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Reisebericht Kroatien 2002 Dalmatien
Erste
kurze Erfahrungen mit dem Camper haben wir vor allem an Wochenenden in der
Schweiz gemacht. Meistens mussten wir dabei die Hilfe unserer eingebauten Standheizung
in Anspruch nehmen.
Im Juni 2002 sind wir dann für drei Wochen
gen Süden an die Wärme: nach Kroatien, vor allem aber Dalmatien.
Es war ausgesprochen heiss, zeitweise auch nachts über 30°. Da sich unser
Azzi
aber gut durchlüften lässt, wenn alle Türen offen bleiben, liess es sich
trotz dieser Hitze gut leben. Die Saison ist um diese Jahreszeit offensichtlich
noch nicht eröffnet und wir fanden immer wieder, manchmal auf ziemlich
abenteuerlichen Wegen, tolle Standplätze. Da unser VW-Bus mit Westfalia Ausbau
ziemlich klein ist (so ca. 2x5m) hat es
nur begrenzt Platz für Luxus. Vieles ist allerdings so perfekt eingebaut, dass
es einen die Platzschwierigkeiten vergessen lässt. Nebst unseren
Küchenutensilien, Esswaren und Kleidern nahmen wir zwei leichte
Schlafsäcke, eine Decke, zwei Kissen und zwei Campingstühle mit. Ein kleiner
Tisch gehört zur Standardausrüstung des Campers. Zum Draussenessen nahmen wir eine Plastikkiste und setzten die
mobile Tischplatte drauf. Sonnenschutz
gab uns die beim Kauf des Campers mitübernommene Sonnenstore. Von dieser waren
wir Anfang ja ganz und gar nicht überzeugt. Es zeigte sich jedoch schnell, wie wertvoll sie in den südlichen Gefilden ist!
Der erste Teil der Reise führte uns
nach Istrien. Obwohl diese Gegend bei Campern sehr beliebt ist (es hat massig
Campingplätze und viele viele Sandbuchten) wollte es uns nicht so recht
gefallen. Leider findet sich dort der klassische Tourismus, natürlich tolle
Strassen und Infrastrukturen. Aber gerade auf eben dies waren wir nicht
besonders scharf. Zudem
begleiteten uns durch Istrien Regenwolken und die Temperaturen waren auch ganz
und gar unsommerlich. Also, ab nach Dalmatien.
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Der
erste Stellplatz in Dalmatien (bei Campingverboten lässt sich's übrigens am schönsten
Campieren!). Die Sonnenstore diente hier allerdings vor allem als
Regenschutz.
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Ein
paar Breitengrade tiefer zeigte sich aber schon bald die Sonne und
Ferienstimmung kam auf.
Eine
Autofähre führte uns von Stinica auf die Insel Pag. Mandre war hier
unser schönster Stellplatz. Die Küste ist hier, wie an vielen Plätzen
in Dalmatien sehr steinig. Das Barfusslaufen will geübt sein. (Das
Trauben-ins-Maul-Werfen ebenfalls!)
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Von
Mandre aus fuhren wir per Fahrrad bis zu einer nahegelegenen Tauchbasis in
der Hoffnung, die dalmatische Unterwasserwelt kennenzulernen. Leider war
der Tauchguide für die nächsten Tage ausgebucht. |
Dafür
lief uns doch einfach so eine kleine Landschildkröte über den
Weg. Scheint's eine Rarität, welche vom Aussterben bedroht ist, da sie
von nichtsahnenden Kindern an Touristen verkauft werden. |
Von
Zadar aus ging's wieder per Fähre auf die nächste Insel: Dugi
Otok! Mitten auf der Insel an der einzigen Strasse, welche Nord mit Süd
verbindet, hielten wir fürs Mittagessen an. Sozusagen kein Verkehr, kein
Mensch, weit und breit; nur wir und Maccia, dieses dichte, niedrige
Pflanzendurcheinander, welches mit seinem Duft nicht nur Insekten betört.
