25. April 2005: Albufeira,
Praia d. Sao Rafael (ca. 80km W v. Grenze oder ca.
35km W v. Faro)
Zerklüftete Südküste der Algarve
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Auf dem Weg von Mazagon bis zur Grenze suchen wir, vergeblich, nach einer
Tankstelle, wo wir unsere leere Repsol-Gasflasche umtauschen können. Jetzt
hoffen wir eben, dass wir diese in Portugal auffüllen können.
Die Autobahn bringt uns relativ schnell bis nach Albufeira.
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Die
gediegene Badebucht am Westende der Praia d. Sao Rafael, westlich von Albufeira
ist unser Ziel.
Als wir ankommen, erschrecken wir erst einmal! Unser alter Stellplatz, in unserer
Erinnerung ein festgefahrener roter Sandboden unter Pinien, direkt über dem
Strand, hat dem Urbanisationsdrang der Menschen nicht standgehalten und wurde
zwischenzeitlich durch einen, wenn auch hübschen, aber dennoch befestigten und
eingezäunten Parkplatz abgelöst.
Na, was soll's! Weitersuchen wollen wir auch
nicht mehr. Also stellen wir unser Teil halt auf den abgelegenen Teil der
Parkplatzes.
Dominik und ich legen uns für eine Stunde oder so an die Beach, um uns von der
Fahrerei ein wenig zu erholen. Es hat fast nur Portugiesen hier. Für unsere
Ohren ungewohnt viele Sch...laute.
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Unser
"neuer" Stellplatz.
Kaspar und Roswitha sind "dank" unserer Stellplatzbeschreibung an
einem Abzweiger falsch gefahren und am Ostende der Praia d. Sao Rafael gelandet.
Zum Glück! Denn unser alter Stellplatz bietet ja nun nicht mehr das, was man sich
unter wildem Campieren so vorstellt!
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Als wir ein SMS von ihnen bekommen, dass sie an der gleichen Praia sind, machen wir uns auf
die Suche nach ihnen und finden sie hier. Natürlich holen wir unser Womo dann auch rüber.
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Wir
erkunden die stark zerklüfteten Klippen oberhalb und an der Seite der Buchten.
Es gibt hier Wasserlöcher, tiefe dunkle Schlunde, aus denen bei Flut und
heftiger Brandung das Meerwasser hochschiesst.
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Sie
sind zehn bis fünfzehn Meter tief. Hier fällt man besser nicht hinein.
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Das
ist die Bucht gleich unterhalb unseres neuen Stellplatzes. Sie ist zwar zum
Baden nicht so einladend wie die erste, gediegene, dafür herrlich wild.
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Auf
dem Felsen haben die Möwen ihre Ruhe. Hier nisten sie ungestört von
spazierenden Menschen und streunenden Hunden.
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Bei
Ebbe kommen die Felsformationen besonders zur Geltung. Man kann sogar zu dem
einen Höllloch (rechts im Bild) waten und dann den Kamin hoch und in den Himmel schauen.
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Stellplatz: Praia d. Sao Rafael, von Albufeira den
Hinweisschildern folgen. Nach dem Hotel Maritim links abbiegen (Holzschild Sao
Rafael) und der Strasse bis zur Küste folgen - fester Sand
Klima und Umgebung: Tauchen, Schnorcheln, Küstenwanderungen
Infrastruktur: nada, Restaurants an der Küste
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26. + 30. April + 1. Mai 2005: Lagos,
Praia de Porto de Mos (ca. 80km W v. Faro)
Klippenwanderungen und ausgiebiges Küstensoaring
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In
Lagos machen wir Halt, um eine portugiesische SIM-Karte zu kaufen und ins
Internet zu gehen.
Das Womo stellen wir hinter den Yachthafen und gehen zu Fuss in die Stadt. Der
Yachthafen ist über einen breiten Kanal mit dem Meer verbunden. Darüber führt
eine Fussgängerbrücke. Da viele Boote hohe Masten haben, wurde die Brücke so
konstruiert, dass sie in der Mitte auseinandergeklappt wird, wenn ein
entsprechend "hohes" Boot ein- oder ausläuft.
Der Katamaran auf dem Bild ist gigantisch. Üblicherweise sind Boote ja schlank
und der Wohnraum entsprechend. Aber bei so einem Katamaran ist der Wohnraum
ähnlich breit wie lang!
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Praia
d. Dona Ana. Die "Hausbucht" der Einwohner von Lagos. Sie ist ein
Traum! Leider haben hier, wie an so vielen anderen Stränden auch, Hunde keinen
Zutritt. Da die Praia d. Dona Ana sehr klein ist, gibt es auch keine Nischen
oder Randzonen, wo wie uns normalerweise mit Zorro durchaus unter's Volk
mischen. Wir begnügen uns also mit einem Blick von oben, machen Mittagspause
und fahren dann weiter zur Praia d. Porto de Mos.
