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24. Dezember 2004, Legzira
Heiliger Plitsch-Platsch
Der 24. Dezember ist alles andere als ein weihnächtlicher Tag hier
in Marokko. Aber da wir beide uns aus diesem Festtag nichts machen, ist das
auch egal. Trotzdem schade, dass es gerade heute schlecht Wetter sein muss.
Das hat man dann doch im Kopf, dass es, wenn man an Weihnachten schon im
Süden ist, wenigstens warm und sonnig ist. Na ja, was soll das klagen, wir
nehmen wie es kommt, haben ja eh keine Wahl.
Am Vormittag fahren wir nach Sidi Ifni und sehen schon beim Wadiübergang,
dass die Regengüsse ziemlich Wasser ins Tal tragen. Die Furt ist mit etwa
30cm Wasser zu und war offenbar früher am Morgen sogar verbarrikadiert. Wir
können uns lebhaft vorstellen, dass im Moment etliche Strassen in Marokko
unbefahrbar sind.
Wir finden so ziemlich alles, was wir brauchen, auch Milch und Butter ist hier
kein Problem. Obwohl wir gerne ein Poulet für heute Abend gehabt hätten,
kann ich mich nicht überwinden, an einem Laden so ein Teil zu erstehen.
Obwohl die Viecher mit Sicherheit frisch geschlachtet worden sind (man könnte
sie ja teilweise lebend aussuchen und schlachten lassen), ist bei mir eine
Schranke unten und ich verzichte. Eigentlich müsste ich Vegetarier sein, denn
immer wenn mir das Tote am Fleisch so nahe kommt, dann weiss ich, dass ich
darauf verzichten kann. Aber eben, liegt das Fleisch schön abgepackt in
Cellophan in der Kühltruhe, dann hab ich dieses Wissen so im hintersten
Stübchen versorgt, dass es mich nicht plagt.
Im Internet geht das Uploaden suuuuuuupeeeeer laaaaaangsaaaaaam. Dafür solid.
Obwohl mir ein mühsamer Virus ein paar Bilder angeknabbert hat und darum die
letzte Marokko-Seite vorerst halbpatzig aussieht, schaffe ich es, die meisten
rüberzubiemen, bevor sie alle hinüber sind. Zwar kein sehr gefährlicher
Virus, dafür ein mühsamer.
Der Himmel bleibt verhangen und es pisst. Wir verkriechen uns im Womo und
harren der nassen Dinge, die da kommen. Irgendwann am Nachmittag reisst der
Himmel auf und wir nutzen den Moment, um einen Spaziergang am Strand zu
machen. Die runtergespülte rote Erde verfärbt das Meer rot marmoriert den
Strand. Es sieht verblüffend schön aus. Wenn man lange hinschaut, hat man
das Gefühl, man sitze in einem Flugzeug und schaue sie ein Teil der Erde aus
ein paar tausend Kilometern Höhe an.
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Der frisch gewaschene Himmel lässt die Welt wieder
glänzen. Das Meer hat sich blutig verfärbt, von all der roten Erde, welche
hinein gespült wurde.
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Doch
der freudige Spuk währt nicht allzu lange und schon ziehen neue dunkle Wolken
herauf. Immer noch im festen Glauben, dass es nur kurze Zeit regnen KANN, sind
wir ziemlich perplex, als es wieder anfängt, zuerst leise dann immer heftiger
aufs Womo-Dach zu trommeln.
Na, wird wohl nix mit sonnigem heiligen Abend.
Mittlerweile sind noch ein paar Pickups und andere Womos auf dem Platz
gelandet. Wir sind bald an die 15 Campers. Sogar ein zweites Schweizer-Paar
auf der St. Gallischen Ecke hat sich hierher verirrt. Sie erzählen uns von
Sandstürmen und unmöglicher Einsamkeit im Landesinnern. Ja, es warten wohl
noch viele Abenteuer auf uns.
Horst kommt halb durchgeweicht bei uns an. Er erzählt von einer
Bauernfamilie, bei der eingeladen wurde, während er durch die Hügel
streifte. Sie haben ihm allerhand gezeigt, auch zwei Tonnen voll getrockneter
Heuschrecken, von denen er den Kopf einer solchen gekostet hat.... es
schmeckte ihm...
Dominik kocht uns keine Heuschrecken, sondern eine Maggi-Harira (marokkanische
Suppe aus Maggis Küche), welche erstaunlich lecker gewürzt ist. Dann gibt
es Couscous mit Gemüse-Allerlei, ebenfalls marokkanisch gewürzt und fein
gekocht. Zum Dessert mache ich uns gebratene Mini-Bananen mit Orangensaft und
Honig, dazu Naturjogurt. Es geht uns prächtig, auch ohne Wein oder sonst welchen
Alkohol.
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Stellplatz: von Tiznit rechts runter an die Küste, etwa
60km der Küste entlang, 10km vor Sidi Ifni rechts etwa 300m Piste bis zum
Platz über den Klippen - Schotter
Klima und Umgebung: schöner Strand mit zwei grossen Felsentoren, einige
Womos
Infrastruktur: bewachter Platz für 15DH/Nacht, Wasser am Platz, Restaurants
unten an der Beach, Brotverkäufer kommt jeden Tag, ansonsten Einkaufen, Tanken
und Internet in Sidi Ifni
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25. Dezember 2004, Legzira
Rumhängen
Der Boden ist rot und aufgeweicht. Und es ist kühl! Dafür bläst
der Wind nicht zu fest und auch noch aus der richtigen Richtung für's Fliegen
am Felsentor. Dominik bricht gleich nach dem Frühstück auf, und wandert zum
Felsentor hinaus.
Ich spaziere später mit Zorro am Strand entlang. Gestern war er noch
streckenweise völlig verdreckt von all dem Güder, welcher durch die
Regenbäche ins Meer geflossen ist und mit der Flut ans Ufer zurückgespült
wurde. Heute ist er wieder sauber, nur verziert von rundgeschliffenen roten
Steinen. Ich klettere vor dem Felsentor die Klippe hinauf, was mit Flip-Flops
auf nasser Erde gar nicht so einfach ist und treffe oben auf Horst, der
nachher mit Dominiks Schirm auch noch ein wenig soaren will. Doch leider
verstärkt sich der Wind dermassen, dass Dominik unten landen muss und ein
Start bei den Bedingungen dort oben gefährlich wird.
Wir laufen zurück und verkriechen uns vor dem Wind wieder ins Womo. Ein Vogel
setzt sich auf mein Fahrrad und guckt frech zum Fenster hinein. Da an diesem
Fenster das Vergrösserungsglas befestigt ist, sehen wir ihn gleich zweimal.
Ob er uns auch doppelt sieht?
Wir studieren die Zeitschriften die Horst uns gebracht hat und die vielen
Marokko-Artikel betreffend Gleitschirmfliegen, die er zusammengesucht hat.
