bis die anderen endlich auftauchen und dann geht es los auf den Gallodoro. Zwei Mal fahre ich mit dem Bus voll Leuten hoch. Dann essen wir zu Mittag mit den anderen zusammen. 
Angelo geht mit seinen Adlern auf den Übungsplatz und wir, Dominik, Massimo, Roberta und meine Wenigkeit fahren auf den Monte Venere. 

So kommt Dominik doch noch zu einem coolen Flug über Taormina. Dieser Flug gehört wohl zu den Schönsten und Spektakulärsten - eine Sensation über die Hügel, das Städtchen Taormina, das Schloss, dem Belvedere und raus aufs Meer zu fliegen!

Er ist auch richtig happy nach diesem Flug! Ich und Roberta fahren den langen steilen und engen Weg wieder hinunter und holen die beiden am Strand unterhalb der Bahnstation ab. 
Es bleibt noch ein wenig Zeit, um Wasser zu tanken, Bilder runterzuladen und ein wenig zu relaxen, bis wir zum Abendessen in Catania aufbrechen. 

Die Fahrt nach Catania ist problemlos. Der Weg aber zu Angelo, welche uns Massimo und Roberta mit Vorausfahren zeigen, ist ein einziges Labyrinth. Ohne ihre Hilfe werden wir hier nie wieder herausfinden. Am Hang von Catania, Richtung Etna, ist eine einzige Häuser-/Villenwüste. Tausend Gassen um hundert Ecken und eine jede sieht sich ähnlich. Voll krass! Diese Anfahrt war eine Erlebnis für sich. Auch weil ja nicht gerade langsam gefahren wird. Es geht im satten Tempo durch schmale Gassen hinauf, hinunter, rechts, links, wieder das, wieder jenes, scheinbar ohne Ende. Ich glaube, wir sind mindestens 1/2 Stunde so durch diese Dörfer, welche aneinandergeschmiegt am Hang des Etna liegen, gefräst. 

Wir sind insgesamt 9 Leute inkl. des einen Sohns von Angelo. Laura, seine Frau kocht Teigwaren mit Ragout und Erbsen, Kaninchen, Fenchel- und Kopfsalat. Ein leckeres, echt italienisches Abendessen an einem grossen Tisch in der Küche. Es wird viel erzählt, viel gelacht. Alle sind sehr unkompliziert und nett. Anschliessend schauen wir das Video, welches "National Geografic" über Angelo, seine Arbeit mit den Adlern, die technische und körperliche Vorbereitungsphase für das Aussiedlungsprojekt der Tibetadler am Himalaja gedreht hat. Es ist echt cool und ich schnalle erst jetzt, dass er in seiner "Branche" wirklich ganz herausragende Leistung erbringt. Er wird gesponsert von Grössen wie Fiat und Sektor. 

Um halb eins verabschieden wir uns mit allen anderen und treten unsere abenteuerliche Heimreise an. Ohne Guide wären wir schon an der ersten Ecke falsch gefahren! 
Der Abend war schön, extrem herzlich und grosszügig. Man hat wirklich das Gefühl, sofort in den Freundeskreis aufgenommen worden zu sein. 
16. März 2004, San Marco - Maletto (ca. 8 km nördlich von Bronte)
Stellplatzverschiebung um den Etna

 Mit lange Ausschlafen ist nie was! Auch heute nicht. Einerseits weil die Sonne (natürlich auch weil ich sie reinlasse) durchs Fenster reinschaut und andererseits, weil unten auf dem Boden ein Hund auf's Gassi gehen wartet und bei jedem gröberem Mucks, den ich mache, so arg wedelt und freudig jault, dass ich mich nie lange zurückhalten kann.
 
Obwohl das Wetter nicht viel Flugfreude verspricht, brechen wir mal Richtung Letojanni auf. Vielleicht ergibt sich ja etwas und sonst geniessen wir die warme Sonne, welche den Vorsommer hier einläutet. Und tatsächlich ergibt sich an diesem Vormittag noch ein nettes Flügchen vom Montegallo. 

Wir brechen am späteren Nachmittag Richtung Bronte auf, um für morgen nahe am Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung am Etna zu sein. Ich voraus, Dominik hintennach. Er geht Einkaufen, ins Internet und nochmals eine Ladung Wäsche von mir holen - ich voraus auf der Suche nach einem guten Stellplatz. 

Während die Sonne untergeht und der Etna strahlend weiss vor blauem Himmel leuchtet, umrunde ich ihn und finde bei Maletto auf einer Nebenstrasse vis-à-vis eines Hauses auf einem Streifen Wiese einen netten Platz für die Nacht. 
Als wir gerade Abend gegessen haben, macht sich draussen jemand bemerkbar. Unser Nachbar! Ob er uns davonjagen will? Aber weit gefehlt. Salvatore ist im Dorf Maletto geboren, lebt aber seit x-Jahren in der Schweiz. Er hat Freude, hier Schweizer anzutreffen und lädt uns zu einem Kaffee ein. Natürlich sagen wir nicht Nein. Seine Frau, Gabi und sein Sohn, Patrick sind ebenfalls hier. Für drei Wochen sind sie hier im Urlaub bzw. am Fertigstellen des Hauses und Gartens. 
Wir sind wieder einmal fast platt über die spontane Gastfreundschaft und sagen auch nicht Nein, als sie uns für morgen zum Abendessen einladen. 
17. März 2004, Maletto
Vulkane und Schweizer in Sizilien

