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Reisebericht Spanien 2004-1 Südküste
 

27. Oktober 2004: Solothurn - Grenoble (Frankreich, ca. 150km S v. Genf)
Start bei Kilometerstand 60'000 - Erschlagender Carrefour - 18°C abends um 22.00h!
OH JA! Wir sind wieder unterwex! Unterwex Richtung Süden! 
Die letzten zwei, drei Tage haben wir damit verbracht, das Womo neu einzuräumen, bzw. Dominiks Dinge aus dem VW-Bus ins Womo und meine Sachen neu zu verräumen. Logo, dass dabei vieles umgekrempelt wurde. Aus dem TV-Schrank habe ich mit Hilfe von Johann einen geräumigen Kleiderschrank mit selbstgesebeltem Sperrholztablaren gemacht. Dominik hat beide Antennen abmontiert und den Satellitenschüsselausgang mit Montageband verklebt (wird wohl dicht halten?), die Fahrräder wurden auf den Träger montiert, die Tempurmatratzen eingepasst und am Schluss der Gleitschirmsack reingehievt. Sogar ein zweiter Schirm ist dabei, den Dominik von Geri geschenkt bekommen hat! 
Am vorigen Abend sind wir noch bei Markus vorbei, kurz ins Internet reingeschaut und bei ihm gegessen. Geschlafen haben wir auf dem Parkplatz des Gemeindehauses... wunderbar ruhig und gelassen. 
Fast genau 60'000km stehen auf der Anzeige! 48'000 waren es vor einem Jahr beim Losfahren Richtung Süditalien. 12'000 km in einem Jahr für den Süden Italiens.
Die Strecke geht über Genf und weiter runter bis Grenoble. Die Idee, am Rande von Grenoble einen Supermarkt zu suchen, um unseren Vorrat aufzufüllen, der das sicherlich dringend nötig hatte, war nicht gerade hitverdächtig! Riesige Einkaufs- und Industriequartiere, welcher Verkehr! Irgendwann, nach etlichen Quadratkilometern voll mit Möbel-, Vorhang- und sonstigen Inneneinrichtungshäusern, kam dann ein Carrefour! Ein Riesending, mit etwa 20 Kassen und doppelt so vielen Gängen, angefüllt mit Dingen, und von allen Dingen eine x-fache Variation! Also genau das, was man braucht, wenn man schnell die ganz bestimmten Lebensmittel einkaufen will, die man braucht. Na ja, 2 Minuten nachdem wir uns um die Fenchel gezankt hatten, haben wir schon wieder gelacht, ob all dem Irrsinn und unserem dazupassenden Gebaren hier mittendrin. 
Gleich ausserhalb von Grenoble haben wir in einem kleinen Dorf einen guten und ruhigen Stellplatz (Veurey-Voroize, ca. 10km nordwestlich von Grenoble, links vom Fluss Isère) gefunden. Ein Spaziergang hat uns hoch ins Dorf zu einem Lebensmittelladen gebracht, der eigentlich das Wichtigste gehabt hätte! Aber immerhin, morgen früh gehen wir das Brot bei ihm holen, dass im Riesen-Mega-Super-Hoch2-Markt vergessen ging. 
Fallwinde bringen warme aber auch trockene Luft. Gut stehen wir einigermassen geschützt hier auf dem Parkplatz. Das Aussenthermometer zeigt 18° an! Nicht schlecht, nachdem wir gestern Nacht 6°C gemessen hatten und unsere Tempurmatratze Aufwärmübungen brauchte, um uns nicht den Rücken zu brechen ;-)) 
Stellplatz: Nähe Autobahn, am Rande des Dorfes, auf Platz mit angrenzendem Park - Asphalt
Klima und Umgebung: abends 18°, windig, ruhig 
Infrastruktur: Restaurants am Platz (genug entfernt), Lebensmittelladen 5 Min. im Dorf oben 
28. Oktober 2004: Grenoble - Argelès-Plage, FR (ca. 40km vor der spanischen Grenze) 
Runter in den sonnigen Süden! Endlich wieder Meer!

Superruhige Nacht! Am morgen gleich hoch zum Lebensmittler, der auch das frische Brot vom Bäcker hat und dann französisch gefrühstückt: Croissants, Parisette und französischer Weichkäse! Während wir frühstücken spielt Zorro draussen mit den Nachbarshunden und zeigt sich vergnügt über die "wiedergewonnene" Freiheit.
Den Rest vom Tag haben wir vor allem mit Kilometerzählen verbracht. In Argelès-Plage (ein Platz, den Dominik kennt), stellen wir unser Womo auf einen Riesenkiesplatz direkt hinter dem Strand. Drei weitere Womos stehen locker auf dem grossen Platz verteilt.
Es ist nach 17h und die Sonne wird in etwa 1/2 Stunde weg sein. Also schnappen wir uns ein Bier und spazieren runter zum Strand, um diese letzte, schönste Tageszeit mit der Brandung zu geniessen. Herrlich, wieder am Meer zu sein! Auch Zorro ist ausgelassen. Es scheint, er hat Wiedersehensfreude ;-). Der Wind bläst zwar heftig, aber dennoch ist's schlicht schön. Mir schaudert ab der Herrlichkeit! Und ich freue mich schon auf einen Morgenspaziergang am Meer....
Stellplatz: riesengrosser Kiesplatz - Kies, Sand 
Klima und Umgebung: abends 20°, sehr windig, sehr ruhig
Infrastruktur: nichts, viel Platz
29. Oktober 2004: Argelès-Plage, FR - Ermita del Remei, Alcanar, E (ca. 20km S v. Ebre Delta)
Blauer Himmel - Bienvenido en Espagna

Der Morgenspaziergang wird leider sehr kurz. Zuviel Wind, der in der Nacht wieder eingesetzt hat. Macht aber nichts, die Nacht war superruhig. Todmüde vom Fahren bin ich relativ früh in die Falle gekippt. Entsprechend spät sind wir am morgen wieder auf. 
Wir machen weiterhin viele Kilometer..... bei Alcanar verlassen wir die Autobahn und fahren übers Land auf der Suche nach einem Stellplatz. Bei der Ermita del Remei finden wir einen tollen Aussichtsplatz, wo wir unser Womo mittendrin abstellen. Kaum jemand ist da und so stören wir auch niemanden, obwohl es schon beinahe provokativ wirkt, wie unser Womo zwischen den Palmen, auf dem schönsten Aussichtsplatz der Einsiedelei steht. 
Ein Spaziergang hoch zur Ausgrabungsstätte einer iberischen Siedlung bringt Entspannung und freien Blick über das Innenland und zum Meer, auch das Delta vom Ebre sieht man. Eine Ruhe liegt über dem Land.. es ist wohltuend. Ausser dem obligaten Hund, der irgendwo eingesperrt und vor Einsamkeit heult, hört man nur die Vögel zirpen. 
Stellplatz: auf dem grossen Platz vor der Ermita - Kies, Wiese 
Klima und Umgebung: abends 18°, windstill, extrem ruhig, tolle Aussicht ins Land und aufs Meer
Infrastruktur: Wasser, WC, Bar, viel Platz
30. Oktober 2004: Alcanar - Coll de Rates (30km SW v. Denia) 
Passfahrt - Blick auf spanisch Manhatten, Benidorm
Bei Oliva gehen wir ab der Autobahn und erstmal einkaufen. Dann nehmen wir die Inlandstrecke hinauf zum Coll de Rates. Eine gemütliche Passfahrt. Oben ist jede Menge Volk. Wir hören fast überall nur Hochdeutsch und ein paar wenige, die Schweizerdeutsch sprechen. Hier ist eindeutig das Pensionistenausflugsziel von Denia & Co. 
Wir wandern hoch zu den Antennen, um den dortigen Startplatz zu besichtigen. Wind ist kaum da. Dafür ist die Aussicht gediegen. Für die Nacht stellen wir mein Lieselchen ein wenig weiter nach hinten, wo wir ungestört für die Nacht stehen können. Wir haben ein tolles Panorama, inklusive Blick auf die Skyline von Benidorm, welche gigantisch ist. Ein Abendgewitter über der Küste verzaubert den Himmel in schönste Töne. 