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Der
Stellplatz hier ist zwar ganz und gar nicht nach meinem Geschmack, aber Dominik
erhofft sich wohl doch einen Flug und wir installieren uns auf dem extrem
schrägen Parkplatz. Dominik buddelt an der höheren Seite des Hanges Löcher
für die Räder, um uns auf
dieser Seite tiefer zu stellen! Trotz Buddelei und Keilerei auf der anderen
Seite stehen wir immer
noch schief! Mir macht das nichts aus, aber Dominiks Perfektionssinn leidet
schon ein wenig bei der Schräglage!
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Wir laufen die Klippen hoch. Der Boden ist schon recht trocken. Der Wind bläst
von Norden, d.h. von hinten. Zum Fliegen passt das gar nicht, leider. Die Klippe
wäre schon eine herrliche Soaringkante!
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Wenn
man von der Praia d. Porto de Mos an der Küste entlang Richtung Lagos läuft,
kommt man zur Ponta da Piedade. Hier führen 150 Stufen runter auf's Seelevel,
wo Boote darauf warten, dass sie Touristen durch Grotten und Tore fahren
dürfen.
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Ein
Teilstück in die gleiche Richtung kann man bei Ebbe am Meer entlang
laufen.
Die Felsen sind zwar vom Material her (Sandsteingemisch) immer gleich, aber das
Meer und das Wetter gestalten sie überall anders und wohl auch an
derselben Stelle immer wieder auf's neue.
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Der
Weg oberhalb der Bucht bietet einerseit herrliche Ausblicke auf's Meer und die
Strände.
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andererseits
Einblicke in die blühende Vegetation.
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Die
orange blühenden Agaven sind offenbar erst gerade aus ihrem Winterschlaf erwacht. Kaspar kam am Abend mit dem Motorrad an "unsere" Bucht. Sie stehen
am Westende der Praia de Luz, ein, zwei Ecken weiter. Wir machen ab, uns morgen an der Praia
da
Cordoama, sofern der Wind stimmt, zu treffen.
In der Nacht fahren Idioten auf dem Kies ihre Runden und testen ihre Autos auf
deren Schleudertauglichkeit! So nett!
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Am 30. April kommen wir nochmals mit Kaspar und Roswitha hierher, um zu fliegen.
Diesmal passte es! Der Deutsche, den wir an der Praia da Cordoama angetroffen
hatten, war auch da und ebenso eine Paragliderschule.
Dominik und Kaspar vergnügen sich einige Stunden an dieser Klippe. Anfänglich
ist der Himmel noch bewölkt, doch er hellt nach und nach auf.
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Ich
nutze die Gelegenheit, um bis zum Leuchtturm zu wandern.
Die Riesenagaven recken sich mit frischen kräftigen Blütenstängeln in die Höhe. Sie sind
gigantisch!
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Das
Wasser zeigt sich in schönstem Blau. Ich bewege mich auf schmalen Sandpfaden
oberhalb der tief abfallenden und stark ausgewaschenen Küste.
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Das
Meer formte hier Tunnels und Brücken, Hölllöcher und Grotten! Extrem zerklüftet
und ein Paradies für Möwen und einige andere Vogelarten.
Mit einem Kanu wäre das cool, die Höhlen auf eigene Faust vom Wasser aus zu
entdecken.
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Auf
dem Rückweg vom Leuchtturm habe ich ein unschönes Erlebnis. Ein Exhibitionist
passt mich am Wegrand ab. Erst ignoriere ich ihn. Als er aber ein zweites Mal
auftaucht, verfluche ich ihn und werfe (hoppla) Steine nach ihm. Weit und breit ist
natürlich kein Mensch zu sehen. Als er unverfroren weitermacht, zücke ich die
Kamera. Das hilft! Er zieht sich hinter die Büsche zurück. Doch jetzt ist mir
nicht mehr ganz wohl! Und prompt kommen ein paar Meter weiter Steine geflogen!
Fluchend schmeisst er die Steine in meine Richtung, ist aber zu weit entfernt,
um mich treffen zu können. Ich zücke die Kamera erneut und es hilft wieder!
Ich höre ihn ziemlich fluchen, aber er getraut sich nicht mehr hinter den
Büschen hervor, weil ich die Kamera nun in den Händen behalte. Es scheint,
dass ich in Marokko was gelernt habe! Ohne Steine und Kamera wäre ich dem
Scheisskerl hilf- und machtlos gegenüber gestanden. Diese Typen wissen
ganz genau, dass sich hier eine gute Möglichkeit bietet, denn das Gebiet ist
weitläufig und sie selbst, wenn nötig, sehr schnell verschwunden! Mein Heimweg
bringe ich dann ziemlich schnell hinter mich. Ich rechne damit, dass er irgendwo
wieder auftaucht und mir vielleicht die Kamera entreissen oder mich wenigstens mit Steinen treffen will! Glücklicherweise ist das nicht der Fall. Aber der
blöde Kerl hat es eben trotzdem fertiggebracht, mir den Spazier zu verderben!