Als wir am Frühstück sind, kommt Salvatore mit Gipfeli vorbei. Echte Gipfeli! Ein Schweizer Bäcker hat sich in Maletto niedergelassen und produziert dieses französische Gebäck auch für die Sizilianer, ein bisschen süsser als bei uns aber immer noch lecker, weil halt gewohnt. 
Wir brechen auf, um unsere Wanderung in Angriff zu nehmen. Sie führt durch Lavamasse von 1783, rund um erloschene Vulkankegel, hinauf zum Monte Nuovo. 
Ein wunderbare Wanderung, bei der wir auf dem ganzen Hinweg den wolkenfreien Etna vor Augen haben. Der Monte Nuovo ist zusammen mit etlichen anderen hier in diesem Gebiet ein erloschener Nebenvulkan des Etna. 
Quer über schwarze Asche und Lava kraxeln wir ganz bis nach oben und staunen über die Farbenpracht des Kraters. 

Während wir unsere Mittagspause machen ziehen Wolken zuerst vor den Etna und dann auch über uns. Glück gehab, dass wir relativ beizeiten los sind! 
Die Landschaft ist so einzigartig hier, so exotisch für uns Mitten-Mitteleuropäer, dass wir aus dem Staunen gar nicht herauskommen. Auch als wir wieder beim Bus angelangt sind, staune ich immer noch: all die Marienkäfer auf den leuchtend gelben Blumen, welche sich wiederum vom schwarzen Lavagestein abheben! 

Enttäuschend war aber dafür der Auftakt der Strasse zum Etnapark: eine einzige Abfallhalde. Da befindet man sich in einer Vorzone des Naturschutzparks Etna und denkt, dass jeder Glück hat, der glühenden Lava noch nicht sein Leben geopfert zu haben und trifft auf Abfallberge, welche respektlos auf den ehemaligen Lavaströmen entsorgt werden. Nach dem Motto: "er nimmt soviel, geben wir ihm viel!", oder was? Ich kapier es nicht. Und auch unsere Gastgeber am Abend haben für solcherlei Mentalität nicht viel Verständnis. 

Salvatore und Gabi haben uns spontan zum Abendessen eingeladen. Um uns für Ihre Gastfreundschaft zu bedanken, sind wir nach der Wanderung ins Dorf Bronte, um in einer Pasticceria von dem hier bekannten Pistaziengebäck einzukaufen. Bronte ist bekannt für seine Pistacchia. Hier, und scheins nur hier, wachsen Pistazienbäume. Es wird uns erklärt, dass die Bäume nur alle zwei Jahre blühen und Früchte tragen. 

Das Girl in der Pasticceria ist keine 20 Jahre alt, hat aber Make-up im Gesicht als wenn sie zum Karneval ginge. Wir sprechen sie auf die zig Padre Pio Bilder an, welche überall an der Wand hängen. Ich glaube, sie kann es nicht so ganz verstehen, dass wir weder an Gott glauben noch beten, weder die Beichte ablegen noch in einer Kirche heiraten. Für sie ist das wichtig und schön. Irgendwie ist hier alles kitsch. Die Schminke und der Glauben.

Bei Salvatore und Gabi essen wir gemütlich zu Abend. Sie zeigen uns den ganzen Garten, wo sie schon viele Bäume gepflanzt, Wege und Zäune erstellt haben. Sie haben x Hunde, Gänse, Enten, Truthähne, eine Schar Hühner und ein paar Zwerggeisslein. Wir sind mit ihrer Hundehaltung natürlich nicht einverstanden (fast ein jeder an der Kette separat), aber hier ist das Normal. Und Dominiks Einwand, ob denn das nicht anders ginge, lehnen sie ab mit der Begründung, dass die Hunde vergiftet werden. Scheins gibt es genügend Neider oder Hundehasser, welche vergiftete Brocken über den Zaun schmeissen. Sie haben auf diese Weise schon eine Hündin verloren. Wir können tatsächlich nicht alles verstehen bzw. nachvollziehen, haben es zu akzeptieren. Der Abend wird trotzdem lustig und interessant. Als Schweiz-Italiener wissen sie viel über Sizilien und die Mentalität hier zu berichten. Irgendwann, wenn sie beide pensioniert sind, wollen sie hierher kommen und bleiben. 