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Später gehen wir nochmals auf Erkundungstour auf die Klippen, die nördlich
von uns liegen. Gerade als wir losziehen fährt ein riesiges Womo auf den
Platz: ein Doppeldecker! Oh wow, sowas hab ich nun wirklich noch nicht
gesehen. Später lese ich auf einer kleinen Tafel: 2.50x12.00m, d.h. 30m2, auf
4 Höhenmeter bedeutet das 120m3. Also etwa vier mal so gross wir unser
Miniwomo!
Der Wind peitscht uns heftig ins Gesicht, so dass wir nicht allzu weit laufen.
Wir finden einen Abstieg und gehen unten auf dem Ebbestrand weiter. Auch hier
haben sich Fischer eine provisorische Behausung in den Klippen eingerichtet:
Steine zu einer Windschutzmauer aufgehäuft und Zelt- oder Netzdächer zum
Schutz vor runterfallenden Steinen gespannt.
Im Abendlicht spiegelt sich die ganze Welt im Nass des Ebbestrandes. Es ist so
bezaubernd. Solche Naturschönheiten sind es, die mich jeweils noch lange
begleiten und mich glücklich machen, dass ich es erleben darf.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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26. Dezember 2004, Legzira
Markttag (Souk) in Sidi Ifni
Unsere Wäsche müsste heute fertig sein und im Internet will ich
noch einmal die angeknabberten Bilder ersetzen. Also fahren wir nach Sidi
Ifni.
Der Souk ist für Sidi Ifni, so finde ich, erstaunlich gross. Wie viele Leute
hier Gemüse anbieten! Die meisten haben immer wieder das gleiche
Saisongemüse. Wer soll das alles kaufen und essen? Es gibt auch jede Menge
Händler, die so allerlei Krimskrams im Sortiment haben, von der Taschenlampe
über Nähspulen zur Seife und alten Plastikkämmen und allerlei Werkzeug.
Überall geschäftiges Treiben und Verhandeln. Laute Marktschreier und auch Kinder, die schon ihre Ware lauthals preisen. Hühner, die frisch erstanden am
Hals mitgetragen werden, eine Geiss, die auf einen Käufer wartet, interessant
aussehende Gewürzstände und auch Silberschmuck. Bei diesen Ständen heisst
es immer: "Deux minutes!" Da ich weder Schmuck trage noch welchen
erstehen will, kann er mich nicht locken. Auch der Parfumverkäufer, bei dem
ich gut riechenden Wurzeln und Weihrauch bestaune und der mir ein grässliches
Parfum auf einen Stein getröpfelt, zum Riechen gibt, hat bei mir kein Glück.
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Langsam kann ich es, das Anschauen, Begutachten ohne das Gefühl zu haben,
dass ich jetzt auch kaufen müsste. Jeder hier schaut sich die Ware haargenau
an, nimmt sie in die Hände, riecht daran, probiert und geht weiter, bis er
oder sie sich eine Übersicht über die Qualität und die Preise gemacht hat,
erst dann wird gekauft.
Wir kaufen 1 Kilo (!) Datteln für 8DH (1.20 Fr.).
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Auch an diesem Stand sind
bunte Gewürze in blauen, weissen und beigen grossen Säcken ausgestellt. Den
Geruch der Gewürze trage ich später noch lange in der Nase mit.
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Alles,
was feilgeboten wird, liegt auf dem Boden. Tücher sind ausgebreitet und
darauf das Gemüse oder was auch immer in Türmen aufgeschichtet.
Frauen laufen in ihren Verhüllungen, teils bunt, teils schwarz umher.
Hier auf dem Markt sind auch sie anzutreffen und es erlaubt mir zu
Fotografieren, ohne ihnen zu nahe zu treten.
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An einem anderen Stand kaufen wir Feigen, welche an einer endlosen Schnur
aufgereiht und übrigens superfein sind. Auf süssen Nachtisch müssen wir also nicht verzichten.
Das Internetmädel macht heute die Tore nicht auf. Schade. Dafür ist die
Wäsche fertig. Wir fahren zurück und stellen unser Womo neben Horst auf, der
abseits des Park-/Stellplatzes weiter oben im Hang steht.
Hier gefällt es mir gleich besser, weniger Parkplatzatmosphäre und mehr
Grün ringsherum. Wir stellen die Stühle und den Tisch vors Womo in den
Windschutz, die Sonne im Gesicht und vertiefen uns in die Globetrotter, die
Horst dabei hat. Im Souk habe ich frische Minze gekauft, von der ich jetzt kübelweise Tee koche. Ohne Grüntee und darum viel weniger bitter, schmeckt
er uns auch besser.
Der Junge, der Eier verkauft, kommt und verkauft Horst fünf Eier. Er staunt,
wie billig sie sind. Und sicherlich sind sie sehr frisch.
Dominik und Horst spielen mit den Drachen. Fliegen ist ja nicht, weil der Wind
immer noch so stark ist und nicht nachgeben will. Ich lese verrückte
Weltenbummlergeschichten im Globetrotter, welche enorm gluschtig auf mehr
"grosse weite Welt" machen.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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27. Dezember 2004, Legzira - 10km
N v. Tadalt (ca.,
50km SO v Guelmim, ca. 100km SO v. Sidi Ifni)
Irgendwo in der Wüste
Wir fahren, wie alle, die nach Sidi fahren, an der schönen, doch
nichteinsehbaren Moschee vorbei und fahren ins Zentrum, um Brot und
Gemüse einzukaufen. Auch dem Internet-Point statten wir einen Besuch ab: Mails
runterladen beantworten. Fast jede der 8 Stationen ist besetzt. Meist von
Touristen.
Vollgetankt mit Wasser machen wir in die Wüste.
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Vor Guelmim sehen wir schon die erste Strassenkontrolle. Wir fahren langsam um
die Nagelsperren herum und werden durchgewunken.
Guelmim ist eine rote Stadt. Quirlig und spannend sieht sie aus. Sie wird aber warten müssen, denn für
heute wollen wir weiter südlich. Zurückkehren werden wir auf jeden Fall,
"in sha'allàh"!
Wenige Kilometer nach Guelmim wird es spannend. Die trockene Schwemmlandschaft
wird hin und wieder von Oasen aufgelockert. An solch einer machen wir
Mittagspause. Die Kinder kommen aus dem Dorf und lachen und spassen, getrauen
sich aber nicht näher. Vermutlich weil Zorro draussen liegt. Ein paar
Teenager aber schon. Sie und noch andere kommen uns begrüssen, d.h. sie
kommen her, schütteln die Hand, legen sie anschliessend auf das Herz (wie das
hier fast alle Moslems machen) und
wünschen einen gottgesegneten Tag.