Schade, dass ich ihn nicht digital festhalten konnte.
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Für
die Nacht stellen wir uns mit Kaspar und Roswitha, die diesen Platz entdeckt
haben, ein Dorf weiter in ein Villenquartier westlich von
Luz. Hier sind keine Leute unterwegs und der Blick auf die Küste im Abendlicht ist
beruhigend.
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Roswitha und Kaspar müssen Mitte Mai wieder zurück in der Heimat sein. Da auch
noch die Dune du Pylat auf ihrem Programm steht, heisst es für sie vorwärts
machen. Ihr nächstes Ziel ist Lissabon. Vielleicht schauen sie sich auf dem Weg
noch das eine oder andere Fluggebiet an.
Wir verabschieden uns von ihnen und verbleiben mit dem Versprechen, auf dem Weg
nach Slowenien bei Ihnen vorbeizuschauen.
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Dominik und ich fahren nochmals nach Porto do Mos. Tatsächlich sind ein paar
Piloten da. Aber fliegerisch gibt's nichts her. Zuerst warten wir einen kurzen
feinen Regen ab und später, als die Sonne scheint, hat es so wenig Wind, dass
es sich kaum lohnt den Schirm auszupacken, denke ich!
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Doch
kurze
Zeit später frischt der Wind auf und die Piloten gehen raus. Dominik als erster
und die anderen hintennach.
Von seinem "Hochsitz" aus sieht er schön auf die Klippe und die
dahinterliegende Ebene. Eine Sandpiste führt der Klippe entlang bis nach Luz.
Kurz vor Luz ragt ein grosser Felsen, wie ein Urzeittier aus der Klippe heraus.
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Ich
bekomme einen Anruf von Rainer. Er und Henny stehen auf der Platte und haben
Dominik fliegen sehen.
Ich beschliesse später, die beiden zu Fuss zu besuchen. Ein schöner Weg führt
immer den Klippen entlang. Während ich nach Norden laufe, fliegt Dominik neben
mir gegen den Wind her. Es ist nur wenig schneller als ich!
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Abschnittsweise sieht die Klippe "gfürchtig" aus. Steil geht es
runter und der Boden, wo ich drauf stehe, wirkt manchmal nicht mehr so ganz
sicher.
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Dominik
geniesst den Höhenflug sichtlich! Kurz vor Ende der Klippe, bzw. vor Luz ruft
er mir zu, ob ich unterwegs zu Rainer und Henny sei. Ich bejahe, weiss aber zu
diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Dominik die beiden unten in Luz gesehen hat
und dass ich meine, sie würden noch oben beim Obelisken stehen.
Als ich sie dann nirgends finden kann, rufe ich an und erfahre, dass es ihnen
hier oben zu
windig war und sie darum runter an den Strand von Luz gefahren sind.
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O.k. so weit laufe ich nicht mehr. Ich muss ja auch wieder zurück. Schade! Aber
vielleicht klappt es ja ein andermal mit einem Wiedersehen!
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Aus
Dominiks Sicht bietet sich die Küste natürlich ganz anders dar. Er hat den
vollen Blick bis runter zum Cap, wo der Leuchtturm steht und
"Exhibitionisten" ihr Unwesen treiben. Wenn Piloten dort fliegen
würden, gäbe es auch diese geltungssüchtigen Männer dort nicht. Ha, schwacher
Trost!
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Der
deutsche Gleitschirmpilot heisst Holle und fliegt mit einem Passagier ebenfalls den Klippen
entlang. Leider haben wir es verpasst, seinen ganzen Namen zu erfahren und eine
Homepage führt er noch nicht.
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1. Stellplatz: auf dem grossen Parkplatz bei der Praia de
Porto de Mos - Kies
Klima und Umgebung: Soaren, Klippenwanderungen, unruhiges Nachtleben
Infrastruktur: Restaurants
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2. Stellplatz: auf der Küstenstrasse Richtung Sagres,
erst am zweiten Abzweiger, auf der Höhe, wo es rechts nach Espiche geht, links
abbiegen und der Beschilderung
Praia de Luz folgen, vor dem Dorf beim Kreisel rechts abbiegen, nach ca. 1km
links durch ein
Tor "Porto Dona Ana" fahren, am Kreisel geradeaus, nach 100m
linkerhand in der Kurve parkieren - Asphalt
Klima und Umgebung: schön ruhig, Spaziergänge entlang der unteren Klippe
Infrastruktur: nada
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27. - 29. April + 1. - 3. Mai 2005: Vila
do Bispo, Praia
da Cordoama (ca. 10 N v. Sagres oder 120km W v. Faro)
Viel Natur an der wilden Westküste der Algarve
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Auf dem Weg zur Praia de Cordoama suchen wir, wieder vergeblich, nach einer
Tankstelle, wo man Gas auffüllen könnte. GPL scheint hier nicht so sehr
verbreitet zu sein. Es erweist sich als grosser Fehler, dass wir die
Flasche nicht noch in Spanien ausgetauscht haben.
