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03. Februar 2011 |
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Reisebericht Portugal 2003
19. Juni 2003, Mazagon - Fuzeta (Südküste Algarve)
Hurra Europäische Union und enttäuschender Algarve-Auftakt
Heute verlassen wir Andalusien und gehen über die Grenze nach Portugal.
Eigentlich ungeplant, denn ursprünglich wollten wir ja mal runter nach Malaga
oder noch weiter südlich und dann langsam wieder gegen die Schweiz
zurückziehen. Doch die spanische Küste hat uns insgesamt nicht so gut
gefallen, als dass wir diese Strecke nochmals hochfahren wollten und Portugal
lockt uns. Das Landesinnere von Spanien ist mittlerweile zu heiss. Das geht im
April und Mai noch gut. Jetzt ist es eigentlich zu spät dafür.
Nun gut, dann schauen wir uns halt die Algarve mal an. Man hört ja viel von
hier.
Der Grenzübertritt ist eigentlich keiner mehr. Die Zollhäuschen stehen auch
hier leer und verlassen da. Mittlerweile wird uns klar, dass wir erst wieder
Ausweise zeigen müssen, wenn wir zurück in die Schweiz wollen. So kriegen
wir ein Gefühl der Dimensionen von Europa zur Schweiz!
Da wir ohne Führer hier sind, bestücken wir uns gleich an der Grenze mit dem
nötigen Infomaterial. Die Südküste ist extrem urbanisiert. Zwar sind hier
die Häuser weit übers Land verteilt und viele sind sicherlich auch schon
älter. In Spanien sind ja überall neue Urbanisationen in Form von riesigen
Siedlungen mit zig gleichen Häuschen entstanden. Hier ist offensichtlich
alles langsamer gewachsen. Na abwarten, was wir hier zu sehen bekommen. Was
wir sofort feststellen: hier herrschen andere Preise! Portugal oder immerhin
die Algarve ist teuer! Einkaufen geht nicht mehr für 20-25 Euros. Da
blättern wir 30-35 fürs Gleiche hin.
Nach ergebnisloser Suche nach einem Stellplatz am Meer finden wir in Fuzeta
einen Campingplatz, der immerhin in der Nähe des Meeres bzw. der Lagune
hinter einer äusseren riesigen Düne ist. Das haben wir anfangs gar nicht
gecheckt, dass es unmöglich ist, am Meer zu sein. Das ganze Gebiet ab Grenze
bis Albufeira ist ein riesiges Sumpf- und Lagunengebiet, was unter Naturschutz
steht. Auf die Dünen raus, die teilweise bewohnt sind, geht es nur per Boot.
Aber macht nichts, dann gehen wir halt wieder einmal auf einem Campingplatz.
Dusche und Gesellschaft sind auch nicht ohne. Unsere Nachbarn sind junge
Holländer, ebenfalls mit einem Camper unterwegs, aber vor allem zum
Wellenreiten. Sie kamen die Küste runter und gehen weiter nach Sevilla. Es
tut immer wieder gut, nach einiger Zeit, Leute zu treffen und zu quatschen.
Sie erzählen uns auch von 2m hohen Wellen auf der äusseren Seite der Düne.
Obwohl wir von diesem Ort hier nicht sonderlich angetan sind, denken wir, dass
wir, da schon mal hier, auch ein wenig mehr davon sehen sollten.
Am Abend machen wir uns auf die Suche nach einem Internetcafé, leider
erfolglos. Als wir zurückkehren, hat sich eine der zahllosen Katzen in Zorros
Kiste bequem gemacht. Oh, wie der dreinschauen konnte! Er getraute sich nicht,
sie zu verscheuchen. Obwohl er ja eigentlich mit ihnen spielen will (bei Ronni
war er zeitweise mit Katzen zusammen), fauchen die ihn natürlich an und dann
versteht er die Welt nicht mehr.
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20. Juni 2003, Fuzeta (Südküste Algarve)
2m Wellen
Den Vormittag nutzt Dominik, um mit dem Fahrrad ins nächste Dorf zu radeln
und unsere Mails zu verabschieden. Natürlich lädt er auch Reingekommene auf
Diskette, die ich dann am Mittag mit Genuss auf dem Lappi lesen kann. Ach, ist
es schön, von zu Hause zu hören. Ich muss sagen, ich vermisse euch, das
Schwatzen und Zusammensein mit meinen Freunden fehlt mir schon. Ja, ja.
Jammer, jammer.
Am Nachmittag fahren wir per Taxiboot raus zur Düne. Das erste Mal Schiffchen
fahren für Zorro. War aber ziemlich harmlos. Im Gegenteil, weil er ein so
hübscher Kerl ist, fahren sämtliche junge Mädels auf ihn ab und er geniesst
es, von allen Seiten gestreichelt und verschmust zu werden. Welche neidische
Blicke da von Dominik kommen!
Draussen ist's genial. Die hohen Brecher sind genial, um sich immer wieder an
den Strand werfen zu lassen. Ab und zu wird man ganz schön rumgespült und
ich keuche, als ich den Strand hoch laufe. Das macht Spass! Leider geht das
Boot um halb acht schon wieder zurück.
Übrigens müsste ich mal erwähnen, dass Dominiks Haare ganz schön gewachsen
sind. Auf den Bildern sieht man es nicht so gut, aber er sieht mit seinem
blonden Wuschelschopf etliches jünger aus, als er ist. Wirklich wahr, kein
Honigschmieren!
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21. - 22. Juni 2003, Fuzeta - Albufeira (Südküste Algarve)
Algarvische Traumbucht
Am Kiosk vom Campingplatz habe ich mir Postkarten gekauft, welche
wunderschöne Buchten zeigen. Die wollen wir jetzt suchen gehen. Die eine ist
in der Nähe von Albufeira, eine andere bei Lagos. Albufeira schauen wir uns
auf einem kurzen Spaziergang an. Der Stadtstrand liegt direkt unter dem Dorf,
umgeben von hohen Klippen und mitten drin auch noch so ein grosser Stein.
Bildhübsch. In einem britischen Café bestell ich mir Toast mit pikanter
Sardinenpaste, jammi, ist das fein, zum Nachmachen fein!
Die Bucht St. Raphael finden wir auf anhieb und sie ist genial. Unglaublich
schön. Unser Stellplatz ist auf einer Anhöhe unter Pinien. Wir sehen die
ausgewaschenen Felsen, welche zerklüftet und steil am Meer stehen. Überall
führen ausgewaschene Pfade durch riesige Agaven hinunter ans Meer. Nach
Fuzeta hätten wir sowas nicht erwartet. Vor allem erstaunt uns, dass hier
keine Camper sind. Wo sind die denn alle? Ok, wenn zu viele hier wären, wäre
es ja auch nicht mehr lustig, aber grad gar keine? Wir verstehen es nicht.
Dann gehört halt alles uns alleine hier! Das heisst, natürlich erst am
Abend, wenn alle gegangen sind. Und das sind heute nicht wenige, denn es ist
Samstag. Obwohl Hunde am Strand verboten sind, lotse ich den Kleinen am Rand
der Bucht runter. Er bleibt ja auch unter dem Schirm im Schatten und schläft
meist die Siesta gründlich aus. Am späteren Abend haben wir dann Platz, um
mit ihm zu spielen. Die Leute, die noch da sind, haben Spass, ihn beim Spiel
zu beobachten.
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Das Meer hat hier riesige, teils 20m tiefe Löcher aus dem Sandstein
geschliffen, welche man von oben bewundern kann. Es geht auf den Sandpfaden
überall über die Klippen, immer um diese Abgründe herum, manchmal mit
Agaven bewachsen und manchmal sieht man sogar den sandigen nassen Grund. Der
Sandstein leuchtet in der Abendsonne wunderschön. Farbschattierung zwischen
gelbem und rotem Ocker machen die Gegend hier sehr fotogen.
Die Nacht ist ruhig. Ausser am Morgen ist mal wieder kurz Chill-Out bei der
Jugend angesagt. Glücklicherweise genug weit weg und nur für kurze Zeit
(nicht so wie in Malaga Est, wo wir um 5h mit Musik in Discolautstärke aus
dem Bett geholt wurden und erst wieder eine gute Stunde später Ruhe
einkehrte).
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Den Sonntag verbringen wir ähnlich wie am Samstag. Wir stellen fest, dass es
morgens immer bewölkt ist; sich aber am Mittag die Wolken verziehen und es
wieder strahlend schön wird. Das Klima empfinden wir insgesamt milder als in
Spanien. Aber mal abwarten.
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23. Juni 2003, Albufeira - Praja de Furna, Figuera (Südküste Algarve)
Portugal wird immer schöner (v.a. wenn man fliegen kann)
Obwohl es sehr schön ist hier in Albufeira möchten wir noch mehr sehen von
der Küste Portugals. Vor allem die Westküste soll eine wild und schön sein.
Von Albufeira aus fahren wir westlich der Küste entlang nach Lagos. Auch hier
wieder ist die Küste wild zerfurcht und teilweise fallen die Klippen steil
und hoch ins Meer. Es werden Touristenausflüge per Boot zu den Grotten
angeboten. Aber 20 Euro scheint uns zuviel für den Spass. Und ein wenig sieht
man auch von oben in die Grotten rein. Dahinschwimmen wäre schöner. Zorro
macht das beinahe: er rutscht am letzten Treppenabsatz aus und fällt ins
Wasser. Die leichte Brandung spült ihn gleich um die Ecke aber er kommt
schnell wieder zurückgeschwommen und klettert, mit meiner Hilfe, wieder raus.
Schon wieder beneiden wir ihn, wie er sich bei der Hitze immer wieder auf
praktische Weise abkühlen kann.
Unsere Kondition scheint nachzulassen, die Treppe von der Bootsanlegestelle am
Meer hinauf zum Klippenrand schaffen wir nur mit viel Gestöhn und fliessenden
Schweissperlen. Sobald man aber wieder oben ist und dem Wind ausgesetzt wird
es angenehm.
Immer wieder treffen wir jetzt auf Tourbusse, welche die Massen
heranchauffieren. Die Algarve scheint wirklich eine begehrenswerte
Feriendestination zu sein. Auch die Villen hier sehen nach starker
Einwanderung aus.
Wir fahren weiter Richtung Salema. Dort soll es ein Fluggebiet geben und die
Holländer vom Campingplatz meinten, es gäbe dort einen hübschen
Campingplatz.
Aber vorher fahren wir noch an die Praja de Porto de Mos. Hier soll scheinbar
auch geflogen werden. Ich bereite das Mittagessen vor, während Dominik die
Startplätze abchecken geht. Es dauert auch nicht lange und zwei Flieger sind
über unseren Köpfen. Wieder einmal wird Dominik von der Luft aus gezeigt, wo
er am Besten starten kann. Ohne Tipps geht das hier nicht. So leicht und sanft
das Fliegen im Küstenwind ist, so anspruchsvoll sind hier die Starts und
teilweise auch Landungen. Während ich den Tisch decke, sehe ich, wie Dominik
startet, aber kaum abhebt und auch schon wieder an der Beach unten landet (olala,
he, hier in Portugal ist das Landen generell auf dem Strand verboten!). Der
andere Pilot macht eine gewagte Landung weiter hinten, wo es mehr Steine als
Sand hat (ich sehe ihn schon im Wasser), kommt aber trockenen Fusses wieder
nach vorne, um Dominik zu zeigen, wo er besser starten könnte.
