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Reisebericht Spanien 2003-2 Andalusien
8. April 2003, Sta Pola (Alicante) - San José (Almeria)
Hola Andalucia! Naturpark Cabo de Gata
Ok,
wieder in die Garage. Der Azzi muss auf den Bock und kriegt ein neues
ABS-Kabel. Wir haben vorab die Fahrräder runtergeholt und wollen an die Beach
runter radeln, sofern wir sie finden. Beim Bau der vielen neuen Quartiere und
Strassen hatte man sogar an die 2-Rad-Gänger gedacht und Fahrradwege
eingerichtet. Doch offensichtlich war da kein praktizierender Velofahrer an
der Architektur dieser Wege beteiligt, denn an jeder Seitestrasse geht das
Trottoir voll runter, kein Übergang, kein Sims! Wir waren auch die Einzigen
auf dem langen Weg bis zum Strand. Dieser ist allerdings sehr eindrücklich,
sehr breit und kilometerlang, sicher regelmässig gesiebt und gepflügt. Die
Hochhäuser hingegen mögen zwar sinnvoll sein, aber sie erschlagen einen. Mit
dem Velo war es witzig, die Promenade rauf- und runterzufahren.
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Als
wir, wie mit dem Garagier abgemacht, in 1 ½ Stunden wieder zurückwaren, war
der Azzi natürlich noch nicht einmal auf dem Bock oben. Wir mussten nochmals
solange warten, bis er dann endlich fertig war. Gut hatten wir vorher noch die
Campingstühle ausgepackt. So konnten wir die Warterei wenigstens, wenn auch
in ungewohnter Umgebung, so doch bequem, verbringen.
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So, heute kommen wir über die andalusische Grenze. Die Provinz Almeria ist
die erste. San José im Naturpark Cabo die Gata unser erstes Ziel. Die
Landschaft ist hier, kaum ist man im Naturpark und durch die endlosen
Plastikplantagen durch, wunderschön. Es grünt sogar und ein wilder
Miniweizen leuchtet golden und beugt sich tief im starken Wind. Regelrechte
Agavenwälder und Kaktusfelder verleihen der Gegend eine bizarre Ambiente.
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San José ist auf den ersten Blick ein hippig-flippiges Dorf. Für heute Nacht
fahren wir in die Playa del Monsul! Wow! Genial schön. Links eine riesige
Sanddüne, rechts skurille Sandsteinklippen, dazwischen wunderbarer
Sandstrand, wir mitten drin, vom Winde verweht.
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9. April 2003, San José (Almeria)
Küstenwanderung, Sandfliegerei
Das Campieren in den Buchten ist an sich verboten. Wir rechneten daher auch
damit, dass wir eventuell verjagt würden. Als am Morgen dann die Guardia
Civil auftauchte, dachten wir schon, das war's jetzt mit dem schönen
Plätzchen, aber nein, die ignorierten uns einfach! Pah! Super!
Wir machten uns für unsere Wanderung bereit, als ein junger Typ auftauchte,
Filzhaare, kurze Hose, zwei Plastiksäcke in der Hand, über und über mit
Sand eingerieben, lief er an uns vorbei und zur Strasse hinauf. Dort zog er
sich die Hose aus und marschierte nackt weiter!? Tia, das nennt man
Reduzierung auf das Wesentliche!
Die Wanderung durch den Talboden war wunderschön, alles blüht und duftet
hier. Zig verschiedene Blumen, Sukkulenten, Kakteen, dorniges Gestrüpp
in vielen verschiedenen Variationen. Von der Strasse aus, erwartet man diese
Vielfalt gar nicht. Wir sind platt ab soviel schöner und wilder Natur. Unsere
Wanderung führt uns noch an anderen wunderschönen wilden Buchten vorbei,
hoch bis zum Leuchtturm. Der Wind hat in die Sandsteinhänge Höhlen
getrieben, welche offensichtlich auch von Menschen bzw. Schafen benutzt worden
sind. Ob der junge Typ von vorhin wohl hier drin übernachtet hat? Kerzen und
alte Matten lassen darauf schliessen.
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Es ist schade, dass es als Wanderweg an der Küste entlang nur diese Schotterstrasse gibt. Nach einer Weile wird sie ziemlich langweilig. Aber
einen Pfad gibt es leider auch nicht. Zurück von der Wanderung kommt wieder
die Sonne hervor. Der Wind hat ebenfalls ein bisschen nachgelassen. Ein
Sonnenbad ruft. Oh ja, das tut gut, nach all diesen kalten Winden wiedereinmal
an der Sonne braten! Wir überwinden uns sogar, in das eiskalte Wasser zu
steigen.
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Die schöne Stimmung und der mässige Wind verleiten Dominik zu
Aufziehübungen am Strand. Mit Hilfe meiner Stosskraft fliegt er sogar
ein paar Meter. Zwei Briten, die wohl mit mir Mitleid hatten, bringen es dann
sogar fertig, Dominik etwa 3m in die Luft zu bringen! Dafür ist jetzt
natürlich der Schirm voll Sand.
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Der zunehmende Wind verunmöglicht es, den
Sand aus dem Schirm zu hieven. Das muss also warten.
Verflixt, der Wind bläst und bläst und will einfach nicht aufhören. Langsam
aber sicher haben wir von ihm die Nase voll!
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10. April 2003, San José (Almeria)
Wadiabenteuer
Heute ist eine Küstenwanderung von San José östlich Richtung Los Escullos
angesagt. Bis wir losziehen ist es natürlich schon wieder Mittag (fürs
Einkaufen brauchen wir immer ziemlich viel Zeit: gucken, schauen, studieren,
diskutieren...).