Stellplatz: vom Pass-Restaurant-Parkplatz 100m weiter a. Betonstrasse Richt. Antennen - Sand, Steine 
Klima und Umgebung: 780müM, 16°, fast windstill, extrem ruhig, Wochenende viele Spaziergänger, tolle Aussicht
Infrastruktur: Restaurant, viel Platz
31. Oktober 2004: Coll de Rates - Calpe (10km N v. Altea)
Toller Stellplatz am Meer, Erstes Bad, Erster Flug
Die Nacht hier oben war relativ kühl, der Wind hat wieder eingesetzt und schaukelte uns ziemlich durch. Wir fahre runter nach Calpe... finden sogar auf Anhieb den alten Stellplatz bzw. Landeplatz unterhalb einer Überbauung, welche letztes Jahr noch im Rohbau war und jetzt gut besetzt scheint. Es tummeln sich auch einige Leute mehr hier am Strand. 
Nachdem wir das Womo gut platziert haben, montieren wir Badeanzüge und legen uns für ein, zwei Stunden an den Strand. Dominik geht ziemlich lange schwimmen. Ich bin schon stolz, dass ich mich immerhin für 2 Minuten in die Fluten wage. Das Wasser ist angenehm, der Steinstrand nur für begabte Strandläufer. 
Ein Bündner kommt im VW-Bus mit Fliegeremblem. Er hat die letzten drei Wochen Flieger betreut und ist bereit, Dominik mit nach oben auf den Morre de Toix zu nehmen. Vorerst geniesst er aber noch die Siesta und wir ebenfalls. 
Während ich den späten Nachmittag mit Lesen und Rumbummeln vertrödle, fliegen die beiden vom Morre de Toix aus zuerst rüber an den Felsen über Altea, zurück zum Startplatz und weiter bis nach Calpe! Ich hole sie später ab und wir fahren hoch zum Startplatz, wo wir gerade richtig zur blauen Stunde die Aussicht über Calpe und die umliegenden Überbauungen bestaunen. Piti, der Bündner, erzählt uns, dass in den nächsten Jahren noch gigantische Mengen Wohnungen gebaut werden sollen. Unglaublich! Aber auch zu verstehen. Das Klima hier an dieser Ecke von Spanien ist wirklich ausserordentlich mild und beständig. Wie gemacht für all die Engländer, Belgier und Russen, die seit etwa fünf Jahren hier die Deutschen ablösen. 
Stellplatz: von Altea aus Richtung Calpe, Abzweiger Puerto de Mascerat - Steine, Sand, Baumschatten
Klima und Umgebung: nachmittags 24°, windstill, wenig Badende, Nacktbaden möglich, sauberer Strand 
Infrastruktur: Eine Beiz links um die Ecke, Hafenrestaurants 10 Gehminuten entfernt
1. November 2004: Calpe  
Womo-Aus-und-Umputz
Das erste Mal draussen gefrühstückt! Wunderbar! Dann ein langer Spaziergang entlang der Hafenrestaurants und hoch zum Supermarkt, der aber geschlossen ist, da heute Allerheiligen: Todos des Santos oder so. 
Den Rest des Tages haben wir damit verbracht, am Womo rumzumechen: die eine Schrankwand des WC's ist rausgeflogen – dafür haben jetzt die Stühle und ein Tisch platz und müssen nicht immer hinter dem Vordersitz unter akrobatischem Einsatz hervorgeholt werden; der Kühlschrank geht wieder (Sicherung doch noch gefunden!), auch wenn dafür die Wasserpumpe mit plötzlichem Versagen (angewackelt, weil gleich neben Sicherung für Kühlschrank ;-))) für Staunen und Fragezeichen gesorgt hat; 
das www.unterweX.ch platzierten wir auf der Kühlerhaube, Öl und Essig bekamen einen festen Stellplatz auf der Küchenablage und so weiter... Dominik war glücklich, Dinge rausreissen und reparieren zu können und ich, darüber, dass in unserem Zuhause wieder alles funktioniert und einiges optimaler eingerichtet ist. Geschickt ist er ja schon, der Junge! Am Schluss haben wir Bretter und Eisengerüste zum Kontainer hochgetragen... das Womo ist sicher wieder 10 Kilo leichter geworden. Bevor wir in Olten losgefahren sind, gingen wir mit dem vollgepacktem und -getankten Teil ja noch schnell auf die Waage: 2820kg - bedeutet in unserem Fall 50kg Übergewicht. Nun sind's nur noch 40kg! ;-)).
Zorro vergnügt sich hier die Zeit mit den Nachbarshunden und mit Rumstöbern durch die Wildnis. Hier sind kaum Gefahren und er ist himmel-sei-dank nicht mehr so ein Allesfresser und Rumstreuner wie auch schon. Er macht sich sogar ausnehmend gut zwischen all den verwöhnten und, Sorry aber echt, abartig gehaltenen, permanent kläffenden Haus- und Schosshunden hier an dieser Ecke!
Bei Sonnenuntergang spazieren wir als Ausgleich zur "Arbeit" auf den Felsen raus, wo man einen tollen Blick in die Bucht und rüber auf Benidorm mit seinem ausladenden Felsen hat. Der Himmel fasziniert mich und ich schiesse einige Bilder nur vom Himmel. 
2. November 2004:  Calpe
Freies Baden und Fliegen
Nach dem Frühstück, natürlich draussen, sind wir mit dem Fahrrad los, um uns in Altea umzuschauen und ein Internetcafé zu finden. Die Strecke führt zuerst steil hinauf und dann entlang der Schnellstrasse nach Altea hinein. Da rechts der Aussenlinie noch jede Menge Platz ist, geht das ziemlich gut und sicher. Fortuna war an diesem Morgen, wie aber eigentlich bis jetzt immer, auf unserer Seite. Wir fanden schnell eine Möglichkeit, meine platten Räder vollzupumpen, das Internetcafé war ebenfalls schnell gefunden, das System gut und der Preis vernünftig. In Eisenwarenläden erkundigten wir uns über das hierzulande gängige Gasflaschensystem und fanden in einem dann auch einen Adapter, welcher einen linksdrehenden Anschluss hatte! Perfekt! Gut, dass Dominik das System zuerst in einem anderen spanischen Womo angeschaut hatte. Hier wird nämlich die Flasche mit einen Schnappschlussadapter an den Schlauch gehängt und das ganze muss dann auch noch in den kleinen Raum, wo die Gasflaschen sind, reinpassen. Morgen wollen wir dann die Flasche organisieren. 
Am Mittag kamen Piti und Annelies um am Strand zu sünnelen und baden. Auch ein Deutscher, Sebastian, gesellte sich später zu uns. Wir genossen nackt den Strand und das Meer, welches nicht mehr ganz warm aber immer noch angenehm war, um nicht gleich wieder rauszumüssen. Später entschlossen wir uns, zur Serra de Cortina hinter Benidorm zu fahren, um dort auszuchecken, ob fliegerisch was drin liegt. 
Zunächst war am Startplatz der Wind zu heftig. Später aber, flogen alle bis auf Annelies raus und hielten sich recht gut. Auch ein Spanier kam dazu, dessen Auto ich dann wieder hinunterfuhr. Während die Kerle am Hang hin und her soarten und ein prächtiges Bild vor der Kulisse der Skyline von Benidorm boten, schwatzen Annelies und ich über die zweimonatige Reise nach Chile und Peru, die sie in kürze antreten wird. Zuerst wird sie in Nordchile fliegen und anschliessend als Rucksacktouristin durch Peru reisen. Sie ist Krankenschwester und kann sich so eine Auszeit gut einrichten. 
Piti fährt uns wieder zurück zum Stellplatz und wir genehmigen uns einen Abenddrink. Piti erzählt, dass in den nächsten Jahren hier 65'000 Wohnungen entstehen sollen. Es ist erschlagend! Von der Cortina aus konnten wir das Ausmass der Urbanisation gut erfassen. Halb betrunken kochen Dominik und ich uns später eine Ladung Spagetti und ich falle quasi direkt ins Bett, während Dominik den Abwasch von fast zwei Tagen übernimmt! Flott! 
