16. - 20. November 2006: Diano Marina (Imperia) -
Sperlonga
Entlang der ligurischen Küste - Servicestopp in Rom - südwärts |
Italien empfängt uns wie erwartet! Schon auf der Autostrada dei Fiori entlang der
ligurischen Küste macht sich der italienische Fahrstil bemerkbar. Und als wir
dann in die Stadt Imperia einfahren erwartet uns Italien in altbekannter und von
mir altgeliebter Weise! Tempolimits werden chronisch überschritten bzw. gar nicht
beachtet, doppelte Sicherheitslinien werden mit knappen Überholmanövern
überfahren, aus zweispurigen Fahrbahnen werden so viele wie gerade nötig und die
Skooter überholen uns links und rechts in akrobatischer Manier.
Der Stellplatz von Diano Marina befindet sich auf einem Campingplatz. Für 8 Euro
sind wir angesichts unserer Müdigkeit aber schnell entschieden. Und ausserdem
lässt es sich in ruhiger Umgebung erholen. |
Es
hat Nebel in der Höhe und überhaupt schlechtes Wetter. Trotzdem ist
es milder als in den vorangegangenen Tagen. Wir fahren auf der Autostrada an
Genua vorbei, staunen über die guten Strassen (vor wenigen Jahren war das noch
eine wilde Holperpiste), und fahren in Viareggio den Hafen an. Henny und Rainer
kennen hier einen ruhigen Platz hinter der grossen Werft, wo Luxusyachten vom
Stapel fahren. Ein grosser Schotter-/Sandplatz bietet herrlichen Blick auf den
Hafen und die endlosen Lichter des Lungomare von Viareggio nordwärts bis ich
weiss nicht wo. |
Ein Gewitter
erwartet uns und es regnet in Strömen. Die Fahrbahnen gleichen
Kanälen und wir müssen uns höllisch konzentrieren beim Fahren. Noch einmal
durchfahren wir ein Gewitter. Die Wolken stapeln und türmen sich immer wieder
auf's Neue in
beeindruckender Weise. Am liebsten würde ich anhalten und das Spektakel bewundern
und beobachten. |
Während
der Mittagspause fängt es wieder an zu regnen. Als ich wieder in mein Womo
zurück will, zeigt es sich, dass wir auf einem potentiellen See geparkt haben.
Mit Ach und Krach, mit Hiev und Hepp und viel Handsicherung durch Henny und
Rainer mache ich einen halben Spagat und überbrücke so die wohl knöcheltiefe
Pfütze!
Bei Grosseto fahren wir auf einen Parkplatz beim Ippodromo und finden auch hier
ein ruhiges Plätzchen. |
Der
Mittagshalt am anderen Tag war da schon einiges besser! Herrliches Wetter,
direkt am Meer. Richtig warm ist es und wir sitzen draussen und haben so richtig
Süditaliengefühle. Sperlonga ist nicht mehr weit weg und wenn wir vorwärts
machen, sind wir im Laufe des Nachmittags dort. |
Kurz vor Rom, als ich gerade die Führung übernommen
hatte, haben Henny und
Rainer eine Reifenpanne. Ich fahre zurück und finde die beiden auf dem Platz
einer ERG Tankstelle. Der vordere linke Pneu hat eine diagonale Auswuchtung und
sieht
alles andere als fahrtüchtig aus. Im letzten Augenblick hat Henny diesen
Schaden entdeckt. Das Probefahren auf dem Tankstellenplatz hatte nämlich nichts
Ersichtliches ergeben. Mit Hilfe ihres Schutzbriefes erreichen sie, dass nach
einer knappen Stunde ein Transporter eintrifft, der sie zu einer Werkstatt in Rom
abschleppt. |
Wir stellen uns mitten unter die anderen
(;-)) Schrottautos auf den riesigen
Parkplatz, um die Nacht hier zu verbringen und morgen dann auszuchecken, was zu
machen sei. Es stellt sich heraus, dass dieses Unternehmen vor allem
Falschparker in Rom abschleppt! Am anderen Morgen können wir miterleben,
wie alle 10 Minuten wieder ein Transporter mit an- und aufgehängten PKW im
Schlepptau eintrifft. Alle haben Bussenzettel an der Windschutzscheibe. |
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Nichtsdestotrotz frühstücken wir vor Rainer und Hennys Womo, welches die italienischen
Arbeiter ziemlich belustigt. Zwei Mechaniker begutachten die Pneus und
empfehlen daraufhin, sämtliche sechs Pneus zu
ersetzen. Sie seien alt und rissig. Die Preise überzeugen dann auch Henny und
Rainer. Für rund 700 Euro erhalten sie einen kompletten neuen Satz, fertig montiert! |
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Nach dem Mittag fahren wir weiter. Unser Ziel, Sperlonga, erreichen wir bei Dunkelheit. Froh,
endlich da zu sein und wieder einen ruhigen Platz
für die Nacht gefunden zu haben, stellen wir uns auf den Platz, den ich vor
drei Jahren schon einmal während zwei, drei Tagen genossen habe. |
Nun
haben wir Rom hinter uns und den Süden vor uns. Von hier aus werden wir
langsamer weiterreisen.
