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Paraglider-und Reiseberichts-
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03. Februar 2011 |
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Reisebericht Spanien 2005-3 Andalusien
1. März 2005, Tarifa - Conil de la Frontera (ca. 60km
NW v. Tarifa, ca. 30km S v. Cadiz)
Willkommensgefühl in Andalusien
Schön ist es, wieder in Europa zu sein!
Wir fahren nach Tarifa rein, um einzukaufen und Euros von der Bank zu holen.
Einen Lidl (deutscher Billig-Einkaufsladen) hätte ich hier eigentlich nicht
erwartet. Wir kaufen allerhand ein, unter vielem anderen natürlich wieder Bier
und Wein, aber auch tiefgefrohrenen Lachs, Parmigiano, streufeines Salz,
vierlagiges Toilettenpapier... Dinge, die ich echt vermisst habe!
Dann fahren wir die paar Kilometer Richtung Conil nach Norden. Der Wind hier um
Tarifa ist nur was für Windfreaks. Der starke Südwind schiebt uns über ein
grünes Andalusien. Ich hatte schon fast vergessen, wie grün es sein kann. Die
sanfte Hügellandschaft ist wirklich einnehmend schön. Irgendwo, etwa Mitte
Strecke, wurden zig, vielleicht an die hundert, gigantische Windräder
aufgestellt. Sehr nett sind sie nicht anzuschauen, auch wenn man sich am Gefühl
des Extraterrestrischen ergötzen könnte. Aber was zählt ist, dass hier
sauberer Strom (soviel ich wenigstens weiss!) gewonnen wird. Weiss stehen die
hohen Stämme, wie Krieger, alle gegen den Wind ausgerichtet, unbeirrbar in der
grünen Landschaft und machen beinahe ein wenig Angst mit ihren scharfen
Wind-Blättern...
Zwischen
Tarifa und der portugiesischen Grenze wird dieser Küstenabschnitt Costa de la
Luz genannt. Wir waren hier vor knapp zwei Jahren. Damals war es Ende Mai Anfang
Juni und schon ziemlich warm. Zorro musste sich von seiner Angelhakenoperation
erholen und so mieteten wir in Conil eine Ferienwohnung. Conil hat sich nicht
stark verändert. Allerdings entdecken wir auf dem Areal hinter dem
Feriensiedlung, wo wir waren, eine Überbauung und es schaut so aus, als ob noch
einiges in Planung ist. Ja, es wird wohl auch Conil vom spanischem Bauwahn nicht
verschont bleiben.
Das Auto stellen wir vorerst auf den grossen Parkplatz am Lungomare. Es stehen
noch einige andere Womos locker verteilt hier herum. Der Himmel ist stark
bewölkt, fast schwarz. Die Sonne bricht aber immer wieder durch und lässt die
weissgetünchten Häuser stark vor dem dunklen Himmel leuchten. Schade nur, dass
es so heftig windet.
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Stellplatz: Lungomare von Conil
Klima und Umgebung: Stadtnähe, Spaziergang am langen und breiten Strand
Infrastruktur: alles, Wasser und WC-Entleerung bei der Tankstelle anfangs Stadt
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2. März 2005, Conil de la Frontera
Costa de la Luz
Ich gehe ins Internet, um einen Upload zu machen. Die Verbindungen
sind sehr gut und die Stationen modern. Zorro muss leider draussen warten
(Perros no!). Aber er ist brav und wartet eine bis eineinhalb Stunden, solange
brauche ich nämlich.
Nach
dem Mittag beschliessen wir auf den Stellplatz zu wechseln, den wir uns schon
die ganze Zeit über vorgestellt haben. Die Anfahrt ist zwar ziemlich
umständlich, aber dafür kommen auch nicht allzu viele hierher. Wir stehen
quasi direkt am Strand, haben Sonne (sofern sie scheinen will!) vom Morgen bis
abends und keinen nahen Durchgangsverkehr. So kann ich auch Zorro
unbeaufsichtigt draussen lassen und das entspannt die Aufenthaltsatmosphäre
sehr.
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Wir
machen einen Spaziergang rauf zum Roque, entlang den Klippen und durch die
hinteren Dünen zurück bis zum Dorfanfang und dann dem Strand entlang zurück
zum Womo. Wir treffen auf einige Touristen, meist ältere Paare. Conil scheint
viele geruhsame Pensionisten anzuziehen. Die Strände werden regelmässig
gereinigt und die Stadt ist hübsch und übersichtlich.
Fliegen ist leider nicht drin. Der Wind stimmt zwar von der Richtung, aber er
ist viel zu stark. Es heisst abwarten. Immerhin ist die Wetterprognose für die
nächsten Tage besser!
Später am Abend taucht noch ein Camperbus auf und stellt sich hinter uns. Sie
seien letztes Jahr zehn Wochen hier gestanden! Sie erzählen auch, dass es hier
die letzten Monate nicht geregnet hätte!
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Stellplatz: Nördliches Ende vom Strand, Richtung Hotel
Fontanilla fahren, weiter zum Restaurant Fontanilla, dort vorbei bis Ende
Parkplatz, noch ca. 300m auf Piste bis es rechts zum Roque raufgeht, links am
Strand unten kleiner Platz - Sand
Klima und Umgebung: ruhig, Spaziergang am langen und breiten Strand
Infrastruktur: nada
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3. März 2005, Conil de la Frontera
Verschlafene Ecke
Der
Himmel ist verhangen. Das schöne Wetter lässt wohl noch auf sich warten. Ich
packe meinen Rucksack und wandere mit Zorro dem Strand entlang ins Dorf. Viele
Läden und Beizen sind noch geschlossen. Ich muss mich erst wieder an die
spanischen Öffnungszeiten gewöhnen! Ich kaufe Brot ein und walke wieder
zurück. Was mich immer wieder erfreut, sind die Blumen, die blühen. Wie sie
heissen habe ich nicht herausgefunden, aber sie sind die Vorboten für den
Frühling und verheissen Wärme und Sonne.
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Dominik
ist inzwischen fleissig mit dem Womo beschäftigt: reinigt Schlösser, flickt
einen Wackelkontakt beim Küchenlicht, füllt Öl nach usw. Brav, brav!
Es fängt wieder an zu regnen und wir beschäftigen uns mit Lesen und
Schreiben.