Und dazu eine Wahnsinnsaussicht! |
Keine
Ahnung mehr, auf welcher Insel das war; vermutlich Dugi Otok, welche man
von Zadar aus per Fähre erreicht. Das Örtchen hinter diesem Hafen war
fast unbewohnt. Ein paar Kinder spielten im Wasser und auch wir erholten
uns in der seichten Sandbucht von der Hitze des Autos. Am Abend kamen ein
paar wenige Einheimische vorbei, welche uns aber nur aus der Ferne
beäugten. |
Auch
wenn es so aussieht, als ob ich als Zielscheibe für eine
Gurkenschiesserei missbraucht wurde, es war ja so wohltuend! |
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Diese
an die Südsee erinnernde Bucht nennt sich Sakarun, liegt mitten auf Dugi
Otok und ist an sich nicht so einfach zugänglich. Trotzdem haben wir es
gewagt, den schmalen Weg runter an die Bucht zu fahren und dann mit einem
Hoppla den leicht erhöhten Uferrand raufzufahren. Wir staunten nicht
schlecht, als wir bis abends ganz alleine waren und somit die Bucht uns
alleine gehörte.
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Sakarun
war wirklich ein Hit! Am Ufer kleine weisse Kieselsteine, eine Schicht mit
getrockneten Algen, 3-4 Meter weiter im kristallklaren Wasser nur noch
weisser Sand. Wir konnten bestimmt 200 m hinauswaten. Wir verbrachten den
ganzen Tag mit Faulenzen an Land und im Wasser.
Leider verunreinigen hartnäckige Teerflecken diese wunderschöne
Südseebucht. Dies war die einzige uns einleuchtende Erklärung, wieso
sich hier sonst niemand aufhielt. Oder gab's vielleicht noch eine andere,
welche wir nicht kannten? Egal, was man nicht weiss, macht einen nicht
heiss! Wir haben's genossen. Schaut doch nett aus, unser 10m3-Häuschen
mit Pergola und riesigem Garten, oder?
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Auf
Dugi Otok bekamen wir beim Tauchen (bei Ludger Brüggenthies in Bozava:
sehr nett, friedlich, witzig) den absoluten Megatipp für die Nacht zum Leuchtturm zu fahren. Er steht an der nördlichsten Spitze der Insel
bei Veli Rat. Auch hier waren wir sozusagen alleine. Nebst einem weiteren
Pärchen mit Camper kamen am Sonntag 1-2 Einheimische, um das süsse
Nichtstun zu geniessen. |
Der
Platz war ja kein eigentlicher Stellplatz. Nur eben so an der Strasse
parkiert, aber dafür im Schatten. Vor dem Camper richteten wir uns
gemütlich ein und hatten haargenau das obige Bild als Aussicht. |
So
sieht's aus, wenn wir es uns gemütlich machen. Jeder Baum war als
Schattenspender hochwillkommen, auch wenn er mitten auf unserem Vorplatz
stand. |
Auch
wenn Dominik hier nicht besonders glücklich aussieht, er geniesst es, der
Chefkoch zu sein und das Essen vorzubereiten. |
Das
Wasser in Dalmatien ist glasklar. Im frühen Sommer ist es allerdings auch
sehr kalt.
Was man hier auf dem Bild nicht sieht, sind die allgegenwärtigen Seeigel.
Es heisst also, verflucht aufpassen, wenn man Barfuss ins Wasser
geht. |
Frühstück
mit Aussicht auf den Leuchtturm und die schönste Bucht von Dugi Otok.
Zwei Stühle haben wir immer dabei. Die Plastikkiste ist zusammen mit der
Tischplatte aus dem Camper unser Esstisch draussen. Auf guten Kaffee
verzichten wir auch unterwex nicht. Die italienische Variante hat sich
bewährt und wo unser Camper steht, steht auch bald eine Kaffeekanne
draussen zum Abkühlen.
An diesem wunderbaren Platz blieben wir 3 Tage. Wir radelten auf der Insel
umher, badeten, spazierten die Küste ab und suhlten uns in der Sonne. Ach
ja, der Genuss war perfekt, denn beim Nacktbaden kuckt kein Mensch
hin.
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Auf
Dugi Otok gibt es einen Salzsee im Landesinnern, welcher unterirdisch
durch das Meer gespiessen wird. Wir machten einen Wanderausflug dorthin.