3. November 2004: Calpe
Lizenziert und Angeschlossen
Wir ziehen los, um uns die spanische Gasflasche zu organisieren. Aber so einfach geht's ja nie, wie man denkt! Im Depot können wir feststellen, dass die Flaschen passen, mit dem komischen hohen Adapteranschluss allerdings haarscharf! Aber mitnehmen können wir sie nicht, nicht einfach so! Da muss zuerst eine Lizenz her und die kriegen wir nicht hier, oh nein, sondern im Büro in Altea. Also rein nach Altea. Das Büromädel erklärt uns, wie's läuft, kopiert den Fahrzeugausweis und ich unterzeichne einen zweiseitigen Vertrag, der uns bestätigt, dass wir eine Gasflachen erstehen , besitzen und austauschen dürfen. Das ganze kostet uns 45 Euro, wovon etwa 8 Euro das reine Gas der Flasche ausmachen, welche wir mit dem Schein im Depot bekommen werden. Wenn wir sie zurückgeben würden, erhielten wir etwa 17 Euro zurück. Also 20 Euro reine Vertragsgebühr. Wir überlegen uns, dass wir die Flasche, vorausgesetzt sie passt auch für Marokko in die Schweiz zurücknehmen und für ein weitere Reise nach Spanien behalten. Im Depot erhalten wir dann auch anstandslos diese orangene Flasche von Repsol und setzen sie auch gleich an. 
Wasser können wir an einer Tankstelle tanken und unsere Toilette entsorgen wir in einem mobilen Baustellen-WC-Häuschen. Supi-Saubi! 
Am Mittag tauchen Piti und Annelies auf und holen Dominik zum Fliegen am Cortina ab. Ich bleibe hier, möchte Lesen und Rumhängen und vielleicht Schwimmen gehen, wenn's passt. Das tue ich später auch, nachdem ich mein Buch zu Ende gelesen habe. Ich liege am Strand, erfrischt vom Bad im ruhigen und klaren Meerwasser und ziehe die milde Spätnachmittagssonne rein. Oh, wie gut es mir doch geht! Ich schnalle erst jetzt, wieviel Schwein ich doch habe und wie unwahrscheinlich glücklich ich bin! Ich danke dem Himmel oder dem Universum oder einfach schlicht dem Leben, dass mich so reichlich beschenkt! Es ist der reinste Genuss! Mühsam ist im Moment nur eines, nämlich die spanischen Voyeure in ihren Autos. Entweder habe ich sie gestern in Gesellschaft nicht bemerkt oder sie werden erst richtig dreist, wenn man alleine als Frau nackt am Strand liegt. Permanent fahren sie hin und her, ständig aus dem Fenster spähend oder am Strandrand stehend und glotzend. Als ich zurück zum Womo laufe, wohlverstanden nicht nackt, fahren mir zwei dieser Typen hinterher und parkieren so nahe neben dem Womo, dass ich die Türe deutlich zuwerfe! Mann, sind die aufdringlich! Aber die Geste verstehen sie und ziehen wieder ab. 
Den Rest vom Nachmittag schreibe ich in Gesellschaft einer Bierdose die letzten zwei Tage nach. Es ist fünf und die Sonne geht leider schon bald wieder unter. Die Tage sind auch hier kurz, das vergisst man manchmal, wenn man an den Süden im Winter denkt. 
Morgen ist mein 41. Geburtstag. Dominik hat mich gefragt, was ich mir zum Geburtstag wünsche! Was kann ich mir noch wünschen, wo ich alles habe? Mir fällt nichts ein... 
4. November 2004: Calpe 
Burzeltag vom einundvierzigsten ;-0
Petrus findet, ich brauche keinen Sonnenhimmel für meinen Geburtstag. Einen kurzen Moment können wir an der Beach liegen, aber dann macht's schon wieder zu. Uguale. Am Nachmittag fahren wir nach Calpe, um so dies und das zu kaufen, was wir noch für die Reparaturen und Verbesserungen am und im Womo brauchen. In Calpe gibt es eine Ferreteria (Eisenwarenladen), die ist so gross, da kann im Sortiment nicht einmal ein Baumarkt in der Schweiz mithalten. Zwar ist alles ein bischen eng und ineinandergeschachtelt, aber dafür ist es die reinste Entdeckungstour. Zum selber Gasabfüllen wollten wir z.B. Schlauch und Einzelteile kaufen, um das Ding zusammen zu basteln. War gar nicht nötig, gibt es hier schon fixfertig! Wir fanden Plastikmaterial, um die Moskitonetzer zu verstärken, ein passendes Teil mit Aussengewinde, um den Abwassertank zu verschliessen, ein Strommessgerät und noch anderes mehr. Zu guter letzt fand ich sogar einen Melitta-Plastik-Filter mit passendem Krug, den wir schon lange gesucht hatten und den ich unbedingt wollte, um mir eine grosse Tasse voll frischen Kaffee einfach zubereiten zu können und der auch noch gut mit südlichem Kaffee ist. Dass ich einmal Freude haben würde, wenn ich zum Geburtstag eine Kaffeemaschine bekomme, hätte ich nicht gedacht! Es scheint, ich werde bescheidener und älter....;-). 
Am Abend sind wir auf die Suche nach einem guten Lokal mit netter Atmosphäre. Als wir an einem libanesischem vorbeikommen und die Karte draussen anschauen, weiss ich auch schon genau, dass ich da rein möchte. Dominik ist auch bald überredet und hat es dann auch ganz und gar nicht bereut. Das Essen war ausgezeichnet: Reis in Weinblättern, junge Auberginen pikant gefüllt, libanesisches Fladenbrot, würzige Oliven und Auberginenmouss als Vorspeise, ganz feine Hackfleischroulade mit Salat als Hauptspeise, ein guter Rosado und diverses Blätterteiggebäck zum Kaffee, der mit Kardamom gewürzt war. Der Patron sehr nett und als wir in über den Libanon ausfragten, konnte er uns einiges erzählen. Der Bürgerkrieg ist bald 15 Jahre vorbei und der Aufschwung hat wieder eingesetzt. Könnte ein spannendes Land zum bereisen sein. 
Es war ein wunderschöner Abend, den ich sehr genossen habe. Vor einem Jahr noch war ich auf Sardinien, alleine und in ziemlich fragwürdiger Stimmung. Heute bin ich durch und durch glücklich und zufrieden. 
5. November 2004: Calpe
Schnelle schwarze Front

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, heute morgen zu meinem neuen Filter-Kaffee Milch zu haben und auch frisches Brot zu kaufen. Im Hafen vorne hatte ich ein paar Tage zuvor einen Laden gesehen und zu dem wollte ich hin. Bin ich auch, allerdings eine halbe Stunde zu früh. Auf der Türe stand gross: ab 9 Uhr geöffnet. Ich also zurück und eine halbe Stunde später wieder hin. Aber es war immer noch zu. Als ich dann mal richtig reinschaute (die Scheiben waren arg staubig) sah ich, dass der Laden hohl war, gar nicht in Betrieb! Da kann ich natürlich lang warten. Mein Starrsinn gab aber noch lange nicht auf. Irgenwo musste hier doch wenigstens frisches Brot zu bekommen sein, all die Hafengäste wollen ja auch das Nötigste einkaufen wollen. Und tatsächlich fand ich dann nach einiger Suche ein Kaffee, welches Brot, Sandwiches und verschiedene Süssigkeiten anbot. Ich kaufte Pariserbrot, Croissants und bekam auch noch ein Pack Milch. Siegesbewusst marschierte ich wieder nach Hause, braute mir meinen Filterkaffee und tunkte zufrieden mein Croissant hinein! 
Ein Nordwind machte das Meer ganz flach, es sah aus wie der Zugersee, wenn Bise herrscht. Die Sonne zeigt sich nur kurz um gleich wieder hinter dicken schwarzen Wolken zu verschwinden. 