Ich gehe später noch einmal mit Zorro raus zum Strand hinunter und lasse ihn
den Steinen nachrennen, die so herrlich über den flachen und harten Sand
rollen. Auf einmal dreht er ein und läuft an mir vorbei Richtung Womo. Ich sehe
ihm schon an, dass was nicht in Ordnung ist, da kippt er auch schon um. Ich
laufe zu ihm und er stösst ein, mir inzwischen gut bekanntes, lautes
Angstgeheul heraus! Ohje, hat er Gift gefressen? Ich rufe Dominik. Zorro bleibt
ruhig liegen, er macht keine weiteren Symptome einer Vergiftung. Als ich ihn hoch locke
und weiter zum Womo, steht er wirklich auf und läuft wackelig weiter.
Dominik kommt aus dem Womo und hat auch gleich den Verdacht, dass er was
Giftiges gefressen hat. An der nicht sehr hohen Strandkante bleibt er stehen,
ist unsicher. Ich packe ihn und trage ihn zum Womo. Was hat er bloss! Er
verkriecht sich unter den Tisch und schaut ganz irritiert in die Welt. Wir
checken die nächsten Stunden regelmässig sein Befinden, haben aber den
Eindruck, dass er weder Fieber noch Zitteranfälle hat. Einfach so in Ohnmacht
fallen? Das ist doch nicht normal, denke ich! Irgendwann kommt er aber aus
seinem Kabäuschen und frisst den Napf leer, den er am Mittag nicht wollte. Gut,
das ist ein gutes Zeichen. Trotzdem bleibt er eingeschüchtert und irritiert.
Aber eine Vergiftung kann das nicht sein, eher eine Art Schwächeanfall. Wenn
das bloss gut geht diese Nacht...
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4. März 2005, Conil de la Frontera
Zweiter Kuraufenthalt?
Es ging gut! Zorro hat ruhig durchgeschlafen und als ich um acht Uhr
aufstehe erwartet er mich auf dem Teppich sitzend. Sein quirliges Rumgetanze,
was er normal immer am Morgen veranstaltet bleibt allerdings aus. Ich gehe
gleich mit ihm raus und verfolge seine Bewegungen bei jedem Schritt, den er
macht. Er macht immer noch einen sehr wackeligen Eindruck, duckt den Kopf, hat
seine Rute hängen und schleicht immer mit Blick auf Deckung dem Strassenrand
entlang. Er kommt zu mir und schnüffelt an meinen Beinen. Wie wenn ich ihm
sagen könnte, was ihm fehlt! Wir gehen bald wieder zurück und ich überlege mir
dauernd, was es sein könnte, das so lange hinhält.
Später wandere ich ins Dorf und gehe ins Internet. Nebst den Mails, die ich
verschicke, checke ich Internetseiten zum Thema Hundekrankheiten. Ich finde
einiges, aber keine Sicherheit. Eigentlich deuten die Symptome auf einen
Herzklappenfehler hin. Aber da er noch so jung ist, ist es doch eher
unwahrscheinlich, auch ist er ja kein Rassehund, der genetisch vorbelastet ist.
So vergeht der Tag. Es regnet nun schon seit zwei Tagen, fast ununterbrochen!
Die hiesigen Spanier sind zwar froh, denn es hat hier wirklich seit etwa zwei
Monaten nicht mehr geregnet! Ab und zu gehe ich mit Zorro nach draussen, ein
paar Schritte laufen. Wir kehren aber immer bald schon wieder zurück. Sein Zustand
bleibt unverändert.
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5. März 2005, Conil de la Frontera
Sonnenschein
Schönes
Wetter! Der klare Himmel brachte aber auch entsprechende Nachttemperaturen. Es
war am Morgen 2°! Aber... es ist schön! Herrlich, Stahlblauer Himmel,
dunkelblaues Meer, und wir mitten drin!
Zorro getraute sich zwar auf mein Zurufen hin an den Strand, er zitterte aber
derart, dass ich wieder zurücklief mit ihm. Er hat offensichtlich ein Trauma
erlitten. Der Anfall den er am Strand hatte lässt ihn den Strand nun als
Verursacher verstehen.
Wir hängen den Tag in der Sonne, zusammen mit den Nachbarn, zwei jungen Leuten,
die ein Elternpaar für eine Woche zu Besuch hier haben. Der Vater von Kerstin
wird in zwei Jahren pensioniert und sie sind sich eifrig am Überlegen, einen
Bus oder ein Womo dazuzutun, um dann selbst auf Reisen zu gehen. Sie haben das
schon immer gemacht, auch mit den Kindern, nur eben immer so für vier Wochen,
nie für länger. Wir haben also allerhand Gesprächsstoff, blättern im Atlas
nach möglich Routen für Indien usw. Liebe Leute, alle vier!
Kerstin und
Gordon, die Jungen, gehen am Nachmittag surfen. Die Wellen sind zwar nicht arg
hoch, aber da beide noch halbe Anfänger sind, macht es halt schon Spass, sich an
diesen zu messen und das Wasserspiel zu geniessen.
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Zorro
geht es immer besser. Es hilft sehr, dass Poccito, der Hund der Nachbarn, ihn
immer wieder aus der Reserve holt und ihn an den Strand lockt. Auch dass andere
Leute um uns herum sind, lockert die Atmosphäre ebenfalls. Gordon lockt ihn
ebenfalls immer wieder zum Spiel und Zorro sitzt schon bald so frech wie Poccito
auf den Kissen unserer Nachbarn!
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Am
späteren Nachmittag tauchen Caballeros auf. Etliche Pärchen reiten auf ihren
herrlich schönen Andalusiern am Strand entlang. Was für ein Bild:
Fussgänger und Reiter am selben Strand, ganz selbstverständlich.
Am Abend laufen Dominik und ich ins Dorf. Wir genehmigen uns eine Pizza, die Erste seit Monaten! Dazu einen Hauswein und ein Tiramisu als Dessert. Welch
Genuss nach so langer Zeit der Entbehrung ;-)).
Im Dunkeln laufen wir dem Strand entlang zurück. Schönes Leben!
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6. März 2005, Conil de la Frontera -
El Palmero (ca. 10km S v. Conil, ca. 50km NW v.