Als wir ins Womo zurückkommen, finde ich eine Riesensauerei vor. Dummerweise habe ich einen Sack mit Fleischresten vom Abendessen auf der Küchentheke liegen lassen. Zorro konnte diesem Duft offensichtlich nicht widerstehen und hat sich den Sack natürlich geholt. Auch der Abfalleimer ist dabei zu Boden. Alles liegt verstreut am Boden und ich muss zuerst einmal aufräumen. Gut, dass der Abfall nur mit Papierresten gefüllt war. Aber die Fleischstücke haben ihre Fettspuren auf dem Teppich hinterlassen! Nun gut, der Teppich ist eh schon lange im Eimer, ich werde ihn aber erst ersetzen, wenn ich zurück bin. 
19. März 2004, San Giorgio 
Die Suche nach Wegen

In der Nacht war es kalt, unter Null Grad. Aber jetzt, da die Sonne da ist, ist es herrlich warm. Wir frühstücken draussen und geniessen den freien Blick auf das nahe Meer. Es hat kaum Wellengang und wirkt daher wie ein See. Ein schöner sauberer Strand. Dunst verdeckt den Blick in die Berge hoch und die Kontaktpersonen, welche Dominik anruft, meinen, Fliegen sei, wenn, dann erst gegen Abend möglich. Also wird gewandert. 

Wir fahren nach Oliveri und wandern dort über die Dünen bzw. Sandlandzungen von Marinello. Dann führt ein steiler Weg, quer durch Kakteen und anderen Sträuchern den Klippenhang hinauf zur Kirche von Tindari mit der schwarzen Madonna. Wir müssen uns den Weg bahnen, denn Geissen haben aus einem gut erkennbaren (so der Wanderführer) mehrere gemacht. Aber irgendwie findet sich immer ein Weg. 

Hier bei der Kirche Tindari war ich ja schon, nachdem Karin wieder abgereist war, also vor ziemlich genau 2 Monaten. Damals hatte es noch kaum Turis hier und auch die Souvenirshops waren alle zu. Aber jetzt hat die Saison angefangen. Etliche Cars stehen unten auf dem Parkplatz und die Leute bummeln zwischen Shop, Cafeteria und Kirche. Wir gehen bald weiter und müssen schon wieder den Weg suchen. Nach einigem hin und her und nach dem Ausschlussverfahren entschliessen wir uns für einen Weg, der dann tatsächlich wieder stimmig wird. Und so landen wir wieder unten am Strand beim VW-Bus. 
Zorro hat ja das Talent, sich auf Wanderungen selbst Abkühlung zu verschaffen. Wenn halt kein Meer oder ein netter Brunnen zur Verfügung steht wird auch ein Schlammloch nicht verschmäht. Wenn er da so drin liegt und mich anschaut, als ob ich auf ihn stolz sein müsste, dann kann ich nicht wirklich böse sein, ich muss lachen. Hinterher sieht er wie eine Lehmskulptur aus. 
Den Nachmittag verbringen wir mit der Sucherei nach dem Startplatz Gioiosa Guardia bei den Antennen. Wir sind ziemlich lange unterwegs, bis wir ihn schliesslich finden und mit einem tollen Blick hinunter auf San Giorgio und Gioiosa Marea entschädigt werden. Nur leider bläst der Wind von der falschen Richtung. So schade. Eine Inversion deckt das Land zu und draussen über dem Meer gucken nur die Spitzen zweier liparischer Inseln heraus. Der Startplatz ist übersäht mit Gänseblümchen! 

Der Weg hinunter ist um einiges einfacher und direkter. Am Strand von Capa Calava machen wir einen Stopp, um zu spazieren. Herrlicher Platz! Wäre auch ein idealer Stellplatz, inklusive Abendsonne, welche wir in San Giorgio nicht haben. 

Zorro frisst wieder mal einen Köder mit Schnur. Ich sehe nur noch wie er die Schnur auch noch runterwürgt. Wenn das mal gut geht! Wenn ich wieder in der Schweiz bin, werde ich ihn röntgen lassen, um zu sehen, was alles in seinem Magen ist, was nicht dort sein sollte!

Zum Abendessen mache ich Truthahn mit Frühlingszwiebeln und Fenchelsalat. Wird lecker! Der Fenchel hier ist viel grösser und milder als bei uns. Ein Salat daraus sehr erfrischend und fein.
20. März 2004, San Giorigo 
Bedeckt bis bewölkt

Der Scirocco bringt eine extreme Wärme. So geschwitzt habe ich noch nie im Alkoven. Wie ist das wohl erst im Sommer? 
Leider ist das Wetter aber nicht gut. D.h. gerade gut fürs Schreiben meiner Berichte und fürs Bummeln. Wandern und Fliegen ist heute wohl nicht attraktiv.

Doch weit gefehlt. Dominik macht einen Superflug vom Startplatz Pizzi Calori runter zum Strand Capo Calava. 1 1/2 Stunden hängt er am Hang rum und geniesst das coole Fliegen über und am Meer. 

Ich spaziere mit Zorro ein wenig am Strand rum. Arbeite aber vor allem am Bericht. 

Als die Flieger zurückkommen schaut sich Dominik mit Gimmy noch die Flugbilder an und wir machen auf morgen ab, um zu fliegen. 