Nach dem Mittagessen spazieren wir durchs Dorf. Die Jungs begleiten uns. Der
eine kann recht gut französisch und kann uns ein wenig von hier erzählen.
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Das Dorf
besteht komplett aus Lehm. Gebaut aus
Erde und Stroh, alles in der Farbe des Bodens ringsherum. Nur vereinzelte Türe
leuchten in einem Türkis. Tiefe Löcher, erklärt uns der Junge, sind
entstanden, weil hier die Erde für die Häuser ausgegraben wurde. Das Dorf
ist sehr klein, vielleicht 10 Familien leben hier. Trotzdem haben sie eine
eigene Schule und vor dem Dorf ist sogar ein Hotel mit Camping, das grüne
Kamel.
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Wir kaufen ihnen eine Tafel Schokolade in dem Mikroladen, den es hier
erstaunlicherweise auch noch gibt und machen uns bereit zum Aufbruch.
Die kleinen Mädels, die scheu auf dem Platz stehen, wissen gar nicht, wie sie
sich am besten hintereinander verstecken sollen.
Zwei
drei Männer/Jungs kommen ans Fenster und verlangen nun auch noch Zigaretten.
Schade, dass sie oder immerhin ein Teil von ihnen nicht realisieren, dass
dieses Verhalten uns eher abschreckt.
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Das Flusstal hier ist sehr fruchtbar. Oasen wachsen weit über die Ebene
verstreut und man sieht sogar teilweise richtiges Grasgrün spriessen. Diese
Farbe könnte man ja schon bald vermissen!
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Bald hört fast alle Zivilisation auf. Ab und an Nomadenzelte weit draussen,
eine einzelne Stromleitung quert das Land und verläuft mehr oder weniger in
der Nähe der Strasse bzw. umgekehrt. Über zwei Pässe fahren wir, immer
langsamer, bis wir
finden, hier irgendwo wollen wir campieren.
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Eine 10km lange Schotterpiste führt ab der Hauptverbindung Guelmim-Assa
Richtung Tadalt. Die nehmen wir und stellen unser Womo nach 1-2km rechts an
ein kleines Wadi. Es ist grandios ruhig und weit hier.
Wir montieren die Wanderschuhe und wandern den schwarzen Schiefersteinhügel
hoch. Ab und zu wachsen Kakteen in dieser Steinwüste. Oben werden mit einem
grandiosen Blick über das Land belohnt. Der Wind, der unten im Tal akzeptabel
war, hat hier oben wieder zugenommen. Überall ziehen sich Geissentrampelpfade
über den Kamm, hinauf und hinunter.
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Zufrieden, die Ruhe und Weite verinnerlicht, wandern wir wieder hinab und
geniessen die letzten Strahlen der Sonne, die im Moment um etwa sechs Uhr
hinter dem Horizont verschwindet. Der Wind hat fast ganz abgestellt.
Im letzten Tageslicht kommt eine rund 20 Kamele zählende Herde daher,
angetrieben von drei jungen Burschen. Der eine spielt auf seiner Flöte.
Idyllisch würde man sagen. Sie kommen zu uns und wir spendieren jedem eine
Zigarette. Zufrieden laufen sie weiter, nach Hause.
Der Vollmond zieht hinter dem Hügel hoch, auf dem wir vorher noch waren. Die
Landschaft wird vollends zur Mondlandschaft.
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Stellplatz: von Guelmim südwestlich Richtung Assa und
Zag via Fask. Nach ca. 50km rechts auf Piste Richtung
Tadalt. Nach 1km ab der Piste ins Land hinein - fester Sand
Klima und Umgebung: geniale Einsamkeit in Steinwüste
Infrastruktur: nada
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28. Dezember 2004, Tadalt - 10km
S v. Assa (Oued
Dràa, ca. 160km SO v. Sidi Ifni)
Personen-Checkpoints Richtung Algerien und Westsahara
Kein Baum stört die Gleichmässigkeit, der wie mit Teppichen
drapierten Berge. Wie zugedeckt von braunen Kelims säumen sie Täler in endlosen
Falten, Bergkette um Bergkette.
Wir fahren auch heute wieder an Kamelherden vorbei, die gemächlich entlang
der Strasse durch die Wüste ziehen. Alle Farbschattierung in Braun sind
vertreten.
Bis nach Assa passieren wir noch zwei Personen-Checkpoints. Beim Zweiten müssen wir unsere Pässe vorweisen und
die Daten werden auf einem Stück Papier notiert. Fotografieren darf ich
hier nicht. Sie meinen, ich müsste die Erlaubnis bei der Gendarmerie in Assa
einholen. Nun ja, so wichtig ist es nun auch wieder nicht.
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Und
hier begegnen wir nun auch der ersten Achtung Kamele Tafel! Ich finde es
besonders hübsch und ein Foto damit ist sowieso ein MUSS!
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In Assa machen wir Halt. Ein imposantes modernes Städtchen mit Spital,
Tankstelle, einem Gouvernörssitz, zwei Plastikkamelen als Denkmal. Eine
aalglatte breite Asphaltstrasse führt quer hindurch, die Häuser links und
rechts sehen stattlich aus, sind weiss und rot bemahlt.
Der Souk ist in jedem Ort ein wenig anders. Hier schützen sie die wenigen
Stände mit bunten Flickentüchern vor der Sonne. Meist schau ich die
Fleischstände nicht so genau an. Aber die Geiss- und Kamelköpfe sind
unübersehbar...
Die Leute hier sind sehr freundlich. Ein Erwachsener jagt
sogar die Kinder davon, die uns beim Aussteigen sofort umringt haben.
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Wir fahren weiter Richtung Süden. Auf dieser Strasse würden wir nach ca.
80km an die Algerische Grenze gelangen. Aber uns interessiert vor allem das
Draa-Tal, welches hier von Ost nach West führt und in dem es viele Oasen und
mehr Grün geben soll. Als wir über die leicht erhöhte Strasse darüber
fahren, finden wir aber, dass die Wüste im Moment noch spannender auf uns
wirkt und fahren noch ein Stück weiter.
Im nächsten Tal zweigen wir auf eine
Piste ab und fahren wieder ein paar Kilometer in das Seitental hinein. Bei
einem alten trockenen Ziehbrunnen stellen wir unser Womo hin. Hier wollen wir
bleiben und es geniessen.
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Dominik stellt Tisch und Stühle hinter einen Dornenbusch, der guten
Windschutz bietet. Wir essen Kichererbsensalat mit Tomaten, Zwiebeln und
Eiern, dazu Münzentee, Datteln und Feigen. Wie echte Wüstensöhne oder
-töchter ;-)
Eine Vogelfamilie lässt sich von uns nicht beirren und macht ebenfalls
Mittagspause im Dornengebüsch.
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Nach der Siesta laufen wir wieder hoch auf den nächsten Hügel und staunen
wieder, wie wenige Höhenmeter so viel Sicht ermöglichen.