Später kamen Piti und Annelies. Am Coll de Rates wollten sie fliegen gehen. Ok. alles eingepackt und ab die Post. Bei der Besichtigung des Landeplatzes sammelten wir Gemüse ein, welches sonst auf den Feldern verfault wäre. Weiss-schwarze Auberginen und grüne Peperoni. Das wird unser Abendessen sein. Am Coll de Rates war's aber zu windig. Die schwarze Wand, welche wir irgendwann am Horizont ausmachten und uns zur Rückkehr zum Wagen veranlasste holte uns auf dem Weg ein und wir kamen pitschnass bei der Karre an. Extrem, wie schnell die Front hier war! 
Wir fuhren zurück und verabschiedeten uns von Piti und Annelies, welche in die Schweiz zurückkehrten. War cool, sie kennengelernt zu haben und mit ihnen die Zeit zu verbringen. 
Dominik reparierte die Moskitonetze und ich schrieb meinen Bericht a-jour. 
6. November 2004: Calpe
Sonnenbaden und Nachbarschaft
Der Tag wird sonnig, obwohl die Prognose und der Morgenhimmel was anderes voraussagten. Der Platz hat überall braune Tümpel gekriegt und Zorro sieht immer wieder wie ein Schlammschwein aus. Gut, dass er sich ins Meer locken lässt. Ich verzieh mich mit einem spannenden Buch ans Meer zum Sünnelen und Schwimmen. So geil, dass das Wasser immer noch angenehm ist. Ein Ladung Mücken schwimmt auf der Wasserobfläche, offensichtlich vom Berghang mit dem Wind runtergespült - sie werden alle ertrinken ode gefressen werden... 
Ein deutscher Hymer ist am Abend vorher noch aufgetaucht und noch ein Deutscher Aufgelasteter (auf 3.5t) ist heute angekommen. So sind wir in guter Womonachbarschaft.Der "Aufgelastete" hat aber auch alles mögliche dabei, vom Motorrad übers Fahrrad zum Gleitschirm und Kitebrettern und sonst wohl allerhand, was in der Topbox und der Thule drinsteckt. Helmut, so heisst der "Aufgelastete" ist Krankenpfleger in Teilpensum und kann es sich gut einrichten, immer wieder mal für zwei, drei Wochen in die Ferne zu schweifen. 
Dominik lernt Spanisch und ich versenke mich in meinen tibetischen Roman. 
 Nach dem Abendessen setzen wir uns mit einem Glas Rotwein nach draussen. Der Kerzenhalter, den Dominik aus Strandsteinen zusammengebastelt hat, verlangt nach einem Windschutz. Nachdem wir eine PET-Flasche darübergestülpt haben verbreitet sie ein schönes Licht und wir geniessen einen warmen Abend draussen, wenn auch ich mich in die Decke hülle. Unser Nachbar Helmut kommt auf einen Schwatz vorbei und erzählt ein wenig von sich uns seinem Leben. Ich verzieh mich bald in die Heia und Dominik lässt seinen Tatendrank am Abwasch aus. 
7. November 2004: Calpe
Verhangener Sonntag
Die Sonne will sich nicht zeigen. Ganz kurz zum Frühstück draussen macht sie den Morgenhimmel spannend. Aber jetzt, ein paar Stunden später ist es grau. Dominik werkelt schon wieder: diesmal muss ein Handgriff an das zugeklebte Gewinde, welches unseren Abwassertank dicht machen soll, wenn nötig. Aus einem Ast bastelt er einen Griff dafür. Mein Womo kommt mir sehr als Bastelwerkstatt vor... ;-) 
Helmut ist mit dem Fahrrad zum Morre de Toix hinauf, um das Wetter zu checken. Es ist so, wie ich dachte: schwacher Nord-Ost Wind, im Landesinnern schwarz. Schon verrückt, wie die Ecke hier trocken bleibt, während es ringsherum seicht. 
8. November 2004: Calpe
Billigeinkauf und Fliegen vor schwarzer Kulisse
Noch ein deutsches Womopärchen parkiert auf dem grossen Platz. Nun sind wir schon zu viert. Die Neuen haben eine Katze bei sich und Zorro geht sie freudig begrüssen. Sie ist ziemlich selbstbewusst und hält von den Annäherungsversuchen nicht allzu viel. 
Vor dem Mittag fahren wir nach Calpe, um im Lidl einzukaufen. Wow, der hat tiefe Preise! Da staune ich wirklich nicht schlecht. Anschliessend kämpfen wir uns den Morre de Toix hinauf. Auch Helmut kommt mit seinem Töff, den Womonachbarn auf dem Sozius. Der staunt nicht schlecht, mich mit dem Womo den Berg hinauffahren zu sehen. 
Oben ist ein nettes Startwindchen. Als Dominik rausgeht kommt noch ein dunkelblauer VW-Bus hinauf. Walliser. Er fliegt den zurzeit wohl besten Schirm, den es gibt: den Gin Bumerang. 
Alle drei kommen sie hoch hinauf und queren rüber zum Hang hinter der Beach. Lange sehe ich ihnen zu, wie sie hin und her soaren. Die schwarze Schlechtwetterwand bei den Bergen steht drohend da, aber bleibt, wie schon mittlerweile absehbar an den Bergen kleben. 
Als alle unten sind, kommt noch eine ganze Ladung von Spaniern den Himmel herunter. Jede Landung ist eindrücklich. Da sie ihr Heimatfluggebiet gut kennen können sie es sich auch erlauben, weit auf's Meer hinauszufliegen, mit dem sicheren Gefühl, wieder zurückzukommen. 
9. November 2004: Calpe - Cortina (Berg N v. Benidorm, Costa Blanca)
Cross Country und falsche Entscheidung

Nach einem ausgiebigem Sonnen- und Meerbad entscheiden wir uns, zur Serra de Cortina zu fahren. Obwohl uns ein einheimischer bestätigte, dass Nordwind herrscht. Erst als wir auf dem Startplatz oben stehen, erkenn wir, dass die Thermik hier zu schwach ist und als wir über die sieben Hügel spazieren prescht uns irgendwann dann der Nordwind entgegen. Na ja, falscher Entscheid, was solls. Der Weg hierherauf war allerdings voll cool und megageil zu fahren. Das Womo hat's zwar durchgeschüttelt aber hinauf gekommen sind wir. Erstaunlich, was das Teil alles fertigbringt. 
Auch der Spaziergang über die sieben oder so Hügel ist herrlich. Der Blick rechts in die Berg und links auf's Meer und Benidorm wundervoll. Kein Mensch ist hier oben. Unten sind sie am Bauen wie verrückt. Überall entstehen Strassen, Kreisel, ganze Quartierstrassennetze und Überbauungen. In wenigen Jahren wird die Ebene hier unten zubetoniert sein. 
Als wir zum Womo zurückkehren, dunkelt es fast schon ein. Der Stellplatz ist von der Aussicht her genial. Benidorm by Night: ein Lichterspektal zu unseren Füssen - ein Blick wie aus dem Flugzeug.  
In der Nacht wird das Womo ziemlich durchgeschaukelt. Der Nordwind hat sich verstärkt. 
Stellplatz: von Benidorm aus Richtung Finestrat, beim Camping links den Berg hoch (steile Schotterstrasse, nicht gerade empfehlenswert für grössere Womos) - Steine, Megaaussicht
Klima und Umgebung: mild, 16° abends, Startplatz
Infrastruktur: nada
10. November 2004: Cortina - Sta Pola (10km S v. Alicante, Costa Blanca)
Altbekannter Platz in Sta Pola - Tolle Küste, extremer Nordwind

Seit langem wieder einmal Frühstück im Womo - es windet zu heftig. Obwohl die Aussicht atemberaubend schön ist... wir geniessen sie von innen her. 