In Vila do Bispo machen wir Halt, um die Infrastruktur zu checken. Beim Womo
ist der 70'000 km Service fällig. Die Garage, die wir finden, macht einen sehr
guten Eindruck auf uns und wir machen für nächsten Montag einen Termin aus. Im
Dorf finden wir im Haus der Kultur (sogar gratis) Internetzugang und können das Wetter für
die nächsten Tage checken! Praia da Cordoama passt schon. Es ist Nordwestwind
angesagt und das Tiefdruckgebiet müsste nördlich von uns vorbeidonnern!
In einem kleinen Laden, einem "Ali-Super", kaufen wir köstliches
Brot. Das Dorf ist klein und wenig touristisch. Nur gerade der Strasse entlang,
welche zu den Buchten führt, hat es einige Läden. Dafür gibt's mehrere
Restaurants, die offenbar von den Strandausflüglern, welche hungrig vom Baden
wieder durch Vila do Bispo zurückkehren müssen, leben können.
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Praia
da Cordoama. Eine Wucht! Die Westküste der Algarve finde ich persönlich eine
Sensation. So viel Raum, soviel Natur, soviel Strand und Meer und kaum Menschen!
Leider ist das Wasser sicher zwei oder drei Grad kälter als an der Südküste.
Auf alle Fälle um diese Jahreszeit zu kalt, um darin zu planschen.
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Wir
fahren zuerst zum Miradouro, oberhalb der Praia da Cordoama und
"unseres" Stellplatzes, wo der Startplatz ist. Dominik fliegt immerhin
runter!
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Pilzkopf!
Dominik
wollte wieder einmal Haar lassen. Sein Motto: kein Haar darf in die Augen
kommen. Diesen Wunsch setze ich "gekonnt" um. Schön muss es ja nicht
unbedingt sein, sondern vor allem praktisch :-))
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Seit
Mitte April ist Sommer! Die Temperaturen sind endlich so, dass man das Draussensein
geniessen kann. Wir essen jetzt eigentlich meist draussen.
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Kaspar
und Roswitha sind kurz nach uns hierher gekommen. Die beiden hatten über mehr
als zehn Jahren eine Gleitschirmschule in ihrer Heimat und geniessen nun ihre
neue und noch junge Freiheit.
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Der
Stellplatz an der Praia da Cordoama ist gleichzeitig der Parkplatz der kleinen
Beiz hier. Wasser gibt's in einer nahen Zisterne.
Da der Platz im Wohnmobilführer "Mit dem Wohnmobil durch Portugal"
erwähnt ist, finden ab und zu Wohnmobilisten den Weg hierher. Doch lange
bleiben sie nie und der Platz gehört immer wieder uns alleine.
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Hier tummeln sich vor allem die Surfer. Sogar Surfschulen kommen hierher und
stecken dann jeweils ihr Territorium mit Flaggen ab.
An
zwei Tagen war der Wind tagsüber total ruhig, also viel zu wenig, um zu soaren.
Doch jedes Mal stellte sich nach sieben Uhr abends ein Wind ein, der zum Fliegen reichte.
An einem Abend war Kaspar oben und soarte bis Sonnenuntergang an der Kante
rum.
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Am
nächsten Abend stiefelten Dominik und ich hinauf. Kaspar brachte mit dem
Motorrad Dominiks Schirm hoch!
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Dominik
kurvt eine Weile vor dem Startplatz. Der Wind reicht gerade so knapp aus, um ihn
auf wenigen Metern hin und her fliegen zu lassen.
Als Kaspar rausfliegt, überlässt er Dominik den Platz und biegt links ab. Leider
hielt es dort gar nicht mehr!
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Er
landet unten auf dem Sandstrand, kommt aber gleich wieder zu Fuss hoch,
um es noch einmal zu versuchen.
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Doch
der Wind hält nicht. Er zieht zwar den Schirm noch hoch, stellt aber schnell
fest, dass es zum Fliegen nicht reichen würde.
Die Abendstimmung ist toll. Immer wieder kommen ein paar Leute zum Miradouro, um
die spektakuläre Aussicht zu geniessen.
Da Kaspar sein Motorrad hier oben hat, beschliesst er den Schirm wieder zusammen zu packen.
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Wir
sind bei Roswitha und Kaspar zu Tiroler Knödeln eingeladen! Jami, sind die
lecker! Das Rezept werde ich demnächst selbst ausprobieren.
Später am Abend
erklärt Roswitha, dass sie einen Schneebesen von einem nachbarlichen Camper abgekauft
habe! Ich frage mich, für was man einen Schneebesen braucht? Ah, na klar, das
ist ein Schwingbesen, denk ich, als ich das Teil sehe! Doch ziemlich weit
gefehlt! Das vermeintliche Küchenutensil entpuppt sich als Kopfmassagegerät!
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Mich schüttelt es und ich mach mir vor lauter Lachen fast in die Hose, als sie
es an mir ausprobieren will. Dominik hingegen scheint es richtig geniessen zu
können!