Der Wind bläst uns den Pfad beinahe hinauf. Er verläuft hart am Berg und
lässt grandiose Blicke auf die schroffe und wilde Küste zu. Scheinbar
wird der Weg auch von Arbeitsmaschinen befahren. Die Vegetation ist zwar am
Strassenrand wirklich spannend und erstaunlich bunt, aber das Marschieren auf
einer "Baustrasse" ist nicht wirklich schön. Trotzdem, es tut gut,
wieder einmal richtig gehen zu können. Die ganze Zeit über begleitet uns der
heftige Süd-/Südwestwind. Stellenweise sind die Böen so heftig, dass man
das Gefühl hat, der Wind bestimmt, wohin unser nächster Fusstritt gesetzt
wird.
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In Los Escullos wäre die Wanderung nach unserem Führer zu Ende und es ginge
auf gleichem Weg zurück. Nachdem wir uns an der Beach im Windschatten
bizarrer Felsen ein wenig erholt haben und nach genauem Check der
simplen Karte aus dem Führer, beschliessen wir den Rückweg über das
trockene Flussbeet zu nehmen. Ein bisschen Abenteuer muss sein. Und es zeigt
sich, dass es der genialste Teil der ganzen Wanderung wird. Die Rambla (das
Flussbeet) bietet landschaftlich viel Abwechslung und die Blumen und Pflanzen
sind wahnsinnig schön. Herrlich ist das Wandern hier! Zufrieden und
müde kehren wir gegen Abend wieder zu unserem mobilen Heim zurück.
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In San Jose hat es ein Internetcafé. Das müssen wir natürlich auschecken.
Viel Zeit mögen wir allerdings nicht dort drin verbringen. Wir sind erstaunt
über die schnelle Verbindung, beantworten kurz ein paar Mails, stellen fest,
dass Bagdad zwischenzeitlich gefallen ist und dass das Wetter uns den
Durchgang einer Kaltfront beschert hat. Den Tag beschliessen wir mit einer
Pizza.
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11. April 2003, San José - La Garoffa (Almeria)
Warm Duschen
Die Nacht haben wir diesmal in der vorderen Bucht "Playa de los
Genoveses" verbracht. Wie jeden Morgen kommt auch diesmal wieder die
Guardia Civil, just in dem Moment, als ich noch voll verschlafen aus dem
Camper steige! Muss das sein?
Nach dem Frühstück machte ich mich auf einen ausgedehnten Spaziergang am
Meer. Das Gewächs zwischen Land und Meer ist wirklich speziell.
Riesige Agaven und andere Dornensträuche, wunderhübsche
leuchtendgelbe Polsterblumen. Eine wunderbare Bucht und es ist herrlich,
soviel Zeit wie ich will, damit zu verbringen, alles anzuschauen und
aufzunehmen.
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San José ist überhaupt ein heisser Tipp für einen
Bade-/Wander-/Bikerurlaub. Ein lässiges Dorf mit Infrastruktur und trotzdem
nicht zuviel Tourismus. Gelegen in einer der wohl wunderschönsten Gegenden
von Andalusien. Und die Buchten sind vom Feinsten! Erreichbar von San José
easy per Fahrrad in wenigen Minuten.
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So wir wollen heute noch ein bisschen weiter. Es ist bedeckt, also ideal für
die Stadtbesichtigung von Almeria. Nach 3 Stunden Stadt und Alcazaba (Festung)
sind wir geschafft.
Rauche heute meine letzte Zigarette. Mal sehen...
In La Garoffa, etwa 4km westlich von Almeria, finden wir einen hübschen und
speziellen, weil unter dem alten Viadukt gelegen, Campingplatz. Duschen, Haare
waschen, Wäsche waschen ist angesagt. Seit 11 Tagen die erste richtige Dusche
und dann auch noch mit Warmwasser. Wahhh. Tut das gut.
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12. April 2003, La Garoffa - Aguadulce (Almeria)
Suche nach dem Fluggebiet Almeria
Suche nach dem Startplatz. Haben die falsche Strasse in die Berge erwischt,
dabei aber ein schönes Tal mit Wahnsinnsblick auf die riesige
Plasticultura von Aguadulce durchfahren. Das ganze Delta ist komplett
zugebunkert mit weissem Plastik, dass in der Sonne wie Schnee aussieht. Von
hier kommen viele der Tomaten, Peperoni, Auberginen usw., die wir Zuhause im
Einkaufsregal liegen sehen, her.
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Beim zweiten Anlauf dann finden wir den Landeplatz und die Strasse zum
Startplatz hinauf. Drei Paragliders sind bei offensichtlicher Thermik am Soaren.
Die Strasse hinauf müssen wir allerdings zu Fuss machen, für unseren Azzi zu
steil und brüchig.
Bevor wir losziehen, landen zwei und der Jeep von der Flugschule kommt auch
gerade vom Berg runter. Der Typ meint, der Wind hätte eben geändert und
heute wär's nicht mehr gut, zu fliegen. Er gibt uns aber seine Nummer und
eine Einladung, ihn und seine Familie in Adra besuchen zu kommen. Cool.
Wir spazieren zum Startplatz hinauf und geniessen die Abendsonne, welche die
Plasticultura glänzen lässt. Von dort oben erspähen wir auch einen
vermutlich guten Nachtplatz zwischen Aguadulce und Roquetas de Mar. Eine
grosse Strandebene und Sumpflandschaft und weit und breit kein Camper. Wieso
wohl das? In der Nacht sind zwar mal Besoffene unterwegs und müssen mit den
Autoscheinwerfern in jedes Auto leuchten, aber ansonsten ist der Platz
wunderbar zum Pennen.