Hier oben ist die Windrichtung schwer auszumachen. Die Wolken allerdings ziehen von Norden und Westen. Wir holpern langsam über die Schotterstrasse nach unten und fahren über die neuerstellte Strassen mit tausend Kreiseln gegen Benidorm auf der Suche nach einer Fordgarage. Mein 60'000km Service ist fälllig. Die Garage, die wir finden ist ziemlich gross und sie können uns frühestens einen Termin für nächste Woche geben. Das passt nun gar nicht. Wir fahren weiter und gehen Ausgangs Alicante ab der Autobahn um nochmals in der Agglo dort nach einer Garage Ausschau zu halten. Vermutlich dank des Staus entdecken wir links der Autobahn eine Kleingarage für alle Marken. Eigentlich würde sowas ja reichen. Tatsächlich, für morgen bekommen wir einen Termin und können dann 2-3 Stunden später das Auto wieder mitnehmen. So geht's doch auch. 
Wir fahren nach Sta Pola. Zuerst mal rauf zum Startplatz, den wir ja von früher her kannten. Ob wir den Weg durch die Urbanisation noch finden würden? Sieht ja alles gleich aus hier. Doch tatsächlich. Nur der Zugang ist nicht mehr so wie einst: die Strasse wurde mit einem Gatter zugesperrt und das "Gartentürchen" zum Startplatz ist abgeschlossen. Der Wind bläst ziemlich heftig von Norden. Hier einmal zu fliegen wäre schon geil, das kann sogar ich mir lebhaft vorstellen. Eine abwechslungsreiche Steilküste, unten flache Dünen, kleine Pinienwäldchen, das Meer, sensationeller Blick auf Alicante und die dahinterliegenden Berge. Vielleicht haben wir morgen mehr Glück mit dem Wind. 
Wir suchen unseren alten Übernachtungsort auf. Aber der Sand in der Fahrrille ist zu tief. Das wag ich nicht. Wir bleiben am Abzweiger stehen, der ebenfalls direkt am Meer ist und uns eigentlich vollauf genügt.  Zuerst erholen wir uns erstmal von der Suche nach einer Garage und der Staufahrt nach Alicante. 
Als ich später einmal zum Strand runterschaue traue ich meinen Augen kaum: das Paar mit dem Schäferhund kenn ich! Das sind die Kölner von Sardinien! Unglaublich! Ich geh nach draussen, Zorro rennt voraus. Sie kennen mich nicht gleich. Dann ein grosses Hallihallo! So ein Zufall! Wir tratschen eine Weile. Sie werden ebenfalls nach Marokko gehen und wer weiss, vielleicht sieht man sich dort ja wieder. Die Womowelt scheint ja eine kleine zu sein! 
Wir machen einen langen Spaziergang dem Meer entlang Richtung Alicante und zurück. Ein schönes Gefühl auf Sand am Meer zu spazieren. Auch Zorro hat seinen Spass. Er ist ganz augelassen, auch wenn er vorher von Mora, der kölschen Schäferhündin einkassiert hat. Der Bengel hat das Gefühl, er müsse sich nicht mehr unterordnen. Bei so einem Mädel aber kommt er so nicht davon. Sie gibt keine Ruhe bis er unter ihr auf dem Rücken liegt. Er tut mir fast ein wenig leid. Aber so sind die Regeln. Der Stärkere hat das Sagen und wenn's halt eine ist, die das braucht, dann muss man/hund da durch. 
Stellplatz: Ab der 332 (Schnellstrasse Richt. Sta Pola), bei km 93: Abz. Gran Alacant, ans Meer halten - Sand
Klima und Umgebung: starker Nordwind, 16° abends, ausgedehnte Spaziergänge am Strand u. über die Dünen
Infrastruktur: nada
11. November 2004: Sta Pola - Serra del Maigmo (20km NW v. Alicante)
60'000km Service - Nicht existierende Überbauung El Palomaret
Seit langem wieder einmal den Wecker gestellt. Um 7 Uhr holt uns das nette Gerät aus wohligen Träumen und dann heisst es ranhalten, wenn wir rechtzeitig um 8.30 Uhr bei der Garage sein wollen. Wir brauchen tatsächlich eine volle Stunde fürs Anziehen, Frühstücken und Abfahrbereitmachen ;-o.
Während das Womo gecheckt wird, spazieren wir durch relativ neue Wohnsiedlungen hinunter ans Meer. Der Strand liegt einsam da. Zwei, drei Abfallhügel bestätigen, dass hier regelmässig "aufgeräumt" wird. Wir sitzen am Strand, geniessen die Sonne (hier sind wir ein wenig vom Nordwind geschützt) und diskutieren über das Wetter und die Wetterkunde. Ein ganz schön spannendes, wenn auch kompliziertes Wissensgebiet.
Um 12.30 Uhr ist der Service abgeschlossen, inkl. Abgastest! In der Schweiz habe ich ja auf den im Oktober fälligen Abgastest verzichtet, weil ja nicht da. Obwohl mir die MFK versichert hat, dass ich eine hohe Busse riskiere, wenn ich ohne Attest in die Schweiz einreise, sind wir mittlerweile sicher, dass der Attest, den wir hier vom Garagisten erhalten haben vollauf genügen sollte. Soviel ich weiss, schreibt das Gesetz "nur" eine fachmännische Arbeit mit entsprechend ausgebildetem Personal vor. Und der Computerausdruck des Abgasprüfcomputers beweist die Erfüllung dieser Anforderungen, oder? Na egal. Auf alle Fälle ist die Karre positiv im Sinne der Abgase. Auch sonst wird nichts Reparaturbedürftiges gefunden. Alles paletti. 177 Euro inkl. Abgastest lässt unser Budget aufschnaufen!
Kaum sind wir unterwex Richtung Palomaret ruft Helmut an. Er sei schon dort. Wunderbar, so stehen wir in dieser Einsamkeit nicht ganz alleine. Die Strecke führt einen kurzen Teil auf dem neuangelegten Veloweg "El Maigmo", welcher auf dem alten Eisenbahnschienennetz verläuft. Die alte Brücke wurde renoviert und steht nun vor allem Fahrradgängern zur Verfügung. Coole Idee, finde ich.
El Palomaret findet man auf keiner Karte, denn es ist der Name für eine riesige Überbauung, welche im Anfangsstadium steckengeblieben ist und wieder aufgegeben wurde. Eine Unzahl einsamer, teilweise nie angeschlossener eiserner Strommasten stehen im von Baggern terassierten Hang des Maigmo. Ein paar Asphaltstrassen führen zum Berg hoch. Die Natur hat sich aber schon wieder einige Teilstücke zurückerobert. Die Hänge sind trotz Begrünung mit Eukalyptus und Föhren erodiert und es sieht teilweise übel aus. Das einzig gute an der Sache ist, dass man zum Startplatz hochfahren kann. Wir laufen aber hoch, denn mit Fliegen ist eh nichts und die Umgebung zu erkunden ist spannend. Es ist total einsam hier. Zwei Häuser stehen unten an der Weggabelung, ansonsten ist hier nichts - nada. Da wir im Windschatten des Maigmo hochlaufen herrscht eine merkwürdige Ruhe. Die Landschaft ist trocken und ausgemergelt. Die Sicht von oben weit und eindrücklich. Trotzdem würde mir diese Einsamkeit hier nicht gefallen, zusehr wirkt die Landschaft von den ausgebaggerten Hängen unnatürlich und die Vegetation ist jene einer missglückten Urbanisation.
Unser und Helmut's Womo stehen auf dem Landeplatz. Wir verkriechen uns hinein, lassen die Heizung laufen und genehmigen uns eine heisse Dusche. Es ist noch etwa 10°, hat ganz schön abgekühlt! Dafür kommt die heimelige Wärme von unserem Womo herrlich zur Geltung!