Tarifa) Es
windet ziemlich heftig. Aber die Sonne scheint! Und darum lege ich mich mit
einer Decke, zur Hälfte als Windschutz aufgestellt, in den Sand. Dominik
spekuliert auf gute Flugbedingungen im nahen Vejer. Also packen wir gegen Mittag
unseren Krimskrams zusammen, verabschieden uns von Gordon, Kerstin, Peter und
Dachs, unseren Nachbarn. Wir werden sie sicherlich irgendwann irgendwo wieder
treffen. Vielleicht schon heute Abend, sollten wir ebenfalls nach El Palmero
fahren.
Die Strecke nach Vejer führt durch eine sanfte Hügellandschaft. Der Weizen
steht giftig grün etwa 10cm hoch.
Um an den Startplatz, der auf der Westseite von Vejer liegt, zu kommen, fährt
man gar nicht erst ins Dorf hinein, sondern folgt gleich anfangs den Wegweisern
Richtung Los Molinos, bis man am westlichen Rande des Dorfes an einer
Wegkreuzung nicht links dem Schild weiter folgt, sondern rechts den Hang
hochfährt. Oben beim Restaurant Estrella halten wir an, um einen ersten
Eindruck vom Wind zu bekommen. Es bläst heftig! Das Restaurant war vor zwei
Jahren noch im Bau, jetzt ist es fertig und wirklich toll geworden.
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Wir
fahren noch ein Stück weiter dem Hügelkamm entlang zum nächsten Startplatz.
Aber der Windmesser zeigt uns Böen von über 30km/h. Vielleicht wird es ja
gegen den späteren Nachmittag besser! Ein Deltist ist am Fliegen und auch
Modellflugzeuge queren den Himmel. Die sind mit Starkwind natürlich besser
dran!
Wir spazieren zu den Windrädern, welche ziemlicht laut sind. Die Leute, die
hier ihre Häuser haben, sind zu bemitleiden. Die Windrädergeräusche sind
sowas von unangenehm, dass ich mir vorstelle, dass man davon krank werden muss.
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Zurück
beim Womo geht Dominik nochmals den Wind checken, doch er gibt nicht nach. Wir
warten bis etwa 19 Uhr und gehen dann nochmals zum Startplatz. Die
Hügellandschaft liegt nun in einem abendlichen Licht- und Schattenspiel zu
unseren Füssen. Wunderschön... Aber mit Fliegen ist leider immer noch nix. Zu
stark sind die Böen.
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Wir fahren wieder runter an die Küste, nach El Palmero, der rot glühenden
Abendsonne entgegen. Unsere Nachbarn haben sich hier irgendwo an der Küste
hingestellt und wir finden sie auch schon bald. Jede Menge andere Busse von
Surfern stehen hier. Ist halt ein Surfmekka! Wir mit dem Womo kommen uns ein
wenig stier vor unter all den freakigen Bussen!
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Stellplatz: in El Palmero beim Kreisel an der Küste
links, Plätze überall der nicht stark befahrenen Strasse entlang - Sand, Wiese
Klima und Umgebung: viele Surfer, Surfmekka, schöner und breiter Strand mit
vielen Dünenhügeln
Infrastruktur: ein Laden am Kreisel, einige Lokale
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7. März 2005, El Palmero - Conil de la Frontera
Schönstes Strandwetter
Endlich einmal weniger Wind! Der Morgen beginnt mit Sonnenschein und
warmen Temperaturen. Es stehen ein paar flippige Busse hier an der Surferbeach.
Unsere Nachbarn frühstücken draussen und wir parlieren noch eine Weile, bevor
wir uns verabschieden.
Wir fahren nach Conil zurück, um einzukaufen und Wasser zu tanken und dann
stellen wir uns wieder an unseren alten Platz. Das Wetter ist so fantastisch
herrlich! Mit einem Buch setz ich mich nach draussen und geniesse es. Dominik
geht sogar kurz ins Wasser! Na, mir ist es noch ein wenig zu kalt. Das muss noch
warten.
Dominik putzt sein Fahrrad, was echt vor Dreck strotzt. Wir hatten die Räder bis jetzt noch nie im Einsatz! Danach fahre ich mit seinem Rad ins Dorf.
Schön, so am Strand entlang zu radeln. Hoffentlich hält das Wetter noch einige
Zeit hin!
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Stellplatz: siehe 02.03.05
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8. - 16. März 2005, Conil de la Frontera
Rumhängen - Womobasteleien - Spaziergänge
Das
Wetter ist sehr unbeständig. Die Prognosen schlecht. Obwohl es in dieser Woche
nicht geregnet hat, war der Himmel ab und zu dicht. Gestern war es sogar richtig
diesig, man sah kaum bis zum Dorf. Immer wieder bläst ein heftiger Wind,
leider von der falschen Seite, von Osten. Mit Fliegen ist also nix. Den Standort
zu wechseln bringt auch nichts, denn es herrscht überall etwa das gleiche
Wetter. Man könnte höchstens vom Regen in die Traufe geraten. Und der Platz,
wo wir hier stehen ist ja wirklich gut. Klönen hilft auch nichts. Und
überhaupt, so übel ist es gar nicht.
Anfangs Woche sind wir bis Puerto Conil gelaufen. Den ersten Teil am
Strand entlang und dann die über die Klippen. Schöne rote Erd-Sand-Pfade
führen dort oben durch üppiges Grün. Immer wieder werden die Klippen durch
schöne Badebuchten unterbrochen.
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Einige
Blumen sind am Blühen. Eine kleine weisse Blume riecht intensiv nach Knoblauch,
sie muss mit unserem Bärlauch verwandt sein.
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Im
Puerto sehen wir von oberhalb der Klippen einen grossen Schweizer Postbus. Das
kann eigentlich nur der sein, den wir schon in Almuneca auf dem grossen
Stellplatz gesehen haben, der Schaffhauser. Und tatsächlich ist er es. Wir
plaudern ein wenig mit den Postbusleuten, die ebenfalls in Marokko waren.
Allerdings viel weiter unten als wir, in Dahkla. Er fischt sehr gerne und dort
ist es anscheinend gut dafür, wie auch hier im Hafen. Denn ansonsten ist der Platz
nicht gerade toll.
Porto Conil hat nebst dem Hafen nicht viel zu bieten. Der Fluss ist fast ganz
trocken und die Boote liegen schief im leeren Bachbett.
