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Reisebericht Spanien 2004-2 Andalusien
23. - 25. November 2004:
San Jose (Cabo de Gata-Nijar,
Andalusien), ca. 30km NW v. Almeria
Schönes Wiedersehen in Andalusien
Auf
dem Weg nach Andalusien verlassen wir irgendwo die Autobahn, die hier
übrigens gratis ist,
um eine Mittagspause einzuschalten. Wir parkieren unser Womo auf einem riesigen
Platz. Oberhalb steht ein verlassenes Haus, bewohnt nur von einer Meute von
Hunden, welche uns zuerst laut ankläffen aber dann reissaus nehmen.
Die Landschaft ist hier in eigenartiges
Licht getaucht, die Ausläufer der Sierra Nevada sehen stark aus in ihrem
Licht-Schattenkleid.
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 Der
Eukalyptus, der weiter hinten, wohl an einem früheren Wasserlauf, wächst,
blüht in zwei Farben: rot und weiss.
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Gediegen, wieder in Andalusien zu sein. Obwohl die
Plastikkulturen rings um Almeria haarsträubend sind, ist man im Naturpark vom
Cabo de Gata in herrlichster Abgeschiedenheit. Um diese Jahreszeit sind nur
noch wenige Reisende unterwegs. Die Guardia Civil lässt uns auch über Nacht
hier stehen (vielleicht nicht über Wochen hinweg...), und es herrscht eine
Ruhe, die wirklich guttuend ist.
Ein paar wenige andere Wohnmobilisten & Co. stehen ebenfalls hier. Man
lässt einander sein...
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In San Jose können wir auch unsere vierwöchige Wäsche waschen. Es gibt hier
einen Waschsalon mit drei Waschmaschinen und zwei Tumblern, in dem man selber
waschen kann. Allerdings sind die Öffnungszeiten knapp und ein
Holländerpaar, dass knapp vor uns dort ist, besetzt schon mal alle Maschinen.
Also werden wir die Wäsche nur waschen und an der Sonne trocknen lassen,
fürs tumblern reichts nicht mehr.
An der Platja Monsul geht das prima. Wir spannen unsere Wäscheseile vom Womo
zur Parkplatztafel - der Wind und die Sonne lässt die Wäsche in kürzester
Zeit trocknen. Supi!
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Bin am morgen früh die Düne hinauf geklettert. Die Sonne ging gerade über
dem Meer auf und tauchte die Berge in rotes Licht.
Es ist hier so absolut still, dass man das Vogelpfeifen sehr klar wahrnimmt.
Ab und zu sehe ich bekannte Vögel, höre aber auch immer wieder Stimmen, die
in meinen Ohren sehr exotisch tönen.
Am Strand lässt sichs herrlich sonnenbaden. Sogar ins Wasser lasse ich
mich locken, obwohl... brrr. Der schwarz-beige Sandstrand verläuft flach ins
Meer hinaus, so kann man reinspringen oder laufen und sich langsam an das
kalte Nass gewöhnen.
Die Sonen steht tief und das Sonnenbaden können wir ausgiebig betreiben,
keine Gefahr für unsere schon einigermassen braune Haut.
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Eine
Wanderung hoch zum Leuchtturm Vela Bianca bietet einen tollen Blick über die
Küstenlinie, die hier sehr abwechslungsreich in Farben und Formen ist. Das
Herbstlicht und der tiefe Sonnenstand zeichnet die Landschaft von ihrer
schönsten Seite.
Im Frühling letztes Jahr hat allerdings viel mehr geblüht als jetzt im
Herbst. Die Sträucher sind noch trocken oder tot. Hie und da sieht man grüne
Spitzen, der Frühling hier ist nicht mehr weit. Wir sehen einen Hasen
davon jagen und sogar ein Käuzchen, welches uns ebenso verdutzt anschaut wie
wir es.
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An
einem Abend sind wir mit Bier bepackt rauf auf die Sanddüne und haben die
Abendstimmung über der andalusischen Landschaft genossen. Die Stimmung ist
perfekt hier.
Auch Zorro schätzt seine ungebändigte Freiheit, das Rennen über den Strand,
die Sprünge über Sandklippen und die vielen Hundefreundschaften.