Ich entschliesse mich, Dominik helfen zu gehen. Zwar muss ich Zorro fast
mitschleppen, denn es ist eigentlich schon Siesta-Time und für seine Begriffe
viel zu heiss an der Sonne, aber, ich habe das Gefühl, ohne meine Hilfe,
kriegt er in diesem Gestrüpp den Schirm nie richtig in Position. Er kriegt
den Schirm doch alleine gebüschelt und zieht ihn auch hoch, aber der Wind ist
so stark, dass er nicht nach vorne kommt, wo es abheben würde. Da muss ich
wohl stossen gehen... Die Leute hinten in den Häuschen haben wohl ihren Spass
beim Zusehen, wie ich Dominik langsam nach vorne schiebe, der immer wieder
nach links oder rechts ausbrechen will. Und dann, endlich, hebt er ab.
Glücklich und zufrieden kehrt er dann irgendwann nach einer Stunde oder so
zurück und wir können unser Mittagessen zufrieden (nach getaner Arbeit...)
geniessen.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit der Weiterfahrt zu unserem
ursprünglichen Ziel: Salema.
Auf der Suche nach einem Nachtplatz treffen wir auf ein deutsches Pärchen,
welche den Abend bei einem Glas Wein auf einer Picknickdecke über den Klippen
geniessen. Fliegen ist eh nix, es ist schon zu spät und der Wind stimmt auch
nicht gerade. Die beiden haben Spass an unserem Zorro und von ihnen bekommen
wir dann auch den Tipp für die Praja de Furna bei Figuera, wo es scheinbar
schön ruhig und einsam sein soll. Ok, dorthin fahren wir also. Zwar ein
bisschen schwer zu finden und gerade mal so knapp befahrbar (vor allem die
Überquerung eines ausgetrockneten Flussbeetes!), aber dafür gediegen
abgelegen. Während die letzen Strandbesucher zusammenpacken und gehen,
spazieren wir am Meer entlang und finden nun mittlerweile beide, das Portugal
je länger je schöner wird.
Zur Übernachtung sind wir ganz alleine da. Kein Mensch weit und breit, so
schön..... (ha, denkste!)
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24. Juni 2003, Praja de Furna (etwa von 1h bis 5h morgens)
Nachtprogramm UnterweX: Drogendealern auf der Spur
Kaum haben wir uns so richtig schön in unsere Schlafsäcke reingekuschelt, da
fährt ein Jeep an uns vorbei und das in zünftigem Tempo und mit vollem
Scheinwerferlicht. Und dann noch einer. Beide fahren raus auf die Beach und
schreien da in der Gegend herum. Wir versuchen zu schlafen. Kaum ein Auge halb
zu, fährt einer der Jeeps zu uns rauf, lässt einen raus und fährt ins Land
hinein. Der Typ schleicht sich um unser Auto herum, fasst aber nichts an. Ok,
weiterschlafen. Dann muss Zorro mal raus, ich mit ihm. Kaum sind wie wieder
drin, kommt wieder ein Jeep und hält vorne am Rande der Beach an. Es ist
dunkel und ich sehe nicht viel. Typen steigen aus und sprechen leise
miteinander. Das sind wohl Fischer, die hier einen grossen Braten riechen!
Irgendwann muss Zorro schon wieder (hat Durchfall, der arme Kleine) und als
wir da so stehen, ich nur im T-Shirt, fährt schon wieder ein Jeep vom Strand
rauf, volles Tempo, volles Licht. Verdammt, ich werde langsam wütend. Hat man
denn hier keine Ruhe. Diese Fischer! Ich setz mich mit der Taschenlampe und
einer Zigarette in den Stuhl und fluche leise vor mich hin. Wenn jetzt einer
dieser Typen zu mir kommt, dann zünde ich dem ins Gesicht und scheisse ihn
zusammen, egal ob auf Schweizerdeutsch oder Englisch oder wie auch immer, aber
ich bin stinksauer. Doch es ist still. Als ich wieder im Bett liege, beobachte
ich, wie zwei Typen beim Jeep in unserer Nähe leise miteinander reden und
dann einer über das trockene Flussbett schleicht. Ich frage mich langsam, was
das ganze soll. Dominik ist mittlerweile auch halbwach und meint, das seien
wohl Fischer, die hier eine Fehde austragen. Und dann plötzlich hören wir
einen Schuss, gleichzeitig strahlt eine starke Lampe jemand an, der im wilden
Zickzack auf's Meer zuläuft. Oh Mann, die schiessen aufeinander! Und wir sind
hier mittendrin! Wir liegen auf dem Bett, haben die Türe offen, bloss das
Moskitogitter vorgezogen und versuchen die schattenhaften Bewegungen zu
deuten. Dauernd rapportiere ich Dominik, was ich meine zu sehen. Und wie
wenn's noch nicht genug wäre, kommt noch ein Jeep, hält neben dem anderen,
noch zwei Typen steigen aus. Und dann meinen wir, unseren Ohren nicht zu
trauen, als wir das Repetieren von Maschinengewehren hören, etwa drei oder
vier! Langsam und möglichst leise machen wir die Türe zu und schauen nur
noch zum Fenster raus. Ich versuche, zu erkennen, was das für Jeeps sind,
vielleicht ja von der Polizei, aber ich kann es nicht recht erkennen, weiss
auch gar nicht, wie es aussähen müsste! Unten an der Beach passiert etwas,
wir sehen es aber nicht, sehen nur, wie Personen immer wieder runterschleichen
und zurückkommen. Einmal sehen wir auch ein Boot an den Strand kommen.
Auf einmal kommen vier Typen zu unserem Auto und kicken uns an, was wir hier
machen. Wir fragen zurück, wer sie sind, ob von der Polizei? Sie meinen, ja
klar (!). Zeigt mit der Taschenlampe auf seinen Overall, der in meinen Augen
nicht gerade überzeugend aussieht. Die anderen drei haben T-Shirts an, alle
vier stehen mit ihren Maschinengewehren in den Händen da und uns wird
ziemlich komisch. Sie fragen uns, ob wir was gesehen hätten, Dominik gibt
sofort bereitwillig Auskunft, ich aber traue denen nicht so recht. Sie sagen
uns, wir sollen wieder ins Auto steigen und die Türe zumachen. Wir sollen
nicht gehen? Nein, nein, dableiben und reingehen! OK. Ok.
Im Laufe des Morgens erkenne ich dann auch, dass es sich wirklich um
Polizeiwagen handelt, es kommen immer mehr Autos an die Bucht runter.
Polizisten in Zivil. Keiner kümmert sich um uns.
Irgendwann am morgen, als es bereits hell ist und jede Menge Polizei um uns
herumsteht, getrauen wir uns wieder raus. Ich muss ja schliesslich mit dem
Hund mal Gassi gehen. Sie haben damit kein Problem. Überhaupt kommt mir die
ganze Szenerie irgendwie kurlig vor. Dass die uns hier einfach stehen lassen
und sie uns nicht verdächtigen, irgendwie damit zu tun haben? Na ja, Ok, so
unseriös sehen wir ja nicht gerade aus, aber immerhin sind wir hier und
sollten wohl besser nicht hier sein. Später am morgen vernimmt uns einer
dieser Herren und fragt, was wir wann gesehen haben. Leider können wir nur
Ungenaues sagen, denn es war zu dunkel und zwischendurch sind wir wohl auch
eingeschlafen, sodass wir das ganze hin und her von Autos kaum rekonstruieren
können (auch was ich hier im Bericht schreibe, ist vielleicht nicht genau in
dieser Reihenfolge passiert).
Irgendwann dann fahren sie einem grossen Jeep, der sichtlich schwer beladen
ist, von der Beach hinauf zu uns und laden Pakete aus, wie man sie vom Film
her kennt: Drogenpakete, auf jedem steht 30 kg! Sie fahren mindestens drei Mal
und bringen insgesamt wohl mindestens 1 Tonne Material vom Strand herauf. Der
Haufen wird grösser und grösser - wir staunen nicht schlecht. Offensichtlich
haben sie eine grosse Menge ergattern können. Auch ein Gefangener sitzt in
einem Auto.
Später lesen wir in der Zeitung, dass an zwei verschiedenen Buchten insgesamt
16 Leute festgenommen und total 4,5 Tonnen Haschisch beschlagnahmt wurden!
Wow!
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24. Juni 2003, Figuera - Sagres - Praja de Cordama (bei Vila do Bispo)
Wilde Klippen und feines Essen
Unser "Etappenziel" heisst
Sagres, welches der südwestlichste Teil
von Portugal ist. Dieser Keil, der sich weit ins Meer hinauslässt, steht auf
riesig hohen Klippen. Sicherlich hat diese Ecke einen historischen
Hintergrund, den wir aber nicht kennen, weil wir halt immer noch keinen
Portugalführer haben. Egal, es hat sowieso zu viele Touristen.
Kurz nach Sagres finden wir die eine Bucht, die sich Dominik aus dem Internet
als mögliches Fluggebiet herausgesucht hat. Nach einiger holpriger Fahrt
gelangen wir zu einer traumhaften schönen Bucht (wie oft hab ich das wohl
schon geschrieben?). Aber wirklich, sie ist sagenhaft schön. Links und rechts
ziehen sich hohe Klippen in vielen verschiedenen Schattierungen in den Himmel.
Am Strand liegen schieferfarbige Felsen, wie Dominosteine hingekippt und
leuchten anthrazit in der Sonne. Jene, welche der Flut ausgesetzt sind,
überzieht ein giftig leuchtendes Grün: wohl eine Alge, welche rasenartig
wächst. Das Farbenspiel ist sensationell! Ich hoffe, die Fotos werden was!
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Ein Deutscher, den Dominik schon in Figuera beim Fliegen angetroffen hat, ist
auch hier. Sie sind aber gerade am Zusammenpacken. Trotzdem, der Wind ist noch
gut und Dominik juckt es in den Fliegermuskeln. Ich gehe mit ihm hoch und
schaue ihm dann von oben her beim Fliegen zu. Bin etwa auf der gleichen Höhe
mit ihm und kann so gut mitverfolgen, wie er fliegt, auch das Fluggefühl
lässt sich von hier aus so richtig schön nachvollziehen. Einerseits macht
mich das Fliegen an, es sieht hinreissend leicht und weich aus, andererseits
machen mir die Felsen und die Höhe auch Angst. Es ist gut, habe ich es
aufgegeben. Es wäre wohl ein permanenter Kampf zwischen Angst und Lust
geworden.
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In der Bucht hat es ein kleines Restaurant. Sieht nicht vielversprechend aus,
eher so touristisch ausgelegt, aber trotzdem wollen wir wieder einmal
auswärts essen. Dominik bestellt eine Dourada (glaube, Goldbrasse) und ich
Tintenfisch gebraten. Vorher gibt es noch diese leckere Sardinenpaste, zum
Essen trinken wir eine ganze Flasche portugiesischen Wein (keine Ahnung mehr,
wie er hiess). Zum Abschluss Mandelkuchen, Schoggimuus, Espresso und
portugiesischen Brandy. War superfein! Schön, wenn man dann nur gerade 50m
bis nach Hause hat!