Heute und morgen ist ein Bergrennen hier an der "Costa Saracena". Ein Riesenspektakel, mit Schaufahren hier im Dorf. Jede Menge Volk, Gestank und Krach. Nur gut, dass wir ein wenig ausserhalb unsere Campers hingestellt haben und nicht mitten drin im Gewühle sind. So schauen wir dem Verkehrschaos neidlos zu und genehmigen uns ein sizilianisches Bier in einer Bar.  
21. März 2004, San Giorgio 
Rückenwind und noch mehr Gastfreundschaft

Wir treffen uns mit Giovanni, seinem Sohn, Enzo und noch jemanden, um gemeinsam zum Startplatz hochzufahren. Es braucht allerdings einige Überredungskunst, dass wir uns auf zwei Wagen beschränken. 

Giovanni (immer die älteren Herren!) weiss Interessantes zu berichten: die Wurzeln der riesigen weissen Erika hier wird als Holz für (Rauch-)Pfeiffen verwendet. Und die kleinen violetten, sternförmigen Blumen mit gelbem Blütenstengel, das ist Zafferano, Safran! 
Leider kommt der Wind von der falschen Richtung (ich habe das Gefühl, dass ich diesen Satz schon des öfteren geschrieben habe!) und ein Starten ist nicht möglich. Die Jungs sind nicht faul und holen Handschuhe und Hake heraus, um den unteren Rand des Startplatzes noch mehr von Gehölz zu befreien. 

Da heute immer noch das Autorennen im Gange ist, müssen wir in einem Dorf einige Zeit warten, bevor man weiterfahren kann. Dominik und ich genehmigen uns zum Zeitvertreib ein Gelati. Dann endlich geht's hinauf zum anderen Startplatz, dem Pizzo Calori, der bei den Einheimischen nicht so beliebt ist, weil voll mit Kuhfladen! Hier, schon einiges weiter unten, als der andere, spürt man gar keinen Wind mehr und nur wenig Thermik. Dominik geht trotzdem raus und Giovanni folgt ihm. Wir anderen fahren runter zur Beach, um sie abzuholen. Dominik erzählt, dass sie hier unten im Lee geflogen seien. Nicht besonders toll. 
Wir fahren zurück, wo die Autos der anderen stehen. Enzo und sein Kolleg verabschieden sich, sie gehen nach Hause, um Mittag zu essen. Das ist hier wichtig. Egal, ob der Wind im Moment gut ist oder nicht. Das Mittagessen wird nicht ausgelassen. 

Giovanni lädt uns zu sich nach Hause ein zum Mittagessen, nur ein Panino, sagt er. Dann tischt er Gniocchi an Tomatensauce mit Basilikum auf, Wurst, Käse und eine speziele Art Fleischkugeln, welche lecker sind. Wir sitzen auf seinem Balkon und geniessen die Gastfreundschaft und die tolle Aussicht. 

Anschliessend geh'n sie noch einmal hoch. Ich klinke mich aus. Möchte noch ein wenig das Meer und den Strand geniessen. 
22. März 2004, San Giorgio 
Das erste Bad im Meer

Wir fahren früh zu den Antennen hoch in der Hoffnung, in der Morgenthermik fliegen zu können. Doch der Wind ist falsch und Thermik macht sich kaum bemerkbar, und wenn dann von der hinteren Hangseite. Lange beobachten wir den Platz, laufen auch weiter nach hinten, aber es wird nur noch schlimmer. 

Wir fahren also wieder nach unten, genehmigen uns einen Cappuccino und bummeln an Marktständen vorbei. Ein riesengrosser ehemaliger Personenbus aus der Tschechei hat am Strassenrand parkiert und vier, fünf ältere Frauen aus diesem Bus verkaufen allerlei Ramsch. Zwei Typen sind im Bus und beobachten mich, wie ich sie beobachte. Ich frage mich, was das für Material ist, was sie hier verkaufen. Kommt ziemlich suspekt vor. Auch verkaufen sie an jedem Tisch in etwa die gleiche Ware. Uhren, Werkzeuge, Finken, Gläser, Stickwaren usw. Ich kaufe mir einen Kompass und einen Tigerbalsam. 

Dann fahren wir wieder zum Womo. Das Wetter ist so schön, dass sich Dominik mit dem Badetuch an den Strand legt. Obwohl der Strand voller Segel-Quallen ist, will Dominik ins Wasser. 
Er macht auch nicht lange Sparenzel und schon ist er drin und macht sogar ein paar Züge. Das Wetter und das kristallklare Meer sind wirklich sehr einladend. Trotzdem habe ich zuwenig heiss und damit ein Bedürfnis ins Wasser zu gehen. Es wird wohl so sein, wie ich denke, nähmlich, dass ich Sizilien verlassen, ohne je einmal hier im Meer gewesen zu sein. Egal. Es läuft ja nicht davon. 
Nach dem Meerbad nimmt Dominik gleich noch eine Outdoor-Dusche. Er hat zu diesem Zweck PET-Flaschen auf der einen Seite schwarz angesprüht, mit Wasser gefüllt und hinter die Windschutzscheibe gelegt. Das Wasser heizt so enorm auf. Mit dem Flaschen kann man sich bequem nässen und wieder abduschen. Geht prima. Später dusche auch ich auf diese Weise, allerdings drin, mir ist es draussen zu wenig gemütlich. 