Stellplatz: von Alicante A36 Richtung Alcoi, CV820 Richtung Agost, Wegweiser Palomaret folgen - Sandstein
Klima und Umgebung:  starker Nordwind, 10° abends, Wanderung z. Maigmo oder in Naturpark, sehr abgeschieden
Infrastruktur: nada
12. November 2004: Serra del Maigmo
Stubenhocker
Der Himmel ist grau, es weht ein a...kalter Wind und es wird wohl demnächst anfangen zu regnen. Eigentlich müssten wir einkaufen gehen und ins Internet Mails beantworten. Aber die Homepage will ich vorher noch klarschiffmachen. Im Endeffekt "arbeit" wir mehr oder weniger den ganzen Tag am Computer. Irgendwann am späteren Nachmittag brechen wir mal auf, um uns die Beine zu vertreten und wandern ein ausgetrocknetes Bachbett den Berghang hinauf. Hat Spass gemacht, auch wenn Dominik bei der Besteigung eines erodierten Hanges geflucht hat. Das interessante an Wanderungen in einem Bachbett ist, dass man nie weiss, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet. Rechtzeitig bevor die schwarze Wand uns eingeholt hatte, waren wir wieder zurück im Womo. Kurz danach ist ein heftiger Regen über uns niedergegangen. Noch ein wenig später taucht Helmut an unserem Fenster auf. Er war auf einer 4-stündigen Wanderung und hat oben den Wind gemessen: 85km/h! Na ja, gut haben wir eine wind- und wasserfeste Bude.
13. November 2004: Serra del Maigmo - Calpe
Internetgeschwindigkeit - Markus kommt mit Easyjet
Das Wetter hat sich wieder beruhigt. Ein kurzer Rundgang um unseren Platz führt uns auf eine Asphaltstrasse der nichtexistenten Urbanisation, welche ganz von einem Bach davongespült wurde. Ein abgebrochenes Rohr ragt aus dem Boden unterhalb... krass! 
Wir fahren nach Agost und suchen dort ziemlich lang aber trotzdem vergebens nach Wasser. An der Tankstelle Ausgangs Dorf werden wir fündig. Dort kann ich gleich auch noch den Pneudruck schecken, Kühlwasser und einen Reservekanister Dieselöl kaufen. Dann fahren wir nach Sta Pola, um im Lidl einzukaufen. Bis wir auch noch Brot gefunden hatten, war es schon zwei Uhr. Höchste Zeit für eine Mittagspause und dann ab ins Internet. Der Internetpoint schaut auf den ersten Blick mit 12 Stationen gut aus. Allerdings müssen wir beide aber die erste Station wechseln, weil die Verbindung nicht zustande kommt. Als dann der Upload der neuen Homepage auch noch harzt, schwinden die Stunden und Minuten und der Zeitpunkt, wo wir Markus vom Flughafen abholen sollten rückt verflixt schnell näher. Eigentlich hatte ich schon schwarz gesehen, dass der Upload diesmal funktionieren würde. Aber mit viel Geduld und Hartnäckigkeit und Unterstützung durch Dominik wurde auch dieses Werk vollbracht ;-).
Am Flughafen kamen wir an, als die Easyjet von Markus gerade gelandet war. Es ging dann allerdings eine halbe Stunde, bis er draussen war. Wir packten ihn mehr oder weniger in die Karre und fuhren hoch in den Norden Richtung Calpe. Die Wetterprognose prophezeit für die kommenden Tage Nord- Nordwestwind und bei dieser Windrichtung kommt eigentlich vor allem der Coll de Rates als Flugberg in Frage.
Also fuhren wir zu unserem gewohnten Stellplatz in Calpe und fanden ihn "unbewohnt" vor. Schön wieder hier zu sein. Markus beeindruckte natürlich die milde Meerluft, obwohl die Brandung ziemlich heftig war.
Für Markus bauten wir später dann den Tisch bzw. unsere Stube in ein komfortables Bett um. Wir sind ziemlich gespannt, wie gut es zu Dritt geht in unserem kleinen Heim.
Stellplatzeigenschaften: siehe 31. Oktober 2004
14. November 2004: Calpe - Coll de Rates
Luftiger Coll de Rates
Frühstück draussen, wie gewohnt hier auf diesem Platz. Markus geniesst es voll, wir natürlich auch. Aber er kommt direkt vom kühlen Herbst/Winter und schätzt die Klimaveränderung natürlich am meisten.
Wir fahren hoch zum Morre de Toix. Dort schaut es aus, wie wenn ein nettes Startwindchen weht. Doch es täuscht, bis wir wieder von der Antenne zurückgelaufen sind, dümpelt der Windsack in alle Richtungen. 
An den Felsen hinter der Antenne wird viel geklettert. Ein Übergang unterhalb des Felsens ist sogar mit einem Strick unterstützt. Es ist krass heiss hier oben am Berg.
Wir fahren weiter ins Land zum Coll de Rates. Obwohl es zu Anfang nicht so aussieht, als ob hier überhaupt ein Wind weht, nimmt das Lüftchen nach und nach zu. Es soll fliegen, entscheiden die beiden, und schultern ihre Säcke. Ich und Zorro begleiten sie nach oben. Der Spazier tut auch uns gut. Nach ein zwei Kurven kommt ein VW-Camper den Weg hoch. Subi mit seiner Freundin Belinda und noch zwei weitern Typen. Für die Säcke hat es grad noch so Platz. Wir setzen unseren Weg fort, die Herren um ein paar Kilo leichter, und sind in einer halben Stunde ebenfalls am Startplatz oben. Zwei sind schon draussen und geniessen den Flug ca. 650 Meter über dem Landeplatz.
Oben treffen wir auf Subi und seine Freundin, Belinda mit Hund Merlin.
Es dauert nicht lange und alle sind in der Luft. Aber es heisst kämpfen "wie die Löwen" ;-). Sie müssen wirklich in Bewegung bleiben, um die Schläuche immer wieder einzufangen.
Ich fahre mit dem VW-Camper von Subi runter zum Landeplatz und treffe dort gleichzeitig mit Dominik und Markus ein. Belinda und Subi fahren uns wieder hoch und es wird überlegt, ob wohl noch ein Flug drinliegt. Doch der Wind ist zu knapp und das Bier, das in gemütlicher und sonniger Abendstimmung vor dem Womo draussen lockt, ist überzeugender.
Wir verabschieden uns von den beiden und installieren Tisch und Stühle vor dem Womo mit Blick auf die sensationell schönen Berge und Hügel runter bis nach Benidorm. So lässt sich's leben! Markus bekommt ein SMS aus der Schweiz: 5°, Bisenlage! Ihr Armen zuhause!
In der Nacht setzt der Wind wieder ein. Heftige Böen schütteln das Womo durch. Ich finde keinen Schlaf bis Dominik nach draussen stiefelt und die Stützen runter macht. Dann endlich kehrt ein wenig Ruhe ein. 
Stellplatzeigenschaften: siehe 30. Oktober 2004
15. November 2004: Coll de Rates - Gorga (ca. 30km W v. Coll de Rates oder 40km W v. Calpe)
Einmal rund um die Serra de la Almudaina 
Armin kommt mit seinen Eltern. Es herrscht Nordwind. Zusammen fahren wir vom Coll de Rates quer durch kultiviertes Hinterland (meist Mandelbäume) über zwei, drei Pässe zum Fluggebiet Almudaina. In Benimassot treffen wir uns mit Subi und seinen Leuten. Da die Strasse hoch zum Startplatz nur mit Allrad möglich ist, packen wir alle und alles in den Jeep und fahren ziemlich vollgepackt hoch auf die nackten Hügel der Serra de la Almudaina. 
Der Wind sieht leider schwächlich aus. Letztendlich beschliessen die Herren dann doch noch wenigstens eine Planata (direkter Flug zum Landeplatz hinunter) zu wagen. Doch der Schein trügt. Weiter draussen finden einige Thermik. Armin hat wie immer eine gute Nase und kann schön überhöhen. Markus fliegt wieder oben rein und bietet Belinda an, zu fliegen. Doch sie kann sich nicht recht entscheiden und so fahren wir später, nachdem wir die herrliche Aussicht und die Atmosphäre an diesem Startplatz ausgekostet haben, wieder über die holprige Piste nach unten. 
Die Hügel hier oben wirken zwar spannend im Abendlicht, doch es ist eine karge Welt, die nicht viel Leben zulässt. Ein Feuer hat vor wenigen Jahren wohl auch noch die letzten Bäume gefressen. 