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25. Juni 2003, Praja de Cordama - Monchique - Barragem de Santa Clara
(Region Alentejo, südöstlich von Odemiro)
Wunderschönes Portugal
Unsere Reise geht weiter. Wir fahren in die Berge, wollen ein bisschen mehr
von Portugal sehen, nicht nur Küste. Die Gegend Richtung Nordwest ist
wunderschön. Wir sind beide berührt von dem sanften und abwechslungsreichen
Hinterland. Auffällig (für uns), dass hier nicht alles eingezäunt ist wie
vorher in Spanien. Es steht nicht an jedem zweiten Baum "Coto Privado".
Und, was mir vor allem sehr gut gefällt, jede Menge Bäume, gut durchmischt,
immer auch die Strasse säumend. Viele Kleinbauern mit idyllischen Gärten.
Die Gegend hat zwar zum Teil die gleiche Vegetation wie im Hinterland von
Spanien, aber sie ist immer wieder unterbrochen von grünen Gärten, welche in
Mulden und Tälern liegen. Es ist sanft hügelig und die Strasse führt uns
auf und ab und um tausend Kurven, bis wir am Stausee von Santa Clara ankommen.
In einem Dörfchen vorher machen wir Kaffeepause und können die Story von
vorgestern in der Zeitung nachlesen bzw. aus dem Portugiesischem erraten: wir
entnehmen immerhin die wichtigsten Fakten und haben immer noch das Gefühl,
wie wenn es nicht ganz real war. Später erzählt uns ein Typ, dass es einem
Kollegen von ihm schlechter ergangen sei, der gerade dummerweise in der Nähe
eines solchen Einsatzes war: er landete, trotz seiner Unschuld, für 3 Jahre
im Gefängnis, alles weg, der Camper, einfach alles! Ups. Ob wir wohl ein
Riesenschwein hatten?!
Der Stausee liegt in stählernem Blau vor uns. Ausser einem Wohnmobil, ist
kein Mensch hier. Wie geht das? Wir fragen uns das immer wieder. Wo sind all
die Camper? Und der Platz hier ist idyllisch. Wir stellen unseren Azzi
möglichst nahe ans Wasser, Dominik streift sich Gummihandschuhe über und
sammelt den gröbsten Abfall rings um das Auto herum zusammen! Sieht gleich
anders aus. Der kleine Aufwand lohnt sich wirklich. Das Wasser ist warm,
sicher so 25° und wir geniessen es, wieder mal in so warmen Fluten zu baden
und zu sein. Unsere Nachbarn entpuppen sich als Schweiz-österreichisch. Sie
ist aus Zürich, kam vor 7 Jahren nach Spanien, er ist aus Österreich und hat
ein Bauunternehmen hier in Spanien. Zusammen mit ihrer 3 Jahre alten Sharon
fliehen sie die heisseste Zeit im Innern von Spanien. Lustig, wieder einmal
Schweizerdeutsch zu sprechen.
Abends wandern wir zum Dorf hinunter und genehmigen uns ein Abendessen. Der
Heimweg im Dunkeln hinauf zum Stausee wird dann ziemlich anstrengend. Auch
dieses Dorf ist hübsch, sie haben einen Bach oder besser Teich, der voll mit
Seerosen und Schilf ist. Alles ist sauber und ordentlich hier. Die Häuschen
sind rings um die Fenster und Türen farbig angemalt. So sieht jedes doch
wieder anders aus.
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26. Juni 2003, Barragem de Santa Clara
Süsswasservergnügen
Wir verbringen den Tag am See mit Baden, Lesen, Haare waschen, Rasieren,
Gummibootfahren (grosszügig vom Nachbar angeboten), mit Schwatzen und
Rumblödeln. Zorro fährt zum ersten Mal im Boot und ist ziemlich aufgekratzt.
Als ich ins Wasser springe, muss ich nicht lange rufen und er springt
hintennach. Auch wenn er so klein und irgendwie erbarmungswürdig aussieht,
kann der Kleine wie ein Weltmeister schwimmen.
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27. Juni 2003, Barragem de Santa Clara - Praja de Melides (Alentejo,
nördlich von Sines)
Von Bucht zu Bucht
Zorro hat immer noch Durchfall. Es ist bald kein Zustand mehr. Ich muss was
unternehmen. Also koche ich Reis und wir beschliessen, ein anderes Hundefutter
zu kaufen. Kann sein, dass er die grosse Menge Eiweiss, welche im Welpenfutter
ist, nicht mehr verträgt, weil er ja vorher auch kein spezielles Welpenfutter
hatte.
Heute ist Freitag, eine Woche seit Suzana die Bücher abgeschickt hat und wir
hoffen, sie sind in Sines angekommen. Wir fahren also dahin, wieder in tausend
Kurven rauf und runter. Die Gegend ist so bezaubernd. Wenn wir das gewusst
hätten, hätten wir mehr Zeit für Portugal eingeplant. D.h. eigentlich war
Portugal gar nicht auf unserem Plan. Aber nun sind wir hier und bekommen halt
für den Moment mal eine Idee von diesem Land, was sich lohnen würde, es in
Ruhe und mit viel mehr Zeit nochmals besuchen zu kommen.
Leider sind die Bücher in Sines noch nicht angekommen. Shit. D.h. Montag
nochmals hier herkommen. Wenn sie dann immer noch nicht da sind, dann müssen
wir uns was einfallen lassen. Na, abwarten.
Die nächste "Fliegerbucht" heisst Melides. Hier ist der Atlantik
schon ziemlich heftig. Die Brandung entsprechend wuchtig und hoch. Der Platz,
wo wir parkieren ist von vier oder fünf Beizen "umzingelt". Ausser
uns sind hier auch noch etliche andere Campers. Es scheint, die Saison geht
nun los. Natürlich lockt auch das Wochenende die Leute an die Strände.
Obwohl wir gewarnt wurden, dass es in der Nacht laut werden könnte, blieb es
ruhig und wir schliefen gut.
Als wir ankamen, hatten wir Zoff mit einem anderen Hund. So ein kleiner
hypersexueller Rüde, der unbedingt Zorro bespringen wollte. Hätte Zorro
vorher am Strand nicht gekotzt, hätte ich ihn einfach machen lassen, ich
meine, hätte ich zugelassen, dass sich Zorro selbst seiner Haut erwehrt. Aber
so wollte ich nicht, dass er sich die Seele aus dem Leib rennt. Der Rüde
wurde immer frecher, wollte sogar ins Auto reinsteigen und kroch Zorro in die
kleinste Ecke nach. Ich versuchte alles, um ihn wegzuscheuchen, doch
vergebens. Erst als Dominik meinen Wanderstock ziemlich rabiat einsetzt, zeigt
es Wirkung. Allerdings kassieren wir schockierte Blicke von unseren Nachbarn.
Egal, wenn der Köter es nicht anders checkt und nicht schnallt, dass er Leine
ziehen soll, dann muss er es halt so spüren. Immerhin nützt es und er bleibt
uns fern. Ich hätte das nicht fertiggebracht auch wenn es ganz klar nötig
war.
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28. Juni 2003, Praja de Melides - Areas Brancas (Alentejo, nördlich von
Sines)
Cooles Fliegen, harte Landung
Am Morgen geniessen wir das nackte Sonnenbaden am Meer. Die Dünen dahinter
sind von einer immens vielfältigen Flora überzogen. Der Atlantik ist
wirklich schön. Er ist gewaltig und die Pflanzen, die hier wachsen, zeugen
von ihrer Widerstandskraft mit Dornen, dickem und dichtem Blattwerk, viele
sind Sukkulenten, welche wasserspeichernde Blätter haben. Eine weisse Lilie
steht einsam mitten in den wehrhaften anderen Pflanzen. Ein Pflanzenkreis aus
kleinen dornigen Agaven mit orangeroten Blüten leuchtet aus dem Sand und dem
Blaugrün der anderen Pflanzen heraus. Sagenhaft.
Dominik möchte noch die andere Flugbucht ansehen gehen und so fahren wir
wieder ein Stück zurück Richtung Sines. Hier hat die Gemeinde den Parkplatz
hergerichtet. Wir sind wohl wieder in einem Naturpark und das Campen wäre
nicht gestattet. Wir werden's trotzdem hier probieren. Kaum hat Dominik den
Starplatz ausgecheckt kommt auch schon ein Typ, der ebenfalls fliegen will
daher und Dominik ist glücklich. Fliegen und dann auch noch nicht alleine.
Was ist wohl schöner für ihn? Der Wind ist allerdings ziemlich stark. Der
Schirm wird am Strand unten aufgezogen, dann geht es ein paar Schritte
rückwärts die Düne hoch und schon ist er in der Luft. Dominik fliegt auf
der Kante der Düne in beiden Richtungen dem Strand entlang. Ziemlich weit weg
von unserer Beach hatte er dann einmal das Problem, dass er von einer starken
Böe ins Lee getrieben und dann ein Stück über die Düne geschleift wurde.
Glücklicherweise und dank Helm und Kombi verletzte er sich dabei nicht,
konnte anschliessend wieder am Strand unten starten und weiterfliegen.
Ich nutze den Nachmittag, um diesen Bericht endlich fertig zu schreiben. Wenn
mehr als drei, vier Tage vergehen, ohne dass ich zum Schreiben gekommen bin,
dann wird die Rekonstruktion schwierig. Aber jetzt bin ich ja wieder
einigermassen à-jour.
Vom Gleitschirmflieger Carlos aus Lissabon und seiner Frau Helena, welche
ebenfalls fliegt und einen kurzen Startversuch hatte, bekommen wir bei einem
Bierchen viele Tipps zum Fliegen. Wenn wir also auch keinen Führer für
Portugal haben, so haben wir wenigstens ein paar gute Destinationen zum
Fliegen.
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29. Juni 2003, Areas Brancas
Verregneter Sonntag
Die Nacht war ungestört. Ausser etwa 20 Fischern, welche am Strand unten die
Nacht verbrachten und einem Wohnmobil waren wir alleine hier.
Schon bald fängt es an zu regnen. Auch die Nacht war relativ kühl. Es wird
ein regnerischer Sonntag, an dem wir rumhängen, viel schlafen und besseres
Wetter abwarten. Der zum ersten Mal im Einsatz stehende Regenschirm geht auch
gleich in die Brüche. Es windet zu stark. Später, als der Regen und der Wind
nachgelassen haben, machen wir einen Spaziergang durch die Dünen und den
Pinienwald. Es tut gut und ich bewundere die hartnäckige Vegetation hier.
Auch die Einsamkeit und ihre Ruhe ist für mich ein Genuss. So verbringen wir
hier den Tag, ohne gross was zu tun.
Zorro habe ich heute beobachtet, wie er das Bein hebt. Es sieht ziemlich
unbeholfen und komisch aus, aber es ist eindeutig ein Markieren. Also ist er
jetzt auf dem besten Wege ein Mann zu werden! ;-) Wie lange geht es wohl, bis
er den Weibern nachjagt?
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30. Juni 2003, Areas Brancas - Cabo Espichel (Alentejo, südlich von
Lissabon)
Fehlende Bücher - kurze Bilanz
Am Montagmorgen packen wir unsere Sachen zusammen, um nach Sines reinzufahren.
Hoffentlich sind die Bücher endlich angekommen! Doch nein, schon wieder Pech.