Hier wachsen nicht
einmal mehr Kakteen. Hin und wieder ein strohiger Busch, eine ausgetrocknete
Tamariske und dann ist schon ende Feuer. Wir wandern eine Weile durch ein Tal
und dann wieder über einen Sattel zurück in "unser" Tal.
Ganz
selten kommt ein Fahrzeug auf der Piste, wo unser Womo steht, vorbei. Wir sind
hier so abgelegen, wie wir es uns wünschen.
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Bevor
die Sonne wieder Abschied nimmt, spielen wir mit dem Drachen. Im laminaren
und ideal starken Wind kann sogar ich den Drachen oben halten und meine Kurven
drehen, bis mir die Arme abfallen und der Nacken steif geworden ist.
Am Abend, als es dunkel geworden ist und der fast noch volle Mond am Himmel
steht gehen wir ein paar Mal raus, um die unwahrscheinlich Ruhe, die hier
draussen herrscht, einzuatmen. Der Wind hat ganz abgestellt. Es ist
unglaublich still...
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Stellplatz: von Assa weiter Richtung Süden, Richtung
Zag. Nach 10km über Oued Draa, weitere 10km weiter links weg auf gut
befahrbarer Piste ca. 2km in das Tal hinein - fester
Sand
Klima und Umgebung: geniale Einsamkeit in Steinwüste
Infrastruktur: nada
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29. Dezember 2004, Assa - Fort
Bou Jerif (ca. 20km S v. Guelmim)
Unter Palmen
In der Nacht war es wieder a..kalt. Gut haben wir zusätzliche
Decken dabei, die für die Nacht absolut nötig sind. So, genug Wüste
getankt. Wir fahren zurück Richtung Guelmim. Wieder müssen wir alle unsere
Daten bei der Personenkontrolle angeben, sie nehmen es sehr genau.
Von Guelmim wollen wir runter an die Plage Blanche. Doch die Asphaltpiste ist hinüber. Uns bleibt nur der Weg über die Holper-Schotterpiste. Die ist zwar
nicht schwierig zu befahren, dafür schüttelt es einen wie auf einem
Waschbrett durch. Nach etwa einer Stunde fahren kommt der Abzweiger für das
Fort Bou Jerif. Zur Plage Blanche würde es nochmals 30km auf der gleichen
Pisten gehen. Das ist mir zu weit. Zum Fort Bou Jerif sind es nur 10km. Wir
entscheiden uns, die kürzere Strecke zu nehmen. Jetzt wird die Piste auch
spannender. Ab und zu sind Wadis zu überqueren oder über tiefe Fahrrillen zu
balancieren. Die Piste verzweigt sich immer wieder. Dort wo sie nicht mehr
befahrbar war, hat man parallel einfach eine neue Schneise gemacht. Für
fühlen uns wie Offroader und sind stolz auf unser Wägelchen, welches
offenbar genügend Bodenfreiheit und nicht zu grossen Radabstand hat, um auch knifflige
steilere Wadis ohne Aufsetzer zu meistern.
Wir passieren einen Campingplatz mit Motel-Hotel, dass ein wenig wie
Disneyland ausschaut. Nach dem nächsten Hügel taucht das alte verfallene Fort
auf. Gleich anschliessend sind an einem Fluss, der doch tatsächlich fliessend
Wasser hat, mehrere Palmen und Eukalyptusbäume, welche eine schöne
Oasenatmosphäre schaffen.
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Etwa
5 Offroader (Unimogs und andere Kübelwagen) sind hier. Die einen haben wir
schon bei Legzira angetroffen. Mir gefällt es genial gut hier. Nur, so
realisieren wir erst jetzt, haben wir nicht entsprechend eingekauft. Es reicht
gerade so knapp für zwei Tage.
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Ich
spaziere mit Zorro dem Fluss entlang und entdecke am Ufer Wasserschildkröten.
Das Wasser ist trübe, denn es hat ziemlich Lehm am
Rande. Die Schildkröten scheinen gerade dies zu lieben. Ich muss ziemlich lange warten, bis sich eines der Tiere getraut, mehr als nur die Nase zu
zeigen. Eines erwische ich, als es einen Kanal hochklettern will. Am Panzer
heb ich ihn (oder sie) auf den trockenen Felsen und bewundere die scharfen
Krallen, die irgendwie komisch an so einem langsamen sanften Tier wirken.
Bevor ich meine Kamera schussbereit habe, springt (!) die Schildkröte wieder
flink ins Wasser, ins tiefe, leider. Na ja, sollen sie ihren Frieden haben.
Die Steine sind herrlich geschliffen, linkerhand geht ein kakteenbewachsener
Hügel hinauf, rechterhand hat es hartgewordene Sandhügel, die vom Wind
bizarr verformt sind. Es ist wunderschön hier (ich wiederhole mich, ich
weiss...).
Am Abend machen unsere Nachbarn ein grosses Feuer. Die trockenen
Palmenblätter brennen gut, wenn auch schnell hinunter. Wir sitzen zu acht
ringsherum und verschiedene Geschichten machen die Runde. Es ist herrlich, am
wärmenden Feuer zu sitzen und Gesellschaft zu haben.
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Stellplatz: von Guelmim ca. 2km Richtung Sidi Ifni, nach
links Richtung Plage Blanche, nach ca. 20km Schotterpiste, rechts Richtung
Fort Bou Jerif, weiter ca. 9km Schotter- und Sandpiste, teilweise Querung von
trockenen Wadis). Campingplatz rechts liegen lassen, nach 1km kommt das Fort
und die Oase - fester Sand unter Palmen
Klima und Umgebung: fliessender Fluss, man kann Schildkröten entdecken,
Oasenstimmung, Wanderung zum Meer
Infrastruktur: auf dem Campingplatz (nicht gerade billig) bekommt man Wasser
und kann Wäsche waschen
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30. Dezember 2004, Fort Bou Jerif - Legzira
Planänderungen
Die Piste führt von hier aus über ca. 16km ans Meer hinunter. Wir
beraten, ob wir mit den Fahrrädern loswollen oder zu Fuss oder sogar mit dem
Womo. Mit dem Fahrrad ist es zu weit für den Hund, zu Fuss müssten wir eine
Strecke per Anhalter bewältigen. Wir beschliessen, es mit Womo zu wagen. Das
müsste eigentlich Spass machen.
Das erste Wadi nehmen wir souverän. Auch die
anschliessende Strecke ist eigentlich relativ gut befahrbar, wenn da nicht so
viele spitzige Steine wären. Nach etwa vier Kilometer finden wir, dass es das
nicht bringt. Soviel Spass, wie gedacht, macht es auch nicht und der
Verschleiss für die schmalen Pneus ist zu gross. Wir gehen zu Fuss weiter.