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Der
nächste Tag bringt unbeständiges Wetter. Am Morgen ist der Himmel noch
verhangen, doch schon am Nachmittag tut er wieder auf. |
Am
Strand treffe ich auf einen Doppelgänger von Zorro. Er ist kräftiger gebaut, hat
ein wenig ein breiteres Gesicht, aber ansonsten ist er haarscharf mein Zorro.
Sogar die gleichen weissen Pfoten vorne! |
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Henny und ich spazieren zum Dorf hoch. Neben der Altstadt entdecken wir eine
Frau, die mit Gummistiefeln und Gummischürze bewaffnet im sicherlich eiskalten
Wasser ihre Wäsche wäscht! Ich hätte nicht gedacht, dass ich so was in Italien
noch antreffen könnte! Die Sonne lacht und wir bewundern blühenden Hibiskus, Bougainvilea und anderes hübsches Grünzeug. Der Strand am anderen Ende des
Dorfes hat sich ebenfalls sehr entwickelt. Noch ein paar Jahre mehr und die
Bucht ist überbaut!
Sperlonga ist eine Perle! Was man von aussen ganz und gar nicht erwartet! So
klein und süss sind die Gassen und Innenhöfe! Alles überschaubar. Und jede Gasse
führt schon nach kurzer Zeit an die Aussenseite des Dorfes und gibt den Blick
auf's Meer frei. |
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Ein
Abendspaziergang zeigt Sperlonga nochmals im schönsten Licht. |
21. - 23. November 2006: Sperlonga - Santa Maria di
Capua Verita - Napoli, Vesuvio
Rings um Neapel und auf dem Vesuv |
Von
Sperlonga aus fahren wir zuerst Richtung Gaeta. Ich möchte mir ebenfalls eine
TIM-SIM-Karte für's Handy kaufen. Sollten wir uns irgendwie und -wo aus den
Augen verlieren, können wir wenigstens günstig Verbindung aufnehmen und uns
wieder zusammen lotsen. Ausserdem erreicht man mich so ohne grosse Kosten. Für
10 Euro erhalte ich in Gaeta eine Karte mit 5 Euro Gesprächsguthaben.
Auf dem Weg nach Capua fährt man durch die Agglo von Neapel. Es scheint, dass die
Abfallentsorgung hier nicht klappt oder der Verein ist gerade am Streiken. Ich
tippe auf Zweites. Es liegen Berge von Müll um die Mülltonnen herum! Na, Neapel
zeigt sich von seiner sehr üblen Seite.
Das Amphitheater von Santa Maria di Capua Verita ist leider sehr enttäuschend.
Der Haupteingang ist das imposanteste an diesem alten Gemäuer. Drinnen und
draussen sind Leute mit Renovierungsarbeiten beschäftigt und wir können nicht
einmal auf die Arena raufklettern um diese ehemalige Lust- und Schreckensstätte
von oben zu begutachten. |
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Unsere nächste Destination ist der Vesuvio. Von Napoli aus führt zuerst eine
steile und mit Kopfstein gepflasterte Strasse den Berg hoch. Später wird die
Strasse breiter und besser. Auf ca. 1000m stellen wir uns auf den Parkplatz beim
Kiosk, wo früher die Seilbahn hochkam. Es ist ca. 7° und wir geniessen die
Aussicht auf Napoli by Night von drinnen. Um das Foto unten zu schiessen bin ich
allerdings noch kurz vorher auf's Womodach geklettert. |
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Der scheinbar "berühmt-berüchtigte" Andreas de Gregoris, ein alter Mann, der uns
hier oben empfängt, als wir ankommen, verkauft uns mit seinem Charme locker zwei
Flaschen Vino Rosso di Vesuvio. Dafür dürfen wir auch auf "seinem" Parkplatz
nächtigen. Morgen will er uns noch mehr verkaufen. Henny hat er schon mal einen
Zeitungsartikel des Aachener Tagblatts in die Hand gedrückt, in dem zu lesen
ist, dass er so quasi zum vesuvischen Interieur gehört.
Auf alle Fälle wird das nicht nur eine kalte Nacht, sondern auch eine ruhige.
Auch wenn wir hier auf einem noch aktiven Vulkan nächtigen!
Irgendwie bin ich glücklich hier in Italien zu sein. Und doch frage ich mich
immer wieder, was ich hier soll! Ohne Dominik scheint vieles keinen Sinn zu
machen. Es fühlt sich manchmal wie ein Suchen im Labyrinth an, und ich weiss
nicht, wo der Weg hinaus führt. Ich werde aber nicht reagieren, bzw. noch nicht.