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Stellplatz: von San Jose ca. 3 km
Schotterpiste Richtung Platja Monsul - Sand, Kies
Umgebung: Herrlichster Platz in Naturpark, direkt am Meer, tolle
Wanderungen der Küste entlang
Infrastruktur: nada, in San Jose: Supermarkt, Waschsalon, Internet,
Restaurants, Wasser
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26. November 2004: San Jose -
Almunecar, ca. 60km
O v. Malaga
Hässlicher Plastik - günstiges Gemüse
Die Strecke zwischen Almeria und Almunecar ist ja sowas von scheusslich! Karge
abeholzte Hügel und überall sind diese Plastikanbauten, welche dreckigweiss
in die Gegend gestellt sind und die Landschaft aufs Schlimmste verschandeln.
Mir ist ja klar, dass von irgendwoher all unser Gemüse herkommen muss und
schliesslich wollen wir ja auch alle das ganze Jahr über Tomaten essen...
aber ein Elend ist es trotzdem, da lässt sich nichts deuten. Mir scheint, es
ist für viele, eine Möglichkeit mit wenig Land noch weniger Geld zu
verdienen. Man sieht jeweils ein paar Quadratmeter Plastikhaus und
angeschlossen ein kleines Beton- oder Wellblechhaus, wo Kinder draussen mit
den leeren Pestizideimern spielen. Ein jammervolles Bild und überall, wo die
Erde nichts mehr hergibt vergammelt der Plastik in der Landschaft, wird durch
den Wind in alle Himmelsrichtungen davongetragen und bleibt schliesslich
irgendwo in einem Busch bis zum Nimmerleinstag hängen. Wenn man im Laden eine
tolle saftige Peperoni kauft ist das einem kaum bewusst...
Wir fahren mehr oder weniger durch bis Almuneca. In Calahonda halten wir, um
Mittagspause zu machen. Auf dem grossen Parkplatz am Meer stehen etliche
Womos. Deutsche, Franzosen und Spanier. Alle sitzen sie drin, essen, wie wir,
oder putzen ihr Teil, nicht wie wir... ;-)
Von der Küstenstrasse aus sehen wir, wie sie am Meer unten Schirme ausgelegt
haben. Wir suchen eine Weile, bevor wir die richtige Zugangsstrasse gefunden
haben. Vor einem Jahr standen hier zwar schon sämtliche Überbauungsstrassen,
nur jetzt steht hier inzwischen ein Riesenhotel und ein paar Häuser mehr,
sodass wir uns nicht mehr zurecht finden. Auch stehen überall
Campingverbotstafeln und einer, der hier scheins schon viel gesehen hat,
meint, dass die Guardia Civil auch sofort auftaucht und die Womos wieder
wegschickt. Na ja, wir kennen aber noch ein Plätzchen, wo sie uns sicher
stehen lassen.
Das Finden des Fly-Park-Centers erweist sich als noch schwieriger als gedacht.
Doch nach einem Besuch im Internet-Cafe (was immer noch von den gleichen
Leuten betrieben wird, staun staun) und supergünstigem Einkauf im Lidl machen
wir einen zweiten Versuch und finden es dann auch. Dort treffen wir auf Peter,
den deutschen Österreicher. Er hat die letzten Tage hier verbracht, wo es
scheinbar fliegerisch nicht übel war. Morgen um 10 Uhr werden wir wieder
herkommen, das Briefing mitverfolgen und die Wetterkarte studieren. Mal sehen,
was hier in der deutschen Hochburg der Gleitschirmer so los ist.
Übrigens, wir waren wieder einmal mehr platt über die Preise im Supermarkt
Lidl. Hier ein paar umgerechnete Beispiele in SFr.: 250 gr Kaffee: 1.20 - 7dl
Hauswein 0.85 oder 7dl guter Wein 2.50 - 1 mittl. Paket Pommes Chips 0.70 -
500 gr Pouletnougets 3.70 - 1 Aubergine 1.80/kg - 1 Gurke 1.35/kg usw.!! Das
Gemüse ist ja nun wohl von hier, und wie gesagt, man sieht es ihm nicht an,
dass es von der Sonne kaum was gesehen hat.... und dass fleissige Hände,
welche wohl einen Bruchteil von dem Billigpreis, den wir bezahlen, dafür
erhalten, sorgen, dass wir das ganze Jahr über Tomaten & Co. essen
dürfen. Item, wir machen regelmässig einen Einkauf, der für 4 Tage
hinhält, für durchschnittlich ca. 40 Euros. Also pro Tag und Nase 5 Euros. Dass
es solche Einkaufsmöglichkeiten gibt, verdanken wir wohl den Deutschen,
welche mit ihrer immensen Nachfrage gekoppelt mit ihrem kritischen
Preisbewusstsein für ein entsprechendes Angebot sorgen... Immerhin, unser
Reisebudget ist über diese Preise hocherfreut.