Auch wenn wir viele Kilometer mit dem Camper zurücklegen, die schönsten
sind zu Fuss. Kein Land und keine Ecke lässt sich auf schönere Art und
Weise entdecken als zu Fuss. Es ist das richtige Tempo, um wirklich zu
sehen, riechen und zu fühlen, wo man ist.
Im Salzsee haben wir ein Bad genommen. Das angenehme war die Wärme, denn
im Meer war es immer sehr kalt. Dafür war der Salzsee trüb und am Ufer
glotzten uns aus dem Wasser frech Garnelen an.
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Am
Ende des Salzsees Mir befinden sich meterhohe Klippen. Auf dem Foto seht
ihr lediglich den Anfang. Irgendwo auf einer Postkarten haben wir gelesen,
dass der höchste Punkt 160m über Wasser ist.
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Nachdem
wir den Nationalpark Krka besichtigt hatten, bekam Dominik höllische Zahnschmerzen.
Es ging nicht anders, wir mussten einen Zahnarzt finden. In einer Apotheke
in Sibenic erkundigten wir uns auf Englisch. Am Ende referierten alle
Kunden im Laden, natürlich auf Kroatisch, wo den hier der nächste und
beste Zahnarzt wär. Die nette Apothekerin schrieb uns eine Adresse ganz
in der Nähe auf und rief sogar dort an, um uns anzumelden. Wir fuhren
direkt hin. Dominik bekam eine erste Behandlung, einen Termin für den
nächsten Tag und ein Rezept für Schmerztabletten. Auf dem Campingplatz Solina
ganz nah bei Sibenic richteten wir uns für die nächsten Tage ein.
Während den nächsten 4 Tagen radelte Dominik jeden Tag zu seiner
Zahnärztin und liess eine Wurzelbehandlung über sich ergehen, während
ich die Tage im Schatten mit Faulenzen verbrachte. Tatsächlich bezahlte er
für die Behandlung und die Medikamente etwa einen zehntel oder noch
weniger von dem, was man in der Schweiz müsste.
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Weiter
Richtung Süden fährt man bald zwischen Meer und dem Küstengebirge
Biokovo. Bei Makarska schlängelt sich eine schmale Strasse mit engen
Haarnadelkurven den Berg hinauf. Das liessen wir uns nicht nehmen. Die
Aussicht versprach grandios zu werden. Das Gefühl am Rande dieses
Gebirges zu stehen war atemberaubend, doch leider war es ausgerechnet an
diesem Tag dunstig und die Fernsicht schlecht. Auch unsere Wanderung am
nächsten Tag durch den Nationalpark Biokovska war trotz wundervoller
Karstlandschaft durch die schlechte Sicht ein wenig getrübt.
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Mit
der Fähre setzten wir ein paar Tage später nach Hvar, der berühmten
Lavendelinsel über. Lavendel, so weit das Auge reicht. Wunderschön
anzusehen und vor allem zu riechen.
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Etwa
in der Mitte der Insel führt ein staubige Strasse links hinunter ans Meer.
Das handbemahlte Schildchen versprach nette Buchten. Doch je tiefer
die Strasse führte umso unpassierbarer wurde sie auch. Unsere
Abenteuerlust wuchs, wollten wir doch endlich mal herausfinden, wo unser
Azzi seine Grenzen hat. Die erste Buch war unzugänglich, die zweite und
nächste ebenfalls. Nach jeder Kurve kam wieder eine andere Bucht.
An der vierten oder fünften dann endlich (sie war mit Kozja
angeschrieben) fanden wir ein Plätzchen für uns. Der Blick (wie auf dem
Foto) auf die Bucht war wundervoll. Ob wohl alles privat ist und wir
unwillkommen? Doch wieder einmal war kein Mensch weit und breit und kein
Schildchen, welches uns das Betreten verboten hätte. Also richteten wir
uns für die Nacht ein. Am anderen Tag gingen wir auf
Entdeckungsreise. Ich mit einem Stock bewaffnet, denn aus irgendwelchen
biologischen Gründen (nehm ich wenigstens mal an), hatten sich hier
riesige Spinnen (ich glaube, es waren Kreutzspinnen, und die sind doch
giftig, vor allem in dieser Grösse!?) angesiedelt. Quer über den Weg hatten sie ihre Netze
gespannt und hingen dick wie Mama drinn. Brrr. Dafür war unsere Bucht
einsame Spitze! Unglaublich, wie alleine man in Europa noch sein kann! Am Nachmittag
kam ein Segelschiff und ankerte in der Bucht. Bis am Abend aber waren sie
wieder weg. Hier könnte man sich niederlassen, wirklich, die Reben im Tal
versprachen ein süsses Leben und die Einsamkeit und Ruhe hier sind
verlockend. Aber eben, vielleicht auch ein bisschen zu ruhig fürs
Leben.
