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Dalmatien 2002

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03. Februar 2011
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Reisebericht Kroatien 2002 Dalmatien

Erste kurze Erfahrungen mit dem Camper haben wir vor allem an Wochenenden in der Schweiz gemacht. Meistens mussten wir dabei die Hilfe unserer eingebauten Standheizung in Anspruch nehmen. 

Im Juni 2002 sind wir dann für drei Wochen gen Süden an die Wärme: nach Kroatien, vor allem aber Dalmatien. 

Es war ausgesprochen heiss, zeitweise auch nachts über 30°. Da sich unser Azzi aber gut durchlüften lässt, wenn alle Türen offen bleiben, liess es sich trotz dieser Hitze gut leben. Die Saison ist um diese Jahreszeit offensichtlich noch nicht eröffnet und wir fanden immer wieder, manchmal auf ziemlich abenteuerlichen Wegen, tolle Standplätze. Da unser VW-Bus mit Westfalia Ausbau ziemlich klein ist (so ca. 2x5m) hat es nur begrenzt Platz für Luxus. Vieles ist allerdings so perfekt eingebaut, dass es einen die Platzschwierigkeiten vergessen lässt. Nebst unseren Küchenutensilien, Esswaren und Kleidern nahmen wir zwei leichte Schlafsäcke, eine Decke, zwei Kissen und zwei Campingstühle mit. Ein kleiner Tisch gehört zur Standardausrüstung des Campers. Zum Draussenessen nahmen wir eine Plastikkiste und setzten die mobile Tischplatte drauf. Sonnenschutz gab uns die beim Kauf des Campers mitübernommene Sonnenstore. Von dieser waren wir Anfang ja ganz und gar nicht überzeugt. Es zeigte sich jedoch schnell, wie wertvoll sie in den südlichen Gefilden ist!  

Der erste Teil der Reise führte uns nach Istrien. Obwohl diese Gegend bei Campern sehr beliebt ist (es hat massig Campingplätze und viele viele Sandbuchten) wollte es uns nicht so recht gefallen. Leider findet sich dort der klassische Tourismus, natürlich tolle Strassen und Infrastrukturen. Aber gerade auf eben dies waren wir nicht besonders scharf. Zudem begleiteten uns durch Istrien Regenwolken und die Temperaturen waren auch ganz und gar unsommerlich. Also, ab nach Dalmatien. 

Der erste Stellplatz in Dalmatien (bei Campingverboten lässt sich's übrigens am schönsten Campieren!). Die Sonnenstore diente hier allerdings vor allem als Regenschutz.

 

Ein paar Breitengrade tiefer zeigte sich aber schon bald die Sonne und Ferienstimmung kam auf. 
Eine Autofähre führte uns von Stinica auf die Insel Pag. Mandre war hier unser schönster Stellplatz. Die Küste ist hier, wie an vielen Plätzen in Dalmatien sehr steinig. Das Barfusslaufen will geübt sein. (Das Trauben-ins-Maul-Werfen ebenfalls!)

Von Mandre aus fuhren wir per Fahrrad bis zu einer nahegelegenen Tauchbasis in der Hoffnung, die dalmatische Unterwasserwelt kennenzulernen. Leider war der Tauchguide für die nächsten Tage ausgebucht. 
Dafür lief uns doch einfach so eine kleine Landschildkröte über den Weg. Scheint's eine Rarität, welche vom Aussterben bedroht ist, da sie von nichtsahnenden Kindern an Touristen verkauft werden.  
Von Zadar aus ging's wieder per Fähre auf die nächste Insel: Dugi Otok! Mitten auf der Insel an der einzigen Strasse, welche Nord mit Süd verbindet, hielten wir fürs Mittagessen an. Sozusagen kein Verkehr, kein Mensch, weit und breit; nur wir und Maccia, dieses dichte, niedrige Pflanzendurcheinander, welches mit seinem Duft nicht nur Insekten betört. Und dazu eine Wahnsinnsaussicht! 
Keine Ahnung mehr, auf welcher Insel das war; vermutlich Dugi Otok, welche man von Zadar aus per Fähre erreicht. Das Örtchen hinter diesem Hafen war fast unbewohnt. Ein paar Kinder spielten im Wasser und auch wir erholten uns in der seichten Sandbucht von der Hitze des Autos. Am Abend kamen ein paar wenige Einheimische vorbei, welche uns aber nur aus der Ferne beäugten.  
Auch wenn es so aussieht, als ob ich als Zielscheibe für eine Gurkenschiesserei missbraucht wurde, es war ja so wohltuend! 