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Dominik
flickt und verbessert so einiges am Womo. Ein tolles Ergebnis erzielt er, indem
er beim Kochherd die Luftzuführung an einer Stelle abdichtet, wo es immer von
aussen her hineingewindet hat. Wir konnten bei Starkwind auf der
Kühlschrankseite das Kochen schlicht vergessen. Jetzt ist es regelrecht
luxuriös. Es kann draussen toben wie es will, ich kann in aller Ruhe meinen
Kaffee kochen, ohne dass wir umständlich die Kühlschranklüftungen von aussen
abdecken müssen, wie wir das früher taten. Manchmal haben wir auch das Womo
umdrehen müssen, so dass die Kochseite wieder vom Wind abgewendet stand. Auch
den Heizungsventilator reinigt er mit einem Pinsel, so dass er jetzt wohl
beinahe die doppelte Leistung bringt wie vorher. Er befestigt das
Solarmodulkabel am Womo neu, bastelt neue Vorratskörbe usw. Jede Menge kleines
Zeug, aber es scheint immer irgend etwas Verbesserungswürdig zu sein ;-).
Dominik's Haarpracht schneiden wir ab. Der lange Zopf wurde ihm zu schwer. Ein
kleiner reicht ja auch, um die Haare aus dem Gesicht zu binden.
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Wir
spazieren ab und zu ins Dorf und durch die Gassen. Conil ist wirklich
hübsch. Jede Menge schmale Gassen führen durch das am Hang liegende Dorf. Im
Erotski gehen wir einkaufen und an der Tankstelle füllen wir Wasser ab. Frisch
eingekauft mit vollem Tank können wir jeweils wieder so fünf Tage an einem Ort
stehen bleiben. Knapp wird es nur mit dem Strom, da der Himmel immer wieder mal
bedeckt ist. Wir passen also auf, dass wir geschickt mit dem Strom haushalten,
dann geht es.
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Dominik
versucht sich als Surfer! Von Tömu, unserem Nachbarn aus Solothurn bekommt er
einen Neoprenanzug und sein älteres Brett. Mit ein paar Tipps von Tömu
schwingt er sich in die kalten Fluten und lässt sich so richtig durchschütteln
und -waschen. Aber es scheint ihm Spass zu machen. Mir wäre das viel zu kalt!
Dominik meint zwar, dass der Anzug wirklich warm gibt, aber ich kann mir das
nicht so recht vorstellen.
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Tömu
hat einen netten kleinen Bus, türkisfarben, mit einem Hochklappdach, klein,
aber fein! Mit seinem Reisepartner war auch er in Marokko. Aber die beiden
haben bei der Einreise in Tanger und auch in der anschliessenden Zeit soviel
Pech mit Marokkis gehabt, dass sie nach einer Woche wieder umgekehrt sind und
also quasi das Land fluchtartig verlassen haben! Ich denke bei solchen
Geschichten immer, dass wir es gar nicht so übel "breicht" haben, es
scheint etlichen viel übler zu ergehen!
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Immer
wieder mal gehen wir oberhalb der Dünen spazieren. Der weisse Ginster ist in
voller Blüte und duftet intensiv und herrlich fein!
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17. März 2005, Conil de la Frontera
- Porto Real bei Cadiz (ca. 5km W v. Cadiz)
Mühsame Stellplatzsuche bei Starkwind in Cadiz
So, nach guten zwei Wochen in Conil und schlechten Wetteraussichten,
beschliessen wir, den Standort zu wechseln. Wir sind allerdings noch sehr
unschlüssig, ob wir wirklich ins Landesinnere sollen. Meist ist es dann in den Bergen noch schlechter als an der Küste. Wir und auch unsere Nachbarn, Tömu
und Gabriel, holen zuerst einmal die Wäsche in der Wäscherei in Conil ab,
welche wir Gestern dort abgegeben haben. Auch sie werden den Standort wechseln
und wohl in El Palmer ihr Surfglück versuchen.
Es windet so stark in Conil, dass es einem schon fast ein wenig Angst machen
könnte. Überall fliegen losgerissene Gegenstände durch die Gegend und es
klappert und knallt überall irgendwas herum. Wir gehen noch kurz ins Internet,
um das Wetter zu checken und entscheiden uns dann mal für die Fahrt nach Cadiz.
Dort gäbe es eher Einkaufsmöglichkeiten. Wir liebäugeln nämlich damit, uns
Neopren-Anzüge und Bodyboards zuzulegen. Auch für's Womo würden wir dort eher
die gesuchten Ersatzteile finden.
Einen schlauen Baumarkt finden wir nicht. Und auch bei einem Womohändler finden
wir weder passende Ersatzteile noch schlaue Beratung. Wir fahren zu einem Carrefour und finden ein paar praktische Dinge. Wieder einmal erschlägt uns das
Riesenangebot beinahe. Wir ignorieren bewusst die Lebensmittelabteilung und
beschränken uns auf die Liste für's Womo. Hier finden wir endlich so einen
Miniklappstuhl, den wir schon vor Markus Besuch kaufen wollten.
Cadiz wollen wir uns ein wenig anschauen. Der Dom schaut schon von weitem verlockend
interessant aus. Wir finden einen guten Parkplatz ganz in der Nähe und
spazieren durch die Altstadt mit ihren vielen schmalen Gassen. Der Dom ist imposant, vor
allem, weil er aus zig verschiedenen Materialien zusammengebaut wurde.
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Als
wir später nochmals vorbeikommen sind sogar die Tore offen und wir können den
Bau von innen bewundern.
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Unzählige
Kuppeln, extrem hohe Säulen und eine wirklich beeindruckende Atmosphäre! Spannend
an Kirchen ist ja immer das Lichterspiel im Innern.
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Per
Zufall laufen wir bei einer kleinen Kirche vorbei, die Türen stehen offen,
einige Leute gehen und kommen. Als ich einen Blick reinwerfe, entdecke ich jede
Menge Marienstatuen und andere Heilige auf diesen Gestellen, die sie in
der Semana Santa, der Karwoche, durch die Gassen tragen. Reich geschmückt mit
vielen Kerzen und Pompom stehen sie in Reih und Glied in dieser Kirche, bereit,
nächste Woche durch die Mengen getragen zu werden.