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Während
unserer ganzen Kroatienreise war es heiss, zeitweise auch Nachts 33°C und
nicht ein Lüftchen hätte mit uns Erbarmen gehabt. Der Strand lockte mit einer frischen Brise, der wir nicht wiederstehen
konnten. Herrlich, obwohl hier in der Kozjabucht nachts offenbar mehr los war als tagsüber. Im
Unterholz raschelte es dauernd, mal schlich sich eine Katze an, mal meinte
ich, dass sich eine anschlich, und Dominik hatte am anderen Tag einen
eigenartigen juckenden Biss auf dem Handrücken. Aber es war trotzdem wunderwunderschön.
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Vom
südlichen Teil von Hvar (spricht sich übrigens Chvar aus) hat man diesen
wunderbaren Blick auf einen Teil der unzähligen dalmatinischen Inseln.
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Die
gleichnamige Hauptstadt der Insel Hvar war eine unserer wenigen
"zivilisierten" Ausflugspunkte. Wir zogen uns wieder einmal
"anständig" an, besuchten die Festung auf dem Hügel und spazierten ein wenig
durch die Stadt.
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Diesen
Blick hatte man von der Festung in Hvar hinunter auf den Hafen. Die drei
vorgelagerten Inseln heissen Teufelsinseln. Beeindruckt hat uns vor allem
das ewiglange Boot, welches unten im linken hinteren Teil des Hafen gerade
anlegte, als wir von oben die Aussicht genossen.
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Auf
unserer Rückreise machten wir zwei Tage halt auf Murter. Murter ist eine
Halbinsel und beim touristischen Publikum sehr beliebt. Wir hatten
das Glück, in der Vorsaison einen Superplatz auf einem Camping ausserhalb
des Städtchens zu finden: wenig Leute, freier Blick aufs Meer, den ganzen
Tag Sonne, Nacktbaden im Meer und an der Sonne und nette Nachbarn. Wir
beide geniessen das "füdliblutte" Baden und Sein, vor allem,
wenn man ungestört ist oder halt ziemlich unbeachtet. In Kroatien ist
dies wunderbarerweise, ohne Ärger zu bekommen, möglich.
Der dreiwöchige Aufenthalt kostete uns etwa 1000 SFr pro Kopf. Die
grössten Posten machten sicherlich die drei Fährenüberfahrten und die
Übernachtungen auf den Campingplätzen aus. Lebensmittel und auch
Auswärtsessen ist extrem günstig.
Wasser ist auf den Inseln schwieriger zu bekommen. Auf dem Festland
allerdings kein Problem. Das Wasser wird an den meisten Orten per
Frachtschiff auf die Inseln gebracht. Unser Tipp: sich jeweils im
Schiffshafen mit Wasser einzudecken. Auch auf Friedhöfen wurden wir schon
fündig!
Kroatien, vor allem Dalmatien,
haben wir als Land erlebt, wo man dem Tourismus sehr gut aus dem Weg gehen
kann; eine grossartige Natur, welche sich weite Landstriche wieder
zurückerobert hat. Die Kroaten haben wir als eher zurückhaltende
Menschen erlebt, was ganz und gar nicht unsympathisch ist. Ich glaube,
dieses Land hat ein riesiges touristisches Potential. Es bleibt zu hoffen,
dass der wiederauflebende Rummel den Menschen Existenz bietet ohne
gleichzeitig die Qualität und den Wert dieser wilden Natur zunichte zu
machen.
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Chronologisch
geht es hier weiter: Reisebericht Spanien 2003, Teil 1
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