Diese an die Südsee erinnernde Bucht nennt sich Sakarun, liegt mitten auf Dugi Otok und ist an sich nicht so einfach zugänglich. Trotzdem haben wir es gewagt, den schmalen Weg runter an die Bucht zu fahren und dann mit einem Hoppla den leicht erhöhten Uferrand raufzufahren. Wir staunten nicht schlecht, als wir bis abends ganz alleine waren und somit die Bucht uns alleine gehörte. 

Sakarun war wirklich ein Hit! Am Ufer kleine weisse Kieselsteine, eine Schicht mit getrockneten Algen, 3-4 Meter weiter im kristallklaren Wasser nur noch weisser Sand. Wir konnten bestimmt 200 m hinauswaten. Wir verbrachten den ganzen Tag mit Faulenzen an Land und im Wasser.  
Leider verunreinigen hartnäckige Teerflecken diese wunderschöne Südseebucht. Dies war die einzige uns einleuchtende Erklärung, wieso sich hier sonst niemand aufhielt. Oder gab's vielleicht noch eine andere, welche wir nicht kannten? Egal, was man nicht weiss, macht einen nicht heiss! Wir haben's genossen. Schaut doch nett aus, unser 10m3-Häuschen mit Pergola und riesigem Garten, oder?   

Auf Dugi Otok bekamen wir beim Tauchen (bei Ludger Brüggenthies in Bozava: sehr nett, friedlich, witzig) den absoluten Megatipp für die Nacht zum Leuchtturm zu fahren. Er steht an der nördlichsten Spitze der Insel bei Veli Rat. Auch hier waren wir sozusagen alleine. Nebst einem weiteren Pärchen mit Camper kamen am Sonntag 1-2 Einheimische, um das süsse Nichtstun zu geniessen. 
Der Platz war ja kein eigentlicher Stellplatz. Nur eben so an der Strasse parkiert, aber dafür im Schatten. Vor dem Camper richteten wir uns gemütlich ein und hatten haargenau das obige Bild als Aussicht. 
So sieht's aus, wenn wir es uns gemütlich machen. Jeder Baum war als Schattenspender hochwillkommen, auch wenn er mitten auf unserem Vorplatz stand.  
Auch wenn Dominik hier nicht besonders glücklich aussieht, er geniesst es, der Chefkoch zu sein und das Essen vorzubereiten.  
Das Wasser in Dalmatien ist glasklar. Im frühen Sommer ist es allerdings auch sehr kalt. 
Was man hier auf dem Bild nicht sieht, sind die allgegenwärtigen Seeigel. Es heisst also, verflucht aufpassen, wenn man Barfuss ins Wasser geht.  
Frühstück mit Aussicht auf den Leuchtturm und die schönste Bucht von Dugi Otok. Zwei Stühle haben wir immer dabei. Die Plastikkiste ist zusammen mit der Tischplatte aus dem Camper unser Esstisch draussen. Auf guten Kaffee verzichten wir auch unterwex nicht. Die italienische Variante hat sich bewährt und wo unser Camper steht, steht auch bald eine Kaffeekanne draussen zum Abkühlen. 
An diesem wunderbaren Platz blieben wir 3 Tage. Wir radelten auf der Insel umher, badeten, spazierten die Küste ab und suhlten uns in der Sonne. Ach ja, der Genuss war perfekt, denn beim Nacktbaden kuckt kein Mensch hin.  