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13. April, Aguadulce - Tabernas (Almeria)
Colativi, Wild Wild West
Die warme Sonne weckt uns. Der Wind ist ruhig, trotzdem ist es insgesamt zu
kühl, um draussen zu frühstücken. Das war erst einmal möglich: Auf dem
Campingplatz von La Garoffa. Na ja, was soll's, wir nehmen's so wie's kommt.
Wir fahren durch das Gebiet, in welchem die grossen Hollywood-Wild-Western
gedreht wurden; die Wüste südlich der Sierra de los Filabres. Hier könnte
man sogar eine Show in "Mini Hollywood" anschauen gehen! Da wird
scheinbar jeden Tag ein Banküberfall inszeniert! Uns genügt vorerst der
tolle Blick über diese Wildwestgegend. Wir fahren hinauf nach Turillas und
bewandern das Alhamilla-Gebirge. Der Colativi hat zwar weder Cocacola noch TV,
was man ja annehmen dürfte, dafür aber geniale Ausblicke auf die
schneebedeckten Spitzen der Sierra Nevada und all die anderen Sierras
ringsherum. Und es duftet immer wieder so fein. Es dauert aber, bis wir
herausfinden, dass der Duft stark an Kokosnuss erinnert und welche Pflanze
dazugehört. Leider führt auch diese Wanderung grösstenteils über
asphaltierte oder hässliche Schotterpisten. Die Pfade aus dem Dorf hinaus und
wieder hinein sind jeweils die schönsten Teile an der Wanderung, mal
abgesehen von der Aussicht. Vermutlich kennt man das hier nicht: die Pflege
und den Unterhalt von Wanderwegen. Schade!
Die Abendsonne begleitet uns auf dem letzten Wegabschnitt ins Dorf zurück.
Die Farben sind wunderschön, alles grünt und blüht!
Den Azzi haben wir vor der Kirche abgestellt. Es ist Sonntag und als wir
zurückkehren, sehen wir von weitem wie der Pfarrer die Leute draussen vor der
Kirche neben unserem Azzi segnet. Ojemine! Da können wir jetzt nicht hin und
unsere Socken ausziehen, wir würden dem Pfarrer glatt die Show stehlen. Also
genehmigen wir uns in der Dorfbar halt ein Bierchen, dazu frischen Käse mit
Mandeln und zum Abschluss eine Zigarette. Ja, leider, leider habe ich es noch
nicht gepackt!
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Übernachten wollen wir in dem grossen Wadi unten im Canyon. Wir finden sogar
eine Zugangsstrasse. Nach dem Abendessen bewölkt sich aber der Himmel und es
sieht nach Regen aus. Also, wieder hinaus. Auch wenn es mehr als
unwahrscheinlich ist, dass es soviel regnet, dass sich dieses Flussbeet
füllen könnte, es wäre trotzdem leichtsinnig hier zu bleiben.
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14. April 2003, Tabernas - Rio Andarax (Almeria)
Canyonausritt auf Stahlross
Endlich wieder einmal den Lappi hervorgeholt und nachgeschrieben, während
Dominik das Wadi durchstöbert. Nach dem Mittagessen packen wir unsere
Stahlpferde und galoppieren das Wadi hinunter! Die erste Strasse (Wadis werden
auch als Strassenführung genutzt), bringt uns zu Texas-Hollywood. Aber 10
Euro für den Eintritt erscheint uns zu überrissen und die Sache überhaupt
kitschig. Wir machen mit dem Fahrrad einen Bogen um das Gelände und schauen
den Canyon von oben aus an . Es ist eine wirklich coole Kulisse. Wir
radeln ziemlich weit hinunter und wieder zurück. So sind wir auch heute ins
Schwitzen gekommen.
Am Nachmittag stiefeln wir nochmals zu Fuss los (die Gegend ist so
faszinierend!). Ab und zu sehen wir Hasen davongaloppieren, eher selten ein
Eidechschen. Heute sogar eine Riesenechse, davonrennend. Das
"Herumstrieznen" durch die Gegend machen wir beide sehr gerne und
dieses Wadi hier ist wirklich verführerisch . Unvorstellbar, dass hier
Wasser durchkommt, es ist alles so trocken.
Gegen den späteren Nachmittag brechen wir Richtung Granada auf. Ein
wunderschöne Strecke, entlang dem Rio Andarax bringt uns südlich an die
Sierra Nevada. Die Blicke auf diese Gegend sind atemberaubend schön ,
die Dimensionen so gigantisch, dass man baff ist. Diese braune Bergwelt wird
hin und wieder durch blütenweisse Dörfer aufgelockert. Die Erosionen
meisseln dünenartige Strukturen in die Berge. Es sieht schlicht fantastisch
aus.
In einem kleinen weissen Dorf machen wir Halt. Das ganze Dorf ist eingehüllt
in Orangenblütenduft! Wahnsinn! Das riecht so gut! Wir spazieren kreuz und
quer durch das Dörfchen und stellen ein wenig überrasch fest, dass es den
Leuten scheinbar gut geht hier. Jedes Haus ist in gutem Zustand, alles gut
unterhalten und gepflegt. Es scheint, die Leute hier haben hier ihr Einkommen.
Als wir am Schluss zur Kirch kommen und sie verschlossen vorfinden, eilt auch
schon eine alte Frau auf uns zu und schliesst uns das Tor auf. Sie erklärt
uns was über den alten Bau (etwa 15. Jahrhundert) und der alten Statue des
Muschelpilgerers Jakob. An den Wänden entlang der Bänke sind überall, so
ganz unromantisch, Ventis installiert! Wird wohl heiss hier drin im Sommer!
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15. April 2003, Rio Andarax - Calahonda (Granada)
Was essen Camper eigentlich?
Haben lange ausgeschlafen. Es war aber auch verdammt kalt hier oben
(vielleicht so 1200 müM), da kriecht man nicht gerne aus dem warmen
Schlafsack!