Unseren Übernachtungsplatz kennen wir von der letzten Reise und er ist immer
noch so wie damals. Uns fällt auf, dass eigentlich alle Plätze von früher
in diesem Herbst viel aufgeräumter wirken. Offensichtlich wird nach den
Winterstürmen erst auf die Touristensaison hin aufgeräumt und neu
eingerichtet.
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Stellplatz: von der Küstenstrasse E15/N340
Richtung Hotel ...., links von östlichster Überbauungsstrasse die Rambla
runterfahren bis zum Meer - Sand
Umgebung: direkt am Meer, (Achtung, scheins ist die Guardia Civil in dieser
Gegend nicht gerade tolerant)
Infrastruktur: Restaurants gleich nebenan, in Almuneca alles
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27. November 2004: Almuneca - Otivar, ca.
15km N v. Almunecar
Tolle Flugleistung
Um
10 Uhr treffen wir auf Leonie im Fly-Center. Sie versorgt uns netterweise mit
vielen Infos zum Fluggebiet Almunecar. Dietmar, ein Deutscher, der schon
etliche Male hier war und die Gegend gut kennt, kann ebenfalls viele wichtige
Informationen liefern.
Wir fahren hoch zum Landeplatz, der für diese Nacht auch unser Stellplatz
sein wird. Dominik macht einen sensationell guten Flug. Ich muss gestehen,
dass ich ihn unterschätze! Als ich nähmlich kurz nach seinem Start den
Himmel absuchte und ihn anfunkte, ob er gut gelandet sei, sehe ich ihn wie er
weit ob und hinter mir, soviel Höhe gemacht hat, dass er gut das westliche
Tal queren könnte und dass somit ein Runterfliegen zum Meer möglich wäre.
Leider kennt er das Gebiet zuwenig und andere schaffen es nicht, ebenfalls zu
ihm zu stossen. So landet er nach guten 2 Stunden Fliegen und Wolkenkratzen
glücklich und zufrieden auf dem Landeplatz.
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Stellplatz: von Almuneca ca. 15 km ins Val
Tropical Richtung Otivar, dann ca. 5 km weiter Richtung Pass, linkerhand ein
grosser Platz (Landeplatz) mit wenigen Pinien - Schotter
Umgebung: Pampa, Wanderung zum Rio Verde hinunter, Ausfahrt zum Pass hinauf,
alte Strasse nach Granada
Infrastruktur: Trinkwasser-Brunnen in Jete (am südlichen Dorfende rechts zum
Fluss hinunter)
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28. November 2004: Otivar - Nerja, ca.
12km W v. Almunecar
Versenkung in der Macchia - Fischtapas mit Sabine & Co. in Nerja
Die
Ruhe hier oben ist köstlich. Auch wenn es nachts auf ca. 3° abgekühlt hat,
so wärmt doch die Sonne ziemlich schnell auf.
Bald schon taucht auch Dietmar wieder auf und 3 Schweizer ebenfalls. Wir
stopfen uns alle zusammen (4 Schirme, 5 Piloten, ich und Zorro) in das
Mietauto und fahren zum Startplatz hoch. Heute strahlt ein
blauer Himmel mit schönen dicken weissen Kumulus - perfekt für schöne
Fotos.
Auf der Pena Escrita, östliche Flanke, ist nebst einem Startplatz auch noch
ein Naturpark eingerichtet. Leider kann man da mit Hund nicht hin, ausser er
bleibt den ganzen Tag im Auto.
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Dominik
passt zuwenig gut auf bei der Landung und versenkt sich und seinen Schirm
neben der Strasse in die dornige Macchia. Passiert ist ihm nichts, aber den
Schirm aus diesem Schlamassel rauszubringen macht ganz schön Mühe. Leider
komme ich zu spät, um ihn in dieser misslichen Situation abzulichten, dafür
bietet mir ein anderer schweizer Pilot kurze Zeit später eine neue
Gelegenheit. Er landet sogar in mannshohem Gestrüpp - man sieht nur noch den
Helm und den Kopf seines Kollegen, der ihm dabei hilft, rauszukommen.