Ich werde gut beobachten, versuchen zu erspüren und dann entscheiden.
Schliesslich bin ich gerade erst angekommen. Vorher wollte ich schreiben,
Italien sei gewöhnungsbedürftig. Ich löschte es wieder weg, weil es nicht ganz
stimmt. Italien kenne ich, ich muss mich nicht daran gewöhnen, aber ein Italien
ohne Dominik, an das muss ich mich gewöhnen, das muss ich neu kennen lernen... |
In
der Nacht ging meine Phantasie noch mit mir durch und ich malte mir ein
Herunterfahren auf eisigen Bahnen aus... und heute lacht mich der schönste Tag an,
seit wir hier in Italien sind!
Gut, dass ich Rainer gestern überreden konnte, weiter zu fahren. Ihn
schreckte die anfänglich steile Pflasterstrasse, die aber glücklicherweise
bald in eine breite und asphaltierte Strasse wechselte. |
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Henny und ich wollen den Vesuv bezwingen. Beim Hochfahren sehe ich mind. drei
Reisebusse hinter mir und schon bald ein paar weitere oben am Parkplatz stehen. Es
herrscht Chaos. Der vulkanische Schotterplatz wird frisch geebnet, denn der
Regen hat ihn offensichtlich total verfressen. Doch nicht nur das! Wir erfahren
beim Billetschalter, dass heute, ja leider, kein Raufkommen möglich sei! Der
Regen hat auch die Wanderwege hoch teilweise weggespült und die Tore bleiben
verschlossen. So ein Mist!
Wir fahren auf der Strasse zurück bis zur nächsten scharfen Kurve und stellen
das Womo ab. Hinter einem 2m hohen Maschendrahtzaun sehen wir eine Schülergruppe
bei einer Informationstafel stehen. Dort müsste man hin kommen! Von dort geht
nämlich ein Weg weiter!
Gesagt, getan. An einer Stelle ist der Zaun zur Hälfte runtergebogen. Da
klettern wir rüber. Zorro hüpft durch ein darunter liegendes Loch. Scheint wie
gemacht für uns! |
Auf
der Infotafel sehen wir dann, dass hinten rum, also südöstlich des Vesuvs
ebenfalls ein Wanderweg hoch zum Krater führt. Na wunderbar, wer sagt's denn?
Wir spazieren los und werden so weit gehen, wie es möglich ist. Wahrscheinlich
werden sowieso bald Arbeiter auftauchen, die uns nicht durchlassen...
Aber keinen Menschen treffen wir an. Ganz am Anfang die Schülergruppe, an der
wir kurz und zielstrebig vorbeilaufen, trotz des kritischen Blickes des Lehrers.
Dann sind wir alleine. Schon beinahe oben, sehen wir dann die Bescherung. Ein
Stück des Weges wurde weggeschwemmt. Das poröse und locker liegende vulkanische
Gestein hält nicht gut auf dem steilen Hang. Da braucht es sicherlich wenig, bis
die Massen rutschen.
Wir klettern, teilweise auf allen vieren, mutig über diesen dunklen Abgrund ;-))
und kommen wenig später oben an.... |
Keine
Menschenseele, weit und breit. Wir stehen auf dem Vesuv und werden von keinen
Touristenmassen angelärmt und -gerempelt.
Den Krater können wir uns ungestört anschauen und die bizarre Landschaft
geniessen.
Immer wieder kichern wir übermütig vor uns hin! Ha, wir haben denen allen ein
Schnäppchen geschlagen! Haben uns von hinten angeschlichen!
Aus den Seitenwänden des Kraters puffern schweflige Rauchwölkchen. Sie stinken
und erinnern uns daran, dass wir uns auf einem Vulkan befinden. |
Ich
klettere über die Abschrankung (auch das darf ich, da ja keiner guckt und gleich
mit der Trillerpfeife pfeift) und schaue in den Krater hinein. 300m oder so? Auf
alle Fälle genug, um da alleine nicht mehr rauszukommen, sofern man einen Sturz
in die Tiefe überhaupt überleben würde. Aber die Überlegung ist müssig, denn ich
habe nicht vor, den Vesuv so zu verärgern, dass er mich mit einer Lavafontäne
raus katapultieren könnte.
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Der
Vesuv ist übrigens ein sogenannter aktiver Vulkan, der das letzte Mal 1944
ausgebrochen ist. Das scheint lange seither. Aber wenn man weiss, dass er bis
dahin immer wieder mal ausgebrochen ist, dann werden gute 60 Jahre Abstand recht
relativ. |
Thermik,
die sich an der Südseite des Vesuv gebildet hat schliesst uns in seine neblige
Feuchtigkeit ein. Ein wenig unheimlich, aber ungefährlich. |
Während
wir zurück gehen, erfreuen wir uns an der gigantischen und wundervollen Sicht
vom Vesuv auf den Golfo di Napoli und die Hügellandschaft des Amalfi. |
In
Neapel gehen wir kurz Sprit und Wasser tanken, bevor wir weiter Richtung Süden
fahren.