Aufsuche nächster Flugort: Cartala. Aber es ist zu windig.
Also zuerst mal Mittagessen. Meist ist das übrigens Couscous mit Salat
(grüner, Peperoni, Tomaten, Zwiebeln, Gurken). Wir lieben diese Art Taboulé.
Nachmittags wird rumgehängt. Ich schreibe, Dominik repariert die Sonnenstore,
welche beim letzten Einsatz gelitten hat.
Habe gestern auf dem Colativi wieder einmal "die Letzte"
angezündet. Bis jetzt geht's gut...
Sind wieder an die Küste runtergefahren. Aber die Gegend ist grässlich.
Alles verschandelt mit Plasticultura.
Finden trotzdem Superplatz an einer wunderschönen kleinen Beach. Das Wasser
schimmert türkis in der Abendsonne, die Brandung schlägt gegen wuchtige
Felsen rechts und links der Bucht. Abendsonne im Gesicht. Ach tut das gut!
Diese Nacht ist klarer Vollmond. Wahnsinnig schön, wie das Meer und die
Küste im Silberlicht glitzert und alles auf Schwarz-Weiss reduziert wird.
Auch die Fischer sind wieder da. An der Angel leuchtet oben ein grünes
Neonlicht. So sieht man sie dann in der Nacht: eine Reihe grüner Lichter!
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16. April 2003, Calahonda (Granada)
Rumhängen und Einkaufsstress
Den ganzen Tag an der Beach rumgehangen. Über die Felsen zum zerfallenen
Wachtturm geklettert. Waren sogar richtig im Wasser, obwohl sicher nur gerade
15°! Mussten noch schnell nach Calahonda rein und einkaufen, denn morgen und
übermorgen sind Osterfeiertage und alles geschlossen, wie wir hörten.
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17. April 2003, Calahonda - Almuneca (Granada)
Voll auf Kultur
Leider ist diese schöne Bucht an diesem Morgen nicht mehr so reizvoll: es
giesst nämlich. Ausser den Fischern und uns ist niemand da. Am Mittag reisen
wir ab, fahren Richtung Süden weiter. Immer in der Hoffnung, endlich auf
stabiles schönes Wetter zu stossen.
Solabrena gehen wir anschauen. Es ist hübsch, speziell, weil auf einen Fels
gebaut. Von der Festung oben sieht man übers Land. Ein alter Herr erklärt
uns, dass alles, was man hier sieht, Rohrzucker ist! Wenn wir ihn richtig
verstanden haben, ist Solabrena der einzige Ort in Europa, wo Rohrzucker
angebaut wird.
Als wir uns die Festung ansehen wollen, schliesst diese gerade wegen Siesta.
Als Ersatzkultur gehlen wir in ein Lokal mit flippigen Serviertöchtern und
essen eine ausgezeichnete Gazpacho (kalte andalusische Gemüsesuppe), frittierte Auberginenscheiben an Honig (jami) und eine leckere Pizza! Die
Preise sind zwar touristisch, aber das Essen war echt lecker! Der Wein auch.
Huch, haben eine ganze Flasche getrunken! Oje, wo führt das denn hin? Ach,
das will eh niemand wissen!
Weiterfahrt Richtung Süden.
Kurz vor Almuneca an einer kleinen Bucht auf Parkplatz
Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Der Sand ist schwarz. Sozusagen noch kein
Volk unterwegs. Das Wetter ist aber auch gar nicht gut, obwohl doch Ostern
ist!
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18. April 2003, Almuneca (Granada)
Fliegen, endlich!
O.k. heute ist Fliegen angesagt. Etwa 10 km landeinwärts gibt's' bei Otivar
ein Fluggebiet, dass laut nach Dominik schreit. Wir fahren ein tropisch
anmutendes Tal hinein, entlang dem Rio Verde. Das Tal ist über und über
bebaut mit Plantagen von Nispolas, das sind orangene, gut baumnussgrosse
Früchte, relativ feste Schale, 2-4 goldig-braune Kerne drin und schmecken
lecker nach Zitrone, Orange und Äpfel oder Pfirsiche? Auf alle Fälle ganz
ganz fein. Es geht weit hinein und hoch hinauf. Avocadobäume hat es auch jede
Menge, Orangen- und Zitronenbäume sowieso.
In Otivar genehmigen wir uns ein Bier und Tapas. Der Schinken ist extrem gut.
Wird hier direkt ab dem ganzen Hinterbein geschnitten. Wir treffen ein
Pärchen aus Deutschland, Luz und Ghanda. Sie haben gerade eben ein Häuschen
in Otivar gekauft. Und, er fliegt. Er kennt das Gebiet hinten bei Otivar.
Scheinbar null Problemo. Wir fahren rauf. Oben am Startplatz kommen grad noch
Engländer und Deutsche an, welche ebenfalls starten werden. Dominik fliegt
zwei Mal, nichts Spektakuläres, aber wohl schön über diesem Tal .
Zum Übernachten fahren wir wieder runter an die touristenarme Beach von
gestern. Bewährtes ist meist gut.
Vorher sind wir nach Almuneca ins Internetcafe und haben euch den ersten Teil
des Reiseberichtes geschickt. Ging superschnell und easy.
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19. April 2003, Almuneca - La Herradura (Granada)
Villa Mobil
Für heute sind Schauer angesagt. Wir fahren also wieder einmal weiter
Richtung Süden. Kommen allerdings nur bis ins nächste Dorf: La Herradura,
das ist nämlich DAS Küstensoaringgebiet hier. Aber so wie der Wind bläst
kann man fliegen vergessen. Ausser man wolle ausschliesslich mit dem
Rückwärtsgang fliegen. Die Beizen am Strand sind verführerisch, aber osternbedingt bumsvoll. Wir
nehmen uns also eine Ration Paella zum Mitnehmen und fahren an den Platz, den
wir vorher entdeckt hatten, als wir den Startplatz anschauen gingen. Der Platz
ist megaschön.