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Wir
spazieren an der Küste, die hier ziemlich heftig an die Ufer brandet, zurück
zum Womo und suchen uns einen Stellplatz für die Nacht.
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Im
Lee einiger Häuser steht es sich einigermassen windstill. Junge Leute sind
gerade daran, eine Wand mit Graffiti zu verschönern.
Kaum sitzen wir aber beim Bier,
müssen wir feststellen, dass der Verkehr zu krass ist. Die Autos fahren zu nah
an uns vorbei. Also fahren wir nochmals los, um einen besseren Platz zu finden.
Am nächsten Ort sind wir weiter weg vom Verkehr, dafür voll im Sandlee und
irgendwelche Teile klappern in der Nähe so laut und wild, dass einem Angst und
Bange wird. Also weiter! Cadiz erweist sich als schwierig! Der Wind bläst voll
krass durch die Gassen und wir finden nirgends ein passendes Eckchen. Wir fahren
über die Ziehbrücke nach Porto Real und werden hier, mitten in einem
Wohnquartier, fündig. Anfänglich ist zwar noch recht Verkehr, doch die Nacht
wird ruhig.
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Stellplatz: keine Ahnung mehr, wo genau...
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18. März 2005, Cadiz - Rota
(ca. 15km N v. Cadiz)
Das erste Mal auf dem Brett
Der Wind will nicht mehr aufhören! Als wir weiter Richtung Jerez
fahren entdecken wir einen Decathlon. Das ist in etwa das spanische Gegenstück vom
Athleticon. So, die Gelegenheit und das passende Wetter dazu! Wir verbringen
etwa drei Stunden dort drin, finden für jeden von uns günstige Neoprenanzüge,
Bodyboards (kurze runde Bretter, zum Wellensurfen, man bleibt aber liegen und
steht nicht auf, wie bei den normalen Surfern), Wet-T-Shirt's, Badeanzüge und
einen coolen Rock. So, ziemlich Geld ausgegeben! Damit ist der Entscheid auch
gefällt, an die Küste zu fahren und nicht in die Berge!
Wir suchen unseren
alten Stellplatz bei Rota und finden ihn auch tatsächlich wieder. Die Sonne
kommt nochmals hervor und wir werfen uns in unsere neu gekauften Anzüge. Es ist
wirklich erstaunlich, wie warm und relativ trocken man in diesen Anzügen
bleibt! Das bisschen Wasser, das in den Anzug eindringt, wird jeweils gleich vom
Körper erwärmt und stört darum kaum. Die Wellen hier sind zwar nicht gerade hitverdächtig und wir sind ein
wenig unsicher, ob es hier Felsen hat, aber für einen ersten Wellenspass reicht
es auf alle Fälle. Zorro wartet derweil am Strand und hat eine Riesenfreude,
als wir nach einiger Zeit wieder aus den Fluten steigen. Das hat echt Spass
gemacht und ruft nach mehr!
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Stellplatz: von Rota Richtung Chipjona; bei einem Kreisel
mit Signalisation für Campingplatz und Praya Ballerna diesem folgen; nicht
links zum Camping abzweigen sondern weiter geradeaus zum Strand - Sand
Klima und Umgebung: Surferspot, schöner Strand
Infrastruktur: nada
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19. - 20. März 2005, Rota
Wellenreiten und Sonnenbaden
Übers Wochenende bleiben wir hier. Es gibt ein
bisschen Volk, am
Sonntag noch mehr, aber es hält sich absolut im Rahmen. Die, die herkommen,
kommen eh zum Surfen und das passt ja neuerdings bei uns!
Wir können
Bodyboarders beobachten, die es echt im Griff haben. Sie surfen so gekonnt wie
Surfers auf den Wellen. Allerdings haben sie Flossen an und gebrauchen ihr Brett
mit den Händen zum Steuern. So Flossen müssen also auch noch her. Dominik probiert es mit seinen normalen Flossen, aber die sind zu leicht und irritieren
mehr als dass sie helfen.
Am Sonntag ist es herrlich mild, wenig Wind und warme Temperaturen. Wir liegen
am Vormittag im Badekleid an der Beach und lassen unsere Haut von der Sonne
verwöhnen. Ich bin schon wieder ganz bleich! Seit November in Calpe war kein
Sonnenbad mehr drin. Höchste Zeit also!
Der Kauf der Bodyboards war ein kluger Entscheid. So lässt sich das Meer auch
geniessen, wenn das Wasser zum Baden noch zu kalt ist. Das Meer lässt sich so
quasi aus der Nähe erleben und sogar erfahren.
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21. März 2005, Rota - Algodonales,
Landeplatz La Muela (ca. 70km W v. Jerez de la Frontera)
Frühlingsanfang
Seit gestern herrschen angenehme milde Temperaturen. Der Frühling
scheint termingerecht zu kommen! Wir müssen Wasser tanken und Einkaufen. In
Puerto Santa Maria fahren wir zuerst beim Decathlon vorbei, um Flossen zu kaufen
und anschliessend via Jerez ins Inland, Richtung Algodonales. Schon die ganze
Zeit reden wir davon, das dortige Fluggebiet noch einmal zu besuchen. Wenn wir
es jetzt nicht machen, machen wir es gar nicht mehr. Also los. Die 70km sind
schliesslich keine Distanz. Wir sind im Grunde schon recht fahrfaul. Wir meiden
es echt, grosse Distanzen zu fahren. Die Wetterprognosen, die wir vom Internet
haben sind sehr unzuverlässig. Ins Landesinnere zu fahren ist deshalb immer ein
wenig Wetterlotto.
Aber wir haben Glück. D.h. es ist schönes Wetter, aber
leider zu starkwindig, um zu fliegen. Wir installieren uns auf dem Landesplatz
von Algodonales und hoffen auf besseres Flugwetter für den morgigen Tag!
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Stellplatz: Von Jerez Richtung Alogodonales, ca. 5km vor
Algodonales links Richtung La Muela; nach ca. 3km kommt nochmals Abzweiger,
wieder Richtung La Muela, nach 200m linkerhand Landeplatz - Wiese
Klima und Umgebung: ringsherum nur Kuhweiden
Infrastruktur: nada
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22. März 2005, Algodonales
Wieder einmal fliegen
Wir fahren erstmal ins Dorf Algodonales, Diverses einkaufen und ins
Internet. Das Wetter wird in den nächsten Tagen wechselhaft sein, gemäss
Prognose. Mal sehen.
