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Slowenien 2005

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Reisebericht Slowenien 2005 - Der Westen
 

14. - 20. August 2005: über Bovec, Kobarit und Tolmin nach Nova Gorica (ca. 50km N v. Triest)
Kurzes Kennenlernen der Fluggebiete im Westen von Slowenien
Von unserem Stellplatz bei Arnoldstein, nahe dem Dreiländereck, fahren wir über die Grenze nach Tarvisio, Italien. Von Grenze ist allerdings kaum die Rede! 
Dann geht's südwärts in die Julischen Alpen. Beim Lago di Predil, kurz vor der slowenischen Grenze machen wir einen Spazier zum See runter. Eng liegt er zwischen den steilen Bergen, welche noch von Wolken umgeben sind. Schade, dass er so kalt ist. Man müsste schon arg geschwitzt haben, um diese Kälte erfrischend zu finden! 
Weiter geht's hoch zum Pto. d. Predil, wo Slowenien und auch der Triglavski Naturpark anfängt. Der Grenzwächter checkt zwar kritisch unsere ID-Karten, winkt uns aber trotzdem durch. Sogleich haben wir Blick in die bewaldeten Täler und Schluchten, welche eine davon, uns nach Bovec bringen soll. 
Unterwegs sehen wir massig Kajakfahrer. D.h. wir sehen sie vor allem unterwegs im Auto mit ihren schnellen Plastikgeschossen auf dem Dach oder im Anhänger. Das scheint hier gross der Renner zu sein! Tatsächlich stehen in Bovec, dem nächstgrösseren Ort, jede Menge Shops und Werbetafeln für diese Sportart. Wir lassen 50'000 SIT (Slowenische Tolar) raus, was umgerechnet ca. 200 Euro sind. Da der Rummel uns zu viel ist, fahren wir weiter. Nun geht es auf kurvigen Strassen dem Fluss Soca entlang. Immer im Wald! Die Soca ist wunderschön! Smaragdgrün schlängelt sie sich über weisses Karstgestein. Leider bekommt man sie von der Strasse aus kaum zu Gesicht. Zu dicht sind die Wälder. 
In Kobarit schauen wir uns den Campingplatz "Camp Koren" an, der offenbar ein Treffpunkt für Flieger ist. Aber der Platz liegt so im engen Tal, dass man kaum Himmel sieht. Man hätte zwar direkten Zugang zur schönen grünen Soca, aber es ist mir zu eng hier! Und ausserdem erscheinen uns die 20 Euro ein wenig viel. Es wird sich doch sicher wild campen lassen, hier! 
Bevor wir uns einen Stellplatz für die Nacht suchen, fahren wir zum einen Landeplatz hin und schauen ein paar Fliegern zu, wie sie einlanden. Der Pick-up-Dienst der hiessigen Organisation scheint bestens zu klappen. Kaum ist der erste gelandet kommt auch schon der Bus, um die Leute abzuholen, welche heute vom Stol aus gestartet sind. 
An der Soca finden wir einen Platz, wo wir uns für die Nacht hinstellen. Der Platz ist noch lange voll mit Abholern und Bringer der Kajafahrer, die hier landen bzw. wassern. Die Boote, die sie hier fahren sind superkurz. Nicht viel länger, als was die ausgestreckten Beine in der Länge benötigen. Man sagt uns, das seien die sogenannten Hydrospeed-Boote, die an sich nur für schnelles Wasser taugen.  
In der Nacht geht ein Gewitter über uns los, dass sich gewaschen hat! In unmittelbarer Nähe schlägt der Blitz ein, während wir im trockenen und dunklen sitzen, um so das Unwetter mitzuerleben! Eindrücklich! 
Am anderen Morgen scheint die Sonne und löst Bodennebel auf. Gespenstisch schleichen die Wolken den Hängen entlang, um sich zögerlich zu verflüchtigen. 