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Mitten in einem Villenviertel haben sie ein Eckchen vergessen,
zu überbauen. Gerade richtig für unsere Villa Kunterbunt auf vier Rädern.
Wir installieren uns und geniessen die genialste Paella, welche ich schon je
hatte, zusammen mit Vino Tinto aus dem Kühlschrank! Jammmmiii!. Der Platz ist
sensationell. Wenn bloss der Wind nicht wäre! Die Hängematte installieren
wir trotzdem.
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Irgendwann am Nachmittag fährt ein weisser Bus vor und ein Pärchen steigt
aus. Natürlich aus Deutschland, natürlich fliegen sie. Sie gehen den
Startplatz checken. Anschliessend wird bei einer Runde Cerveza übers Fliegen
verhandelt. Sie sind für etwa ein halbes Jahr unterwegs in Spanien, Portugal
und Norwegen. Ihr Hyundai ist schlicht ausgebaut, aber sympathisch. Da beide
fliegen ist das natürlich ihr hauptsächliches Interesse. Nach viel
interresantem Gequatsche fahren sie noch runter ins Dorf um Abend zu Essen und
was von der Semana Santa (Osterfeierlichkeiten) zu sehen.
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20. April 2003, La Herradura (Granada)
Rückwärtsgang und angelegte Ohren
Es windet noch immer viel zu stark. Fliegen ist also nicht drin. In der Nacht
hat es kurz geregnet. Beim Aufstehen war es noch windstill, doch ab 10h hat er
wieder voll eingesetzt.
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Es ist jeweils hart, mitansehen zu müssen, wie
Dominik sich das Fliegen wieder ans Bein streichen kann, wenn der Wind so
heavy einsetzt. Aber, Na ja, kann man nix machen, gäll.
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Sonja und Christian, die beiden Deutschen reisen weiter. Wir werden uns aber
sicher wieder irgendwo treffen!
Wir gehen auf einen ausgiebigen Spaziergang den Villenhügel hinauf und
drüben runter in den Hafen. Phantastische Aussichten und
abenteuerliche Wege.
Nach einem leckeren Salat gibt's eine kurze, aber feine Siesta und dann
langer Spaziergang am Strand.
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Und siehe da, der Wind wird langsam ruhiger.
Nichts wie an den Startplatz. Dominik legt einen ziemlich spektakulären, um
nicht zu sagen, kriminellen Starkwindstart hin. Ich sehe ihn schon im Kaktus.
Möglichst sofort steht er im Speeder, um vom Startplatz wegzukommen. Mein
Herz schlägt noch ziemlich stark, als ich sehe, wie er steigt, steigt und
nochmals steigt. Es geht nicht lange und er legt die Ohren an (macht den
Schirm kleiner, soll ihn runterbringen). All zulange ist er dann auch nicht
oben. Es ist ihm offensichtlich nicht ganz wohl bei diesem Wind.
Kaum bin ich zurück an unserem Stellplatz, kommt Dominik mit jemandem per
Auto zurück. Ein weiterer Christian, ebenfalls aus Deutschland, hat seine
Landung beobachtet. Wir gehen alle nochmals zum Startplatz und betrachten die
Windlage. Christian hat einen Windmesser dabei. Der gibt am Startplatz etwa
20km/h. Aber am hinteren oberen Ende des Startplatzes haben sie Böen bis
30km/h gemessen! Wir warteten also ab, bis die Sonne unterging. Und das war
schon bald der Fall. Der Wind liess dann tatsächlich nach. Beide machen einen
wunderschönen Abendflug über La Herradura und landen erst, als es
eindunkelt.
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21. April 2003, La Herradura - Otivar (Granada)
Zelebrierung der Fliegerei
Kabeln mit Sonja und Christian. Wir wollen uns in Otivar treffen. Auch
Christian No 2 wird kommen. Scheint ein richtiger Fliegertag zu werden! Sogar
Luz und Ghanda von Otivar sind da. Lustig, für Gleitschirmflieger ist die
Welt, glaub ich, klein.
Alle machen einen guten, nicht allzu langen Flug. Dominik geht als erster raus
und dreht superfrech gleich nach dem Start ein. So hab ich ihn noch nie
gesehen. Es scheint, dass er, bei guter Ambiente auch fliegerisch in Hochform
kommt. Als letzter geht Christian raus. Eine plötzliche Böe beim Start hievt
in sicher 10m in die Höhe und gleich darauf wieder runter. Puh, lieber er als
ich.
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Um 15h sind dann endlich alle unten und wir versammeln uns zu einem grossen
gemeinsamen Mittagessen. Gemütliche Runde. Einfach schön.
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Es ist schon 18h als den Fliegern in den Sinn kommt, vielleicht nochmals da hoch zu fahren und vor allem natürlich wieder runterzufliegen. An sich ist es
für einen guten Abendflug zu spät, aber egal, Spass wird's trotzdem machen.
Der Landeplatz dort in Otivar ist ja schon ein bischen speziell. Die Thermik
rings um den Platz zeigt, wer fliegerisch top ist und trotz unvorsehbaren
Lüftchen den angepeilten Ort einigermassen erwischt oder eben, wie des
öfteren zu sehen, auf der Strasse davor landet.
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Sonja und Christian und wir werden die Nacht am Landeplatz verbringen.
Gemeinsames Kochen und Abendessen bei Kerzenlicht machen diesen Tag zu
einem sehr schönen und erlebnisreichen. Unten im Tal leutet das Dorf Otivar
wie ein glühender Drachen und über uns glänzt der Sternenhimmel.