Nun denn, wir wollen und müssen weiter und ich lasse die Post weitersenden zu
einem ziemlich weiter nördlich gelegenen Ort, in der Nähe eines Flugmekkas.
Nach Kaffee und Schoggigipfeln kehren wir um und fahren wieder nordwärts.
Dominik will noch den anderen Startplatz ansehen, der hier sein soll: Praja
Aberta Nova ist ebenfalls schön. Sogar ein Restaurant hätte es hier gehabt
und die Dünen sind über längere Strecke hin regelmässig hoch, sodass ein
Fliegen hier wohl noch cooler gewesen wäre. Aber was soll's, alles kann man
ja nicht fliegen. Und ausserdem ist das Wetter heute nicht mehr fliegbar.
Die Küste hier unter Lissabon ist wieder einmal endlos lange. Mit einem
Fährboot setzen wir von Troja aus über nach Setubal. Alles ist hier grün.
Wahrscheinlich regnet es hier ab und zu. Wir fahren raus Richtung Leuchtturm
Cabo Espichel und finden einen Platz auf den Klippen hoch über dem Meer.
Wir haben frisch eingekauft und so gibt es heute Abend Trutengeschnetzeltes
mit Lauch und Reis. Oh, ist das fein! Und der portugiesische Wein schmeckt
toll dazu. Insgesamt überzeugt der Portugiesische sowieso. In Spanien waren
wir nur beim Rioja sicher, guten Wein zu kriegen. Hier ist er durchs Band
fein, obwohl wir nie mehr als 3 Euros pro Flasche ausgeben.
Wir geniessen den Abend und ziehen Bilanz über die vergangenen 3 Monate.
Spannend zurückzublicken: wir haben viel erlebt, noch mehr gesehen, etliches
gelernt, ab und zu gestritten, uns immer wieder gefunden und finden es noch
immer spannend, in diesem kleinen Camper durch die Gegend zu tingeln. Vieles
ist doch neu und immer wieder ist man gefordert, sich an die Umstände
anzupassen. Wir werden sehen, wie und wo es nach dem Sommer weitergeht. Im
Moment freue ich mich wahnsinnig in die Schweiz zurückzukehren, meine Familie
und meine Freunde wiederzusehen.
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1. Juli 2003, Cabo Espichel - Fonte de Thela (Alentejo, südlich von
Lissabon)
Soaringmekka
Vom Cabo aus fahren wir nur etwa 20 km weiter nördlich. An der gleichen
Küste, welche Costa da Caparisa heisst, gibt es nochmals ein Fluggebiet.
Ideale Klippen, immer etwa gleich hoch, ohne Unterbrüche ermöglichen, bei
Westwind, ideale Soaringmöglichkeiten. Wir fahren die Strasse runter und
sehen auch zwei am Fliegen. Wir fahren unten der Beach entlang auf der Suche
nach einem Aufstieg, doch finden wir nichts. Erst als uns ein paar Leute von
oben Zeichen geben, dass man rundherum fahren muss, steigen wir wieder ein und
fahren retour. Oben stehen schon eine Menge Autos und im Laufe des Nachmittags
wird das ein richtiger Run: Jede Menge Volk, aber viele sind trotzdem nicht in
der Luft. Dominik fliegt denn auch bis zum Mittag, kommt runter für ein
Sandwich und geht gleich wieder in die Lüfte. Ich schaue ein Weilchen zu,
hole den Laptop aus dem Auto und setze mich mit einem Campingstuhl unter einen
Pinienbaum, um den letzten Bericht fertig zu schreiben. Es nimmt immer
ziemlich viel Zeit in Anspruch, aber es macht enorm Spass und gibt mir
irgendwie ein gutes Gefühl. Vielleicht ermöglicht das Reflektieren eine Art
Ordnung schaffen oder ein Erfassen vom ganzen Geschehen. Egal, auf alle
Fälle, tut es gut und befriedigt.
Dominik ist der letzte der Flieger, die runterkommen, dann stellt der Wind ab.
Viele der Einheimischen haben das Küstensoaren grandios im Griff, sie kennen
die thermischen Verhältnisse und das Gebiet, was ihnen ein spielerisches
Umgehen ermöglicht. Die einen machen ständig Tuch & Go
(Ungeschickteerweise am Startplatz), die anderen kratzen mit ihren, äxgüsä,
Ärschen über die Klippenkanten. Cool anzusehen. Dominik ergötzt sich am
freihändigen Fliegen und mit Schaukeln im Wind.
Es sind auch noch am Abend etwa 20 Leute auf dem Startplatz, in der Luft aber
sind jeweils nicht mehr maximal 10 Leute.
Zum Übernachten fahren wir runter ans Ende der langen Beach. Während dem
Eindunkeln fahren die Fischer mit ihren Booten raus. Vom Land aus, fahren
Traktoren der Beach entlang und ziehen dann die Netze mit riesigen Winden
wieder an Land. Es geht fast die ganze Nacht lang so durch. Jede Menge
Traktoren und Leute, die den Fang reinholen. Dominik, der oben schläft, wo es
viel ringhöriger ist als unten, hat dann auch eine entsprechend unruhige
Nacht.
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2. Juli 2003, Fonte de Thela - Lissabon (Alentejo)
Vier-Stern-Campingplatz mit Eichhörnchen
Wir beratschlagen lange und immer wieder, ob wir Lissabon anschauen gehen
sollen oder nicht. An sich haben wir einen guten Tipp für einen schönen
Campingplatz in Stadtnähe und das Wetter ist angenehm. Die leichte, immer
wieder nur kurzfristige, Bewölkung wäre gerade das Richtige für einen
Stadtbummel.
Also, wir versuchen es. Wenn wir den Campingplatz finden, so ist es gut,
ansonsten fahren wir weiter.
Gefunden! War kein grosses Problem, da er eigentlich ganze nahe der Autobahn
liegt, was man dann leider auch voll mitkriegt. Das ist aber auch der einzige
Mangel, den dieser Platz hat, denn ansonsten ist er wunderschön, top
sanitäre Einrichtung, viel Platz, jede Menge Pinienbäume und sogar
Eichhörnchen (haben wir aber nur von weitem gesehen, sind wohl nicht so
hundefreundlich).
Den restlichen Nachmittag und Abend verbringen wir auf dem Campingplatz.
Abendessen gibt es im Restaurant Azzi, denn in der Nähe gibt es nur
Shoppingcenter und Autobahnen!).
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3. Juli 2003, Lissabon - Vale Grande (bei Coruche, Region Ribatejo)
Lissabon
Eigentlich wollten wir die Stadt per Car mit Führung ansehen (wir haben ja
keinen Führer dabei), doch weil wir die Anmeldung verpasst und Dominik ein
paar gute Tipps von einem Schweizer, der mit dem Pinzgauer unterwegs ist,
bekommen haben, entschliessen wir uns, auf eigene Faust loszuziehen. Per Bus
in die City (geht sogar mit Hund, obwohl der Chauffeur an der Endstation
meckert, weil wir den Hund am Boden gelassen und nicht auf den Schoss genommen
haben!).
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Spaziergänge durch die Fussgängerzone (überall Musik, aus
Lautsprechern und aus den Läden) und dann hinüber zur Alfama. Das ist der
ganz alte Stadtteil von Lissabon. Er kuschelt sich rings um eine Burg an den
Hügel und ist wirklich spannend zu sehen. Dass alles alt ist, sieht man gut,
teilweise hat man auch den Eindruck von Verruchtheit (huch!). Die Häuser sind
scheinbar wild und chaotisch ineinandergewürfelt. Zig schmale Gassen führen
hinauf und hinunter. Treppen, mit Pflastersteinen in Mosaikmuster führen
kreuz und quer hinauf zur Burg. Überall wird auf kleinen Kohlengrills Fisch
gebraten. Hier ist auch eindeutig das Viertel, wo am Abend die Post abgeht.
Fado wird immer wieder angepriesen. In den Gassen sind überall farbige
Girlanden aufgehängt. Hier wird wohl nonstop gefeiert.
Fast oben genehmigen wir uns eine Pause mit Blick über die Alfama. Zorro muss
gefüttert werden und braucht ebenfalls eine Pause.
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Allerdings wird aus dieser
Pause nicht viel, den ein anderer junger Hund taucht auf und sein Herrchen
dazu. Wir lassen die Hunde auf einem eingezäunten Rasen rumtoben und
unterhalten uns mit dem Typen, der Italiener ist, aber seit ein paar Monaten
hier in Lissabon lebt und arbeitet. Es ist immer lässig, wie einfach man via
Hunde ins Gespräch kommt!
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Anschliessend wandern wir hoch zur Burg und geniessen die Rundumsicht über
Lissabon. Mir gefällt vor allem der Park ringsherum. Viele uralte
Olivenbäume stehen neben Kanonen, überall gibt es Mäuerchen und Nischen,
viele lauschige Plätze zum Sitzen und Sein. Blick auf Gärten und Häuser
weiter unten im Hang. Ein angenehmer Wind macht den Aufenthalt dort oben zu
einem erfrischenden und ruhigen Ort.
Unser Mittagessen wird ein Touristenmenü irgendwo in einer Gasse der Alfama.
Es ist sehr gut: Fisch mit Kartoffeln an einer Zwiebel-Tomatensauce. Ein Bier
dazu, Dessert und Kaffee, alles für 6.50 Euro pro Nase! Da wir kaum
Portugiesisch können ist so eine Bestellung immer ein bisschen Lotto, aber
macht ja auch Spass, überrascht zu werden.
Für den Heimweg leisten wir uns ein Taxi. So sehen wir noch einen anderen
Teil von Lissabon. In rasanter, teilweise wagemutiger Fahrweise, sind wir in
Kürze wieder auf dem Campingplatz und machen uns dann auch schon bald fertig
für die Weiterreise. Checkout ist nämlich um sieben Uhr abends. Lissabon ist
riesig. An sich müsste man ein paar Tage einsetzen, um einen richtigen
Eindruck von der Stadt zu bekommen. Uns genügt dieser halbe Tag, es war
schön, aber genug.
Bevor wir wieder "on the road" sein können, muss noch eingekauft
werden. Das übernimmt meist Dominik. Wieder einmal geht es etwa ¾ Stunden,
bis er zurück ist. Extrem, was das in so einem Riesenshop für Zeit in
Anspruch nimmt. Da geht es in einem kleinen Laden gerade mal halb so lang!
Zum Übernachten fahren wir an einen kleinen See (hatten wieder mal riesig
Glück) und geniessen nach Lissabon die Ruhe und Abgeschiedenheit in der Pampa
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4. Juli 2003, Vale Grande - Barragem de Montargil (Ribatejo)
Geplante Langeweile
Am langgezogenen Stausee von Montargil finden wir nach langer Fahrt einen
einsamen und ruhigen Platz direkt am Wasser. Ein leichter, frischer Wind macht
es angenehm, im Halbschatten von Pinien und Eukalyptus rumzuhängen.
In Dörfchen Montargil haben wir uns einen Campingtisch gekauft. Halleluja,
endlich können wir aufrecht am Tisch sitzen und geniessen. Wir fühlen uns
zwar mehr als Wohnmobiler denn als Camper, aber dieser Komfort ist doch
einiges wert. Ich persönlich geniesse das "wohnliche" Gefühl, dass
der Tisch unserem Platz verleiht. Dominik findet es, glaub ich, ein bisschen
unter seiner Camperwürde (?!). So oder so, er bringt Gemütlichkeit und einen
geraden Rücken beim Essen.