Wir schwatzen noch eine Weile mit den Schweizern, die teilweise unsere
Homepage kennen, trinken ein Bier zusammen und fahren anschliessend runter, um
uns heute Abend mit Sabine und ihrem Freund Francisco in Nerja zu treffen. In
Jete tanken wir aber vorher noch mit bestem Bergwasser voll.
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In Nerja stellen wir nach nerviger Sucherei auf einem riesengrossen Parkplatz
unser Womo hin und beschliessen, gleich hier auch die Nacht zu verbringen.
Eigentlich ideal, denn bis zum Zentrum sind es gerade mal etwa 3
Gehminuten.
Sabine, eine Arbeitskollegin vom Bücher Balmer, ihr Freund und Zukünftiger
Francisco und Philipp, der angehende Student und vor allem Optimist treffen
wir am Balkon Europa, einem ausladendem Promenierplatz direkt am Meer mit
weitem Blick übers Meer. Im besten Fischrestaurant von Nerja, so sagt man, essen wir wirklich leckere Tapas, fritierte Auberginen, Miesmuscheln an
Tomatensauce, Pulpo gebraten im Olivenöl und Gambas im Knoblauchöl
geschmort. Dominik bestellt sich eine Dorade, die aber leider schlecht
filetiert serviert wird. Ein paar Häuser weiter trinken wir noch einen Kaffee
miteinander und verabschieden uns dann wieder, um die Nacht in Nerja auf dem
Parkplatz zu verbringen.
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Stellplatz: im östl. Stadtteil grosser
ruhiger Parkplatz, in Nerja Richt. Parador, beim letzten Rondell rechts
- Asphalt
Umgebung: 2 Gehminuten bis zum Balkon von Europa bzw. Zentrum, Wohngegend,
ruhig
Infrastruktur: nichts, aber alles in der Nähe zu finden
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29. November 2004: Nerja - Herradura, ca.
6km W v. Almueca
Fliegen von Alfamar - alter Stellplatz in Herradura
Erstaunlicherweise
hatten wir eine ruhige und angenehme Nacht. Der Weg hinaus aus Nerja ist um
einiges einfacher als hinein.
Um 10 Uhr sind wir wieder bei Leonie und treffen dort auf Dietmar. Die
Prognosen sehen nicht gerade super aus, aber sie wollen sich trotzdem den
Startplatz Alfamar anschauen. Wir lassen das Womo am Meer stehen und fahren
mit seinem Mietwagen zum Startplatz hoch.
Die Sicht ist genial, auch wenn es ein dunstig ist. Der Blick auf Almunecar und auf einen Teil der Serra Nevada
ist imposant.
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Der
Flug wird mehr oder weniger ein Gleitflug und ich hole die beiden an der Bucht
unterhalb des Startplatzes wieder ab. Zurück beim Womo spendiert Dominik ein
Bier und wir verabschieden uns von Dietmar, der in ein paar wenigen Tagen
wieder nach Hause fliegen wird.
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Wir
fahren nach Herradura, was nur ca. 6 km westlich von Almuneca, ebenfalls an
der Küste, liegt. Wir fahren zu unserem alten Stellplatz im Villenquartier
und stellen das Womo ziemlich genau an den gleichen Platz wie damals den
Bus.
Dominik spaziert zum Startplatz, während ich Home-Alone geniesse und
schreibe. Kurze Zeit später sehe ich einen Schirm vorbeifliegen. Noch ein
wenig später fährt ein Auto vor, Dominik steigt aus, und erzählt, dass
Dietmar ebenfalls hierher gekommen, gerade runtergeflogen sei und er ihn unten
am Strand holen ginge. Offenbar ist es fliegbar. Egal, ich für meinen Teil
werde meinen Arsch heute nirgendshin mehr bewegen. Ich schätze es, ein paar
kurze Stunden nur sein zu können, auch für mich alleine.
Es ist ein warmer Abend und eine warme Nacht, ca. 15°.
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Stellplatz: am linken Ende der
Lungomarestrasse ca. 300 weiter leicht hinauf, dann scharf links Richtung
Puerto, nach 200m erneut links auf Schotterplatz unter Pinien - Schotter
Umgebung: direkt in ruhigem Villenquartier (!), zu Fuss runter nach Herradura
in 10 Minuten, Wanderweg zur Marina Este führt gleich hier vorbei
Infrastruktur: nichts, aber alles in Herradura zu finden
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30. November 2004: Herradura
Nieseltag - Stubenhockertag
Die Bettwäsche konnten wir noch draussen an der Wäscheleine kurz
auslüften. Doch schon bald danach begann es zu nieseln und hörte bis zum
Abend nicht mehr auf.