Dummerweise realisieren wir nach wenigen Kilometern, dass wir die Türen nicht
abgeschlossen haben. Supi! Da gibt's kein Wehrweisen, wir müssen zurück.
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Noch
einmal losgehen wollen wir nun aber auch nicht mehr. So entscheiden wir uns,
ganz zurück nach Guelmim zu fahren, einzukaufen und dann wieder zurück zur
Oase zu fahren.
Eineinhalb Stunden brauchen wir für die ganze Strecke bis
fast nach Guelmim. Es ist schon Mittag und wir vollkommen k.o.. Die
Strasse nimmt einen mehr mit, als man glaubt. Wir beraten nochmals lange. Aber
da wir beide die Strecke als wirklich qualvoll erlebt haben, beschliessen wir,
nun doch nach Sidi Ifni bzw. Legzira zurückzukehren. Obwohl die schöne Oase
lockt, so eine Strecke am gleichen Tag wollen wir nicht noch einmal fahren.
Wir hätten von Anfang an genug einkaufen sollen, so dass wir mindestens fünf
Tage hätten bleiben können, dann würde sich die Fahrt auch lohnen.
In Sidi Ifni kaufen wir dann ein und fahren nach Legzira. Der Wind schaut hier
nicht schlecht aus und ich setze Dominik an der Strasse oberhalb des
Felsentores ab. Er wird versuchen, sich noch einen Abendflug zu ergattern. Ich
fahre zum Stellplatz, suche mir einen Platz und mache mir einen Kessel voll
Münzentee. Mit einem Buch und frischem Tee setze ich mich an die Sonne und
geniesse die letzte Stunde vor Sonnenuntergang. Dominik sehe ich in der Ferne
hin und her soaren. Er scheint Gesellschaft bekommen zu haben. Zu Dritt kurven
sie bis nach Sonnenuntergang am Felsentor.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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31. Dezember 2004, Legzira
Silvester ohne Knallerei
Ein superschöner warmer Tag bricht an. Der Wind ist gerade eben so
richtig, um zu fliegen. Wir frühstücken draussen und stellen dann das Womo
an die andere Seite rüber, wo wir Meerblick haben und nicht immer alle
anderen Womos anschauen müssen ;-). Gestern war das nicht möglich, weil die
ganze linke Seite voll war, auch mit Pkws.
Hier installieren wir uns definitiv. Wäscheleine und Marquise raus, Tisch und
Stühle sowieso.
Und dann mal süsses Nichtstun...
Der Abend bleibt ruhig. Die Abendsonne lässt die roten Felsen in den
schönsten Farben leuchten. Leider ist der Wind zu unberechenbar, als dass wir
ein Feuer machen könnten. Also wird das ein ruhiger Abend, so wie alle
anderen auch.
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Es
stehen inzwischen ziemlich viele Womos hier. Zum Teil cool bemahlte (meist
GB).
Um 23 Uhr bin ich schon in der Falle. Dominik geht um Mitternacht nach
draussen, zündet einen Brennstab an und macht damit eine Ehrenrunde. Es
ertönt ihn einigen Sprachen Happy New Year, Bon'anné usw., dann wird's
wieder still.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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1. Januar 2005, Legzira
Sich ans nichts tun gewöhnen
Dominik
geht wieder zum Felsentor. Die Österreicher, die er gestern schon angetroffen
hat, sehe ich ebenfalls auf dem Felsentor stehen, daneben ein Esel. Von
unserem Stellplatz aus, kann ich sie gut mit dem Feldstecher beobachten.
Ich habe mich schon ein wenig daran gewöhnt, rumzuhängen. Nach einem
anfänglichen Gefühl von Langeweile, kann ich mich zurücklehnen und es
geniessen. Vorneweg kommt mir dann etwas in den Sinn, was ich tun könnte oder
eben nicht ;-).
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Am
späteren Nachmittag mache ich mit Zorro einen Strandspaziergang. Beim
Felsentor klettere ich hinauf und setze mich zu den Österreichern, die nicht
raus sind. Der Startwind ist zu heftig. Dass Dominik mit etwa 25h/km gestartet
ist, ist schon oberste Grenze. Mittlerweile hat der Wind zugenommen und zeigt
Spitzenwerte von 38h/km. Toplanden geht nicht mehr. Er kann sich aber gut
halten und soarte an diesem Nachmittag etwa 2 1/2 Stunden, dann landet er
unten.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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2. Januar 2005, Legzira
Zuwenig Wind - dafür massig Spätzle
Ein
schöner Tag mehr. Nordin, der, der das Brot bringt, kommt, als wir schon
ungeduldig beim Frühstück sitzen. Schon supi, dass wir jeden Tag frisches
Brot erhalten.
Ernst, ein anderer Österreicher am Platz geht nach Sidi Ifni einkaufen und
bringt uns frisches Gemüse und Butter mit. Wunderbar, so müssen wir nicht
einmal zum Einkaufen weg hier.
Dominik macht Aufziehübungen auf dem Stellplatz. Der Wind ist gerade mal gut
genug, um einen Flug runter an den Strand zu machen.
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Mit
den Berlinern, die ganz rechts von uns stehen, haben wir uns heue morgen lange
über Marokko und das Campen unterhalten. Sie haben sehr viele gute
Erfahrungen mit Einheimischen gemacht. Etliche haben sie ein Wegstück
mitgenommen und jedes Mal positive und interessante Erlebnisse gehabt.
Allerdings verteilen sie recht schnell ihre Stylos, was wir nicht machen.
Nicht zuletzt, weil wir gar keine übrig haben. Wenn man in schlauen Büchern
liest, steht ja immer geschrieben, dass man nichts einfach so geben soll. Es
solle immer eine Gegenleistung damit verbunden sein. Ja, das hört sich
vernünftig an. Ich sehe ja auch, dass Kinder danach fragen kommen und
teilweise sogar richtig fordern. Dies ist mit Sicherheit ein Effekt, der
entsteht, wenn man wahllos verschenkt. Trotzdem denke ich, dass, wenn wir ja
soviel haben, wir doch einfach was abgeben können. Wir hören auch, dass
früher und wohl auch heute noch viel zu oft von Wohnmobilisten Ware
regelrecht aus dem Fenster den herangelaufenen Kindern zugeworfen wurde, was
eine echte Schande ist. Aber wenn man mit Leuten in Kontakt kommt, dann kann
man ja angesichts der Armut auch etwas schenken. Na ja, es bleibt ein
schwieriges und heikles Thema.
Heute habe ich Lust Spätzle zu machen. Zwar habe ich das erst vielleicht drei
Mal in meinem Leben gemacht und bestimmt noch nie ohne Passvit (oder wie sich
das schreibt). Der Teig scheint perfekt, und der Ablauf klappt auch, wenn auch
ein wenig aufwändig. Nach etwa 1 1/2 Stunden in der Küche mit Spätzle-Machen
und vor allem Reinigen der teigigen Utensilien habe ich für
eine Weile wieder genug davon, puh. Dafür sind sie gut (wenn auch hässlich!)
geworden. Und es reicht sogar für zweimal.