Hufgetrappel lässt uns hochgucken und staunen! Beim ersten Mal ist ein
Skooter-Fahrer mit einem rassigen Pferdchen, das neben ihm hertrabt. Er und sein
Traber sind völlig ungerührt ob des napolitanisch
lauten und dichten Verkehrs! Beim zweiten Mal zücke ich die Kamera. Diesmal ist
es "bloss" ein Boogy mit einem Traber vorne und einem im Schlepptau auf der Seite! Was man vom Bild her
nicht mitkriegt, ist der extreme Verkehr und das hektische Chaos, welches hier
in Neapels Strassen herrscht! |
24. -28. November 2006: Napoli - Salerno -
Paestum - Marina di Camerota (Cilento)
Griechisch-Römische Antike - Italien hat uns endlich |
Unsere
Strecke führt an Salerno vorbei und gleich anschliessend an die Küste. Hier
finden wir einen guten und ruhigen Platz für die Nacht. Die Pinien schützen uns
vor Wind und der Strand fängt gleich hinter dem Parkplatz an.
Das Tor wird sogar über Nacht geschlossen, und so bleiben wir von jeder Störung
verschont.
|
In
Paestum, bzw. auf dem grossen dazugehörigen Parkplatz begrüsst uns ein alter
Mann. Dieser "Vecchio" mit Kapitänsmütze knüpft uns je 2 Euro für den Parkplatz ab. Dafür
unterhält er uns mit seinem kaum zu verstehenden Kauderwelsch und trillert mit
seiner Pfeife jedem vorbeifahrenden Auto hinterher.
Wir wollen uns die griechischen Tempel ansehen. In meinem Bericht von
vor drei Jahren habe ich zwar ausführlich von meinem Besuch und meinen
Eindrücken berichtet. Aber die Anlage ist so sensationell schön, dass ich es mir
nicht nehmen lasse, noch einmal durch die grossangelegte ehemalige Ruinen-Stadt Poseidonia zu gehen.
Allerdings haben wir zuerst Pech. Die Öffnungszeiten beschränken sich auf den
Vormittag. Wir werden also morgen nochmals kommen müssen.
Kurzentschlossen wollen Henny und ich den imposanten Kirchenbau, der in der Nähe
von Capaccio markant aus dem Grün des umliegenden Waldes
sticht, aus der Nähe anschauen. Wir hoffen, wir schaffen es noch vor
Sonnenuntergang.
Wir verfahren uns dann aber dermassen, dass wir schon beide glauben, es nicht
mehr rechtzeitig zu erreichen. Wir schaffen es trotzdem. Gerade auf die letzte
Minute. Die Sonne verzieht sich hinter den Horizont, und wir geniessen den Blick über die Seleebene und den Golfo di Salerno. |
Auf
dem Rückweg halten wir kurz bei einer neugierig machenden Glaskuppel an. Sie
gehört zur Kirche Getsemani.
Der Pfarrer empfängt uns auf dem Parkplatz (wir glauben, er schickt uns gleich
wieder weg) und erklärt uns netterweise und
unaufdringlich, dass hier zwei Kirchen übereinander gebaut wurden und wir dies
gerne besichtigen dürfen!
Tatsächlich sehen wir, als wir eintreten, über uns eine Glaskuppel mit tollem
Glasmosaik und in der Mitte des Raumes, im Boden, ein sternförmiges Loch,
welches den Blick auf die darunter liegende Kirche frei gibt. |
Von
der unteren Kirche aus sieht man die farbigen Fenster des oberen Teils! Ein
eindrückliches Konstrukt! In der Mitte liegt ein marmorner betender Jesus und entlang
des kreisrundes Raumes hängen bronzene Reliefe, die stufenförmig, von grünem,
granitähnlichem Stein belegt, in die Wand eingelassen sind. Unbeschreiblich
beeindruckend! Diese Arbeit, dieser Aufwand! Diese Ideen! |
Kurz
vor unserer Heimkehr, es ist schon dunkel, überrascht uns dann noch der
Neptun-Tempel im strahlenden Scheinwerferlicht. |
Die
Sakralbauten Paestums. Die wahrscheinlich schönsten dorischen Tempel Europas!
Bedeutendste Überreste griechischer Kultur in Italien.
Beide grosse Tempel dienten dem Kult der Hera, der Schutzgöttin der Stadt. Im
Museum sehen wir jede Menge kleinerer und grösserer Skulpturen, die Hera, Göttin
von Haus und Herd und Fruchtbarkeit, darstellen.