Flugwetter ist heute definitiv nicht. Wir beschliessen, die wenigen Kilometer südwärts nach Nova Gorica auf uns zu nehmen, um dieses Fluggebiet schon mal zu erkunden. Die Strecke dorthin führt wieder durch endlosen Wald, ein paar wenigen Dörfern und immer am Fluss entlang. Viele Dörfer sind schmucklos. Die Farbe bröckelt ab und es steht offenbar kaum Geld für die Instandhaltung zur Verfügung. Trotzdem wirkt alles sehr aufgeräumt und ordentlich. Das Dorf Kanal liegt fast schon italienisch anmutend am Fluss und wird durch den Fluss in zwei Hälften geteilt. Hier bekommen wir auch ohne Probleme eine Gasflasche, um unsere Schweizerische abzufüllen. Die Flaschen sind beinahe zu hoch! Eine erste brachten wir gar nicht erst in's Fach. Wir suchten uns daraufhin eine andere, um wenige Milimeter kürzere Flasche aus, die dann haarscharf reinpasste! Dafür sind die Gewinde identisch, also null Problemo mit Anschliessen! (Wie wir erst später erfuhren, kann man wohl schon Flaschen an Tankstellen bekommen, immer auch austauschen, aber nicht mehr zurückgeben. Dazu müsste man zu den Gasdepotstellen, welche eine in Tolmin sein soll und die andere in Nova Gorica! An einer anderen Tankstelle hat uns aber der Tankwart versichert, dass die Flaschen mit jenen in Kroatien austauschbar seien. Wir behalten sie also erstmal und werden dann sehen..) 
In Nova Gorica fahren wir hoch zum Lijak, dem Startplatz, welcher Richtung Meer ausgerichtet ist. Von hier verläuft gegen Südosten eine 45km lange Hügelkante, die bestens zum Soaren geeignet sein soll. We will see! Der Blick von den nur knappen 600m ist aber allein schon genial! Wir sehen das Meer , den Golf von Triest und vermutlich die Laguna di Marano. 
Als wir das erstemal auf dem Startplatz stehen, geht links hinter uns ein Gewitter los. Rabenschwarz ist's auf der einen Seite und die Sonne scheint noch auf der anderen! Ein wahnsinns Wolkenring hat sich am Himmel gebildet, man könnte meinen, ein Tornado gehe da ab! 
Ein Spaziergang führt der Soaringkante des Lijak entlang durch den Wald, der viele Föhren hat. Eine dichte Wiese liegt unter den Bäumen. Die Lichtflecken, die die Sonne auf das Gras zaubert sind magisch und der Wald wirkt in seiner Ruhe genauso.
Ich sehe hier das erste Mal seit Castelluccio die kleine blaue Distel wieder einmal.
Nach einiger Zeit führt der Weg zu einem Felsentor, welches ich schon vom Landeplatz aus bemerkte. Von dort unten war allerdings unklar, ob es eine Höhle ist und wenn ja, wie tief sie sein könnte. Nun sehe ich, dass es ein Felsentor ist mit einer Nebenhöhle und einer weiteren kleinen, an deren Ende eine Schiessscharte ausgehauen wurde. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die untenliegende Ebene. 
Immer wieder sehe ich auf dem Weg zurück die Gleitschirme durch den lockeren Wald der Kante entlang soaren. Das Fliegen sieht heute sehr einfach aus. Immer wenn solche idealen Bedingungen sind, dann wünschte ich mir, ich wäre ebenfalls da draussen...
Nicht nur die Gleitschirmflieger sind bemerkenswert! Dieser hier sitzt auf einer Blume und glotzt mich doch regelrecht an, als ich ihn fotografiere. 
Zum Übernachten fahren wir weiter den Hügel hinauf, durch Trnovo, dem Dorf gleich ob dem Startplatz, und zu einem Denkmal des zweiten Weltkrieges. Kaum haben wir parkiert, geht schon der nächste Schauer über uns hinweg und wenige Minuten später scheint die Sonne wieder! Welch Wechselspiel! Ein prachtvoller Regenbogen in all seinen Farben und von rechts bis links sichtbar erscheint hinter der Blumenwiese, wo wir stehen. Nur wenige Minuten bleibt er so als Ganzes sichtbar, dann verschwinden ein Teil der Farben und die Mitte ebenfalls. 
Nach dem Abendessen spaziere ich zum eigentlichen Denkmal hoch, welches auf einem kleinen Gupf steht, der tolle Rundumsicht bietet. Die Sonne verschwindet gerade und lässt das Meer gleissen. Die Julischen Alpen sind von wilden Wolken gekrönt und aus den dichten Wäldern hinter mir steigt ab und zu ein kleines weisses Thermikwölkchen.  