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5. Juli 2003, Barragem de Montargil - Linhares (Beira)
Gebirge der Sterne
Die Strecke führt genial durch die Serra da Estrela (Gebirge der Sterne, weil
denen so nahe). Es hat zwar einen ganzen Tag beansprucht, war aber sehr
abwechslungsreich. Riesige runde Felsblöcke, manchmal ganz kurlig
aneinandergelehnt geben dem Gebirge einen fast mystischen Charakter. Die
Landschaft an sich ist karg, aber die einzelnen Föhren und diese Felsen
machen sie trotzdem abwechslungsreich.
Ab und zu treffen sieht man diese wieder instandgestellten Pousadas,
herrschaftliche Gasthäuser, welche Salazar, der ehemalige Diktator von
Portugal für die militärisch-politische Elite und seine Freunde erstellte.
Heute finden sie wieder Nachfrage als erstklassige Übernachtungsmöglichkeit
mit historischem Hintergrund. Auf alle Fälle sind sie sehr schön und
ehrwürdig.
Die Serra da Estrela ist scheinbar die Wetterscheide zwischen Süd und Nord.
Das Klima und somit die Vegetation ändert sich schlagartig.
Als wir in Linhares ankommen, sind wir überrascht, welch hübsches Dorf wir
hier antreffen. Das meiste ist nicht so wie vor 800 Jahren. Die Häuser sind
aus grobem braunen Granit gehauen und stehen trutzig wie ein Fels selber rings
um die Festung, welche zwei hohe Türme hat und um denen den ganzen Tag
riesige Schwalbenschwärme kreisen. Erst hinterher erfuhren wir, dass Linhares
eines der acht alten historischen Dörfer dieser Region ist.
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Der Grund, wieso wir hier herkamen, war ein Tipp zum Fliegen von Carlos und
Helena, welche wir an der Küste Areas Brancas, nördlich von Sines
angetroffen hatten. Hier in Linhares werden regelmässig
Gleitschirm-Wettkämpfe ausgetragen. Und natürlich fahren wir, nachdem wir im
Dorf Carlos, der hier die Flugschule leitet, angetroffen haben, zum Startplatz
hoch, um zu sehen, ob und wie es fliegt...
Während Dominik mit Carlos und den anderen im Pickup nach oben donnert, fahre
ich zum nahegelegenen Campismo rural (ein einfacher, ländlicher Campingplatz
mit den wichtigsten Einrichtungen, wie WC und Dusche) und richte mich dort
ein. Zur Freude von Zorro sind noch andere Hunde dort.
Hinterher meint Dominik, dies sei der einfachste Flug seit langem gewesen.
Sanfte Abendthermik, welche einen zwar nicht in die Höhe bringt, dafür
geniesserisch in die Abendsonne fliegen lässt.
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6. - 9. Juli 2003, Linhares (Beira)
Fliegen über trutzigem Dorf - Baden in bergwasserkaltem Teichen
Die nächsten Tage geniessen wir die Gegend der Serra da Estrela. Es ist
wunderschön hier. Die Landschaft ist sanft und abwechslungsreich. Linares
liegt auf einem Hügel vor dem Berg, welcher etwa 1300m hoch ist.
Die erste Nacht verbringen wir, wie gesagt, auf dem Campingplatz, die zweite
Nacht irgendwo zwischen zwei Dörfern im Talgrund, die letzten zwei Nächte
auf dem Mirador, kurz unterhalb des Startplatzes, wo man einen phantastischen
Blick auf Linhares, und übers Land hat, die Abendsonne sozusagen vis-à-vis.
Am Mirador oben haben wir sogar frisches Quellwasser, welches getestet und als
ausgezeichnete Qualität beurteilt worden ist. Die Ruhe dort lässt einen
Abschalten und Auftanken.
Hinter dem Campingplatz hat es einen kleinen Weiher, welcher vom Berg
gespiessen wird. Er ist kühl und wird unser regelmässiger Standort für die
Siesta mit Baden vor dem Essen und vor dem Hinauffahren zum Fliegen.
Jeweils vor der Siesta und am späteren Nachmittag bis in den Abend hinein
fliegt Dominik, immer vom gleichen einen Startplatz zum Landplatz unterhalb
von Linhares. Da der Bergrücken breit gegen Westen ausgerichtet ist und das
Land davor gross und flach ist, ist auch die Thermik nicht himmelhochreissend
sondern ehr kurzatmig, dafür eben breit und ruhig. Da Dominik mittlerweile
das Starkwindstarten im Griff hat, geht er meist relativ früh raus, ist schon
längst oben, wenn die anderen von der Schule oder sonstige
"Flugtouristen" kommen. Als wir oben campierten, ist er einfach
gleich unten am Mirador gelandet. Cool. So hielt sich auch das Rauf- und
Runterfahren in Grenzen.
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Einmal wollten wir auswärts essen gehen. Das eine empfohlene Lokal hatte
leider zu. Der Effekt war, das wir ziemlich lang durch die Pampa fuhren, bis
wir ein anderes Restaurant fanden. Wir bestellten die "Empfehlung vom
Chef": vier Fleischsorten. Als wir dies bestellten, hatten wir wohl beide
im Kopf, dass es jeweils so "Probiererli" gibt. Doch nein, jedes Mal
wurde ein ganzer Topf voll Fleisch serviert. Zuerst verschiedene Wurstsorten
und fettige knorpelige Schweins-irgendwas, dann ein Topf voll mit
Rindsfleisch, dann Wildschwein und dann nochmals sowas... beim letzten haben
wir abgewinkt. Sicherlich waren das ganz typische portugiesische
Spezialitäten, aber bei uns ist das nicht so gut angekommen. Wir sind aber
auch selbst schuld. Erstens, hatte man uns gesagt, ein halbe "Dose"
(Portion) zu bestellen und zweitens wissen wir ja, dass zuviel Fleisch uns
eigentlich nicht behagt. Jänu. Unseren Spass hatten wir, weil wir mit der
Kopftaschenlampe essen mussten, um überhaupt zu sehen, was in unseren Tellern
liegt.
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Im Dorf Linhares gibt es das Lokal
Mimosa, welches von Helena geführt wird.
Es ist wohl eine Art Taverne und empfängt das halbe Dorf, angefangen bei den
Babys (natürlich mit ihren Müttern) über die Gleitschirmpiloten bis hin zu
den Alten und "Schrägen". Nie wurde ich so herzlich bewirtet wie
dort. Helena ist wirklich grossartig und eine Art Mama für alle! In früheren
Zeiten hat sie sogar die telefonische Wetterfee für die Piloten gemacht!
Linhares werde ich so schnell nicht vergessen. Das kühle feine Wasser, das
trutzige Dorf mit der netten Wirtin, die wundervolle Landschaft und die Ruhe
über allem. Einmalig. Muriel, die Frau von Carlos, erzählt uns, dass die
Winter hier lang und hart sind. Es soll viel Regen und Nebel haben. Wie sagt
man: Auch ein eine Goldmedaille hat zwei Seiten!
Der Guide ist in Celorico da Beira angekommen. Schon seit dem 1. Juli lag das
Paket hier und hat auf mich gewartet. Scheinbar ist es einen Tag, nachdem wir
in Sines waren, dort angekommen. Aber das Porto, Suzana, ist ja höllisch
teuer! Aber was soll's, wir sind froh, endlich ein bisschen Information zu
Portugal zu haben und das eine Hundebuch habe ich natürlich in kürzester
Zeit verschlungen!
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10. Juli 2003, Linhares - Vila Pouco de Aguiar (Nähe Vila Real) (Douro)
Portweinlandschaft des Douro
So, auch der schönste Ort muss wieder verlassen werden. Immer wieder heisst
es Abschied nehmen. Aber das nächste Fluggebiet wartet ja bereits. Weiter
nördlich, in der Nähe von Montalegre findet der europäische Wettkampf
statt. Dieses Spektakel wollen wir uns mal anschauen. Vorher geht es aber noch
bei Peter und Andrea vorbei, welche in der Nähe von Chaves ein Häuschen
haben und uns noch zu Bücher Balmers Zeiten eingeladen haben. Herzlich gern
nehmen wir jetzt die Einladung an. Morgen werden wir wohl dort eintreffen.
Vorerst ist aber noch eine ziemliche Strecke zu bewältigen. Es geht über
teilweise schlechte und kurvige Strassen nördlich Richtung Douro-Gebiet. Die
schnell zunehmende Zivilisation in dieser Gegend schockiert mich ein wenig.
Mir gefällt es gar nicht, so viele Häuser, so viele Menschen. Ich spüre,
dass ich es genossen habe, in der Natur zu sein und weit ab jeder grossen
Stadt. Zurück in der Flut der Menschen erinnert es mich auch ans
Zurückkehren in die Schweiz. Bis jetzt habe ich mich darauf gefreut, denn es
bedeutet, liebe Menschen wieder zu sehen und heimatliche Gegend. Doch jetzt
wird mir schlagartig bewusst, dass es auch heisst, zurück ins
"normale" Leben zu kehren, mit dem üblichen Stress und Alltag! Puh,
wie schön man das verdrängen kann, wenn man ausserhalb von diesen Gesetzen
ist.
Der Douro empfängt uns nicht gerade anmächelig. Mittagspause ist dringend
nötig und es ist verdammt heiss. Zeitweise erreicht das Thermometer 40°.
Nach einem kühlen Bad im Stausee bei Peso da Regua nimmt uns die
Weinlandschaft aber doch gefangen und wir entschliessen uns, weiter dem Douro
entlang und ein wenig westlicher nach Norden zu fahren. Der Entschluss lohnt
sich. Das riesige Anbaugebiet des Portweines ist grandios. Soviel Wein, so
viele Hänge, so steil, Wahnsinn. Wir sehen auch die Tafel zur Abfüllerei
bzw. Exporteur Sandeman, der bei uns so bekannt ist. Es ist aber auch ein
richtiger Heizkessel, die Temperaturen steigen und steigen. Als wir in einem
Dorf Halt machen, um einen Kaffee zu trinken, steigen wir gleich wieder ein:
viel zu heiss!
Wir fahren durch die Weinberge hoch zu einem Hochplateau, wo es endlich auch
wieder weniger Häuser hat. Die Gegend wird wieder natürlicher und
urwüchsiger.
Auf einer Bergkuppe stellen wir unser Auto auf einen schönen Platz abseits
der Strasse. Die Föhren geben noch ein wenig Schatten, bis dann die Sonne
glutrot untergeht.
Schon lange schlafe ich an jedem Ort gleich gut. Ich habe mich daran gewöhnt
und fühle mich sicher und geborgen im Auto. Ein Hund zu haben, bringt es mit
sich, dass an Ausschlafen nicht mehr zu denken ist. Zorro weckt mich
regelmässig bei Sonnenaufgang. Obwohl ich fürs Leben gerne schlafe, geniesse
ich mittlerweile die frühen Morgenstunden. Dafür schlafe ich am Abend auch
immer gleich ein. Gut, dass Dominik oben schläft, so hat er wenigstens seine
Ruhe und wird nicht immer gleich von uns geweckt. Manchmal tönt allerdings
das aufgeregte Trippeln von Zorro höllisch laut in der Morgenruhe.