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Ein
anderes Mal spaziere ich die Nordseite hoch. Hier hat es fast nur noch Felsen. Er
scheint vor allem aus Schiefer zu bestehen.
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Die Kompositionen, die sich ergeben, wenn die Schiefersteine oder was auch immer
das für Gestein ist, sich brechen und verschieben, beeindruckt mich sehr. Je
länger ich das Geschiebe im Kleinformat beobachte, umso mehr staune ich über
die Gestaltungskraft der Natur!
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Die Blumen, von denen ich immer mehr entdecke, zaubern kurzes aber buntes Leben
in die steinige und karge Landschaft. Mittagsblumen scheint es nebst in Rot auch in
Weiss-Gelb zu geben.
Im Moment ist Hochsaison der weissen Zistrose. Ihre klebrigen Blätter machen
den Gleitschirmpiloten keine Freude, wenn ihr Schirm darin hängen bleibt. Aber
ihr Duft ist phantastisch. Ganze
Berghänge sind mit ihnen bewachsen und der dunkelgrüne "Teppich" ist
mit weissen Blüten übersäht!
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Der
untere
Teil der Steilhänge ist teilweise versandet und zu Sandstein erhärtet. Doch in
der ständigen Meerbrise und wohl auch unter den winterlichen Regengüssen
erodiert der Hang permanent. Mich faszinieren die Formen und Schattenwerfungen
dieser Minicanyons.
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Dominik und ich nutzen auch einmal eine Gelegenheit, um mit unseren Boogyboards
zu surfen. Mit den kleinen Brettern
vergnügen wir uns im Weisswasser wie Kinder auf dem Spielplatz. Ich bringe es
sogar fertig, mein Board zu stauchen! Leider klappt das mit den Flossen nicht so
recht. Sie schmerzen mich zu arg und reiben das Fussgelenk auf. Das nächste Mal
werde ich Socken tragen!
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Ist
das nicht ein genial schöner Strand? Für mich persönlich einer der schönsten Plätze
in der Algarve!
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Tagsüber
waren wir in Porto do Mos, wo Dominik ausgiebig fliegen konnte. Da wir für
Morgen, Montag, auf neun Uhr den Servicetermin in der Garage von Vila do Bispo
haben, suchen wir uns einen Stellplatz möglichst in der Nähe.
Auf dem Hochplateau, bevor man runter an die Buchten fährt hat es kleine
Pinienwäldchen. Hier finden wir einen hübschen Stellplatz inmitten der
betörend riechenden Blüten der weissen Zistrosen und sonstigen Polsterblumen,
die hier im Moment so üppig blühen.
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Immer, wenn wir für längere Zeit am Meer gestanden haben, schätzen wir die
nächtliche Ruhe ohne Brandungsgeräusche. So schön die Wellengeräusche sind!
Wenn sie sehr nahe sind, kann es einem auch zuviel werden!
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Während
unser Wohnmobil in der Garage einer, hoffentlich, gründlichen Inspektion
unterliegt, versuchen wir den Tag möglichst gut und easy über die Runden zu bringen.
Am Vormittag verbringen wir eine gute Stunde in der Bibliothek von Vila do
Bispo, wo das Surfen gratis ist. Obwohl die Computer einen altmodischen Eindruck
machen, ist die Verbindung superschnell und zuverlässig. Die letzten beiden
Reiseberichte flutschen problemlos auf's Netz.
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Wir
spazieren mit dem Wissen, dass wir jede Menge Zeit haben, durch das Dorf von
Vila do Bispo. Erstaunlich, der einheitliche Architekturstil der
Portugiesen! Überall in Portugal trifft man auf diese weiss getünchten, meist
eingeschossige, eher langgezogene Häuser. Die Türen- und Fensterrahmen sind
bunt bemahlt. Irgendwie erinnern sie mich ein wenig an Kasernen.
Per Zufall finden wir unverhofft eine Wäscherei. Die Preise sind
vernünftig.
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Während ich auf einer Decke unter der Palme vor der Bibliothek mit Zorro warte,
holt Dominik die 11kg Wäsche und liefert sie bei der Wäscherei ab. Morgen
können wir sie wieder abholen.
Wir essen eine Pizza zu Mittag, machen in der Talmulde hinter dem Dorf eine
kleine Siesta, genehmigen uns später Kaffee und Kuchen und landen
schlussendlich wieder im Park vor der Bibliothek, wo Dominik ein Nickerchen macht und
ich lese. Es wird etwa fünf Uhr bis der Garagist anruft und uns mitteilt,
dass das Womo abholbereit sei.
Die Bremsen hinten wurden komplett ausgetauscht, vorne bloss die Bremsbeläge.
Zudem wurde nebst dem Motorenöl auch das Getriebeöl ausgewechselt. Die Karre
läuft jetzt wieder wie geschmiert!