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22. April 2003, Otivar - Torre del Mar (Malaga)
Tropental und Tourischock
Sonja und Christian fahren weiter Richtung Cordoba. Wir runter an die Küste.
Vorher aber wandern wir runter an den Rio Verde und diesem ein Stück entlang.
Avokadosplantagen! Wir checken aber nicht, wieso einige Bäume Früchte tragen
und die meisten anderen nur Blüten. Am Fluss unten erschrecken wir eine
ziemlich grosse Schlange. Gibt's die also doch noch hier. Der Bach lockt uns,
zwar ist er für mich zu kalt, um ganz reinzugehen. Aber die Gelegenheit, mich
gründlich zu waschen, lasse ich mir nicht entgehen. Leider fängt es bald
einmal an zu regnen. Na ja, umsonst sieht es hier nicht so tropisch aus!
An der Küste unten fahren wir wieder nach La Herradura und genehmigen uns
dort mitten auf der Beach eine Siesta. Dann fahren wir weiter und überqueren
die Provinzgrenze zu Malaga.
Nerja war auf meiner Liste TO SEE. Doch sie ist leider zu touristisch für
unseren Geschmack. Da wir aber schon mal reingefahren sind, beschlossen wir,
den Balkon Europe doch anzusehen bzw. von dort zu gucken. Der Blick auf Nerja
und die Berge dahinter ist allerdings sehr schön. Trotzdem, Nerja ist zu
gross schon und zu touristisch für unseren Geschmack. Wir fahren weiter. In
Torre del Mar finden wir in der Nähe des Hafens einen Platz zum Schlafen.
Wieder mal im Campingverbot, also ungestört und ruhig.
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23. April 2003, Torre del Mar - Montes de Malaga (Malaga)
Verkehrschaos
Die Weiterfahrt brachte uns fast unbemerkt nach Malaga. Ohne dass wir das
wirklich beschlossen hätten, fuhren wir rein nach Malaga-Stadt und runter an
den Hafen. Wir nahmen die Fahrräder, um Malaga anzusehen. Endlich konnte ich
meine Fotos entwickeln lassen. Gerne hätte ich diese zwar digitalisiert auf
CD gehabt, aber 25 CHF pro CD, das ist allerdings zuviel für mein Budget. Wie
ich die Bilder jetzt auf vernünftige Art und Weise ins Internet kriege, weiss
ich allerdings auch noch nicht!
Malaga ist ansonsten schrecklich. Ok, eine Grossstadt mit den entsprechenden
Vorteilen aber eben auch unschönen Seiten. Die Tapas am Mittag waren
mittelmässig bis schlecht. Leider. Der Stadtverkehr mühsam, wie halt
überall in Spanien. Dort, wo es viele Lichtsignale gibt wird's halt auch
entsprechend mühsamer mit dem Vorwärtskommen.
Die Strasse raus nach Montes de Malaga fanden wir überhaupt nicht. Wir haben
unser Ziel dann quasi von hinten angepeilt.
Die Nacht verbrachten wir dann schon innerhalb des Naturparks von Montes de
Malaga mit einem Wahnsinnsblick auf Malaga und die umliegenden Berge.
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24. April 2003, Montes de Malaga (Malaga)
Naturpark: auch für uns Ruhe und Erholung
Wir machen eine hübsche Wanderung durch den Naturpark. Die Vegetation ist auf
dieser Höhe nicht ganz unähnlich der Schweiz. Auf dem Rückweg wandern wir
an einem Hotel vorbei, welches noch nicht geöffnet hat. Wirklich schön.
Völlig abgelegen im Föhrenwald mit Wanderwegen kreuz und quer durch die
Landschaft gefräst.
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Auf der Rückseite des Hotels ist eine riesige drehbare
Himmelskarte mit den hier sichtbaren Sternbildern angebracht. Davor eine
Tribüne und ein Lehrerpult. Lustig und spannend.
Wir geniessen den Rest des Tages mit Sonnenbaden, Duschen, Haare waschen usw.
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25. April 2003, Montes de Malaga - Malaga Est (Malaga)
Erfolglose Suche - Nette Strände
So, heute möchte ich mich doch mal auf Hundesuche machen. D.h. die
Tierstation Esperanza, welche in Malaga sein müsste, würde ich gerne mal
anschauen gehen. Also, eine Adresse habe ich und die geb ich ins System ein.
Wunderbar, unsere Navigationsdame findet sogar die entsprechende Strasse und
Hausnummer und lotst uns auch supermegamässig genau an die richtige Stelle,
nur da sind keine Hunde und schon gar keine Tierstation. Irgendwas stimmt
nicht. Die Adresse kann nicht stimmen. Für den Moment aber vergessen wir die
Suche. Es ist heute zu heiss, die Beach ruft. In Malaga Est finden wir eine
Parklücke direkt am Strand. Genial. Überhaupt ist hier alles ein bisschen
redimensioniert. Das gefällt uns dann schon besser als die Bauten der
Touristenmetropolen.
Zur Abwechslung wollen wir wieder einmal auswärts Essen gehen. Viele Lokale
sind allerdings noch nicht offen. Wir finden aber einen, der uns frischen
Fisch über der Kohle macht. Das Beigemüse ist allerdings spärlich. Ich habe
aber den Verdacht, dass unser spärliches Spanisch halt hier seine Grenzen
zeigt.
Wir finden schon wieder einen Superübernachtungsplatz am Meer, wo wir
ungestört und relativ sicher sind. Wir haben sogar Trinkwasserleitung in der
Nähe. Unglaublich. Wie das wohl im Sommer sein wird?!