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11. - 13. Juli 2003, Vila Pouco de Aguiar - Tresmundes (bei Chaves,
Nordportugal) (Tras os Montes)
Besuch bei Peter und Andrea
Den Vormittag verbringen auf unserem Platz mit Rumhängen und Spazieren.
Dominik macht eine Spritztour mit dem Fahrrad und ich schreibe noch über die
letzten Tage. Gerade eben hat noch der Schwager von Dominik angerufen und wir
haben abgemacht, den 1. August bei Ihnen in Frankreich zu verbringen. So steht
der grobe Reise- und Terminplan fest. Das lässt ans Heimfahren denken und
macht ein bisschen melancholisch. Aber jetzt freu ich mich erstmal auf Peter
und seine Freundin. Freu mich aufs Schwatzen und Tratschen (hätte nicht
gedacht, dass ich das vermissen würde).
Die beiden haben ein Haus am Rande von Chaves auf der östlichen Bergkuppe mit
einem Wahnsinnsblick gegen Sonnenuntergang aufs Tal und Chaves. Das Dorf
Tresmundes ist klein, und viele sind Portugiesen, die in der Schweiz
gearbeitet haben und nun zurückgekehrt sind. Vor 14 Jahren günstig
erstanden, immer wieder was daran gemacht, steht es an einem genialen Standort
und bietet den beiden und auch ihren Freunden und Verwandten einen erholsamen
und abgeschiedenen Ort zum Ferienmachen und Abschalten.
Wir finden es riesig nett, dass wir, obwohl wir eigentlichen beide nicht so
gut kennen, bei Ihnen ein paar Tage verbringen dürfen.
Wir werden mit feinster "Schweizer" Aprikosenwehe empfangen! Ach,
gute alte Schweizerküche!
Ich kenne Andrea eigentlich kaum, aber ich hatte sie ein bisschen schlanker in
Erinnerung. Als dann Peter uns bestätigte, dass sie bald eine Familie seien,
war dann alles klar. Ja, ja, der "brave" Gogo! Wer hätte das
gedacht! Da können wir nur gratulieren und nebenbei staunen, wie fit und
unkompliziert Andrea, trotz sechsmonatigem Bäuchlein ist!
Wir verbringen die Zeit mit viel Schwatzen, leckerem Essen auf dem Platz
hinter dem Haus mit Blick aufs Tal und Sonnenuntergang, coolem Billardspielen
(das Wohnzimmer ist ein Spielzimmer(!Neid!), grossen Diskussionen, einem
Ausflug zu einer Praja, welche sich dann leider eher als Düngertümpel
entpuppte, Kurzvisite von Chaves und natürlich auch Wäsche waschen. Es ist
ungewohnt, wieder einmal in einem Bett zu schlafen und es ist zudem extrem
warm. Aber gediegen ist es und ich schlafe wie ein Murmeltier. Es ist aber
auch sensationell ruhig hier. Der Wald ringsherum ist ein wunderschöner
Mischwald. Milane und Schwalben (oder sind es nun Turmsegler) fliegen in der
Abendthermik. Abgesehen von lästigen Wespen, die es aus unerfindlichen
Gründen auf Andrea (gleich zwei Stiche in zwei Tagen) und Zorro (der hatte
fast einen Kollaps, hat sich dann aber schnell wieder erholt) abgesehen haben,
ist es herrlich schön.
Nach zwei Tagen Sommerhitze schleicht am Sonntagmorgen ein herbstlicher Nebel
den Hang hoch. Aber schon am Mittag, als wir losziehen, um zum oberen Dorf zu
wandern, kommt die Sonne in alter Frische hinter den Nebelschwaden hervor und
heizt ganz schön ein. Wir entdecken sogar einen Starplatz für Paragliders,
der ganz offensichtlich frisch präpariert wurde. Vermutlich wegen des nahe
stattfindenden Weltmeistercups.
Besondere Erwähnung verdient Andreas Küche: sie ist genial lecker!
Nochmals, ihr Lieben, vielen herzlichen Dank, ihr seid megagrosszügig! Ich
hoffe, ich werde mich irgendwann mal revangieren können!
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14. Juli 2003, Tresmundes - Montalegre (Tras os Montes)
World Paragliding Championship 2003
Als wir am Montagmorgen losziehen, haben auch sie ihren umgebauten VW-Bus
bereit, um ans Meer zu fahren.
Sie werden noch ein Openair besuchen und dann wohl ein bisschen früher als
wir wieder in der Schweiz sein.
Die Fahrt in die Berge ist wunderschön. Es wird je länger je heimischer.
Ausser dass anstelle der Schweizer Bergtanne Föhren stehen.
Im Fluggebiet von Montaglegre findet die diesjährige Weltmeisterschaft der
Paraglider statt. Cool, dass wir per Zufall hier sind. Das Fluggebiet ist
riesengross. Die verschiedenen Startplätze relativ weit voneinander entfernt,
ebenfalls der Landeplatz. An der Informationsstelle bekommen wir Hinweise, wo
wir den heutigen Startplatz finden können. Auch sehen wir per Zufall das
Schweizer Nationalteam, welches wir dann oben beim Abheben beobachten können.
Für Normalos wie Dominik ist der Wind zu stark, um ebenfalls abzuheben. Im
Laufe des Mittags legt er sogar noch einen Zahn zu.
Wir essen auf dem oberen Startplatz Mittag und beobachten die Flieger aus dem
windgeschützten Auto. Der Starplatz hier oben ist ja sowas von exquisit:
allerfeinster Rasen, gleichmässig abfallend und sehr gross. Fast schon ein
Golfplatz! Das wär was gewesen, von hier aus zu starten und vielleicht sogar
beim Toplanden ein Burzelbäumchen zu schlagen! Na, auf alle Fälle geniesst
es Zorro, dies zu tun. Er sputet in sichtlichem Genuss über die Grünfläche
und ist kaum zu bremsen.
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Unten im Dorf wollten wir eigentlich auf den Gratiscampingplatz. Doch der
tolle Campingwart hat das Tor mit Kette gesichert und ist wohl irgendwo am
Rumsumpfen. Keiner kann raus und vor allem können wir nicht rein.
Ok, dann gehen wir halt zuerst mal die Feierlichkeiten beäugen und dann sehen
wir weiter. Die ganze Welt ist versammelt! Von Südafrika über Mexiko und
Neuseeland, fast alle östlichen europäischen Länder, Korea und Japan und
ach, einfach von überall. Jedes Team etwa zwischen eins bis zehn Leute. Bevor
aber alle Mannschaften nacheinander zum Festplatz hochlaufen, bringen Bauern
zwei massige Stiere auf den Platz unterhalb und lassen sie aufeinander los.
Meine anfängliche Abneigung verwandelt sich in Respekt, als uns ein alter
Mann via Dolmetscherin erklärt, dass so ein Kampf nicht gerade wie heute nur
eine Minute dauern kann, sondern auch schon mal sieben Minuten. Die beiden
Stiere haben lange Hörner, eine Rasse, die es scheinbar nur hier gibt, wie
auch diese Art von Kampf, so erklärt uns der alte Mann. Der Kampf ist, wie
gesagt, nur kurz. Die Stiere handeln bestimmt, aber unblutig aus, wer hier der
Stärkere auf dem Platz ist. Der Schwächere verzieht sich wieder in seine
Ecke. Scheinbar wird bei jeder Festlichkeit dieser Stierkampf dem Publikum
vorgetragen. Dann spielt die Jugendmusik auf: hier sind das Kids mit Dudelsack
und Tamburin.
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So marschieren alle Teams und die Zuschauer hinauf zum
Festplatz, wo jedes Team auf die Bühne muss und vorgestellt wird. Das ganze
ist ziemlich fad bzw. stier. Wir ziehen uns wieder zurück. In einer Pizzeria
bekommen wir leckere Pizzas für je 5 Euro. Als wir wieder beim Camping sind,
ist der Platz natürlich noch immer verschlossen. So ein I.... Die
Wetterprognose für morgen hat Regen angesagt. Also wird hier eh nichts mit
Fliegen oder Flugwettkampf. Wir beschliessen zum nahegelegenen Naturpark
Peneda-Geres zu fahren. Am Barragem machen wir Halt für die Nacht. Die Wolken
hängen tief und die Temperatur sinkt auf 15°.
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15. Juli 2003, Barragem do Alto Barragao -NP Peneda-Geres (Tras os Montes)
Nebel und Regen
Es ist kalt. Der Himmel ist völlig verhangen, also, definitiv kein
Flugwetter. Im Nebel fahren wir zum etwa 50km entfernten Nationalpark
Peneda-Geres. Die kurvenreiche Strecke nimmt ziemlich Zeit in Anspruch und es
ist kurz vor Mittag, als wir im Büro der Parkwächter Unterlagen zum Wandern
im Nationalpark erhalten. Viel ist es allerdings nicht. Gerade mal zwei Touren
sind offiziell gekennzeichnet und entsprechend dokumentiert. Mit dem Auto
fahren wir nach oben zum Aussichtspunkt. Von dort aus machen wir nach dem
Mittag mit Regenponcho ausgerüstet einen Spaziergang durch den Wald und
hinauf zu den runden Felsformationen. Der Weg wäre wunderschön. Es geht
durch Farnheiden, rauf und runter, um Felsen herum, welche wie arrangiert
dastehen. Der Regen wird aber immer heftiger und wir werden langsam, trotz
Poncho, ziemlich nass. Zorro allerdings hat seinen Spass. Wir entschliessen
uns, wieder runterzufahren, und im Dorf auf den Campingplatz zu gehen.
Der Campingplatz wäre ideal, wenn es so richtig heiss wäre. Terrassenförmig
angelegt mit vielen kleinen Plätzen, ideal zum Zelten und vielen alten
Bäumen, liegt er am Bach unten und ist wohl auch im Sommer, d.h. wenn es
heiss ist, immer angenehm kühl. Doch bei diesem Wetter kann er seine
Qualitäten kaum entfalten. Die Plätze saugen sich mit Regen voll und auch
als der Regen endlich nachlässt, tropft es noch lange von den Bäumen.
Nach dem Abendessen geht Dominik das Geschirr abwaschen. Er kommt mit sauberem
Geschirr zurück, im Schlepptau zwei Schweizer Girls. Silvia und Bettina sind
komplett durchfroren. Ihr Abendessen haben sie auf dem Kocher beim Waschplatz
zubereitet. Dominiks Einladung, bei uns einen heissen Kaffee zu nehmen und
sich aufzuwärmen haben sie wohl ziemlich dankbar angenommen. Sie haben eine
Riesenfreude an Zorro und wir quatschen über dies und das. Besuch ist immer
willkommen. Bei Kaffee, Wein und Schweizer Schokolade (noch von Peter und
Andrea!) "tauen" die beiden langsam auf. Sie sind für zwei Wochen
in Portugal per Rucksack unterwegs und haben sich so allerhand vorgenommen.
Schade für sie, dass es regnet, denn sie sind extra in den Norden gefahren,
um diesen Nationalpark zu bewandern.