Das Spazieren durch dieses weitläufige Wiesengelände macht Spass. |
Sowieso
weil herrlichstes Wetter herrscht und wir sogar in T-Shirts ins Schwitzen
geraten. |
Die
Grösse und recht intakte Schönheit der griechischen Tempel mit ihren dorischen Säulen ist eindrucksvoll. |
Im
Museum können wir das in den Touristenläden gut vermarktete Abbild der
Grabplatte des "Tauchers" ansehen. Eigentlich müsste es Springer heissen und
nicht Taucher, wenn man sich das Bild anschaut. Historische Interpreten meinen,
dass dieser Sprung symbolisch gedeutet werden muss: Sprung in's Jenseits... in
andere Dimensionen... |
Einen
Kilometer südlich der Ausgrabungsstätte finden wir im Lido di Siesta einen
Platz, um uns von den Strapazen der Besichtigung und den vielen Eindrücken zu
erholen.
Es ist zwar nicht der Mega-Platz, aber immerhin können wir Tisch und Stühle
draussen hin stellen und haben zudem direkten Blick auf's Meer inkl.
Sonnenuntergang. Herrliches Wetter! |
Der
nächste Morgen ist sowas von perfekt: kein Wind geht, die Brandung ist schwach,
die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und die Temperaturen steigen auf
irgendwo über 22°. Ich entschliesse mich, das Wagnis einzugehen... irgendwie
lockt das Wasser zu sehr. Als ich dann drin bin, muss ich feststellen, dass es
gar nicht so arg kalt ist! Vielleicht 18°, vielleicht auch ein wenig kälter. Auf
alle Fälle herrlich, herrlich, herrlich! Der Süden und das Meer heissen mich
willkommen und ich sie! |
Kurz
nach Paestum bzw. Agropolis fängt das Küsten- und Naturschutzgebiet Cilento an.
Von hier an ist es vorbei mit endlos langen Sandstränden. Dafür beginnt eine
abwechslungsreiche Berg- und Buchtenlandschaft mit kleineren Sandstränden,
verschwiegenen Buchten und bizarr zerklüfteten Felsformationen. Die laute und
hektische SS (Super Strada) geht weit hinten rum. Ähnlich der Amalfitana führt auch hier eine
Küstenstrasse in tausend Bogen dem Meer entlang, mal hoch in den Hängen, mal
hart am Meer.
In San Marco machen wir Mittagspause. Wir suchen das ganze Dorf nach einem
Stellplatz ab, werden aber nicht wirklich zu unserer Zufriedenheit fündig. Also
weiter. Könnte schwierig werden hier. |
In
Marina di Ogliastro haben wir mehr Glück. In der Nähe eines Aleppo-Pinienparkes, am
Rande des Dorfplatz stellen wir uns hin. Wir sind froh, hier etwas gefunden zu
haben, ist doch die Küstenlandschaft total bezaubernd. |
Es
bleibt uns auch genügend Zeit, die Abendstimmung (um etwa 16 Uhr!) aufzunehmen
und zu geniessen. |
 |
Halbreife
Datteln liegen am Strassenrand. Die werden hier wohl nicht reif und saugen der
Dattelpalme unnötig Saft ab!? Irgendwie schade um die dekorativen Dinger! |
Im
Dorf sichte ich eine Pflanze, die ich nicht kenne. Eine Banane ist es nicht. Für
eine Strilizie viel zu gross, obwohl sie ein Blüte ganz ähnlicher Art treibt.
(Später finde ich heraus, dass es tatsächlich Riesenstrelizien gibt!) |
Die
Bougainvilea bezaubern auch hier in ihrer Farbenpracht. Der Inbegriff des
Südens für mich! |
|
Am Dorfplatz steht so etwas wie ein Souvenirladen. Es ist allerdings mehr als
das. In zwei Räumen hängen an den Wänden und von der Decke, gestapelt auf
Regalen allerlei Tiere, Muscheln, Seesterne, Schwämme, ausgestopfte Haie und weiss der Geier
was noch alles. Es ist so voll von Allerlei aus dem Meer, dass es mir beinahe
die Sprache verschlägt. |
 |
Wir
bleiben einen Tag hier. Meine Hausbatterien sind total im Eimer. Heute morgen
komme ich schon mit der schlichten Inbetriebnahme der Wasserpumpe in den roten Bereich!
Es müssen Neue her!
Henny und Rainer haben auch diverse Reparaturarbeiten und so verbringen wir den
Tag mit Schrauben, Messen, Drehen, Wenden, Putzen, Auseinandernehmen und wieder
Zusammenbauen.
|
Die
beiden messen mir meine Lade-Batterien aus, hängen dort ab und da an, bis wirklich
feststeht, dass die Kombination der einen grösseren Batterie (100 Ah) mit der
anderen kleineren (55 Ah) total ungünstig ist. Gewusst habe ich das schon, aber
sie haben trotzdem recht lange gehalten. Nur, jetzt ist endgültig Schluss. Bei
nächster Gelegenheit werde ich sie ersetzen. D.h. ich nehme zwei neue 55 oder 65
Ah - Batterien, so dass sie gleich "klingen".