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Dominik und Gerd, der eine Österreicher fahren hoch zum
Startplatz bei der alten Festung und wollen wenigstens einen Gleitflug machen.
Dominik macht bei dieser Gelegenheit ein paar coole Fotos vom Stellplatz und
der Ferienanlage Legzira.
Ich gehe runter an den Strand, wo alle gelandet sind und wir genehmigen uns
ein Bier beim Sonnenuntergang. Das erste Bier nach, na ja, sagen wir etwa zwei
Wochen, marokkanisches Flag-Bier. Und es ist nicht übel, vor allem
eiskalt.
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Rechts von der
gelben Marquise und der langen Wäscheleine schaue ich, wie fast alle anderen
auch, nach oben und winken Dominik zu, der gekonnt an uns vorbeifliegt und
dabei frech Fotos macht.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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3. Januar 2005, Legzira
Fisch und Pommes bei Kerzenlicht
Während
Dominik mit Gerd und Ilse, den Österreichern nach oben zum Startplatz fahren,
laufe ich mit Maria und Peter, den Berlinern über einen felsigen und
stacheligen Weg auf direkt auf den Berg. Die drei machen wieder einen netten
Gleitflug und wir geniessen oben noch ein wenig die tiefstehende Sonne bevor
wir wieder runtersteigen.
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Der
Winterweizen fängt an zu spriessen. Die noch ganz jungen und sehr grünen
Blätter schauen frisch aus der dunkelbraunen Erde.
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Gerd und Ilse laden uns und Ernst, den anderen Wiener zum Abendessen in die
Auberge von Legzira. Hier unten haben sie eine nette "Ecke"
hergerichtet. Ein offener, aber gedeckter Raum und über dem Küchenfenster
haben unbekannte Künstler Gleitschirmflieger gemalt.
Gerd hat schon am Nachmittag für alle den Fisch und Salat
vorbestellt. Wir nehmen noch Pommes dazu und Gerd hat sogar einen weissen und
roten Wein dazu organisiert. Gediegen! Und das Essen ist ausserordentlich gut.
Der Fisch jami, die Pommes absolut spitze und auch der Salat war gut.
Irgendwann wurde dann auch der Generator angemacht, denn Strom gibt es hier
nicht. Auf den Tischen und in den Nischen der Räume, Gänge und Treppen
stehen überall Kerzen. Ohne Generator wäre es wirklich das Romantikhotel.
Allerdings ist es ohne Heizung a..kalt.
Dominik und ich haben vorausschauenderweise unsere lange Thermounterwäsche
angezogen, obwohl ich mir nicht hatte vorstellen können, dass wir darum froh
sein würden.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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4. Januar 2005, Legzira
Sole mio
Heute habe ich den ganzen Tag für mich allein! Dominik fährt zum
Nid d'Aigle. Dort trifft er sich mit Reinhard und einer französischen
Gleitschirmtruppe. Eigentlich wollte er per Taxi gehen, doch die Franzosen
holen ihn oben an der Strasse ab und bringen ihn am Abend wieder her. Sie
werden morgen hier fliegen wollen.
Am Morgen war ich mit Peter am Strand joggen, etwa eine halbe Stunde. Das ist
zwar nicht so viel, wie ich es ab und zu Zuhause betrieben habe, aber für
einen Anfang (ja wirklich? staun!) ist es ja nicht übel. Gestern und
Vorgestern war ich ebenfalls am Laufen. Der Muskelkater macht sich ganz schön
bemerkbar. Aber das Körpergefühl ist prima.
Von Ernst habe ich ein gutes und spannendes Buch bekommen und ich vertiefe
mich fast den ganzen Tag darin. Im Laufe des Nachmittag fliegt eine ganze
Meute Holländer oder so vom Berg runter und landet auf dem Stellplatz. Da
verschiedene Wohnmobilisten auf dem grossen Platz Boule spielen, gibt es
herrliche Szenen zu sehen, wo die Leute z.B. erschrocken von einem "bonjour-bonjour-bonjour"
von
oben, auseinanderstieben.
Erst am späteren Nachmittag mache ich mit Zorro einen langen
Strandspaziergang. Immer wieder ist es absolut herrlich hier unten. Als ich
wieder nach oben steige, kommt auch schon Dominik wieder von seinem
Tagesausflug zurück.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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5. Januar 2005, Legzira
Chaotenclub
Reinhard, der Schweizer, der immer einige Wochen in Agadir in einem
Hotel verbringt, kommt mit Abderahim, seinem marokkanischen Führer und Peter,
einem Schweizer zum Fliegen vom Nid d'Aigle hierher.
Dominik ist gerade eben zum Felsentor losmarschiert. Da der Wind
erstaunlicherweise vom Meer herkommt, fliegt Abderahim schnell raus, um zu
sehen, wie es hält. Tut es aber nicht. Trotzdem legt Reinhard in der Hoffnung
auf wenigstens einen Gleitflug seinen Schirm aus. Beide, Peter und Abderahim,
der schon wieder oben ist, halten nicht allzu viel von Reinhards Vorhaben. Es
endet, indem Reinhard auf dem Hosenboden zu landen kommt! Passiert ist ihm
nichts, dafür war es höllisch lustig, das Spektakel zu sehen. Dazu muss man
wissen, dass nur schon die Kluft, die Reinhard trägt, sein Original ganz
schön unterstreichen. Er trägt z.B. keinen Helm, sondern eine Lederkappe.
Sein Sitz ist das absolut älteste Ding, dass ich je gesehen habe und sein
Overall spricht Bände hinsichtlich Lebenserfahrung.
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Nach
dem Abendessen treffen wir uns in der Auberge unten mit Reinhard & Co. und
noch zwei jungen Schweizern, die ebenfalls fliegen. Reinhard unterhält uns
wieder einmal mit seinen Stories vom Fliegen. Mit 68 und einigen Jahrzehnten Flieger- und Bergerfahrung hat er schon manches erlebt und gesehen. Angst
scheint er nicht zu kennen. Ich finde ihn köstlich.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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6. Januar 2005, Legzira
Schreckensmeldungen in einer fast medienlosen Welt
Nach
einem schönen ausgedehnten Morgenspaziergang am Meer verbringe ich den
Nachmittag mit Schreiben und Lesen. Vom Internet habe ich mir einige Artikel
betreffend der Tsounamikatastrophe und über Tsounamis an sich runtergeladen
und lese sie nun in Ruhe. So nach und nach erfasse ich die Ausmasse und
bin.... ja was, sprachlos. Viele, die einen Fernseher haben, erzählten uns,
dass schreckliche Bilder gezeigt werden. Ach, ich bin ganz froh, muss ich mir
diesen Horror nicht ansehen. Es reicht absolut, darüber zu lesen und davon zu
hören. Ich bin wie gelähmt und atemlos. Irgendwie fühle ich mich immer wie
ein wenig deplaziert, wenn mich solche Schreckensmeldungen erreichen. Ist es
krasser, an der alltäglichen Arbeit zu sitzen und von solchen Unglücken zu
hören oder dabei als Zigeuner unterwegs zu sein? Könnten wir nicht gerade so
gut, irgendwo dort unterwegs gewesen sein? Wieso sie und nicht ich? Wer hat
Glück, wer hat Pech? Und warum... und weshalb ... Ach, es bleibt ein Vakuum.