Anschliessend essen wir draussen Mittag. Herrlich, so müsste es eigentlich den ganzen Winter über sein. So ähnlich habe ich es mir wenigstens vorgestellt. Den ganzen Nachmittag sitzen und liegen wir draussen, geniessen die Sonne und die Wärme. 
23. März 2004, San Giorgio - Milazzo (Nordostküste)
Regen ohne Ende

Es regnet wieder einmal, als wir aufwachen. Aber schon bald ist es wieder vorbei. Gestern Abend hat sich noch ein Womo auf "unseren" Platz gestellt. Ein älteres pensioniertes Ehepaar aus Deutschland, wie so viele. Auf ihrem Camper steht: "Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, zum Reisen topfit!" Wir reden ein bischen miteinander während die Hunde sich spielend austoben. 

Wir gehen noch einkaufen und fahren dann nach Milazzo. Es hat wieder angefangen zu regnen und wird heute wohl kaum wieder aufhören. In Milazzo donnert und blitzt es sogar. Wir finden auf der Leeseite, wie damals schon Karin und ich, einen einigermassen windgeschützten und ruhigen Platz. Hoffen wir, dass der Regen nicht ewig anhält. 

Der Platz ist ja nicht übel hier. Wenn man vom Abfall absieht, der überall rumliegt, dann ist es sogar schon bald romantisch mit all den kleinen Fischerbooten.
Wir machen uns einen gemütlichen Abend. Auch Zorro geniesst die allabendlichen kurzen Streicheleinheiten neben mir auf der Bank. Normalerweise sitzt er vorne auf dem Beifahrersitz oder ist unter dem Tisch im Körbchen. Aber nach dem Abendessen locke ich ihn manchmal zu mir auf die Bank, wo er wenige Minuten meine Schmuserei erduldet und sich dann wieder zufrieden in eines seiner Reiche lümmelt. 
24. März 2004, Milazzo
Cap- und Stadtbummel in Milazzo

Das Wetter ist extrem wechselhaft heute und es windet krass. Wir fahren hoch zum Kap von Milazzo und finden sogar einen Weg, um ganz hinaus zum Cap zu laufen. Wir sehen, dass es tief geschneit hat. Manchmal hat man den Eindruck, dass es wettermässig so viele Unterschiede zur Schweiz nicht gibt...
Die Feigenkakteen leuchten im momentan strahlenden Licht des saubergewaschenen Himmels. 
Per Zufall fahren wir am Castello vorbei und machen von dort aus einen Spaziergang durch Milazzo, welches hier rings um das Castello sehr hübsch ist. Die Häuser sind hier grosszügiger angelegt, die Strassen breiter, lassen mehr Licht hinein und viele sind auch hübsch renoviert. Bäume wachsen auf Plätzen und Pflastersteingassen verbinden die grösseren Strassen. Die Sonne meint es gut mit uns und so geniessen wir einen Caffé draussen sitzend. 

Wir schlagen uns den Nachmittag, weil es wieder regnet, mit Schreiben und Lesen um die Ohren. Wäre da nicht Zorro, der ab und zu raus muss, so begnügte ich mich mit Womositzen. 

Zum Abendessen gibt es leckeren Linseneintopf mit viel Frühlingszwiebeln, Speckwürfeln, Knoblauch, mit Weinbeeren, Honig und Zitrone. Jammi!
25. März 2004, Milazzo
Wanderung auf den Monte Poverello

So, heute wollen wir wieder was unternehmen. Das Wetter ist natürlich noch immer zum Jammern. Es regnet zwar nicht, aber es ist bedeckt. Trotzdem, wir fahren in die Monti Peloritani, um eine Wanderung aus dem Rother Wanderführer zu unternehmen. 

Die Wanderung beginnt tief im Gebirge, bzw. kurz hinter den Küstendörfern schon fängt beinahe unbesiedeltes Gebiet an, die Berge gehen jäh in die Höhe, sind krass zerklüftet und haben mehrfache Gipfel. 
Wir steigen hoch und kommen doch tatsächlich in die Schneezone. Also hat es auf etwa 1100m runtergeschneit! Nun, so sind wir immerhin auch in Sizilien zu Schneeerlebnissen gekommen. Das ist bereits die zweite Schneewanderung, die wir unternehmen. 

Die Wanderwege hier in Sizilien sind ja nicht markiert, so auch dieser nicht. Da auch die Berge nicht angeschrieben sind, ist man auf die exakte Routenbeschreibung bzw. deren korrekte Interpretation angewiesen. Diesmal nerve ich mich ziemlich über die mancherorts ungenügende Wegbeschreibung. Da dornige Macchia Wege auch von einem Jahr zum anderen ziemlich zuwachsen lässt, wird ab und zu geflucht. Man hat den Eindruck, dass nicht viel gewandert wird hier in Sizilien, oder dann sind die Routen aus diesem Führer wenig begangen. 
Wir werden mit tollem Gipfelblick (leider nicht zur anderen Küstenseite, da zu bewölkt) belohnt. Die anspruchsvolle Wegfinderei (wohlgemerkt nicht Wegsucherei) gibt ein gutes Gefühl und die Wanderung bekommt dadurch sogar einen abenteuerlichen Beigeschmack.  