Also frühstückten wir erstmal gemütlich (eigentlich so wie immer), und
spazierten dann zum Startplatz. Er sieht noch etwa so aus wie letztes Jahr,
nur dass die Häuser ein wenig näher gerückt sind und der Startplatz
gleichzeitig als Schutthalde der Baustelle genutzt wird. Der Kaktus, den
Dominik im letzten Frühling im Rückwärtsflug knapp verpasst hatte, sieht
ziemlich zerfleddert aus (wieviele Piloten haben da wohl schon ihren Schirm
herausgefischt?).
Nachmittags spazieren wir durch das Viertel zur Marina Este und laufen quer
durch die Macchia wieder hoch. Die Urbanisation ist an sich hübsch, ebenfalls
die Bucht unterhalb. Trotzdem ist gezwungenermassen kein Leben da. Abgesehen
von den zwei, drei Monaten im Sommer, kommen die Leute ja nur wochenendweise,
wenn überhaupt, hierher. Und natürlich gibt es auch sonst nichts
Gewachsenes, wie einen Dorfkern, Kirchen, Kindergärten, Läden usw.
Wir verbringen den Rest des Tages mit Vorbereitungen für Marokko, fürs
Internet, Basteleien und sonst noch so diesem und jenem, wo man später keine
Ahnung mehr hat, womit der Tag ausgefüllt war.
Leider liegen bei dem Wetter auch keine Wanderungen drin. Schade. Aber mal
abwarten. Wenn alles klappt, kriegen wir noch in dieser Woche unsere
EC-Karten, welche uns von zu Hause nachgeschickt werden mussten, und dann
können wir nach Marokko weiterreisen.
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Sogar Zorro verzieht sich mehr oder weniger den ganzen Tag in sein Kabäuschen
(Copilotensitz) und schaut nur hin und wieder zu uns, ob sich irgend etwas
Interessantes tut und dann schläft er wieder ungehemmt weiter. Cool.
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1. Dezember 2004: Herradura,
Marina del Este
Stürmisches Meer - Abzockender Veterinär
Gut, dass wir einigermassen im Lee stehen. Wir sehen vom
Womofenster aus, dass vor der Bucht draussen das Meer wogt und die Winde
toben. Leider ist der Platz, auf dem wir stehen, mehr aus Erde als Kies und so
stehen wir mitten im gröbsten Dreck. Eigentlich hatten wir einen
Morgenspaziergang runter nach Herradura geplant, doch uns lockt es gar nicht.
Wir waschen ab und fahren runter. Heute ist ein Tag fürs Internet und derlei
Sachen. Einen Tierarzt brauchen wir ebenfalls noch. Für die Einreise nach
Marokko ist eine Arztbestätigung nötig. In Herradura finden wir
überraschenderweise gleich einen, der uns das nötige Formular ausstellt,
sogar in Französisch. Er lacht und sagt, er sei Marokkaner. Wir lachen
ebenfalls, aber nicht mehr lange. Als er von mir 40 Euro will, verstehe ich
zuerst 14 und kann es kaum fassen, als er wirklich 40 von uns will! Er hat
sich nicht einmal die Finger dreckig gemacht, nur zwei Sätze geschrieben und
seinen Stempel darunter gesetzt! Ich bin platt. Dominik meint, das wäre wohl
jetzt der Einstieg nach Marokko gewesen.... Ich meine, wir waren blöd, dass
wir nicht zuerst nach dem Preis gefragt haben. Aber so eine Abzockerei ist uns
in Spanien noch nicht begegnet. Ich habe nicht einmal für die Impfung selbst
soviel bezahlt. Na ja, was solls. Hoffen wir, dass es uns eine Lehre sein
wird.
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In Almuneca finden wir auf Anhieb die Post, wo wir am Freitag checken werden,
ob unsere EC-Karten eingetroffen sind. Das Internet ist gleich in der Nähe
und Dominik versendet sein Infomail betreffend dem Gleitschirmführer für
Kalabrien, der auf unserer Homepage zum Downloaden zur Verügung steht.