Das Dorf Trnovo ist hübsch und romantisch. Es scheint, als ob hier die Besserverdienenden ihre Häuser haben. Entweder liegt es daran oder dann ist die Höhe und Weitsicht irgendwie schuld, dass das Drückende der Dörfer in den Tälern hier ganz und gar fehlt.
Einen anderen schönen Stellplatz finden wir, als wir nach Trnovo weiter durch die Waldhügel bis nach Lokve fahren. 
Das slowenische Willkommen "Dobrodosli" nehmen wir gerne entgegen. Wir stehen hier inmitten von fetten Blumenwiesen mit langer Morgen- und Abendsonne. 
Die Gegend hier ist wunderschön. Krass abgelegen und verschlafen. Es scheint, dass früher blühendere Zeiten herrschten. Ein grosses altes Haus, dass vermutlich als Ferienlager genutzt wurde, verfällt langsam. Dafür wurde neben zwei alten verfallenen Miniskiliften ein neuer hingestellt! 
Das Tal, ein Art Riesenlichtung inmitten der bewaldeten Hügel hat nebst einem Restauant und einem Hotel eine kleine Kapelle, welche auf einem Hügel steht. Morgens um sieben hat die losgebimmelt, wie wenn sie alle alten Seelen zum Erwachen bringen wollte! Mittags wieder und dann nochmal abends um etwa zehn Uhr! 
Ganz in der Nähe steht eine Infotafel für eine Wanderung rings um das Tal. Das tun wir uns an. Geflogen wird eh erst am späteren Nachmittag. 
Die Wanderung führt die meiste Zeit durch dichten Laubwald. Ählich wie im Jura ist das Karstgelände mit lauter weissen Steinen gespickt. Ganz am Anfang der Wanderung bekommen wir einen schönen Blick in ein Seitental und auf die julischen Alpen. 
Auch wenn die Wanderung keine grossen Steigungen aufweist, so bin ich doch froh, als wir nach vier Stunden wieder beim Womo sind. Der Weg war übrigens zum grossen Teil erstaunlich gut ausgeschildert.
Dominik fliegt trotz null Thermik einen Abgleiter zum Landeplatz. Eine polnische Schule ist mit ihren Schülern da und auch sonst hat es jede Menge Polen und Tschechen. Am Wochenende wird der Pre-World-Cup in Tolmin stattfinden. Anschliessend das Tschechische Open. Vermutlich sind darum soviele Tschechen hier. 
In der Nähe des Landeplatzes befindet sich ein Areal für die Modellflieger. Dort stehen wir ein paar Nächte. Gleich am Hang sind jede Menge Reben und wir sehen sogar auf den Startplatz (im linken Drittel des Bilder, oberhalb des felsigen Teils) hinauf. Zudem ist es schön ruhig hier. 
Die zwei hier haben mit Starten und Landen keine Schwierigkeiten. Sie sind mir am Startplatz von Lijar vor die Flinte gelaufen, bzw. vor die Kamera geflogen. 
Am Startplatz vom Lijak kommt ein Typ auf uns zu und sagt, er kenne uns! Er habe uns letzten Frühling als wir in Spanien waren, spontan ein Mail geschrieben, nachdem er auf unserer Homepage rumgesurft sei. Er schrieb: "Hach... ich hab deinen Bericht verschlungen... ich will auch da sein *soifz* ... und Fliegenüben bis zum Nichtmehrwollen - Grüße Dietmar aus Schwaben"!! Na, und dieser Didi hat uns doch glatt wieder erkannt! 
An zwei Tagen konnte Dominik hier schöne Flüge machen. Das eine mal recht lange der Kante entlang, über welcher sich eine schöne Wolkenstrasse gebildet hat. 
Ein ander mal war wirkte zwar anfänglich die Wolkenbildung recht bedrohlich, doch lösten sich die Superblumenköhle alle mit der Zeit in Nichts auf bzw. in eine gleichmässige und breitflächige Thermik, die herrlich zum Soaren war. 