Hier oben ist die Vegetation wieder karg. Nur die Veilchen blühen und stechen mit ihrer violetten Farbe heraus. 

Als wir wieder unten im Tal sind kommt uns ein Bauer entgegen. Er fragt, ob er Zorro haben könne. Ich lache und verneine. Da kommt sein junger weisser Hirtenhund und der Mann meint, wir könnten ja tauschen. Aber so hübsch der (jetzt noch) kleine Hirtenhund ist, ich würde meinen Zorro nie hergeben. Wir verstehen ihn fast nicht, er hat auch fast keine Zähne mehr im Mund. Er will uns zum Z'nacht und zum Übernachten einladen. Aber wir sind müde und lehnen dankend ab. 
 
Bevor wir zum Womo zurückfahren, schauen wir uns die lange Costa Ponente von Milazzo an. Das ist ein Strand! Und fast über die ganze Länge kann man wild campieren. Da aber definitiv kein Strandwetter ist, beschliessen wir, dort zu bleiben wo wir sind. Es ist doch praktisch, zu Fuss in die Stadt und ruhig und windgeschützt stehen zu können.  

Zum Abendessen genehmigen wir uns eine Pizza vom Pizzadienst und fallen schon bald todmüde ins Bett. 
26. März 2004, Milazzo
Im Paradies hat's Zecken

Wir bekommen Besuch von Gimmy, den wir schon in Patti angetroffen haben. Dominik macht mit ihm einen Ausflug, um den anderen Startplatz zu besichtigen. Ach, die Jungs! Wenn sie nicht fliegen können, müssen sie wenigstens vom Fliegen reden können oder auf Start- oder Landeplätzen rumhängen. Nur dann hält sich ihr elendes und jammerndes am Bodengefesselt-Sein in Grenzen.

Ich bleibe, schreibe und gehe spazieren. Nicht spektakulär, aber zufriedenstellend nach einem Tag der Aktivität. Wenn man gemütlich durch eine Stadt streift, entdeckt man manchmal die schönsten Dinge. Die meisten grossen Tore z.B. sind ja geschlossen. Aber manchmal steht eines offen und man erblickt hinter dem Dunkel des Gewölbes der ersten Häuserzeile verwilderte Höfe und Gärten, welche im von oben einfallenden diffusen Tageslicht verführerisch romantisch locken. Hin und wieder wage ich mich hinein, um zu gaffen, zu bewundern und zu fotografieren.
Am Nachmittag machen wir eine Küstenwanderung entlang der Westseite des Capo Milazzo. Immer wieder erstaunt mich die Liebenswürdigkeit der Menschen hier. So hat z.B. ein älterer Herr, als wir parkiert hatten und Zorro ausstieg, ihm spontan Wasser vom Brunnen geben wollen. Da aber der Kleine ein wenig scheu gegenüber Fremden ist und im Moment auch nicht so wahnsinnig durstig, hat es ein paar erfolglose Versuche, Zorro zum Wasser zu locken, gegeben. Also ist der alte Herr los, hat eine PET-Flasche gesucht und den unteren Teil abgeschnitten. So hat er einen wunderbaren Trinknapf erstellt, ihn mit Wasser gefüllt und ihn Zorro hingestellt. Gnädigerweise hat der sogar getrunken! Und der alte Herr war zufrieden.

Zuerst führt eine Treppe steil den Hang hinauf und ein paar Meter weiter hat man genialen Blick auf die Baja Tono, in welcher die kleinen Fischerboote wie an einer Halskette aufgezogen am Strand liegen.
Der Wanderweg ist gut hergerichtet. Er führt entlang alten Trockenmauern, wild wuchernden Olivenbäumen bzw. Sträuchern, Kakteenbäumen, blühenden Blumen und vielerlei sonstigem Grün.

Ein schmaler Pfad, über Stock und Stein, immer wieder mit Blick auf das Kap und mit der Nase voll frühlingshafter Düfte.
Es ist eine Genusswanderung und es ist schön, sich so durch die wuchernde Wildnis, welche sicher einmal bewirtschaftet wurde, treiben zu lassen. Die Eidechsen rennen und springen davon, wenn wir kommen, die Luft schwirrt von Insekten und das Meer brandet etwa 200m unter uns stetig an die Felsen.

An einer Stelle zweigt es ab zum "u'Paradiso". Der Pfad führt hinab zum Meer.  Paradiesisch ist es hier aber nicht unbedingt, wenn auch schön abgelegen und wild. Aber wir entdecken an uns Zecken. Zuerst eine, dann noch eine und schon entledigen wir uns unserer Kleider und checken alles durch. So lästig. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, hat es vermutlich auch im Paradies schon lästige Zecken gegeben.