Ohne das Internet wüssten wir nur vom Hören-Sagen davon...
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Am
späteren Nachmittag ziehe ich nochmals mit Dominik zum Felsentor. Während
Zorro verbissen nach Mäusen sucht und dabei den halben Berg umgräbt zieht
Dominik seine Kreise vor dem Felsentor. Obwohl im Süden dunklere Wolken
stehen, bleibt es ruhig. Der Wind ist laminar und eben perfekt zum
Fliegen.
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Mit Peter und Maria, den Berlinern, spielen wir am Abend
einige Runden Rommecut, trinken Rotwein und um Mitternacht öffnen sie sogar
noch einen Sekt, so dass wir auf Peters 61. Geburtstag anstossen
können.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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7. Januar 2005, Legzira
Verzauberter Tag - Miesmuscheln
vom Atlantik
Der
heutige Tag ist verzaubert! Wieso weiss ich nicht. Es gibt so Tage, wo ich ein
inneres Glücksgefühl habe, welches jeden Anblick quasi vergoldet. Ich bin
sowas von glücklich und zufrieden, dass mich alles beglückt, was ich sehe
und erlebe. Jetzt, ein paar Tage später, wo ich erst gerade den Schock von
gestern nieder geschrieben habe und realisiere, dass ich am nachfolgenden Tag
so glücklich war, habe ich fast den Eindruck, es hängt zusammen. Wer weiss.
Schlicht, das ganz starke Gefühl, am Leben zu sein, gesund und munter, die
Sonne am Himmel und Menschen um mich herum...
Wir fahren nach Sidi Ifni. Alles grünt und grünt. Immer mehr Blumen kommen
zum Vorschein. Die Acker wechseln von Braun zu Grün. werden immer dichter vom
Winterweizen überwachsen, in den Gräben grünt es noch mehr.
Dominik zieht los, um eine Stange zu organisieren, welche unsere verlorene
Kurbel für die Sonnenstore ersetzen soll. Ich gehe ins Internet und
anschliessend setze ich mich in ein Strassencafé. Junge Leute sitzen
draussen, gute Musik tönt aus den Lautsprechern, die Passanten sind fast alle
in festliche Kleider gehüllt, denn es ist Freitag, der islamische Sonntag.
Mein Kaffee ist exzellent. Drinnen steht eine uralte italienische
Kaffeemaschine, die noch mit Druckhebeln funktioniert. Ach, ist das Leben
schön...
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Wir
fahren hoch auf den Berg, der hinter Sidi Ifni liegt. Die Strasse lässt sich
wieder einmal gerade so knapp mit unserem Womo befahren. Oben angekommen müssen
wir sagen, wir haben schon ne geile Kiste! Und die Aussicht ins Land ist
herrlich.
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Hier
oben sehen wir all die bunten Blumen aus der Nähe. Erstaunlich wie schnell
die Vegetation reagiert. Offensichtlich reicht ein einmaliger Regen zur
richtigen Jahreszeit. Mit Hilfe der feuchten Nächte und wohl auch des atlantischen
Dunstes kommt das Land zum Ergrünen.
Der Wind strömt schön den Startplatz an. Wir vermuten aber beide, dass er
eigentlich mehr Nord ist und um den Hügel streicht. Aber runterfliegen wird
Dominik trotzdem. Von hier hat man geniale Sicht auf Sidi Ifni und erkennt
endlich auch einmal, dass der grosse Marktplatz tatsächlich mal eine Rollbahn
bzw. Flughafen war.
Als ich Dominik unten an der Strasse wieder aufsammle kommen auch schon
etliche Kinder daher. Donnez-moi un stylo, verneine ich, auch einen Dirham
will ich nicht geben. Verflixt, der eine ist ganz schön hartnäckig und rennt
noch lange mit uns mit und ruft immer wieder, gebt mir was.
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Da
bald Leermond ist, ist die Ebbe ziemlich stark. Mit Kalle und Andrea, den
beiden Offroadern, die gestern hier ankamen und denen wir mittlerweile schon
das vierte Mal (1. Mal auf der Platte bei Agadir, das 2. Mal hier in Legzira,
das 3. Mal in der Oase bei Bou Jerif und nun das 4. Mal wieder hier!) über
den Weg laufen oder sie uns, habe ich abgemacht, bei Tiefsstand Muscheln
sammeln zu gehen. Schon lange wollte ich das mal mit jemanden tun, der sich
auskennt. Peter kommt auch mit. Hinter dem Felsentor hat es jede Menge
Muscheln.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist. Wir haben weder Handschuhe
an noch Werkzeug dabei.
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Sie kleben in dichten Gruppen an den Felsen, bei Flut unterhalb des
Wasserspiegels, aber jetzt natürlich darüber.
Die Miesmuscheln lassen sich relativ leicht vom Felsen abzerren. In wenigen
Minuten sind unsere Säcke so voll, dass es für eine Mahlzeit reicht.
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Dominik
fliegt am Felsentor und gesellt sich auf dem Heimweg zu uns. Jetzt gibt's aber
Arbeit. Die Muscheln werden gewaschen, ich bürste sie ein wenig ab und
schneide mit einem scharfen Messer das Heu und den einen Muskel ab, der aus
der Muschel kommt und mit der sich die Muschel am Felsen festklammert.
Da wir mit Peter und Maria zum Abendessen verabredet sind, Peter hat ja
Geburtstag, kochen wir uns die Muscheln zur Vorspeise. Blöderweise geht bei
mir gerade dann das Gas aus, als das Wasser mit den Muscheln aufkochen sollte.
Der Effekt ist, dass sie nicht richtig aufgehen. Aber wir haben ja noch jene
von Maria, die ihr super gelungen sind. Anschliessend essen wir chinesisch
scharf zubereitetes Gemüse mit Trockenreis, was lecker gekocht ist. Dazu Wein
und schöne, echte Geschichten. Immer wieder staune ich, wie viel offener
Menschen sind, die man gar nicht so gut kennt. Man vertraut viel mehr auf sein
Gespür, hat keinen Druck und ist entsprechend offener. Schön, dass so zu
erleben.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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8. Januar 2005, Legzira
Verhangen
Der Tag fängt verhangen an. Ein leichter grauer Schleier liegt
über der Landschaft. Kommt mir gerade gelegen. So kann ich endlich wieder
einmal drinnen bleiben und schreiben, ohne von der Sonne ständig verlacht zu
werden.