Auf Dugi Otok gibt es einen Salzsee im Landesinnern, welcher unterirdisch durch das Meer gespiessen wird. Wir machten einen Wanderausflug dorthin. Auch wenn wir viele Kilometer mit dem Camper zurücklegen, die schönsten sind zu Fuss. Kein Land und keine Ecke lässt sich auf schönere Art und Weise entdecken als zu Fuss. Es ist das richtige Tempo, um wirklich zu sehen, riechen und zu fühlen, wo man ist. 
Im Salzsee haben wir ein Bad genommen. Das angenehme war die Wärme, denn im Meer war es immer sehr kalt. Dafür war der Salzsee trüb und am Ufer glotzten uns aus dem Wasser frech Garnelen an.

Am Ende des Salzsees Mir befinden sich meterhohe Klippen. Auf dem Foto seht ihr lediglich den Anfang. Irgendwo auf einer Postkarten haben wir gelesen, dass der höchste Punkt 160m über Wasser ist. 

Nachdem wir den Nationalpark Krka besichtigt hatten, bekam Dominik höllische Zahnschmerzen. Es ging nicht anders, wir mussten einen Zahnarzt finden. In einer Apotheke in Sibenic erkundigten wir uns auf Englisch. Am Ende referierten alle Kunden im Laden, natürlich auf Kroatisch, wo den hier der nächste und beste Zahnarzt wär. Die nette Apothekerin schrieb uns eine Adresse ganz in der Nähe auf und rief sogar dort an, um uns anzumelden. Wir fuhren direkt hin. Dominik bekam eine erste Behandlung, einen Termin für den nächsten Tag und ein Rezept für Schmerztabletten. Auf dem Campingplatz Solina ganz nah bei Sibenic richteten wir uns für die nächsten Tage ein. Während den nächsten 4 Tagen radelte Dominik jeden Tag zu seiner Zahnärztin und liess eine Wurzelbehandlung über sich ergehen, während ich die Tage im Schatten mit Faulenzen verbrachte. Tatsächlich bezahlte er für die Behandlung und die Medikamente etwa einen zehntel oder noch weniger von dem, was man in der Schweiz müsste. 

Weiter Richtung Süden fährt man bald zwischen Meer und dem Küstengebirge Biokovo. Bei Makarska schlängelt sich eine schmale Strasse mit engen Haarnadelkurven den Berg hinauf. Das liessen wir uns nicht nehmen. Die Aussicht versprach grandios zu werden. Das Gefühl am Rande dieses Gebirges zu stehen war atemberaubend, doch leider war es ausgerechnet an diesem Tag dunstig und die Fernsicht schlecht. Auch unsere Wanderung am nächsten Tag durch den Nationalpark Biokovska war trotz wundervoller Karstlandschaft durch die schlechte Sicht ein wenig getrübt. 

Mit der Fähre setzten wir ein paar Tage später nach Hvar, der berühmten Lavendelinsel über. Lavendel, so weit das Auge reicht. Wunderschön anzusehen und vor allem zu riechen.  

Etwa in der Mitte der Insel führt ein staubige Strasse links hinunter ans Meer. Das handbemahlte Schildchen versprach nette Buchten. Doch je tiefer die Strasse führte umso unpassierbarer wurde sie auch. Unsere Abenteuerlust wuchs, wollten wir doch endlich mal herausfinden, wo unser Azzi seine Grenzen hat. Die erste Buch war unzugänglich, die zweite und nächste ebenfalls. Nach jeder Kurve kam wieder eine andere Bucht. An der vierten oder fünften dann endlich (sie war mit Kozja angeschrieben) fanden wir ein Plätzchen für uns. Der Blick (wie auf dem Foto) auf die Bucht war wundervoll. Ob wohl alles privat ist und wir unwillkommen? Doch wieder einmal war kein Mensch weit und breit und kein Schildchen, welches uns das Betreten verboten hätte. Also richteten wir uns für die Nacht ein. Am anderen Tag gingen wir auf Entdeckungsreise. Ich mit einem Stock bewaffnet, denn aus irgendwelchen biologischen Gründen (nehm ich wenigstens mal an), hatten sich hier riesige Spinnen (ich glaube, es waren Kreutzspinnen, und die sind doch giftig, vor allem in dieser Grösse!?)  angesiedelt. Quer über den Weg hatten sie ihre Netze gespannt und hingen dick wie Mama drinn. Brrr. Dafür war unsere Bucht einsame Spitze! Unglaublich, wie alleine man in Europa noch sein kann! Am Nachmittag kam ein Segelschiff und ankerte in der Bucht. Bis am Abend aber waren sie wieder weg. Hier könnte man sich niederlassen, wirklich, die Reben im Tal versprachen ein süsses Leben und die Einsamkeit und Ruhe hier sind verlockend. Aber eben, vielleicht auch ein bisschen zu ruhig fürs Leben.     