Wir wandern zurück und kommen arg ins Schwitzen. Es blieb heute, trotz prognostiziertem Regen trocken. Lässig. Hoffentlich bleibt das für morgen so, denn es ist Wochenende und fliegerisch hoffentlich was los!
27. März 2004, Milazzo
"Why paragliding sucks" oder "Perche il volo in parapendio ti prende" 

Heute ist Fliegen angesagt. Bis Gimmy kommt und uns abholt, lümmeln wir ums Womo rum. Unter unserem Stellplatz, quasi vor der Haustüre ist eine Dusche, welche mit einer Zange aber in Betrieb genommen werden kann. Der eine Abgang oben ist aber kaputt, sodass das Wasser auch auf dieser Seite raus rinnt. Dominik schnitzt einen Zapfen und stopft diesen hinein. Prima, jetzt könnten wir Duschen! Ach, wenn es nur schon Badewetter wäre! Aber immerhin haben wir jetzt Wasser zum Abwinken. 
Vom Berg über Sta Lucia del Mela fliegt man über das Castello hinunter zum Fiume Mela. Zusammen mit Gimmy fahren wir hoch. Kurze Zeit später trifft auch Lillo ein, ebenfalls von Milazzo. 
Die Sicht ist ausserordentlich gut. Über uns sind Wolken, es scheint sich eine gute Thermik zusammen zu brauen. Aber sehr thermisch wird der Flug nicht. Sie können sich zwar einige Zeit über dem Castello und dem Dorf halten, aber kommen dann doch runter zum Fluss. Es scheint nicht so einfach zu sein, hier in Sizilien gute thermische Konditionen anzutreffen. 
Bevor wir wieder hochfahren machen wir Pic-Nic. Das ist das Praktische am VW-Bus, man hat immer alles dabei und kann jederzeit, egal wo, Tisch und Stühle herausholen, die Fressalien aus dem Kühlschrank, lädt alle Anwesenden ein und hat ein herrlich spontanes Gelage. Das einzige was dazu nötig ist, ist Sonnenschein und Muse, es zu tun. Lillo hat den Tipp, auf die Peperoni, Zitrone und Salz zu tun, hmm, wird wirklich gut so. Er hat uns einen Riesensack voll Zitronen aus der Plantage, welche gleich hinter dem Landeplatz ist, geholt. Er meint, sie bleiben über Monate gut. Also will ich sie mit nach Hause nehmen. 

Gimmy ist begeistert von unserer Homepage und von der Mega-Datenbank, welche Dominik über die Fluggebiete in Sizilien erstellt hat. Er erzählt uns, dass er die eine Seite "Why paragliding sucks" ins Italienische übersetzt hat. Es war ihm ein Anliegen, die Gefühle und die spezielle Leidenschaft, welche so fesselt in Italienisch ausdrücken zu können. Nun gibt es sie also auch auf Italienisch mit dem Titel "Perche il volo in parapendio ti prende". Er ist auch unglücklich darüber, dass "seine" Rita nicht so besonders begeistert vom Fliegen ist und offenbar nicht ganz versteht, was ihn bewegt. Nun, vielleicht helfen ihm (oder anderen?) diese poetischen Worte. 
Wir fahren ein zweites Mal hoch und es geht noch einmal raus. Gimmy hat einen Startabbruch und landet mit seinem Schirm voll in den Brombeeren. Alles voll, sämtliche Leinen um die Brombeeren verwickelt. Ich helfe ihm, den Schirm zu befreien, was einige Zeit braucht. 

Am Abend gehen wir mit Gimmy eine Pizza essen. Auch Rita, seine Freundin, gesellt sich später zu uns. So schön, mit Bekannten, welche ich schon fast Freunde nennen würde, ausgehen zu können. Man lernt die Menschen erst dann näher kennen, sieht, wie sie leben, was sie beschäftigt. 

Zorro habe ich im Womo gelassen und als wir zurückkommen empfängt er uns überschwänglich. Er ist brav geblieben und hat keinen Unsinn angestellt. Ich freue mich, bestätigt zu bekommen, dass ich ihn abends für wenigstens drei Stunden alleine lassen zu können. Bedeutet es doch, auch mal ins Kino gehen zu können!  
28. März 2004, Milazzo
Mittagessen mit Freunden 

Sommerzeitumstellung! Wir stehen erst um halb zehn (neue Zeit) auf! Normalerweise bin ich um sieben Uhr (alte Zeit) aus den Federn. Es tut gut, ein wenig länger liegen zu bleiben. 

Das Wetter schaut nicht besonders aus, Scirocco ist drin, die Wolkenbank hängt über den Bergen und es regnet beinahe. Wir schlendern am Hafen entlang und schauen uns die Fischauslagen an. An einem mit einer Muräne bleiben wir hängen und lassen uns erklären, wie all diese hässlichen Fische am Besten zubereitet werden. Hilfe, eine Muräne würde ich auch tot nicht anfassen! 
Heut bin ich so müde, dass ich, als Lillo draussen hupt, noch gar nicht begeistert bin, schon wieder in irgendeiner Form aktiv zu werden. Aber da gibt es kein Pardon, wir sind zum Mittagessen bei Gimmy und Rita eingeladen! Irgendwie klappt es nicht immer mit dem Italienischen, denn wir dachten, die Einladung wäre für den Abend. Also packen wir kurzerhand Computer und Hund ins Auto und überlassen uns Lillo's Fahrkünsten durch die Stadt zu Gimmy. 