Am späteren Nachmittag marschieren wir über die hinteren Klippen und
bestaunen die schöne Bucht von oben. Nur wenige Fischer sind da, die
Einsamkeit hier ist schon erstaunlich.
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Auf
dem Weg zurück bestaune ich (wie immer) die Vegetation. Die Kakteen sind
eigentlich in etwa immer die selben, aber jede steht in einer anderen
Formation, mal an die Steine gelehnt, dann wieder hochgeschossen, kleine
Gruppen oder gigantische Familien. Wenn man in so eine Kaktus-Kugel schaut,
schaut man wie in den Sternenhimmel.
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Wenn
wir so rumhängen spazieren wir viel umher, schwatzen mit den Leuten und tauschen
Informationen aus. Mit den Berlinern, Peter und Maria, welche fast neben uns
stehen, haben wir uns schon recht angefreundet. Sie werden noch eine Weile hier bleiben, denn sie bekommen Besuch in Agadir. Wir hingegen, werden wohl in
den nächsten zwei, drei Tagen weiterreisen.
Schöne Bekanntschaften macht man hier und es ist angenehm, wie unkompliziert
die meisten sind, oder wenigstens suchen wir uns jene raus ;-).
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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9. Januar 2005, Legzira
Dominiks Geburtstag - Autogramm von Oliver Guenay
Für
Dominiks Geburtstag hat sich die Sonne wieder hinter den Wolken
hervorgekämpft. Prachtstag! Wir machen einen schönen langen
Morgenspaziergang dem Meer entlang zum Felsentor.
Auf dem Rückweg beobachten wir die Fischer, wie sie auf ihren Gummiringen aus
LKW-Pneu-Schläuchen auf's Meer hinauspaddeln. In alten Neoprenanzügen, zum Teil
sogar mit
Turban und Flossen an den Füssen, mit denen sie sich rückwärts über die
Wellen strampeln/schieben, begeben sie sich rings um die eine Klippe, die bei
Flut nur noch zu einem kleinen Teil rausschaut.
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Im
Führer habe ich nachgelesen, dass sie diese gefährliche Art zu Fischen
angefangen haben, weil ein schwerer Sturm ihnen die Boote zerstört hat!
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Am
Mittag fährt uns Kalle in seinem coolen Iveco Offroader zum Startberg hoch (quasi
als Geburtstagsgeschenk für Dominik). Natürlich macht das Riesenspass, in so
einem Vehikel über die Schotterpisten zu rumpeln. Innen drin haben sie es
auch wirklich gut ausgebaut. Da es Eigenausbau ist, gibt's aber auch immer was
zu Verbessern und zu Optimieren. Aussen haben sie von marokkanischen Malern
gute Sujets aufmalen lassen. Es ist wirklich eines der schöneren, dass wir
sehen, seit wir hier sind. Vor allem aber sind dei beiden schlicht sehr sympathisch.
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Zu
unserer Überraschung treffen wir oben auf die Gruppe vom Oliver Guenay, der
unter anderem das Gleitschirmbuch für rings ums Mittelmeer geschrieben hat
und das wir ja immer mit uns rumschleppen. Wir reden mit ihm und erfahren,
dass er inzwischen noch einige andere Projekte zum Laufen gebracht hat. So
z.B. Flugferien in Tansania, Äthiopien, Jemen und noch anderen verrückten
Orten.
Der Oliver fliegt mit einem Tandemschirm runter, der ihn einige Mühe
abgerungen hatte, bis er ihn oben hatte. Für Dominik gibt's leider, wie für
alle anderen auch, leider nur einen Hühnerflug, sprich Gleitflug. Immerhin.
Das Fliegen am Felsentor lässt er heute sein. Zu viele stehen schon oben und
warten darauf, auch mal an die Reihe zu kommen. Mehr als drei in der Luft geht
ja dort nicht.
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Ich
laufe vom Startplatz wieder runter und geniesse es, alleine durch die
Landschaft zu latschen. Schäferinnen winken mir zu und rufen Bonjour. Ich
sehe sogar einen Kaktus, der schon anfängt zu blühen!
Dominik konnte ich beim Espresso mit einer Schachtel voller Konfekt
überraschen. Immerhin, etwas zum Auspacken hat er bekommen!
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Am
Abend gehen wir mit Kalle, Andrea, Peter und Maria in die Auberge essen, Tajine
und Fisch. Obwohl der Fisch knapp gebraten war, hat's geschmeckt und wir haben
einen schönen Abend verbracht.
Oliver Guenay macht ein nettes Autogramm in Dominiks Gleitschirmbuch und der
Abend bekommt so wirklich festlichen Glanz ;-).
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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10. Januar 2005, Legzira
Gasabfüllen - Letzter Tag in Legzira
Wir fahren am Vormittag nach Sidi Ifni, gehen Einkaufen und auch
eine Flasche Gas holen. Über den Mittag hängt Dominik sie an die Leiter und
füllt unsere Flasche (nun zum zweiten Mal) ab. Ich hab zwar bedenken, dass
unsere Nachbarn schockiert sind, aber Dominik kümmert das nicht und das ist
praktisch. Denn so können wir morgen, wenn wir losfahren, die Flasche gleich
wieder zurückbringen.
Dominik fliegt noch einmal ausgiebig am Felsentor, schliesslich wird es wohl
ziemlich sicher das letzte Mal sein. Maria und ich machen derweil einen langen
Strandspaziergang. Auch wenn sie 20 Jahre älter als ich ist, verstehen wir
uns doch gut. Sie ist eine umkomplizierte und selbstsichere Frau, dazu noch
sehr attraktiv. Während die Sonne untergeht trinken wir zusammen einen
Pfefferminztee auf der Terrasse unten am Strand.
Nach dem Abendessen gehen wir noch einmal zu Peter und Maria und spielen UNO
bis die Wände wackeln. Den Wein, den sie uns offerieren nehmen wir natürlich
gerne an. Wer weiss, wie lange es geht, dass wir wieder welchen kriegen. Na ja,
längstens 2 Monate, dann sind wir nämlich wieder in Europa, wo Wein und
Bier fliesst.
Neben uns hat sich der Zürcher Hymer hingestellt. Die Karre ist so cool
bemalt, dass ich ihn ablichten muss. So, unser Aufenthalt in Sidi Ifni ist
vorbei. Drei Wochen, abgesehen von einem Abstecher in die Wüste, standen wir
hier. Morgen geht's wieder nach Norden und ins Inland.
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Stellplatz: siehe 19.12. bzw. 24.12.04
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