Algodonales ist ein hübsches Dorf, ich hatte das gar nicht
mehr so in Erinnerung. Der Promenadenplatz, wo all die alten Männer rumhängen
und palavern ist mitten im Dorf und vor der Kirche. Das ganze Volk tummelt sich
hier und es herrscht eine laute lebendige Atmosphäre.
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Algodonales ist klein und eng, so wie es sich gehört für ein andalusisches Dorf. |
Der Himmel reisst auf und
wir beschliessen, rauf zum Startplatz zu fahren. In meiner Erinnerung ist
alles viel brauner. Im Moment grünt es an allen Ecken und Enden. Schön zu
schauen!
Zu unserer Überraschung ist die Strasse, die vor zwei Jahren in extrem
schlechtem Zustand war (mir grauste schon die ganze Zeit davor, hier
raufzufahren), frisch gemacht worden. D.h. im Juni 2004 war ein Flugwettbewerb
hier oben und die Gemeinde nahm das zum Anlass, die Strasse zu renovieren. Da
der Winter sehr trocken war, blieb sie bis jetzt in recht gutem Zustand.
Wir
zuckeln also mit dem Womo gemütlich die Piste hoch bis zum Südwest-Startplatz.
Schön, an bekannte Plätze zu kommen! Ein paar Deltisten sind da und haben
natürlich beste Startbedingungen in dem relativ starken Wind. Sie erzählen uns
auch, dass am kommenden Osterwochenende ein lokaler Delta-Wettbewerb
stattfindet, eventuell sogar hier oben.
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Wenig später tauchen etwa fünf Engländer auf, die mit ihren Gleitschirmen
rausgehen. Auch Dominik wagt es. Doch der Wind ist so böig! Ich habe kein gutes
Gefühl. Es zieht in rauf, wie mit einem Lift und schüttelt ihn von links nach
rechts. Es ist kein Zuschauen! Während einer ruhigeren Phase gelingt es ihm,
oben reinzulanden. Er flucht und meint, er habe das Fliegen verlernt. Es ist
auch seit langem wieder das erste Mal, dass er Thermik fliegt. Hinzu kommt, dass
er immer mit dem Astral geflogen ist und seinen Sigma vernachlässigt hat!
Später am Nachmittag wird es ruhiger und er geht nochmals raus. Er macht zwei
drei Touch and Gos und ist wieder im Element. Das ruhigere Fliegen liegt ihm
definitiv mehr.
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Ich fahre runter und treffe mich mit ihm am Landeplatz. Das Womo stellen wir am
Ende des Landeplatzes hin. Eine hübsche Ecke, ringsherum blüht Kamille und der
Weizen steht etwa 20cm hoch, saftig und dunkelgrün!
Am Abend fängt es an zu tropfen. Auf Morgen ist schlechtes Wetter angesagt. Doch
so richtig kommt es nicht regnen. Gut sind wir zum Schlafen runtergefahren, oben
am Startplatz hängt ein feiner Nebel und wir hätten nichts von der tollen
Aussicht gehabt!
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23. März 2005, Algodonales - El
Bosque (ca. 40km W v. Ronda oder 20km SW v.
Algodonales)
Ausflug übers Land
Als wir am Morgen
aufstehen ist der Himmel tatsächlich verhangen. Wir
fahren an den Stausee von Zahara, bewundern das schöne Städtchen aus der Ferne
und fahren weiter nach El Bosque. Der Himmel ist freundlicher als erwartet. Die
Fahrt über Land ist wunderschön. Der grössere Teil dieser Gegend gehört zum
Grazalema Naturpark. Eine herrliche Wandergegend. Vor zwei Jahren haben wir hier
einige Touren gemacht.
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In El Bosque suchen wir den Landeplatz vergeblich. Die
Einfahrt der Piste zum Startplatz ist dafür einfacher zu finden. Vor zwei
Jahren standen wir hier schon einmal und sahen das Delta-Schild. Der Hinweis
"Ganados Suelto!" schreckte uns aber ab, da wir uns freilaufende
Stiere vorstellten. Diesmal fahren wir durch das Tor und den Wald hinauf. An
einer flachen Stelle parkieren wir das Womo und gehen zu Fuss weiter. Eine
Haarnadelkurve später stehen wir am Startplatz der Deltisten. Ein paar sind
auch schon hier. Morgen findet hier ein Deltawettkampf statt und es gilt wohl
noch ein wenig zu üben!
Wir laufen weiter bis zum Bergkamm und geniessen die
tolle Sicht über die Landschaft, die sich weit und grün unter uns ausbreitet.
Sanfte Hügel, manchmal leicht bewaldet, bestimmen das Bild. Freilaufend sind,
nebst unserer Wenigkeit, nur noch Schafe. Also keine Stiere, weit und breit,
glücklicherweise!
Als wir zum Startplatz zurückkehren sind wieder die Engländer von Gestern
hier. Dominik hat den Startplatz oberhalb des Deltastartplatzes ebenfalls schon
entdeckt. Allerdings kann er sich nicht sofort entschliessen und als er dann
doch noch ans Fliegen denkt, ist es zu spät. Die Engländer halten sich gut und
es ist offensichtlich gutes und schönes Fliegen angesagt. Der Arme, diesen Flug
hat er wohl verpasst!
Wir bleiben für die Nacht hier und werden morgen dem Spektakel beiwohnen.
Es herrscht eine herrliche Ruhe und es ist nett, wieder einmal
zwischen Bäumen zu stehen.
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Stellplatz: von der Passstrasse von El Bosque Richtung
Grazalema, nach ca. 3km zweigt rechterhand eine Piste durch ein Stahltor ab,
anschliessend etwa 4km den Wald hoch bis zum Wiesenstartplatz der Deltisten -
Wiese
Klima und Umgebung: ruhige Waldatmosphäre, herrliche Aussicht, Wanderung zum
höchsten Spitz dahinter
Infrastruktur: nada
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24. März 2005, El Bosque
360° Rundsicht - Deltawettkampf
Bis es hier flugtauglich
ist (Weststartplatz) wird es mindestens zwei Uhr. Wir nutzen die Zeit und das windstille milde Wetter, um eine Wanderung
hoch zum Grat zu machen. Es gibt hier an sich zwar keinen Wanderweg, aber man
kann, von dort aus, wo die Strasse endet, wunderbar den Geissenpfaden folgen. Sie
führen über Stock und Stein und in zig Variationen immer höher und höher.