Gimmy hat Grosses mit uns vor. Zuerst gibt es Antipasti in Form von geräuchertem Ricotta, Salami, Käse und Oliven, dann superleckere Spagetti mit einer Tomaten-Sugo con Schwertfisch, Kapern und Oliven. Poi, frittierten Fisch und Spiessli mit Kalbfleisch, gefüllt mit Schinken und Käse, dazu Salat. Alles ganz fein und viel zu viel. Zum Nachtisch dann noch eine Torta Bianco-Nero, welche mit Biskuit, Schokolademus und Rahm ganz luftig vermischt ist. Eine sizilianische Spezialität.
Während wir den Nachmittag plaudernd, Caffé trinkend und rauchend verbringen, schläft Zorro hin und wieder gemütlich vor der Türe. Es ist eine ziemliche Geduldsprobe für ihn, denn er ist es sich nicht gewohnt, so lange in einer Wohnung zu sein.

Grosszügigerweise dürfen wir auch den ADSL-Anschluss von Gimmy nutzen. Internet macht ziemlich Spass, mit so schnellem Anschluss! Ausserdem kopiert er mir eine coole CD von Flugsequenzen mit Advance-Schirmen. Irgendwann, es ist schon nach sechs, machen wir uns auf den Heimweg. Mit Überredungskunst überzeugen wir ihn davon, dass wir gerne zu Fuss gehen und sind froh, nicht im sonntäglichen Passegiato-Stau stehen zu müssen. Bepackt mit Wein und Kuchen machen wir uns auf den Heimweg. Abendessen fällt aus, da viel zu viel gegessen.
29. März 2004, Milazzo
Seitenwechsel 

Als wir am frühen Morgen draussen waren sah ich einen Delphin. Zuerst traute ich meinen Augen nicht recht und rief Dominik. Dann sahen wir ihn beide, ein einzelner Delphin, der nahe an der Küste vorbeischwamm, immer wieder aus dem Wasser auftauchend, um Luft zu holen. Herrlich und völlig unerwartet. 

Das Wetter ist nicht gut. Es regnet immer wieder ein wenig und wir schlendern ins Zentrum, um die Tarife für eine Übersetzung auf die Liparischen Inseln auszuchecken. Aber es ist relativ teuer und so sehr viel versprechen wir uns nicht von den Inseln. Wenn das Wetter wirklich gut gewesen wäre, dann hätte es sich eher gelohnt, aber so? Wir lassen es bleiben und sehen dem Abschied von Sizilien in die Augen. 
Für unseren letzten Tag hier in Sizilien wählen wir die andere Küstenseite, den Golf von Patti mit dem endlos langen Kieselstrand von Milazzo. Einen Platz hier zu finden ist easy, der ganze Strandbereich ist ein einziger grosser Kiesparkplatz, man kann das Womo hinstellen, wo man will.
Wir machen einen barfussigen Spaziergang auf dem reflexzonenmassierenden Kieselstrand und haben dazu sogar Wetterglück.  

Den Nachmittag verbringen wir wieder drin, denn es regnet und zwar ziemlich zünftig. Ich gehe nur einmal raus, um einen längeren Spaziergang mit Zorro zu machen. 

Zum Abendessen gibt es wieder einmal eine Ladung Artischocken, welche Dominik so liebt. Dazu Teigwaren und eine selbstgemachte Curry-Majo.  
30. März 2004, Milazzo
Arrivederci Sicilia 

Wir erreichen Gimmy per Telefon nicht, also spazieren wir zu seinem Haus, das nur wenige Minuten von unserem Stellplatz entfernt ist. Auf halbem Weg kommt er uns aber entgegen und wir gehen zusammen einen Caffé trinken. Er zeigt uns sein anderes Haus, welches er im Sommer vermietet. Ein grosses mehrstöckiges Haus mit hohen Räumen. Alles neu renoviert und zum Teil noch nicht ganz fertig. Einen grossen Raum hat er lila gestrichen und die Decke ist mit tiefen Stuckaturen versehen. Könnte man cool einrichten! Es ist schon so, dass hier im Sommer das Geld verdient wird, welches dann für den Rest des Jahres reichen muss.
Wir verabschieden uns von ihm und bedanken uns noch einmal für seine Gastfreundschaft und grossherzige Freundschaft. You are a very nice guy and if you are once in Switzerland, you will be our guest as long as you wish! Many thanks again, Gimmy!

Gegen zwei Uhr sind wir in Messina und kommen problemlos durch und auf die Fähre. Ging flutsch durch wie nix. Und schon sind wir weg von Sizilien, wo wir mehr als drei Monate verbracht haben. Wundervolle drei Monate, in denen wir viele tolle Leute kennengelernt haben, viele gute Erlebnisse hatten und auf Wanderung und in Fluggebieten ein wunderschönes grünes Sizilien entdeckten. Die schönste Zeit, vom Wetter her, kommt aber bestimmt erst noch. Ein bischen schade, dass es dafür nicht mehr gereicht hat. Wehmütig ist mir eh um's Herz. Abschied von Sizilien bedeutet auch ein wenig Abschied von meiner Reise. Von jetzt an geht es nordwärts, heimwärts. 
Bella Sicilia, arrivederci! Torneremo! 


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