Das Wetter ist total schön. Herrlichster wolkenloser Himmel, warme Temperaturen,
sogar nachts, und kein Rummel, weit und breit! Schön, im Süden zu sein! |
Heute
geht es im gemütlichem Tempo weiter durch den Cilento, immer dem Meer entlang.
Immer wieder führt die gewundene Strasse so in die Höhe, dass man geniale Blicke
auf den Küstenverlauf hat. |
Die
eine Stelle ist so steil, das ich das festhalten muss. Epsin wenig ächzend
kommen sie "hochgeschnurrt"! Es soll ihnen nicht besser als mir ergehen! |
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Traumhafte Buchten! Fast am Ende des Cilento sieht man hinter Palinuro diese
steil abfallende Felsküste. |

Am Ende von Marina di Camerota finden wir, als wir schon beinahe aufgegeben
haben, doch noch einen guten Platz. Direkt am Meer! Wunderbar. Ein Spaziergang
ermöglicht uns den Blick zurück auf unseren Stellplatz, unseren Platz für diese
Nacht und den morgigen Vormittag. Vielleicht auch für länger. Man wird sehen.
Wir treffen unsere Entscheidungen immer kurzfristig. Je nach Wetterlage, der
äusseren, wie auch der Inneren!
Demnächst geht es dann weiter, ganz langsam, Richtung Sapri. Dort wartet ein Couvert mit einer Liechtensteinischen SIM-Karte auf mich,
welche mir Marcello aus der Schweiz hinterher geschickt hat. Sie wird mir
Gratis-Empfang in allen Ländern Europas ermöglichen.
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Am
Vormittag fährt auf einmal eine Frau auf dem Fahrrad vor und sagt "Grüezi!".
Mirjam ist aus der Schweiz, mit einem hiesigen Italiener so gut wie verheiratet
und lebt hier seit drei Jahren.
Wir kommen schnell ins Gespräch und ich erzähle ihr beinahe meine ganze
Lebensgeschichte. Kein Wunder, sie ist ja Psychotherapeutin!
Auf dem Gelände, welches sie zwecks Hausbau gekauft haben, stehen eine Menge
gute alte Olivenbäume. Ich kaufe ihr gerne eine Flasche von dem in diesem
Jahr zum ersten Mal von ihr selbst hergestellten Olivenöl ab. Wenn auch nicht in
einer eigenen Mühle gemahlen, sind die Oliven doch immerhin ohne Gift gediehen
und von Hand geerntet. Ich werde meine Freude daran haben!
Nebst dem Olivenöl bietet Mirjam ihre Kompetenz auch in einer
"Olivenhain-Psychotherapie" an oder mit "Seelenbilder malen am Meer". Die
Umgebung hier ist wirklich wunderschön und ich kann mir sehr gut vorstellen,
dass es sich hier gut von Sorgen und Nöten distanzieren lässt. Vor allem auch
mit einer so guten Zuhörerin, wie es Mirjam ist! Wer Interesse hat kann sich bei
ihr telefonisch melden unter 0039 974 939 118 oder 0039 349 734 84 54 oder per
Mail an: mirjam (punkt) ruoss (ät) bluewin (punkt) ch.
Kurzerhand entschliessen wir uns, noch einen Tag länger in Marina di Camerota zu
bleiben. |
Mirjam
zeigt uns "ihr" Dorf, weist uns auf das Internet-Café hin und hat so manche
Geschichte zur italienischen Mentalität parat. |
An
der einen Ecke spielen die Männer Boccia, an der anderen Karten. Friedlich
ist es hier.
Auch Mirjam meint, dass sie sich das ruhige Leben schon ganz schön arg angewöhnt
hat. Es geht alles ein wenig langsamer und das ist (meist) gut so. |
Der
Architekturstil in Italien ist ja, meiner Meinung nach, die reinste
Scheusslichkeit. Aber hin und wieder arrangieren sich ein paar wenige Häuser
harmonisch in der Landschaft. |
Der
Blick zurück auf "unsere" Bucht in der Abendsonne. |
Man
wartet darauf, dass der Ladenbesitzer, bzw. die Ladenbesitzerin, des
Internet-Points endlich die Tore öffnet! Gerade wollen wir aufgeben, als Henny
meint, doch noch ein paar Minuten zu warten. Und siehe da! Es lohnte sich!