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16. Juli 2003, NP Peneda-Geres (Tras os Montes)
Zeitkontrolle im Nationalpark
Am Vormittag machen wir die erste dokumentierte Wanderung. Sie ist hübsch,
aber wir werden im nassen Farn wieder durch und durch nass. Trotzdem, mir
gefällt es, so im Wald rumzustiefeln. Da die Wanderung einfach war und
relativ kurz, fahren wir weiter, ganz in den Norden des Parks, bis an die
spanische Grenze. Dort gibt es eine Wanderung, welche in unserem
Portugalführer steht, entlang dem Rio Homem.
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Der letzte Strassenabschnitt durch den Nationalpark wird speziell
kontrolliert. D.h. man erhält ein Zeitticket und muss innerhalb von 15
Minuten am anderen Ende angekommen sein. Anhalten darf man nicht. Das ganze
wurde zum Schutz der Natur so eingerichtet. In unseren Augen ist das ziemlich
komisch und halbbatzig. Die Kontrollhäuschen wirken denn auch irgendwie
daneben. Aber egal, natürlich halten wir uns an die Regeln und fahren bis zum
anderen Kontrollort, um dann per Fuss ein bisschen zurück zu laufen, zum
Ausgangspunkt unserer Wanderung. Es ist kalt, obwohl die Sonne langsam wieder
durchkommt. Der Rio Homem wird des öfteren auf Portugals schönsten
Naturbildern gezeigt. Ähnlich wie die Maggia im Tessin hat das Wasser die
Steine und Felsen glattgeschliffen und zum Teil tiefe Becken, mit
türkisschimmerndem Wasser hinterlassen. Der Weg ist hübsch und führt endlos
lange am Fluss entlang bis zu einer Wolframmiene. Da der Weg aber immer im
gleichen Stil zu diesem Ziel führt, kehren wir nach etwa 2 Stunden um, um
weiter unten den Fluss selber zu geniessen. Die Felsen sind warm und das
Wasser wunderbar anzusehen.
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Innerhalb des Parkes gibt es auch einen Stausee. Dorthin wollen wir, um einen
Übernachtungsplatz zu finden. Der Weg führt wieder durch Sperrgebiet mit
Zeitticket. Eine wunderschöne Strecke mit Bäumen, die tief über die Strasse
hängen. Es wirkt überhaupt wie ein Urwald und es kommt uns wieder einmal
kein Mensch entgegen. Römische Meilensteine erinnern an die frühere
Anwesenheit dieser Riesenmacht. Da die Strasse aber in elend schlechtem
Zustand ist, haben wir einiges länger als nur eben die 15 Minuten. Das Girl
im Kontrollhäuschen kümmert das aber wenig und wir fahren weiter zum See.
Der Platz, den wir finden bietet einmaligen Blick in die Berge und über den
See. Schade nur, dass man drinnen sitzen muss, denn es ist verflixt nochmal
kalt wie im Schweizerischen Herbst!
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17. Juli 2003, NP Peneda-Geres - Barragem do Alto Barragao (Tras os Montes)
Wanderung zu den Bärenfelsen
Die zweite dokumentierte Wanderung führt uns hinauf zu den Bärenfelsen, den
"Sihlos Ursos". Es ist wunderschön, kaum zu beschreiben. Wir
treffen auf wilde Pferde, durchlaufen Farnhaine, einen jungen Mimosenwald und
immer wieder erstaunen einen die Felsen, welche teilweise wie Wächter oder
versteinerte Urtiere hier stehen und keine Zeit kennen.
So, nach dieser Wanderung wäre jetzt ein Bad fällig. Wir fahren hinunter ins
Tal, wo noch ein anderer Stausee ist und nehmen ein kurzes, aber erfrischendes
Bad. An einer Haltestelle füllen wir unseren Wasservorrat auf. Hier ist es
übrigens ganz normal, dass das Wasser aus den Quellbrunnen getrunken wird.
Viele PW's und LKW's halten an, um ihre PET-Flaschen aufzufüllen. Und das
Wasser, echt, ist supergut!
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Da das Wetter endlich wieder so ist, wie man es sich fürs Umherziehen und
Fliegen wünscht, nämlich sonnig und warm, will Dominik nochmals zurück nach
Montalegre. Die Weltmeisterschaft dauert noch bis 27. Juli.
Nun können wir auch die phantastische Bergwelt des Nationalparks aus der
Ferne bewundern. Die Strasse nach Montalegre führt quasi auf der
gegenüberliegenden Talseite am Park vorbei.
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Als wir hinfuhren herrschte ja so
dichter Nebel, dass wir davon gar nichts sahen. Nun sind wir ziemlich
beeindruckt von diesem schönen Park und seinen teilweise doch hohen Bergen.
Beim Stausee Alto Barragao suchen wir wieder unseren alten bewährten
Standplatz am See auf. Morgen werden wir dann die letzten Kilometer nach
Montaglegre hinter uns bringen.
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18. Juli 2003, Barragem do Alto Barragao - Montalegre Campingplatz (Tras os
Montes)
Startverschiebung und Diskussion über Eigenständigkeit
Am Morgen herrschen gerade mal 6°! Puh, sind wir hier im Süden oder im
Norden? Ich muss unbedingt mal die Breitengrade checken, verflixt, und so hoch
sind wir hier ja auch nicht. Vielleicht 700müM oder sind es mehr? Und dauernd
hört man noch von zuhause, dass es ein Jahrhundertsommer sei, mit
Temperaturen über 30° und anhaltendem Schönwetter! Na prima, und wir
frieren hier. Haben Socken und Jacken montiert, essen drinnen und lassen am
Morgen die Standheizung laufen! Ja, ja, das Camperleben kann manchmal schon
hart sein ;-).
Wir fahren zum Headoffice und finden den Internetraum leer. Alles ist
scheinbar auf den Startplatz hochgebracht worden. Hoppla, das wird ja
spannend. (Später erfahren wir dann, dass sie extra eine Telefonleitung den
Berg hochgezogen haben!).
Ok, wir fahren also auch hinauf zum Südplatz, obwohl eher Westwind herrscht.
Kabäuschen mit Kaffee und Kuchen, Bierzelte, Toiletten und eben auch die
Internetecke sind eingerichtet. Wir platzieren uns am Rande des Startplatzes,
der wie im vorigen Bericht beschrieben, eher wie ein Golfplatz wirkt, und
warten auf Infos zum Take-Off. Doch immer wieder wird es verschoben. Der Wind
ist ziemlich stark und irgendwann erfahren wir dann auch, dass abgesagt worden
ist. Wir fahren noch runter zum Westplatz und schauen den Schweizern zu, wie
sie abheben. Ja, der Wind ist wirklich stark und es ist cool zu sehen, wie sie
aufziehen und rausgehen und sich ziemlich sicher durch die Lüfte bewegen.
OK, vielleicht ist ja morgen Wettkampfwetter! Wir fahren also runter und
stellen unser Auto neben dem Wohnmobil von Horst und Marlies auf den
Gratis-Campingplatz. Marlies habe ich schon bei der Eröffnung angetroffen und
dann nochmals auf dem Startplatz oben. Nun lernen wir auch noch Horst kennen.
Er fliegt auch. Schon seit zwölf Jahren. Solange reist er auch schon rum. Er
hat viele Wettkämpfe besucht und kennt die Szene ziemlich gut. Die beiden
haben zusammen schon die halbe Welt gesehen und sind offensichtlich richtige
Routiniers. Wir setzen uns nach dem Abendessen zusammen und haben einen
witzigen Abend. Horst ist Fan von Zorro. Er hat selbst schon Hunde gehabt und
würde wohl Zorro am liebsten gleich behalten. Marlies zeigt mir die Bilder
ihres Hundes Poco und Fotos aus früherer Zeit. Sie kennt sich toll mit
Kräutern aus und wird von Horst als Kräuterhexe bezeichnet. Mich beeindruckt
vor allem ihre Selbständigkeit.
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Sie bleiben während den zwei Wochen Weltmeisterschaft hier auf dem
Campingplatz. Der Camper ist in dieser Zeit ihr festes Zuhause. Er geht meist
mit den anderen Fliegern zum Startplatz hoch, fliegt und kommt am Abend wieder
her. Sie unternimmt in dieser Zeit dies und das. Hat sich beim Touristenoffice
alle wichtigen Informationen geholt, um die Zeit hier zu planen und was
unternehmen zu können. Allerdings geht sie auf eigene Faust los. Sie hat
keine Hemmungen, alleine loszuziehen, sei es, um eine Stadtbesichtigung zu
machen oder wandern zu gehen. Hut ab, ich finde diese Eigenständigkeit cool
und beeindruckend.
Über die Vor- und Nachteile von wegen Wohnmobil oder Camper kommen wir auf
die Tatsache zu sprechen, dass Dominik und ich uns wohl trennen, wenn wir
zurück sind.
Als ich sage, dass wohl das Fliegen uns auseinander gebracht
hat, muss ich sogleich korrigieren. Denn die Probleme aus diesem Umstand waren
nur quasi Symptom. Unser gegenseitiges Nichtverstehen ist eher die eigentliche
Ursache.
Nebst diesem psychologischen gibt es aber ein ganz sachliches Problem, was mir
aufgrund des Treffens mit Marlies und Horst klar wurde. Ich konnte während
den Zeiten, wo Dominik flog, kaum meine Selbständigkeit wahren. Wenn ich
Dominik manchmal zwei Mal am Tag zu einem Startplatz hochfahre, oder wenn erst
im Laufe des Tages entschieden wird, ob überhaupt geflogen wird und der
Zeitpunkt solange offen bleibt, bis er wirklich draussen ist (und dann weiss
ich ja noch lange nicht, wann er wieder runter kommt), dann lassen diese
Umstände es kaum zu, mir einen eigenen Tagesablauf zu gestalten. Ich war zwar
immer irgendwie bemüht, etwas in den Zwischenzeiten zu unternehmen. Aber es
hat sich herausgestellt, dass ich so kaum was organisieren oder gar was
Grösseres unternehmen kann. Die Zeiten, die ich zur Verfügung hatte, um
eigenständig was zu unternehmen, fielen meist in den heissen Nachmittag, wo
es beim besten Willen nicht mehr lustig ist, z.B. Wandern zu gehen oder ein
Dorf anzuschauen. Und so kam wohl auch darum des öfteren in Zeiten des
Fliegens Missstimmung auf. Wenn ich, wie heute z.B., durchsetze, dass er am
Morgen entscheidet, was ist, sodass ich den Tag für mich gestalten kann, dann
hat Dominik das Problem, dass er den Camper nicht in der Nähe hat, dass er,
unter Umständen irgendwo in einem Fluggebiet hängen bleibt und sich anderen
anschliessen muss, vielleicht sogar von irgendwo irgendwie per Anhalter
zurück muss. Und vermutlich ist es nicht das, was er sich vorgestellt hatte.
Ok, was soll's. Ich verschone euch mit allzu vielem Gejammer über unsere
Beziehungsprobleme, sie gehören wohl kaum in einen Reisebericht. Auf alle
Fälle wurde mir im Gespräch mit Marlies so einiges klar. An sie werde ich
wohl des öfteren noch denken und mir ihre selbständige Art vor Augen halten,
wenn es gilt, selbst selbständiger zu werden! Und da hab ich wohl noch
einiges zu lernen!