In der Zwischenzeit hellt der Himmel auf. Der Wind bläst immer noch wie wild
übers Wasser, über dem Meer ist es strahlend blau, in den Bergen schwarz.
Die Stimmung ist eindrücklich.
Wir gehen noch kurz einkaufen und fahren dann
zurück nach Almunecar. Wir fahren aber auf die andere Seite zur Marina del
Este, wo wir gestern spazieren waren und stellen das Womo dort ans Meer.
Hier
stehen wir auf Asphalt und tragen so weniger Dreck in unser "Heim"
hinein. Die Bucht ist sehr schön hier. Wir beobachten den wechselhaften
Himmel von unserer einigermassen windgeschützten Stelle aus und hoffen, dass
morgen das Wetter ein wenig besser ist.
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Wir
spazieren zum Hafen und staunen ab den bunten Felsen, welche die Hafenmauer
gegen die Brandung schützen.
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Stellplatz: von der Küstenstrasse aus, kurz vor
Herradura, links Richt. Marina del Este, der Beschilderung runter bis vor den
Hafen folgen, rechterhand hat es einen schönen Parkplatz - Asphalt
Umgebung: direkt am Meer, Wanderweg entlang der Küste, Zwei Taucherclubs im
Hafen
Infrastruktur: Wasser und Supermarkt im Hafen
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2. Dezember 2004: Herradura,
Marina del Este
Warten ...
Es regnet und regnet und regnet. Zwar nicht stark aber dafür
beständig. Mittlerweile hat sich rings um unser Womo ein schöner See
gebildet. Dominik legt die Abflusslöcher in der Mauer frei, sodass es wieder
ungehindert abfliessen kann.
Wir haben heute ziemlich ausgeschlafen, bis etwa 9 Uhr. Nach dem Frühstück
heiss geduscht (ist immer ein Genuss!) und sitzen nun schon wieder hinter der
Marokko-Lektüre und dem PC. Der Dezember hat hier richtig verregnet
angefangen. Aber das Internet gibt auch schlechtes Wetter für Agadir an.
Allerdings mit 10° wärmer als hier. Obwohl, kalt ist es auch hier
nicht.
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3. Dezember 2004: Herradura,
Marina del Este - Sottogrande, ca.
20km vor Algaciras
Südwärts - Wiedersehen mit Helmut
Na ja, was soll ich sagen, es regnet immer noch. Wir fahren nach
Almuneca, um zu checken, ob die ersehnte Post schon da ist - tatsächlich!
Vermutlich schon gestern. Wir checken noch kurz das Internet und kehren dann
um.
Als wir fast schon da waren, bekommen wir ein SMS von Helmut - er stehe vor
unserem Womo. Grosses Hallihallo. Er hat Horst kennengelernt, denn wir so
knapp hier in Almunecar verpasst haben. Auch fliegerisch ist er voll auf seine
Kosten gekommen. Wir schwatzen und schwatzen und müssten eigentlich bald mal
los, denn Einkaufen steht noch an und dann weiter gegen das Ende Spaniens.
Mit dem Womo ist die Kilometerschinderei nicht so lustig. Der Fahrkomfort
unseres Fords geht ganz schön in die Knochen. Aber morgen wollen wir
übersetzen. Also fahren wir möglichst nah an Algeciras ran, sodass wir
morgen früh die Überfahrt machen können. Da morgen Samstag ist, wird es
ziemlich Leute haben. Entlang der Autobahn zwischen Estepona und Algeciras hat
es einige Ticketerias, wo man sich Scheine für die Überfahrt schon kaufen
könnte. Im Nachhinein sind wir sicher, dass das ganz gut gegangen wäre, aber
absolut nicht notwendig.
Als wir in Sottogrande von der Autobahn fahren Richtung Puerto bemerkt Dominik
als erster, dass wir genau auf diesem Parkplatz schon mal gestanden sind.
Tatsächlich, wir haben hier Mittagspause gemacht und sind am Meer entlang
spaziert. Der Parkplatz ist ziemlich laut, es fahren die ganze Nacht jede
Menge Auto hier vorbei, aber da es schon dunkel ist und noch andere Womos hier
stehen, bleiben wir ebenfalls.
Wir denken an Marokko und sind ein wenig freudig-nervös, vor allem sehr
gespannt, was uns in diesem Land erwartet.
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Chronologisch
geht es hier weiter: Reisebericht Marokko 2004, Teil 1
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