In der Nacht taucht übrigens ein Carabinieri auf, der unsere Daten in eine
grossformatige Tabelle einträgt und damit zufrieden ist. Wir reisen ja eh morgen
wieder ab. |
29. November - 5. Dezember 2006: Sapri - Praia a
Mare - Vibo Valentia Marina - Scilla
Schönes Wetter ohne Ende |
In
Sapri ist Markt. Während Rainer sich in dieses Getümmel schmeisst, tue ich mir
ein anderes an: ich fahre mit
Hennys Fahrrad zur Post und hole meine Post ab. Schön, dass es geklappt hat!
Die SIM-Karte erweist sich als funktionstüchtig und einsatzbereit. Cool. Nun
habe ich endlich für alle Länder eine einzige Nummer!
Gleich vis-à-vis unseres Stellplatzes finde ich einen Garagisten, der mir eine
100 Ah - Batterie verkauft. Grosszügigerweise fährt er mich und Rainer sogar in
seinem Jeep wieder zu den Womos zurück. Die alten Batterien darf ich dann bei
ihm vor der Garage stehen lassen! Supi! Endlich wieder anständigen Strom! Ich
habe mich nun doch für eine Batterie entschieden. Den Platz in der Treppe, wo
die zweite Batterie untergebracht war, kann ich gut für anderes Zeug nutzen. |
Unser
Weg führt uns weiter südwärts mit Ziel Maratea. In diesem megahübschen
Fischerdorf kenne ich zwei gute
Stellplätze. |
Die
Küstenfahrt ist wieder einmal eine Sensation. Wir haben aber auch permanentes
Superwetter und das Meer ist klar und strahlend blau! |
An
der engsten Stelle muss ich anhalten. So einen Blick hat man nur von hier aus.
An der einen Stelle in Maratea sind sie gerade am Bauen und an der anderen
Stelle, auf dem grossen Kiesplatz, hat die Gemeinde, oder wer auch immer, eine
Barriere hingestellt. Wir können diesen hübschen Ort vergessen! Ich bin sehr
enttäuscht. Den ganzen Weg habe ich mich auf diese Ecke gefreut und nun?! Es scheint, die Dinge ändern sich....
nix bleibt eben so wie es ist... |
Vor
Praia a Mare sehen wir schon von der Küstenstrasse auf ein grosses Wiesengelände
herunter, welches sich uns regelrecht anbietet. Henny hat die Zufahrt schon von
oben gut entdeckt und wenige Minuten später werden wir für Maratea mit einem
guten und friedlichen Stellplatz entschädigt.
Wir bleiben auch hier zwei Nächte.
In Praia a Mare finden Henny und ich Wasser und für mich ein Fahrrad. Wasser
fanden wir auf dem grossen Parkplatz neben dem Aquapark. Zwar verschliesst eine
Barriere vorerst den Zugang und dem Wasserhahn fehlt der Hahn. Aber beides lässt
sich lösen. Mit der Zange dreht Henny den Wasserhahn auf und es fliesst ein
herrlich dicker Strahl aus dem Schlauch. Die Barriere lässt sich schlicht
anheben und ich fahre mit dem Womo rein. Vollgetankt ist schnell und wir
schauen, dass wir wieder wegkommen.
Ein Fahrrad stand schon eine Weile auf meiner Liste. Bei einem Händler machten
wir kurz Halt und schauten uns zuerst durch die Schaufensterscheibe und dann
auch von innen die Auswahl an. Der Händler hatte seine helle und ein bisschen
kindliche Freude an uns! Er kicherte dauernd und für 160 Euro erstand ich mir
ein rotes tolles Bike! Eines mit einem breiten und hohen Lenker und hinten und
vorne ein Gepäckträger. Schliesslich muss der Zorro da mit drauf!
Zurück bei den Womos ist aber noch mehr Arbeit angesagt. Der Rutschschutz für
die Batterie, welche unter dem Copiloten-Sitz verstaut ist, ist zu lange. Ich muss sie um ein paar Zentimeter kürzen. Während
ich wie wild das Holzteil bearbeite, halten sich die einen an ihre Siesta und
die anderen fotografieren jene, die arbeiten! |
Auf
unserer Strecke Richtung Pizzo liegt Diamante. Ein Dorf am Meer, bekannt für
seine Murales, sprich Wandmalereien. Doch die erste Farbenpracht, die mir ins
Auge sticht, ist dieser Balkon, der voll hängt mit Chilli! |
Viele
Künstler haben sich in diesem Dorf ausgetobt. |
|
Dieses
beeindruckende Bild habe ich vor drei Jahren schon abgelichtet. Alle Wand-Bilder
haben in der Zwischenzeit gelitten. Sie sind dem Verfall ebenso preisgegeben wie
alles andere auch. |
Der
Lungomare ist breit und gefällig. In den schattigen Gassen ist es noch recht
kühl und hier am Meer lockt uns die Sonne.