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Wir folgen ihnen und landen am felsigen höchsten Punkt. Der Blick, der ringsherum frei
ist, ist schlicht genial.
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Auf der einen Seit sehen wir in die Bergkette des
Grazalema Naturparks, auch hinunter in die Dörfer, die im Tal liegen. Auf dem
Bild unten dominiert der Pico de Torreon mit 1654m, rechts davon ist der Pass Puerto del
Bojar, wo wir vor zwei Jahren eine Wanderung zum Salto Cabrero gemacht haben.
Wäre schön, diese Strecke nochmals zu gehen!
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Auf der
anderen Seite sieht man weit in die Ebene hinaus. Die Sonne scheint und luftige
weisse Kumuluswolken machen das ganze Bild noch eindrücklicher. Oh, das hat
sich aber tausendprozentig gelohnt, hier, wie die Ziegen, herauf zu klettern!
Wir bleiben eine Weile, geniessen die Aussicht und die milden
Temperaturen.
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Als wir beim Womo zurück sind, ist der Platz voll mit Autos und Deltas! Es geht
also doch los hier! Wir dachten schon, der Wind passe gar nicht und der
Wettkampf finde irgendwo anders statt. Wir mischen uns unter die Leute und
beobachten die Starttechnik der Deltisten, die bei dem knappen Wind einen
rechten Sprint hinlegen müssen.
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Etwa 30 Deltisten sind hier, die meisten
haben ihre "Flugzeuge" schon zusammengebaut und sind bereit, sich in die Luft zu
stürzen. Die ersten erwischen auch gute Thermik, doch dann nimmt es ab und
jeder Start dauert länger, bis der Wind stimmt. Die Starts verlaufen
problemlos, aber auf einmal ruft jemand, dass er einen abstürzen hat sehen! Wir
verstehen zu wenig Spanisch. Aber soviel, dass wir entnehmen können, dass einer
in eine Leitung geflogen ist. Später vernehmen wir, dass er tot ist! Viele
brechen darauf hin ab. Aber auch die Thermik reicht nicht mehr für
Streckenflüge. Der Wind kommt immer seitlicher und Wolken verdecken die Sonne!
Der Unfall lässt die Leute mit ernsten Gesichtern und gedämpften Stimmen in
Gruppen zusammenstehen. Schlimm! Und völlig unnötig. Allen waren die Leitungen
bekannt, wieso einer diese übersehen hat! Über das kann man nur spekulieren
und findet doch nie eine Antwort.
Wir bleiben für die Nacht wieder hier oben. Morgen ist das Wetter wieder
schlechter, vermutlich wird es sogar regnen. Aber wer weiss, bis jetzt hatten
wir immer schöneres Wetter als vorausgesagt!
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25. März 2005, El Bosque
- Zahara (ca. 5km S v. Algodonales)
Durch den Naturpark Grazalema
Heute wird's ein Wandertag. Das Wetter ist viel besser als gedacht.
Auch wenn dunkle Kumulus hin und wieder den Himmel verdecken, so scheint doch
zwischendurch die Sonne kräftig vom blauen Himmel.
Wir fahren zuerst aber
hinunter nach El Bosque, um die GPS-Punkte des Landeplatzes festzuhalten. Dann
geht es die Passstrasse hinauf bis nach Benamahoma, wo wir hoffen, Wasser tanken
zu können. Doch das Dorf ist überfüllt mit Karfreitags-Ausflüglern und wir
machen uns wieder schnell auf den Weg.
Die Strecke hoch zum Pass Puerto del
Bojar ist sensationell schön. Ein wunderschöne Karstlandschaft mit vielen
Hügeln und Tälern, zackige graue Bergketten und dunkelgrüne Pinienwälder.
Ich freu mich schon auf die Wanderung! Kurz nach dem Pass finden wir einen
Parkplatz. Es sind jede Menge Leute unterwegs (wir werden auf dieser Wanderung
soviele Wanderer wie noch nie in Spanien antreffen, und alle sind bewehrt mit
einem hölzernen lackierten Wanderstock!).
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Dieselbe
Wanderung, allerdings in umgekehrter Richtung und um einiges länger, haben wir
vor zwei Jahren gemacht. Damals war Zorro eigentlich noch zu klein für so eine
Tour. Diesmal hält er natürlich locker mit. Auch ist es einiges weniger heiss
als damals. Die Eichenbäume, welche ihr Laub fallen lassen, stehen jetzt noch
nackt da und warten, bis genügend lange Sonneneinstrahlung ihre Lebenskräfte
zum Erwachen bringen.
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Die
Wanderung führt zum Salto del Cabrero, einem markanten Felseinschnitt. Wir
machen dort Mittagspause und wandern dann wieder gemächlich zurück. Ich
bewundere die blühende Vielfalt: Pfingst- und Christrosen, Immergrün,
blühender Weissdorn, Ginster, langstielige Gänseblümchen und viele andere,
deren Namen ich nicht kenne.
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Dominik und
ich rätseln lange um die grossen alten Bäume, welche nebst den immergrünen
Eichen ebenfalls hier wachsen. Sie haben noch keine Blätter und tragen trockene
braune Kugeln, etwa 3cm im Durchmesser, die aussehen wir Christbaumschmuck. Das
kann doch keine Eiche sein, oder? Doch Dominik entdeckt die kleinen Kappen der
Eicheln, die hier und da noch an den Ästen hängen. Also doch eine Eiche! Was
diese runden Dinger allerdings sind, haben wir nicht rausgefunden. Auf alle
Fälle wachsen hier also nebst den immergrünen Steineichen auch die ganz
normalen Eichen.