Wieder in Benimassot unten, nehme ich das Womo, Belinda fährt mit dem Jeep und Markus übernimmt den Bus von Peter. Wir müssen ganz um den Berg rum, um zum Landeplatz zu gelangen, welcher unter dem Dorf Almudaina liegt. 
Markus ist heilfroh, die Karre wieder abgeben zu können, scheinbar hat die Lenkung einen heftigen Schaden. 
Für die Übernachtung wollen wir nicht mehr allzu weit fahren und finden bei Gorga auf einem Platz, welcher zum Kinderspielplatz gehört ein flachen und ungestörten Stellplatz. 
Stellplatz: von Benidorm die CV70 bis kurz vor Benilloba, dann CV710 nach Gorga - Kiesplatz
Klima und Umgebung: 0° in der Nacht, ruhig und ungestört
Infrastruktur: ein Restaurant vorne an der Strasse
16. November 2004: Gorga - Calpe  
Schweinkalte Nacht - Fliegen auf der Cortina
Als wir am Morgen aufstehen ist der Boden gefroren! Die noch vollbelaubten Bäumen lassen ihre grossen grünen Blätter haufenweise fallen. Das Wasser im Trinkbecken ist sicherlich 3cm geforen! Ok, wir sind hier in den Bergen, und der Nordwind trägt den Rest dazu. 
Die Wetterprognose, welche uns Heini, ein Fliegerkollege von Dominik und Markus täglich per SMS übermittelt, prophezeit gutes Fliegen auf der Cortina. Wir fahren über Sella Richtung Flugberg. Sella wäre an sich auch ein Fluggebiet, nur ist offenbar die Auffahrt auf den Startplatz eher schwierig und lange. Die Gegend allerdings ist faszinierend. Die Alto de la Pena de Sella ist ein gewaltiges Felsmassiv, welches über dem Dorf trohnt und Richtung Süden schaut. Rings um das Dorf hat es noch etliche Hügel, welche scharf terassiert sind, hoch bis zur Spitze. Scheinbar ist das hier auch ein beliebtes Kletter- und Wandergebiet. 
Hinter der Cortina treffen wir uns wieder mit Armin und seinem Vater. Er will mit dem Audi rauffahren, was er auch souverän schafft. So sind wir wieder einmal hier oben und bestaunen die Skyline von Benidorm. Armins Vater macht einen Spaziergang, ich lese in meinem Buch, die Herren fliegen. Sie landen noch einmal Top, wir essen was Kleines und dann geht's wieder raus. 
Später hole ich die Piloten unten am Landeplatz ab und wir fahren zunächst auf den Morre de Toix, um zu checken, ob hier noch was fliegerisch los wäre. Immerhin scheint die Windrichtung zu passen. Doch er ist ein wenig zu heftig und Pedro, ein Einheimischer gibt zu denken, dass wenn zu starker Westwind mitmischelt, es schwierig werden kann, den Landeplatz zu erreichen. Und hier am Meer wäre das neckisch. Also fahren wir zu unserem altbewährten Stellplatz hinunter. Es ist immer wieder schön, an diesen Platz zu kommen. Niemand ist da, ausser den Homosexuellen, die diesen Platz nutzen um sich zu treffen usw. Stören tun sie nicht. 
Heute werden wir auswärts essen gehen, der Kühlschrank ist so gut wie leer und die Restaurants im Hafen nah. An einem runden Tisch sitzen wir ganz alleine und geniessen eine leckere Pizza. 
Stellplatzeigenschaften: siehe 31. Oktober 2004
17. November 2004: Calpe
Fliegen am Morre de Toix
Schon wieder ein herrlicher Sonnentag! Unglaublich, welches Wetterglück wir und vor allem Markus haben! Ein Prachtstag nach dem anderen! Markus geht Croissants holen und wir frühstücken draussen an der Sonne, am Meer, seufz, so guet. 
Der Wind ist immer noch für den Morre de Toix gut. Aber zuerst müssen wir dringend einkaufen gehen. Wir lassen Markus am Stellpaltz zurück und fahren nach Calpe, um einzukaufen. Natürlich braucht das so seine Zeit.  Anschliessend fahren wir hoch zum Morre de Toix. Peter, der Deutsche aus Österreich nehmen wir mit. 
Sie kommen alle drei gut raus und fliegen hoch und rüber zur Bernia. 
Als ich runterfahre kommt mir Armin mit seinen Eltern entgegen. Obwohl der Wind zugenommen hat, seit sie draussen sind, geht auch er noch raus. Ich fahre runter und geniesse den Stellplatz am Meer für mich alleine. So hin und wieder alleine sein zu können tut gut und ich geniesse es sehr. 
Irgendwann kommt Markus runter. Dominik und die anderen sehe ich eine Weile nicht mehr. Sie sind ganz nach hinten zur Bernia geflogen. Nach 2h38' landet auch Dominik. So stellt man sich das Fliegen vor: stundenlanges Hin und Her an der Küste über dem Meer. 
Armins Eltern kommen ebenfalls an den Stellplatz und Armin spendiert für alle Bier. 
18. November 2004: Calpe - El Palomaret
Fliegen am Maigmo
Um 10 Uhr treffen wir uns mit Armin, seinem Vater und Peter, dem Deutschen aus Österreich an der Autobahnausfahrt von Villa Joyosa. Eigentlich hatten wir vor, nach Sella zu fahren, um dort zu fliegen. Aber die Windverhältnisse sind nicht optimal für dort, also beschliessen wir, zum Maigmo, El Palomeret zu fahren. 
Den Weg kennen wir ja bereits. Doch heute fahren wir gleich nach oben. Dominik ist am Steuer und überzeugt, das kurze Wegstück, welches nicht asphaltiert, sehr geröllig und rumplig und vor allem auch relativ steil ist, mit dem Womo zu schaffen. Ich habe so meine Zweifel. Aber wir holpern darüber, wie wenn nichts wär. Nur gut, dass alles rüttelfest verstaut ist! Oben auf dem Startplatz ist die Sicht gigantisch, schlicht sensationell schön. Hier oben werden wir auch übernachten, auf den Sonnenuntergang und -aufgang freue ich mich jetzt schon. 
Fliegerisch ist vorher aber noch einiges los. Subi und Belinda kommen mit ein paar Leuten, und Nick, ein Belgier, der in Sta Pola Flugführer ist, kommt ebenfalls mit einer ganzen Schwette Engländer. Es wird also nicht langweilig hier oben. Mit Belinda rede ich eine Weile, sie hat gute Tipps für Marokko, wo sie schon drei Mal war. Überhaupt ist sie eine interessante Gesprächspartnerin... trifft man auf Reisen nicht allzu häufig an. 
Den Peter verhängt es irgendwo im Hang, wo er abgesoffen ist. Aber er ist gut gelandet, nur hat er einen ganz schön langen Fussmarsch vor sich, bis er beim Landeplatz sein wird. Es herrscht ein bischen Schadenfreude, denn er ist Dominik und Markus auf aggressive Art vorher ständig in ihre Thermikschläuche reinflogen. 
Die Abendstimmung geniessen wir, gut positioniert auf den Planen, welche auf dem Startplatz liegen mit Blick ins Land und die Abendsonne. Schlicht sensationell. 
Stellplatzeigenschaften: siehe 11. November 2004
19. November 2004: El Palomaret - Sta Pola
Fliegen am Pena Rubia
Nicht allzuweit weg gibts ein Fluggebiet, welches bei Westwind fliegbar ist. Pena Rubia. Dorthin brechen wir auf. Nach einiger Sucherei finden wir auch die Auffahrtsstrasse zum Startplatz bei den Antennen oben. Der Wind ist allerdings sehr schwach, die Thermik schläfrig. 
Es gibt einen kurzen, aber dennoch schönen Direktflug zum Landeplatz. 