Der Hunger treibt uns die Promenade runter auf der Suche nach einem Lokal. Aber
es scheint alles geschlossen. |
Im
"Lo Spuntino" wollen wir uns eigentlich Arancini (gefüllte Reiskugeln) zum
Mitnehmen einpacken lassen. Als die Signora zu erkennen gibt, dass sie Deutsch
spricht, kommen wir ins Parlieren. Auch sie hat keine Antwort auf die
geschlossenen Restaurants. Aber sie meint, wir sollen doch einfach einen Tisch
nach draussen nehmen, um unter freiem Himmel essen zu können. Na Prima!
Arancini sind eine sizilianische Spezialität. Sie werden entweder mit Fleisch
und Erbsen gefüllt, oder mit Mozzarella und Schinken, und schmecken lecker!
Für den Selbstauslöser der Kamera war ich wohl zu vollgefressen, sprich zu
langsam.
|
Eigentlich
wollten wir nach Tropea. Aber unsere Wäsche ist mittlerweile mehr als fällig, und
wir erhoffen uns im Yachthafen von Vibo Valentia Marina eine Wäscherei. Die
erste will uns 4 Euro pro Kilo abknöpfen! Nicht mit mir! Mit Wäschereien habe
ich so meine Erfahrungen gemacht. (Das kann man im Bericht von vor drei Jahren
nachlesen!). Bei der nächsten Wäscherei hört es sich mit 2.60 Euro
vernünftig an und wir lassen unsere Säcke dort. Morgen um die gleiche Zeit
können wir sie trocken wieder abholen.
Als ich voraus fahre, holt mich ein Paar auf einem Skooter ein und spricht mich auf
Schweizerdeutsch an! Der Horst lebt mit seiner Frau, der Hanni auf einer
Yacht im Hafen. Das wird Henny und Rainer interessieren!
|
|
Später kommt der Horst nochmals vorbei und lädt uns auf seine Yacht ein. Auf der
imposanten 20m langen Motoryacht lassen wir uns von ihren Reisen in die Türkei
und querfeldein durch's Mittelmeer erzählen. Seit 12 Jahren leben sie auf diesem
Schiff, verbringen die Winter im Süden oder auch mal so wie diesmal, mit einem
Aufenthalt hier und einer Reise per Auto nach Tunesien. |
Am
anderen Mittag holen wir wie abgemacht unsere Wäsche ab und fahren weiter in den
Süden. Tropea lassen wir aus. Der Weg ist uns zu weit und es warten noch viele
hübsche Ecken auf uns.
Übrigens tauchte hier am Morgen eine Crew (4 Typen!) von der Guardia di Costeria
auf und meint, dass wir hier nicht stehen dürfen. Als wir erklären, dass wir eh
gleich abreisen, sind sie beruhigt.
Wir kommen durch Gegenden, die voll mit Orangen- und Olivenplantagen sind. Auf
der Erde liegen Netze, um die Oliven aufzufangen und sauber einsammeln zu
können. |
Zorro
geniesst hin und wieder die Sonne vom Sitz neben mir. Wenn wir langsam dahin
zuckeln, dann hat er keinen Stress und geniesst es, einfach dabei zu sein. Immer
öfter sitzt er mal auf und guckt sogar raus. Aber nie für lange. Irgendwann
lässt er sich wieder mit einem Plumps nieder, versenkt seinen Kopf zwischen die
Beine und wartet geduldig, bis er wieder selbst bestimmen darf, wo es lang geht
und wie schnell. |
Scilla
ist unser letzter Halt, bevor wir nach Sizilien übersetzen. Hier stand ich lange
mit Dominik. Aber der Zauber ist nicht mehr da. Seit ich bei Praia a Mare vorbei
bin, erinnern mich viele Ecken an Dominik und ich weine viel, wenn ich an diese
Zeiten zurück denke. Nicht immer gelingt es mir, den Wert zu sehen, den ich
erhielt durch die Zeit, die ich mit ihm hatte. Manchmal wünsche ich mir ihn
einfach zurück, sehe nur, was nicht mehr ist und nie mehr sein kann. |
Schmerzlich
wird mir auch immer bewusster, was er mir alles war. Er war mir nebst vielem
anderen auch Heimat! Und so ein Dorf wie Scilla, wo wir uns beide so wohl
fühlten und welches uns so viel Freude bereitet hat, wirkt nun nur noch wie ein Schatten auf
mich. Schade. War es wohl ein Fehler, auf diesen alten Spuren zu reisen?
Was wird Sizilien mir bringen? Fehlbeleuchtung und hohle Gassen? Lauter
Verluste? Wie diese venezianischen Gondeln, die damals Scilla einen Touch von
Eigenwilligkeit gaben und heute nur noch gammelnder Schrott sind?
Mein Blick ist noch belastet und nicht vieles hat Bestand neben Dominiks Leben.
Ich werde neue Wege beschreiten oder noch viel viel mehr Zeit verstreichen
lassen müssen, um wieder Inhalte finden zu können.
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Italien 2006, Teil 3 |