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19. Juli 2003, Montalegre Campingplatz (Tras os Montes)
Wieder kein Wettkampf
Am Morgen spazieren wir vom Campingplatz zum Dorf hinauf. Bevor wir ins
Headoffice gehen, um die Infos zum heutigen Flugtag zu holen, genehmigen wir
uns einen Kaffee. Dann wollen wir eigentlich noch unseren letzten Bericht vom
Internetraum der Organisation aus verschicken, doch die Verbindungen werden
immer lahmer und zu guter letzt macht es gar keinen Wank mehr. Also muss das
noch eine Weile warten. Wir treffen Horst, quasseln und spazieren zusammen
zurück um Camping. Mit Marlies und Horst fahren wir hoch zum Startplatz West.
Allgemeines Rumhängen. Nicht mal der eine oder andere geht raus, oder
sonstige Plauscherei. Nur Rumsitzen, Rumpalavern, Rumwerweisen und Warten auf
Startdurchgabe. Doch der Wind ist wieder bzw. immer noch stark. Wir gehen
runter zum Auto und machen Mittagspause. Dann um 14 Uhr wieder rauf zum
Startplatz. Hier herrscht immer noch dieselbe Stimmung. Und das alles in
ziemlichem Starkwind. Ok, mit Fliegen ist wohl heute eh nichts, ich möchte
gerne runterlaufen. Das Auto können wir ja, sollte Dominik, wider aller
Winde, doch noch zum Fliegen kommen, am Abend irgendwie holen gehen. Als ich
losziehen will, kommt Marlies dazu. Sie hat die Zeit am Berg oben genutzt, um
Tagebuch zu schreiben. Also marschieren wir gemeinsam den Berg hinunter. Der
Weg dauert drei Stunden, ist aber auf dem unteren Teil wunderschön. An einer
Kapelle machen wir Halt im Schatten und bei frischem Wasser und geniessen die
Pause in der abgeschiedenen Stille. Am Abend bin ich dann ziemlich müde, aber
sehr zufrieden.
Allerdings muss ich dann lange warten, bis Dominik kommt. Er ist doch noch zum
Fliegen gekommen. Leider hat er sich bei einem Starkwindstart den Finger ein
wenig gestaucht. Den Abend lassen wir bei einer jammi Pizza im Dorf vergehen.
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20. Juli 2003, Montalegre Campingplatz - Montalegre
Mirador (Tras os Montes)
Drei-Dörfer-Wanderung und ein Platzwart als König
Als
wir am Morgen diskutieren, was los ist, frage ich Dominik, ob er vielleicht
Mitte Strecke zum Berg das Auto stehen lassen könnte, sodass Marlies und ich,
den schöneren Teil nach oben wandern könnten und dann mit dem Auto den Rest
nach oben fahren würden. Als er einwilligt, bin ich ganz überrascht. Es
scheint ein akzeptabler Kompromiss für ihn zu sein. Wunderbar!
Marlies und ich beschliessen, via drei Dörfer zum Auto zu gelangen. Die
veranschlagten drei Stunden reichen dann allerdings hinten und vorne nicht
aus. Wir kommen erst so um 5 Uhr an! Aber die Wanderung war schlicht der
Hammer! Apropos Hammer: Unser idiotischer Platzwart hatte am morgen wieder die
Kette vorgelegt. Als wir rausspazierten, war da ein Lastwagenchauffeur, der
offensichtlich reinwollte, aber nicht konnte. Also nahm er, ganz die Ruhe
selbst, einen Vorschlaghammer hervor und schlug das Ding mit zwei Schlägen
auseinander! Voilà, so geht es auch. Recht hat er. Wieso auch diese
idiotische Kette!
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Auf unserer Wanderung hat mir Marlies ein Lied vorgesungen, welches ich dann
mit der Zeit auch mitsingen konnte, nur leider, kann ich es jetzt schon nicht
mehr! Horst, wenn du diese Zeilen lesen solltest, dann bitte, bitte, frage
Marlies, ob sie mir das Lied nicht zusenden könnte! Das wäre superlieb!
(Zwischenzeitlich habe ich sie ja bekommen! Vielen lieben Dank!
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Auf dem Weg zum Startplatz kamen wir an einem Stierkampf vorbei. Das mussten
wir uns nochmals ansehen. Wie schon am 14.07.03 beschrieben, geht so ein Kampf
unblutig vonstatten. Auch dieser war in etwa 15 Sekunden vorbei.
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Trotzdem ist
es aufregend, denn die Tiere sind gewaltig, haben riesige lange Hörner und
die Leute stehen nicht hinter einer sicheren Abschrankung, sondern um die
Stiere herum.
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Ein alter Herr erklärte mir auf französisch, dass es
ungefährlich sei, denn es finde jedes Wochenende so ein Kampf statt und die
Tiere seien eh an die Menschen gewohnt. Und das konnte man wirklich sehen.
Erstaunlich! Wenn der wollte, dann könnte er..... aber er tut es nicht. Gott
sei Dank!
Auf den Startplätzen finden wir unsere Männer nicht, und es herrscht
Nordwind, vielleicht Nordwest. Also fahren wir wieder zum Campingplatz
hinunter. Ich muss das Auto draussen hinstellen, denn die Kette, wohl eine
Neue, ist wieder dran! Verflucht! Da kommt auch schon Dominik und wir
genehmigen uns erstmal ein Bierchen. Der Campingwart, ein junger Typ, kommt
dann irgendwann mit der Kette an und verschwindet im Lokal. Als dann aber
Dominik das Auto holen gehen will, kommt er wieder ohne zurück und ist
völlig verärgert. Schon wieder hat der Platzwart seine grossartigen und
dummen Reden von wegen "I have a business to run" geschwungen und
will scheinbar nicht auftun oder halt eben nur, wenn man zuerst mal seine
Reden anhört. Dominik hat den Platzwart mit F... you stehen lassen. Ok. Also
gehe ich nochmals nach vorne, um was zu glätten, was mir eigentlich selber
zuwider ist, aber auf den Campingplatz möchte ich halt trotzdem. Als ich,
ohne den Wart gefunden zu haben, zurückkomme, sehe ich, dass dieser mit
Dominik am lauten Referieren ist. Ich gehe hin und hoffe, ich könne
einlenken. Aber dieser Schwachsinnige hat doch wirklich das Gefühl, dass wir
von seinem Goodwill abhängig sind. Als ich ihm sage, das die Kette doch keine
Lösung sei und dass er wohl solche Diskussionen jeden Tag hätte und dass es
auch kein Wunder sei, denn es sei ja wie in einem Gefängnis hier, meinte er
nur, ich hätte ja keine Ahnung. Er sei vier Jahre im Knast gewesen und ich
wüsste überhaupt nichts davon! Hoppla! Vier Jahre, ist ja nicht gerade
wenig! Aber egal. Der Kerl kann uns kreuzweise.
Wir verabschieden uns leider früher von Marlies und Horst, als wir wollten.
Gerne hätten wir noch mit ihnen geplaudert. Aber den Typen kann ich nicht
mehr sehen!
Horst erzählt noch vom Startplatz in Chaves, den wir ja per Zufall mit Andrea
und Peter beim Spazieren entdeckt hatten. Der Wettkampf heute hat dort
stattgefunden. Es habe aber Chaos geherrscht. Ungeduld und wenig Platz hat die
Leute ihre guten Manieren vergessen lassen. Es werden wohl einige Beschwerden
bei der Leitung eingehen.
Wir fahren zum Mirador über Montalegre und verbringen den Abend mit tollster
Aussicht über die Landschaft und rosigem Sonnenuntergang dort oben.
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21. Juli 2003, Montalegre Miradour - Camping beim Barragem do Alto Barragao
(Tras os Montes)
Kapellenhain und Wettkampf in Chaves
Dominik erzählt am morgen, dass in der Nacht ein Auto herangefahren ist, ich
habe nichts gehört. Ich habe so einen tiefen Schlaf und das mittlerweile an
jedem Ort, dass ich schon selbst darüber staune.
Wir fahren zur Infostelle runter und treffen wieder auf Horst. Das Internet
ist noch nicht eingerichtet, aber das Girl vom Dienst holt schnell einen Lappi
und schon sind wir "drin"! Der Wettkampf heute findet in Chaves
statt. Ich schlage Dominik vor, dass er mit den anderen per Bus dorthin
mitgeht und ich den Tag auf meine Weise verbringe. Offensichtlich ist er
überrascht, von mir so einen Vorschlag zu hören. Ein wenig verärgert
willigt er aber ein.
Ich packe den Hund ins Auto und fahre zur Kapelle hoch, welche ich schon von
der Wanderung kenne. Dieser wunderbar abgelegene Ort, wo Stille und Einsamkeit
herrscht ist genau das, was ich heute brauche.
Das Auto stell ich unter einen Baum, lege Hundedecke und Picnicdecke auf die
Wiese, hole mir frisches Wasser vom Brunnen, Lektüre und schon bin ich im
Paradies. Der Tag vergeht so schnell, dass ich nicht einmal dazu komme,
loszuspazieren. Um 18h ist Dominik schon wieder zurück und ich hole ihn bei
der Infostelle wieder ab.
Endlich hat mal wieder ein Wettkampftag stattgefunden. So wie Dominik
erzählt, war es ziemlich spannend, zu sehen, wie so viele Paragliders nach
draussen gehen und dann alle diese bunten Schirme am Himmel stehen. Es war ein
so genanntes "Race to goal", was bedeutet, dass alle zur gleichen
Zeit losgehen und ein bestimmtes Ziel erreichen müssen. Der erste, der dort
ist, hat gewonnen. Im Gegensatz das "Speed-Run": Jeder startet mit
seiner individuellen Startzeit und fliegt die vorgegebene Strecke möglichst
schnell. Der Schnellste gewinnt natürlich. Alles klar! Wie genau die
Wettkämpfe verliefen, auf welchen Plätzen die Schweizer sind, kann ich
leider nicht sagen. Die Schweizer sind auf alle Fälle gut. Sie konnten heute
als VIP starten, dass heisst, sie gehörten zu den 20, die selbst wählen
konnten, wann sie raus wollten. Wie der Stand des Wettkampfes ist, wissen wir
leider auch nicht, aber man kann es sicherlich im Internet checken.
Dominik kam ebenfalls zum Fliegen. Und der Tag hat ihm wider Erwarten gut
gefallen!
Für die Nacht fuhren wir runter zum Barragem do Alto Barragao, zur
Abwechslung mal auf den Campingplatz. Der ist zwar noch nicht ganz
fertiggestellt, dafür sind die sanitären Einrichtung noch ganz neu und auch
sehr sauber. Auch das finnische Supportteam ist da und wir schwatzen übers
Fliegen und so.
Gleich nebenan ist ein Restaurant, welches wir ausprobieren wollen. Ein rundes
Lokal mit Pflastersteinen und offenem Holzdach. Vom CD-Player wird Fado
gespielt. Fado, von einer Frau gesungen, wunderschön und passend zur ruhigen
Atomsphäre. Der Gipfel ist dann noch das Abendessen, dass
überraschenderweise sehr gut ist. Eine Portion für zwei: Salat, Reis, Pommes
und Rindfleisch (eine Art Voressen mit pikanter Sauce). Das Dessert ist Brot,
getunkt in Ei, gewürzt mit Zimt und Zucker. Es war ein schöner Tag mit einem
wunderschönen Abend. Wir sind zufrieden und satt. Und es ist unser letzter
Tag hier in Portugal!
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Chronologisch
geht es hier weiter: Reisebericht Spanien 2003, Teil 5
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