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26. April 2003, Malaga Est - El Chorro (Malaga)
Die Stauseen, Garganta El Chorro
Wir fahren raus gegen Nordwesten. Dort sind die grossen Stauseen. Ein
Wanderung führt uns runter an den Eingang der legendären El Chorro Schlucht,
aber leider ist sie seit dem letzten Jahre endgültig gesperrt und
unzugänglich gemacht worden. Der Weg, der durch die Schlucht führt ist etwa
100 Jahre alt und brüchig. Er führt teilweise 30m über dem Fluss auf etwa
80cm breiten Betonplatten durch die enge Schlucht. Es sieht alles wahnsinnig
spektakulär aus und auch ein bischen unheimlich.
Am späteren Nachmittag liefen wir noch ein bisschen dem Stausee nach. Das
schöne an ihm und den anderen ist, dass sie vielarmig sind, sie haben jede
Menge Seitenarme und machen dadurch die Gegend interessant.
Wirklich eindrücklich ist allerdings das Gestein bzw. das Gebirge. Weicher
Kalkstein hat die Gegen in eine faszinierende Landschaft verwandelt. Die
Strasse führt in tausend Kurven durch diese weiche, harmonische
Steinlandschaft, versetzt mit Föhren. Wir fahren runter nach El Chorro, was
in Wirklichkeit eine Bahnstation ist. Leben tut das Dörfchen schlichtweg vom
gigantischen Felsmassiv, welches ziemlich viele Klimber anlockt.
Na ja, auch solche wie wir. Wir übernachten unter einem riesigen
beschützenden Eukalyptusbaum am Fluss.
Klimbers überall, übernachten nur gerade in Schlafsäcken, gleich hinter
uns, an der Kirchentüre, wohlbeschützt.
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27. April 2003, El Chorro (Malaga)
Besuch aus Basel
Eine Wanderung aus dem Führer haben wir für hier nicht. Dafür ist am
Bahnhof eine Strecke rings um den Huma angezeigt, sogar eine ausgeschilderte.
Ok. die gilt, die machen wir!
Es wird eine wunderbare Wanderung auf etwa 900m Höhe rings um den 1100m hohen
Gipfel mit viel Abenteuer. Am Abend landen wir müde aber zufrieden wieder bei
unserem mobilen Daheim, haben Zeit uns noch ein bischen zu waschen und uns in
flotte Klamotten zu werfen. Denn, wir erwarten Besuch. Ein Pärchen aus Basel
wird die nächsten zwei Wochen in Andalusien unterwegs sein. Dominik kennt
Christian von früher und möchte sich bei dieser Gelegenheit mit ihnen
treffen.
Das gemeinsame Abendessen im Restaurant beim Bahnhof ist nett. Der Cornillo
kommt zwar in sehr viel Oel daher, aber er ist trotzdem gut.
Christian und Verena verabschieden sich spät am Abend von uns und
überreichen uns zum Abschied ein Ladung Basler Läckerli. Yami. Ich bin
gerührt und freue mich sehr über das Schweizer Mitbringsel!
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28. April 2003, El Chorro - Valle del Abdalajis (Malaga)
Erfolgreiche Suche
Bevor wir weiterfahren nach Abdalajis fahren wir bei der Finca Campana vorbei.
Dort wirten Schweizer, welche wir von Markus, der hier unlängst klimben war,
grüssen wollen. Jean-Bernard, der Finca-Herr macht uns die Wanderung durch
die Schlucht schmackhaft. Wir werden vielleicht darauf zurückkommen, wer
weiss.
In Abdalajis finden wir die gesuchte Paragliderschule zwar sofort. Allerdings
ist niemand da und unter der uns bekannten Nummer nimmt leider niemand ab.
Dominik will aber den Startplatz trotzdem besichtigen gehen. Ich entscheide
mich, die Hundestation suchen zu gehen. Mittlerweile habe ich nämlich
rausgefunden, dass die in Pizarra sein könnte.
Nachdem wir uns nach 2-3 Stunden wieder treffen, kann Dominik leider von
keinem Startplatz berichten, den er gefunden hätte. Ich hingegen, bin nun
sicher, dass die Tierstation in Pizarra ist, habe sogar die Telefonnummer der
Leiterin der Station. Und am Abend kann ich mit Ronni, der dort arbeitet, für
morgen eine Termin ausmachen. Yuhee. Endlich, endlich, kann ich Hunde
anschauen gehen!
Wir richten uns am Hang des Berge für die Nacht ein. Es vergeht nicht viel
Zeit und die Policia Local kommt vorbei. Sie grinsen uns an, wir grinsen
zurück. Offenbar alles kein Problem. Wunderbar.
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29. April 2003, Valle del Abdalajis - El Chorro (Malaga)
Silvana verliebt sich
Um 10h holt uns Ronni von der Tankstelle in Pizarra ab und fährt mit uns hoch
zur Tierstation Esperanza. Die Station ist ziemlich abgelegen und soll auch
weiter nicht bekannt werden in der Gegend. Ronni hat auf einem privaten
Gelände Zwinger, Zäune, Sterilisationsräume usw. aufgebaut und eingerichtet
um Hunde und Katzen kastrieren und sterilisieren zu können. Sie werden bei
ihm auf Krankheiten getestet, geimpft und kommen in Quarantäne bis sie ready
sind für die Reise nach Deutschland oder in die Schweiz. Dort werden sie von
Tierheimen oder Vermittlungsstellen an Private vermittelt.
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Was Ronnis Station von anderen Tierheimen unterscheidet ist, dass er nicht
einfach wahllos alle Tiere aufnimmt, sondern nur jene, welche auch
längerfristig eine Chance haben, zu überleben, bzw. ein Daheim finden
können. Das ganze macht Sinn, vor allem, wenn man gesehen hat, wie
überfüllt die Tierheime in Spanien sind und in welche elendem Zustand
teilweise.