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Wir fahren runter an die Praia da Cordoama. Natürlich machen wir vorab den
Abstecher zum Startplatz, aber es windet zu heftig. Dominik will ein Stück
runterlaufen und es weiter unten probieren. Ich fahre runter und stelle mich auf
unseren alten Stellplatz.
Ich rede noch kurz mit einem Schweden, der vorher geflogen ist und laufe dann
hoch zu Dominik. Das gäbe gute Abendstimmungsfotos, denke ich. Doch irgendwie
habe ich ihn verpasst. Als ich schon beinahe oben bin, sehe ich ihn unten am Strand.
So blöd! Der Wind war nur oben tragend, weiter unten leider nicht.
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Den
letzten Tag an dieser Traumbucht verbringen wir mit Aufziehübungen. Ich übe das
Rückwärtsaufziehen, Aus- und Eindrehen. Aber der Wind ist relativ böig und es
braucht viel Kraft, den Schirm auszugleichen und die Meter, die er mich nach
hinten schiebt, wieder nach vorne zu kämpfen.
Später übt Dominik eine neue Technik aus und fliegt auch ein paar Mal von der
halben Höhe runter. Aber der Wind oben ist zu stark und unten trägt er
nicht.
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Als am nächsten Tag der Nordwind wieder voll reinbläst, entscheiden wir uns
weiter gegen Norden zu reisen.
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Stellplatz: In Vila do Bispo ist die Praia da Cordoama
ausgeschildert - Sand
Klima und Umgebung: Wellensurfen, Fliegen, Klippenwanderungen
Infrastruktur: Wasser von der Zisterne, Restaurant, in Vila do Bispo das
Nötigste und Gratisinternet im Kulturhaus! Gutes Wasser gibt es in Raposeira.
Von Lagos herkommend die erste Strasse links (Praias), nach 200m beim Abzweiger
wieder links, nach 50m rechterhand Brunnen (beim Grillplatz, links der Strasse)
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4. - 7. Mai 2005: Santo Andre,
Praia Fonte de Cortico (ca. 110km S v. Lissabon oder 20km N v. Sines)
Aufziehübungen und Sommerfeeling bei den Dünen von Areias Brancas
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Die
Dünen sind im Moment voller spriessender und blühender Blumen. Strohblumen,
alle möglichen Sukkulenten, die allgegenwärtigen Mittagsblumen, aber auch ganz
kleine feine Dinger. Es sieht herrlich aus und als wir hinter der Düne einem
Weg folgen, duftet es kurligerweise nach Grapefruits.
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Aus
vielen Pflanzen, die teilweise wie tot aussehen, spriesst neues Leben. Es ist
beeindruckend, wie die Pflanzen es sich hier eingerichtet haben, dass sie
überleben. Ich kann mich kaum satt sehen an all der Vielfalt!
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Auch
verschiedene Heidekrautarten blühen und geben dem Dünencharakter einen Touch
von heimatlicher Heide.
Auf der Strecke von Vila do Bispo bis hierher fuhren wir zunächst durch eine
grüne und abwechslungsreiche Gegend. Doch später wurde die Landschaft immer
trockener und riesige Aufforstungen von Eukalyptus, welche ebenfalls dürr und
ausgetrocknet wirkten, machten den Anblick auch nicht attraktiver.
Die letzten zwei Jahre waren ausserordentlich trocken. Dem südlichen Portugal
wird ein extrem heisser und trockener Sommer mit Wassermangel vorausgesagt! Kein
schönes Bild, wirklich. Der Anblick des Mono-Anbaus von Eukalyptus gibt der
Gegend auch kein hoffnungsvolleres Bild für die Zukunft. Weiss man doch heute,
dass dieser zwar schnell wächst, aber dafür dem Boden viel Wasser entzieht,
ohne es gut speichern zu können. Und bei Waldbränden lodert er wie
Zunder!
Das südliche Portugal gefällt mir vor allem, weil es ganz wenige
Zäune hat. Die Landschaft wirkt offen und frei und man bekommt das Gefühl,
dass jedem alles gehört. Doch ich sehe auf der Fahrt nach Norden einige
Gebiete, wo das Vieh entlang der Strasse hinter Zäunen gehalten wird. Diese
Abschnitte sehen aus wie in Spanien: Grossgrundbesitzer mit riesigen Viehweiden.
Und sie gefallen mir nicht.
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Den Stellplatz habe ich leider schlicht vergessen zu fotografieren. An sich ist
es ein Parkplatz, wie man ihn hier öfters findet. Gegen das Meer und die
Klippen ist er mit Rundholz eingezäunt. Zum umliegenden Dünengebiet ist es nur
noch eine vage Abgrenzung. Die Hölzer stehen einfach etwa 50cm aus dem Boden,
so fährt keiner in die Landschaft raus. Da es am ersten Tag, als wir ankommen,
so heftig windet, stellen wir unser Wohnmobil ein wenig nach hinten. Später
erweist sich dies als clever, denn alle parkieren vorne an der Front und wir
haben weiter hinten, Blick in die üppige Dünenvegetation, Windschatten und
erst noch Ruhe. Abends, wenn der Wind vom Land her weht, riecht es herb-harzig
vom Pinienwald.