Während unserer ganzen Kroatienreise war es heiss, zeitweise auch Nachts 33°C und nicht ein Lüftchen hätte mit uns Erbarmen gehabt. Der Strand lockte mit einer frischen Brise, der wir nicht wiederstehen konnten. Herrlich, obwohl hier in der Kozjabucht nachts offenbar mehr los war als tagsüber. Im Unterholz raschelte es dauernd, mal schlich sich eine Katze an, mal meinte ich, dass sich eine anschlich, und Dominik hatte am anderen Tag einen eigenartigen juckenden Biss auf dem Handrücken. Aber es war trotzdem wunderwunderschön.  

Vom südlichen Teil von Hvar (spricht sich übrigens Chvar aus) hat man diesen wunderbaren Blick auf einen Teil der unzähligen dalmatinischen Inseln.

Die gleichnamige Hauptstadt der Insel Hvar war eine unserer wenigen "zivilisierten" Ausflugspunkte. Wir zogen uns wieder einmal "anständig" an, besuchten die Festung auf dem Hügel und spazierten ein wenig durch die Stadt. 

Diesen Blick hatte man von der Festung in Hvar hinunter auf den Hafen. Die drei vorgelagerten Inseln heissen Teufelsinseln. Beeindruckt hat uns vor allem das ewiglange Boot, welches unten im linken hinteren Teil des Hafen gerade anlegte, als wir von oben die Aussicht genossen.

Auf unserer Rückreise machten wir zwei Tage halt auf Murter. Murter ist eine Halbinsel und beim touristischen Publikum sehr beliebt. Wir hatten das Glück, in der Vorsaison einen Superplatz auf einem Camping ausserhalb des Städtchens zu finden: wenig Leute, freier Blick aufs Meer, den ganzen Tag Sonne, Nacktbaden im Meer und an der Sonne und nette Nachbarn. Wir beide geniessen das "füdliblutte" Baden und Sein, vor allem, wenn man ungestört ist oder halt ziemlich unbeachtet. In Kroatien ist dies wunderbarerweise, ohne Ärger zu bekommen, möglich.

 

 

Der dreiwöchige Aufenthalt kostete uns etwa 1000 SFr pro Kopf. Die grössten Posten machten sicherlich die drei Fährenüberfahrten und die Übernachtungen auf den Campingplätzen aus. Lebensmittel und auch Auswärtsessen ist extrem günstig.

Wasser ist auf den Inseln schwieriger zu bekommen. Auf dem Festland allerdings kein Problem. Das Wasser wird an den meisten Orten per Frachtschiff auf die Inseln gebracht. Unser Tipp: sich jeweils im Schiffshafen mit Wasser einzudecken. Auch auf Friedhöfen wurden wir schon fündig!

Kroatien, vor allem Dalmatien, haben wir als Land erlebt, wo man dem Tourismus sehr gut aus dem Weg gehen kann; eine grossartige Natur, welche sich weite Landstriche wieder zurückerobert hat. Die Kroaten haben wir als eher zurückhaltende Menschen erlebt, was ganz und gar nicht unsympathisch ist. Ich glaube, dieses Land hat ein riesiges touristisches Potential. Es bleibt zu hoffen, dass der wiederauflebende Rummel den Menschen Existenz bietet ohne gleichzeitig die Qualität und den Wert dieser wilden Natur zunichte zu machen.


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Chronologisch geht es hier weiter: Reisebericht Spanien 2003, Teil 1