Nun, wir verbringen mehr oder weniger den ganzen Tag bei Ronni. Er erzählt
uns vieles über seine Arbeit, eigentlich seine halbe Lebensgeschichte. Und
die ist beeindruckend! Wir haben sogar die Gelegenheit unsere Wäsche wieder
einmal zu waschen.
Die Hunde gehen wir natürlich auch anschauen. Aber von denen im Zwinger
gefällt mir eigentlich keiner so richtig. Er zeigt uns auch zwei Welpen,
welche in einer Box drin sind. Die Kleine darin ist überaus niedlich, für
meinen Geschmack aber zu klein. Ihr Bruder ist ein bischen grösser und
rot-goldig mit grün-goldenen Augen. Mit ihm laufen wir am Schluss sogar bis
zum Azzi und wieder zurück. Obwohl Betonlastwagen auf dem Grundstück in
allernächster Nähe vorbeifahren und der Kerl wahrscheinlich erst ein oder
zweimal draussen war, ist er erstaunlich cool. Immer wieder stellt er
interessiert die Ohren hoch und schaut sich in der Gegend um. Als wir
zurücklaufen geht er wie ein alter Profi nah bei meinen Beinen an der Leine.
Ich habe mich verliebt. Ganz klar. Er ist es. Wir bringen ihn zurück und
machen mit Ronni aus, dass wir übermorgen zurückkommen und ihn holen. Morgen
haben wir noch eine Schluchtwanderung vor, welche halt schon abgemacht ist.
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30. April 2003, El Chorro - Pizarra (Malaga)
Am Abgrund
Zwei Mädels, Anita und Maya, aus dem Emmental, kommen ebenfalls mit auf die
Tour durch die Schlucht. Vom Stausee aus wandern wir das Tal, welches Dominik
und ich schon einmal runtergewandert sind, bis zur Schlucht hinab. Diesmal
allerdings kehren wir nicht um, sondern klettern ein bischen überhalb des
vergitterten Einganges und seilen uns dann auf den Anfang des Steges, welcher
in furchterregender Höhe über dem Abgrund hängt, ab.
Die Wanderung geht nun diesem, seit letztem Jahr geschlossenen Steg entlang
und führt uns durch eine atemberaubend schöne Schlucht. Es kommt bald
nochmals ein Teil, welches eingestürzt ist. Nur eine Eisenbahnschiene führt
über etwa 2m an der Wand entlang. Unter uns, vielleicht 50m Tiefe. Wir
hängen unsere Karabiner an das Drahtseil in der Wand, stellen unsere Füsse
auf die freihängende Schiene, stützen die Arme an die Wand und gehen dann
langsam seitwärts Schritt für Schritt rüber. Bloss nicht runterschauen. Es
ist der reine Wahnsinn. Und ich bin doch nicht schwindelfrei. Die Girls aus
dem Emmental machen das mit links. Jean-Bernard, der uns führt, sowieso.
Dominik und ich allerdings! Für uns ist es ziemlich viel Überwindungsarbeit.
Bald aber schon kommen wir in ein Tal, welches zwischen dem vorderen und
hinteren Schluchtteil einsam und verlassen und daher genial schön, liegt. Es
ist wirklich unbeschreiblich schön. Das gleissende Licht hier in Andalusien
macht irgendwie messerscharfe Kanten und Ansichten. Schwer zu beschreiben. Ich
weiss nur, dass die Fotos dann regelmässig enttäuschend sind.
Der letztere Teil der Schlucht ist noch gigantischer als der vordere. Dominik
fährt es langsam ein, während ich mein Schwindelsucht langsam verliere. Der
Steg ist aber auch absolut krass. Immer wieder bleiben wir stehen und sehen
uns die Wege an, welche die Klimbers hoch- und runterkraxeln. Wahnsinn. Gegen
Ende sind wir etwa gut 100 m über dem Fluss, welcher sich grün durch die
Schlucht schlängelt. Immer wieder hat es Löcher im Steg und der Steg
erscheint uns dann jeweils sehr dünn. Dann wieder Abschnitte, wo wir uns nur
über die Eisenbahnschiene, welche etwa 1m ausserhalb der Wand über dem
freien Abgrund hängt, gehen können. Am Schluss seilen wir uns etwa 30m an
einer geraden Wand hinunter. Geil, aber Einfahrend. Mauersegler verabschieden
uns von der Garganta el Chorro.
Die ganze Schluchtwanderung war wirklich einmalig und unbeschreiblich schön.
Da der Steg sehr hoch in der Schlucht verläuft, ist es hell und sehr luftig,
der Fluss unten hat dies Jahr wenig Wasser und ist daher auch eher leise.
Also, keine dunkle, nasse, enge Wanderung sonder hoch, luftig, hell und halt
nochmals, traumhaft schön.
Bei der Finca El-Chorro von Jean-Bernard erholen wir uns in seinem Pool vom
Schwindelstress und geniessen diesen Luxus. Jean-Bernard beherbergt in der
Hochsaison bis zu 40 Leute in seiner wunderschön gelegenen und liebevoll
arrangierter Finca. Günstige Massenbetten und Doppelzimmer bieten für jeden
Geschmack das Richtige. Viele Outdooraktivitäten können von dort aus
gestartet werden und die Klimbers kommen natürlich voll auf ihre Rechnung.
Also, wir können Jean-Bernard uns seine Finca wärmstens empfehlen!
Vielleicht schaut ihr euch ja mal seine Homepage an: www.el-chorro.com.
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So, morgen gehen wir unser Hundchen abholen. Aber darüber hört ihr das
nächste Mal mehr. Adios, hasta luego! Ach, und übrigens, seit 2 Wochen
rauche ich nicht mehr. Ha!
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