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Die
Costa da Gale in der Baia de Setubal besitzt, so sagen sie uns, den längsten
Sandstrand Europas. Ob das stimmt, ist eigentlich egal. Mit Sicherheit ist er
aber so lang, dass man ihn von Aug nicht erfassen kann (ausser aus der Vogel-
bzw. Gleitschirmperspektive), obwohl er einen schönen
Bogen macht.
Was wir jedoch im Norden sehen, ist die Costa Bela, die Südküste von
Sesimbra. Und das bei etwa 50km Entfernung!
(Foto von der Praia Aberta Nova aus)
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Wir geniessen den Strand und das Meer "füdliblutt". Das Wasser ist
hier sogar ein wenig wärmer als an der Praia do Cordoama. Wellen zum Surfen
hat's leider keine, dafür ist das Wasser fast ganz klar und zum Bade
einladend.
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Unser
Aufenthalt an der Praia Fonte de Cortico ist geprägt von unseren
Aufziehübungen. Der Wind kommt des öfteren leider fast parallel zum Strand und
ist daher nicht immer geeignet zum Fliegen. Aber zum Aufziehen und Rumspielen
taugt er alleweil.
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Etwa
1km südlich vom Parkplatz hat es einen sensationellen Übungshang. Er ist gute
100m breit und etwa 50m tief, dabei bis hinten regelmässig angeströmt. Sogar wenn
der Wind ziemlich von der Seite kommt, passt das hier oben noch zum
Aufziehen.
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Dominik
"fliegt" die Strecke bis zum Übungshang jeweils. Das heisst,
eigentlich läuft er eher als dass er fliegt. Für ihn eine hervorragende
Übung. Er tänzelt den Dünen entlang und balanciert dabei den Schirm
aus.
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Die
kleinen hellvioletten Strohblumen sind bezaubernd. Sie wachsen in einer Art
Strauss. Üppiges Grün, lange Blumenstiele, goldene Knospen und glitzernde lila Blumen.
Sie leuchten regelrecht in der Sonne.
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Als
wir einmal auf die Areias Brancas hochklettern (mit 47m der höchste Punkt in
der Dünenkette!), haben wir den ganzen
Blick die Küste hinauf und hinunter... gigantisch!
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Was
das für Blümlein sind, weiss ich nicht, aber ihr tiefes starkes Blau springt
einem ins Auge.
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Eigentlich
hatte ich die feste und klare Absicht, sobald sich eine passende Gelegenheit
ergibt, an einem Übungshang zu fliegen. Doch es stellt sich heraus, dass ich
mich nicht getraue!
Das Aufziehen klappt bestens, rückwärts wie vorwärts. Auch Ausdrehen geht
recht gut.
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Doch
als es darum geht, loszurennen und dadurch abzuheben, krieg ich Schiss!
Irgendwie unerklärlich. Ich weiss nicht, was es ist. Kann sein der Anblick des
Meeres, kann sein, ich denke zuviel nach.
Wie auch immer, ich kann diese Angst
nicht überwinden und habe an dieser Küste nicht abgehoben! So netten laminaren
Wind, soviel Platz und keine Leute, weicher Sand, nur gerade mal 25m
Höhenunterschied. Alles super, trotzdem geht es nicht. So daneben! Ich ärgere
mich über mich selbst.
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Dominik
hingegen geniesst das Spielen an diesem Strand. Er hat sich hier angewöhnt, die
Bremsen beim Rückwärtsstart nicht mehr zu überkreuzen, sondern sie erst nach
dem Aufziehen und mit dem Ausdrehen zu wechseln. Er übt diese Technik
ausdauernd. Überhaupt legt er einen Kampfgeist an den Tag, der erstaunlich ist.
Eine ganz neue Seite an ihm! Allerdings macht es auch Spass, bei solchen
stabilen Windverhältnissen etwas Neues spielerisch auszutesten.
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Stellplatz: von Sto. Andre südlich fahrend, nach ca. 1km
rechts Richtung Areias Brancas (grosse Tafel) (von Süden kommend kaum ein Linksabbiegen
möglich, da vierspurige Strasse) - Kies
Klima und Umgebung: ruhig, wunderschöne Dünenlandschaft mit reicher
Vegetation, Wanderungen zu den Lagunen von Sto. Andre und Sancha,
Küstensoaring
Infrastruktur: nada, Strandrestaurant
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8. + 9. Mai 2005: Melides,
Praia Aberta Nova (ca. 90km S v. Lissabon oder 40km N v. Sines)
Strandleben, Aufziehübungen und Silvanas erster Miniflug
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An einer Tankstelle bei Sto. Andre können wir unsere spanische Repsol-Gasflasche
gegen eine portugiesische Repsol austauschen. Dass die Flaschen nicht genau
identisch sind, hat die zuständige Frau dort ganz und gar nicht interessiert.