Da morgen Ostwind angesagt ist, fahren wir runter ans Meer, nach Sta Pola. Das Küstensoaringgebiet bei Südostlage. Wäre cool, wenn doch noch einmal geflogen wird hier. Zuerst fahren wir zum Startplatz hoch, um ihn zu besichtigen. Es ist auffallend, wieviele Hundekothaufen hier auf diesem grossen Platz rumliegen. Dürte schwierig werden, den Schirm so auszulegen, dass er nirgends vollgeschmiert wird, puh. Wir fahren wieder runter und installieren uns diesmal auf dem grossen Parkplatz anfangs der Dünenstrasse. Obwohl auch hier Campingverbot wäre, bleiben wir unbehelligt.
Stellplatzeigenschaften: siehe 10. November 2004
20. November 2004:  Sta Pola
Kaltwasserbad und Miniflug runter zum Stellplatz
Herrliches Wetter und guter Wind, allerdings von der falschen Seite. Aber wir sind zuversichtlich, denn die Wetter- und Windprognosen von Heini haben bis jetzt wunderbar gestimmt. Dominik und ich steigen früh aus dem Federn und verfolgen den Sonnenaufgang von den flachen Felsen aus am Strand. Wir vergnügen uns mit dem Drachen und ich renne mit Zorro dem ruhigen Meer entlang. Da ich meinen kurzen Rock montiert habe, kann ich herrlich ins flache Wasser reinrennen. So schön ruhig was das Meer schon lange nicht mehr! Ich entschliesse mich, es zu wagen. Klamotten runter und rein ins nasse Vergnügen. Es ist champagnerfrisch, kribbelig herrlich. Anschliessend lege ich mich mit dem Badetuch auf den Strand und geniesse die Sonne für eine Weile. 
Gegen Mittag brechen wir zum Startplatz auf. Ich lade die Herren oben ab und fahre einkaufen. Zuerst in den Lidl, der Billigladen und anschliessend noch in den Supermarkt nebenan, wo ich auch Brot und Fleisch erhalte. 
Als ich auf der Dünenstrasse zur Kapelle komme und Dominik anfunke, sitzen die Beiden immer noch oben und warten auf mehr Wind. Eine spanische Flugschule ist am Schulen und die Schüler machen Gleitflüge zum Landeplatz. Da sich die Beiden nicht zum Fliegen entscheiden können, fahre ich zum alten Stellplatz und verbringe lesend eine ruhige Zeit. Es ist Samstag und allerhand Volk unterwegs. 
Der Wind wird eher schwächer als stärker. Irgendwann funkt Dominik dann doch noch. Sie kommen. Zuerst Markus im direkten Angriff auf den Landeplatz. Dominik bleibt ein wenig länger am Hang und schwenkt dann zum Stellplatz. Ob er es schafft bis hierher? Haarscharf. Er fliegt über die Nudisten, welche überall in den Dünen liegen (siehe links unten im Foto) und landet im gestreckten Galopp auf dem Parkplatz, wo unser Womo steht. 
Kaum sind die beiden unten gelandet sehen wir oben, wie sie starten und Höhe halten können. So ein schlechtes Timing. Drei Minuten später raus, und sie würden ebenfalls dort oben hängen. Sie sind ziemlich frustriert und obendrein haben sei einen Mordshunger. Also gibt's zuerst mal ein Bier und Chips als Trost. Und dann bleibt ja noch die Hoffnung auf Morgen. Gleiche Windrichtung aber ein wenig stärker soll er sein. 
Ich koche uns was Leckeres, Dominik und Markus übernehmen, wie eigentlich immer, den Abwasch. Cool. 
21. November 2004: Sta Pola
Küstensoaring vom Feinsten
Es ist ein wenig bewölkt und der Wind stimmt noch nicht ganz. Aber mittlerweile wissen wir, dass er sich erst so ab 11h morgens richtig einstellt. Also keine Hektik. Wir hängen vormittags rum, essen am Strand noch Mittag, während wir ein Fotoshooting mit einem Girl beobachten, welches in weissen Cowboystiefeln, Bikinihöschen und Leopardentop mit rosarotem Strassgürtel am Strand posiert. Wir amüsieren uns köstlich. 
Oben am Startplatz heisst es erstmal warten. Aber heute, mit vollem Bauch geht das besser als gestern. Es wird ausgiebig getratscht, die Gleitschirm-Sitze werden verglichen, Dominik versucht sich bei Aufziehübungen mit dem Swing, den er von Geri bekommen hat und kriegt es dann auch hin. Anderer Schirm - andere Aufzieh-Technik.  
Oben am Startplatz geht es tatsächlich ab 16Uhr wieder los. Der Wind stellt sich mit passender Stärke ein und die Herren Piloten kommen ausgiebig zum Fliegen. Es ist jede Menge Volk da. Ein kunterbuntes Treiben auf dem Startplatz! 
Erst als es schon beinahe Dunkel ist landen die Beiden am Strand unten. So, das war jetzt Santa Pola von der schönsten Seite. Endlich Küstensoaring wie es sein sollte. Die Beiden schauen ziemlich glücklich aus! 
Markus lädt uns zu einer Pizza rein, welche wir oben im Dorf bei einem Exil-Sizilianer reinziehen. Wir blicken auf eine fliegerisch erfolgreiche Woche zurück. Jeden Tag fliegen, fast jeden Tag an einem anderen Ort! Jeden Tag tolles Wetter und nie Probleme wegen Irgendwas! Ob es morgen nochmals was wird hier in Sta Pola? Um halb vier müssen wir los, um Markus zum Flughafen in Alicante zu bringen. Wir werden sehen. 
22. November 2004: Sta Pola
Fliegen bis zur letzten Minute
Schon um 11 Uhr lade ich die Herren wieder oben am Startplatz ab. Ich gehe spazieren. Weiter hinten steht der Leuchtturm und von oben haben sie gesehen, dass etliche Pfade dorthin und quer durch die Ebene oberhalb der Klippen führen. Mit Zorro wandere ich quer durch die Landschaft zum Leuchtturm. Ein schmaler Pfad führt zwischen dem eingezäunten Gelände des Leuchtturms und dem Abhang auf der Klippe zum hinteren Teil der Ebene, der sensationellen Ausblick auf die Dünen und das Meer bietet. Die Gleitschrimler fliegen nahe an mir vorbei und ich kann ein paar gute Fotos schiessen.
Später besuche ich sie auf dem Startplatz, wo sie toplanden. Auch Armin und seine Eltern kommen gerade zur selben Zeit. Sie haben uns einen Sack voll frischer Mandarinen mitgebracht. Toll! Die Flieger gehen nochmals raus, allerdings wird es immer schwieriger, der Wind nimmt immer mehr zu.
Ich fahre nach unten und erwarte die Piloten an der Kapelle. Nun heisst es vorwärts machen, denn Markus Flieger wird nicht warten. Packen und die Foto-CD brennen können wir auch noch am Flughafen. Markus geht einchecken, während Dominik ein Abschieds-Zvieri bereit macht und ich die Ferien-Fotos auf eine CD brenne. Auf die letzte Batterie-Minute hin wird die CD fertig und wir verabschieden uns von Markus. Wir haben eine tolle und unkomplizierte Zeit verbracht. Jeden Tag war fliegen angesagt - wir haben fast alle Fluggebiete rund um Alicante abgegrast. Es war intensiv und spannend. So unkomplizierte Typen wie Markus machen es auch möglich, während einer bestimmten Zeit in unserem kleinen Womo einen Gast zu beherbergen. Natürlich hat auch das tolle Wetter, was wir während der ganzen Zeit hatten, das Leben auf kleinem Raum noch einfacher gemacht. Aber vor allem war es die Bereitschaft von jedem von uns, sich einzufügen, Rücksicht zu nehmen und nicht kleinlich zu sein. Hat wirklich gut geklappt. Wir werden das sicher wiederholen, mit Markus oder mit sonst jemanden, der Lust hat, ein paar Tage mit uns zu verbringen. 
Dominik fahre ich nochmals hoch und er fliegt eine gute Stunde mit Armin, bis sie beide am Stellplatz landen, während es fast schon wieder eindunkelt. Die Eltern von Armin kommen ihn holen, wir drinken noch ein Bier miteinander und dann verabschieden wir uns auch von ihnen. Morgen werden wir weiterreisen nach Andalusien.


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