In der Nähe vom Landeplatz Smihel liegt die Ortschaft Kromberk mit dem gleichnamigen Schloss, inmitten von Rebbergen. Wir schlendern an einem Mittag durch den Park und schätzen den Schatten der grossen alten Bäume. Schade, dass das Lokal geschlossen hatte. Hier hätte ich mir einen Capuccino genehmigt. 
Auf dem Weg zum Startplatz durchfährt man das Minidorf Ravnica. Unter der ca. 600 Jahre alten Linde beim Dorfplatz machen wir einmal Mittagshalt. Schöne Atmosphäre und die Leute kommen und reden und sind nett. Die meisten reden eh ohne Probleme Italienisch. Leider ist mein Italienisch schon wieder recht eingerostet, aber die Sehnsucht nach diesem Land, den Leuten und der Sprache und der Küche und und und, ach, die packt mich, nur schon, wenn ich es reden höre! 
Übrigens finden sich an jeder Ecke in Slowenien Denkmäler der beiden Weltkriege. Viele haben den roten Stern des Kommunismus als Wahrzeichen über den Stätten. Jenes auf dem Foto steht in Ravnica. Die Vornamen der Verstorbenen im Zweiten Weltkrieg tragen Namen, die offenbar in Mode waren als sie in der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie geboren wurden: Jozef, Leopold, Bruno, Franc, Theodor, Anton usw. ...
Von unserem Stellplatz aus machen wir einen langen Spaziergang zu der Geröllhalde unterhalb des Startplatzes, die sich eigentlich Lijak nennt. Wir kommen durch dichten Wald und entlang Rebstöcken. Der Blick geht schön über das Tal und seitlich über die Rebberge. 
Ein verlassenes Haus steht mitten im Wald und wirkt herrlich wild-romantisch.  
Für einen Tag fahren wir nochmals nach Tolmin. Der Pre-World-Cup soll am Wochenende stattfinden. Wir stellen unser Womo auf das grosse Areal, welches zum Office gehört. Schon viele Polen, Tschechen, Slowaken und natürlich Slowenen sind da. Das Schweizer Team ebenfalls! Der Dominik will vom Kobala einmal geflogen sein. Auch wenn das Wetter übel ausschaut und der Startplatz sogar einige Zeit in den Wolken hängt, fliegen doch ein paar rüber und runter zum Startplatz. 
Gerade als ich einmal von meinem Buch aufschaue, sehe ich da ein Womo ranfahren, vollbepackt mit Fahrrädern, hinten und oben! Na, das kann nur einer sein! Der Horst! Eigentlich hätten wir das wissen müssen, dass dieser Tausendsassa hier aufkreuzt! Also grosses Halli-hallo! Wir setzen uns unter die Markise und palavern während Dominik nebenan auf dem Landeplatz runterkommt. 
Später gehen wir zusammen zur Soca, dem smaragdgrünen Fluss. Das Wasser ist leider viel zu kalt, um darin zu schwimmen! Mittlerweile hat der Himmel auch dichtgemacht und Donnergrollen erfüllt das Tal! 
Kaum sind wir beim Womo zurück beginnt es auch schon aus Kübeln zu giessen! Ringsherum Zelte, die dem Wetter trotzen müssen. Gut, dass es nicht kalt ist! Noch besser, dass wir im Trockenen sitzen! 

Von Horst verabschieden wir uns am anderen Morgen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist schlecht und wir haben eigentlich noch einige Kilometer vor uns. Wenn es im Moment halt nicht passt hier in Mitteleuropa, wenn also der Sommer zu streiken scheint, dann fahren wir eben Richtung Süden! Was soll's! Im September ist es eh überall schön. Und ausserdem lockt ein (hoffentlich!) warmes Mittelmeer in Kroatien! 

Na, da kann man nur sagen: der Sommer ist auch nicht mehr, was er mal war! Schade, aber leider nicht zu ändern. Der August war fliegerisch gesehen ein schlechter Monat. Das Wetter war vielfach unberechenbar, sehr labil und ständig veränderlich. Trotzdem oder vermutlich deswegen haben wir einige wunderschöne Wanderungen in Österreich und auch hier in Slowenien gemacht. Wir werden sehen, was der restliche August und der September in Kroatien für Wetter bringt. Hoffen tue ich auf Badewetter! 

Chronologisch geht's hier weiter: Reisebericht Kroatien 2005, Teil 1