Für uns natürlich supi!
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Es
ist Sonntag, als wir an der Praia Aberta Nova ankommen. Entsprechend viele Autos
stehen auf dem Parkplatz.
Der Wind steht günstig und Dominik geht gleich auf einen kurzen Flug
raus.
Ich stelle mich auf den unteren Platz an den Rand und hoffe, dass der silberne
Mercedes, der in der Ecke steht, bald wieder abfährt. Tatsächlich macht er mir
diesen Gefallen.
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So ergattern wir uns die schönste Ecke, wo wir den Strom-Generator der Beiz
kaum hören und vor der Türe ein wenig Privatsphäre haben, um nicht zu sagen,
unseren eigenen Garten ;-).
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Der
Wind ist perfekt und Dominik fliegt an die 5km gegen Norden und bis zu einem
Platz, der offenbar ebenfalls ein Startplatz ist. Später sieht man dort zwei
Schirme fliegen.
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Die
Küste ist eine Wucht. Megaschön. Die Felsen sind ähnlich wie bei Mazagon,
Huelva, ausgefranst, ziehen sich hier aber über x Kilometer dem Meer
entlang.
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Ich
lege mich an den Strand und schaue von unten Dominiks Hin-und-Her zu. Gegen
Abend nimmt der Rummel schnell ab und als es eindunkelt, sind ausser uns nur
noch zwei Autos von Fischern hier. Später zieht sogar der Traktor mit seinem
Strom-Generator ab. Die Beiz scheint also nur gerade am Wochenende geöffnet zu
sein. Passt schoooo!
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Links
(vom Parkplatz aus gesehen) vom Restaurant und den Klippen, wo hauptsächlich
geflogen wird ist ein kleines Tal, ein ehemaliger Bachlauf. Anschliessend kommen
wieder Klippen. Sie sind hier, gleich am Anfang bestens geeignet für meine
Aufziehübungen bzw. um einen ersten Mini-Flug zu wagen.
Es macht mir bedeutend weniger Angst, wenn ich den Abhang überblicke. Etwa 6m
über dem Strand breiten wir den Schirm aus und ich fliege das erste Mal seit
langem. Ich mache einen Vorwärtsstart, da der Wind recht knapp ist und fliege
etwa 2m über dem Boden. Ja, ja, ich weiss schon. Ha, ha, ha, echt lustig! Aber
für mich ein Anfang! Noch zwei Mal fliege ich mit einem Vorwärtsstart und dann
klappen auch noch zwei Rückwärtsstarts.
Nach den ersten drei Mini-Flügen springe ich kurz ins Meer um mich abzukühlen.
Das Wasser hat bestimmt 19°, vielleicht sogar mehr. Echt gediegen und genau
richtig, wenn man so richtig ins Schwitzen gekommen ist! Dann geht's weiter:
Beim letzten Rückwärtsstart renne ich mehr als dass ich fliege. Dominik ist
nicht ganz zufrieden mit mir. Ich habe mit den Bremsen "gehudelt" und
"umägschluffet"! Er hat recht. Ich muss das Bremsenwechseln noch mehr
üben. Wenn ich im Hang stehe, habe ich soviel mit dem Schirm und dem Ausdrehen
zu tun, dass ich die Bremsen loslasse, und das ist nicht gerade geschickt. Also
werde ich weiter üben. Üben, üben, üben ;-).
Dominik schleppt mir netterweise immer wieder den Schirm den Hang hoch und
tänzelt auch jeweils mit ihm wieder zurück zu unserem Platz. Der Mann legt
eine Ausdauer an den Tag, die mich über alle Massen erstaunt. Auch hat er
Kraftreserven, über die ich wohl nie verfügen werde. Auf alle Fälle bin ich
wahnsinnig froh, dass er mir mit dem Tragen des Schirms hilft.
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An diesem Strand haben wir es aber auch sehr genossen, im recht klaren und
angenehm temperierten Wasser zu baden. Verblüffend eigentlich, wie warm es
schon um diese Jahreszeit ist!
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Unsere Reisezeit wird langsam knapp. Oder anders ausgedrückt: wenn wir alle
jene Orte noch besuchen wollen, die uns vorschweben und dort auch Zeit für's
Sein haben wollen, dann, ja dann müssen wir ein wenig vorwärtsmachen. Es
bleibt noch ein Küstengebiet, nördlich von Lissabon, bevor es ins Landesinnere
von Portugal weitergeht, nach Linhares, dem Fluggebiet in der Serra da
Estrela.
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Stellplatz: von Melides ca. 3km nordwärts, links Richtung
Aberta Nova (Schild), zuerst Asphalt, dann Wellblechpiste - Sand
Klima und Umgebung: schöner Aussichtsplatz, Dünenwanderungen, Küstensoaring
Infrastruktur: am Wochenende Strandrestaurant, Wasserhahn in Bodennähe auf dem
unteren Platz, linkerhand kurz bevor die Sackgasse zum Restaurant abzweigt.
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