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Müde und zufrieden kehren wir zum Womo zurück und fahren die Passstrasse
weiter nach Zahara runter. Kurz vorher können wir an einem Brunnen Wasser
tanken. Ein Forstbeamter beobachtet uns dabei und will offenbar sicher gehen,
dass wir mit dem Hund nicht in das dahinterliegende Gebiet gehen. Die Wanderung,
die von hier aus führt, ist jene, zur Garganta Verde, welche wir ebenfalls vor
zwei Jahren gemacht haben. Damals hatte es noch kein Hundeverbot. Der Förster
meint, wir könnten ja den Hund im Auto lassen. Ja klar, super Idee! Dominik
meint zu ihm, nein, wir würden dann halt eine andere Wanderung machen.
Jawoll!
Am Rande von Zahara gibt es einen Platz, wo wir ungestört stehen können.
Bauarbeiter haben zwar den Platz benutzt, um allerlei Baumaterial, Sand und Kies
hier abzuladen, aber wir hoffen dennoch, dass sie morgen früh nicht hier
aufkreuzen, um mit Baggern ihr Material wegzutransportieren.
Der Blick von hier ist wunderbar. Der See liegt im starken Blau unter uns und wir haben
direkten Blick auf die Twin Peaks, die Doppelbergspitzen. Der Vollmond geht
rechts von den Beiden auf und es schaut perfekt aus.
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Stellplatz: unterhalb Zahara führt an der
Promenadenstrasse eine kurze Stichstrasse zu einem eigentlich hübschen Platz -
Sand, Kies (scheinbar kurzfristig für Baumaterial verwendeter Platz) - rings um
den See ist das wilde Campen untersagt. Die Guardia schickt jeden weg, der für
die Nacht bleiben will.
Klima und Umgebung: schöne Aussicht, das hübsche Dorf Zahara zu Fuss
erreichbar, Wanderungen in der Nähe
Infrastruktur: Wasser anfangs Dorf, schlichte Einkaufsmöglichkeiten in Zahara,
mehr in Algodonales
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26. März 2005, Zahara - Algodonales,
Landeplatz La Muela
Stausee von Zahara de la Sierra
Heute früh wurden wir vom Discobass geweckt.
Irgendwann, vielleicht
so um sechs Uhr fuhren einige junge Leute in ihren top-Hi-Fi-ausgebauten Karren
auf "unseren" Stellplatz, um ihren Chill-Out bei lauter Musik zu
zelebrieren. Na, das heisst für uns, aushalten! Sie gehen und es kommen andere,
ein jeder wieder mit seiner Musik, die echt in die Glieder fährt ;-)! Nach ein
oder zwei Stunden sind sie wieder weg, vielleicht auch dank des Regens, der am
Morgen einsetzt!
Wir nutzen den nassen Vormittag, um in Zahara die www-Infrastrukturen
auszuloten. Im Touristenoffice gäbe es an sich eine öffentliche Station,
welche zum Mailen genügend gut ist. Für einen Upload aber ist die Verbindung zu
schlecht, leider.
Nach dem Mittag hellt der Himmel auf und wir spazieren über einen Feldweg
runter zum See, der nun in seinem typischen Türkis wundervoll ist.
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Zahara
de la Sierra liegt oberhalb von uns (See), dazwischen Olivenhaine.
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Wir besuchen unseren alten Badeplatz, das Wasser ist etwa gleich hoch, und
spazieren dem Ufer entlang bis zu einem rot-violetten Platz, der ein
Superstellplatz wäre, wenn man das nur dürfte. Aber da rings um den See Parque
Natural ist, ist es verboten und das Verbot wird von der Guardia Civil auch durchgesetzt, d.h. sie schicken einen weg.
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Herrlich ist es, zwischen all den frischen Frühlingsblümlein im Gras zu sitzen
und die wunderschöne Umgebung des Stausees zu geniessen. Stauseen sind sonst
nicht so mein Ding, aber der von Zahara ist der schönste, den ich hier in
Spanien kenne.
Die markanten Twin Peaks dominieren das Bergbild hinter dem See.
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Nach fünf Uhr fahren wir nach Algodonales, um dort unser Glück für einen
Upload zu suchen. Der Internet-Point in der Papeterie hat geschlossen, dafür ist
der andere im Spielkasino offen. Der Upload wird aufwändig, all die neuen
Bildergalerien und neuen Seitenbezeichnungen brauchen ihre Zeit. Nach zwei
Stunden kommen wir wieder raus, mittlerweile ist es dunkel geworden und ein
kalter Wind bläst. Wir fahren zum Landeplatz bei La Muela und stellen uns dort
mitten auf die Wiese. Morgen ist ja hoffentlich Flugwetter und wir beizeiten
oben am Startplatz!
Obwohl mich mit dem Fluggebiet von Algodonales schlechte Erinnerungen verbinden,
weil hier vor zwei Jahren unsere grosse Krise begann, die schlussendlich zur
Trennung führte, kann ich es heute verblüffenderweise ganz und gar geniessen.
So einiges hat sich geändert.
Damals waren viele Faktoren mitschuldig an unseren Differenzen. Heute habe ich
z.B. einen erwachsenen Hund, den ich machen lassen kann - damals war er noch ein
halbes Baby und ich musste ihn fast auf Schritt und Tritt überwachen. Heute
sitzen wir in einem gemütlichen Zuhause, haben Toilette und Dusche dabei und
genügend Platz, um uns zu vertun - damals wurde der eh schon knappe Platz im
VW-Bus durch die Missstimmung quasi noch knapper und das Büsche aufsuchen war
für mich manchmal auch mühsam. Auch gefiel mir der Platz ganz und gar nicht.
Heute gefällt er mir viel besser, bin wohl auch weniger anspruchsvoll geworden!
Heute fahren wir einmal rauf zum Startplatz, Dominik geht fliegen und ich mache,
was mir gefällt. Am Abend treffen wir uns auf dem Landeplatz - damals fuhr ich
an manchen Tagen drei Mal den Berg hoch und runter und wusste vorher nie, ob ich
nun Zeit für mich haben würde oder nicht. Zorro lass ich heute auf dem
Startplatz seine eigenen Wege gehen und vielfach hat es andere Hunde, mit denen
er rumtoben kann - damals wollte ich ihm das Güderfressen abgewöhnen und
musste dafür ständig hinter ihm hersein, was ganz schön anstrengend war.
Heute kann ich die Schönheiten dieser Landschaft erst richtig
geniessen. Ich denke, es hat aber vor allem mit meiner neuen Einstellung zu
tun. Ich bin heute viel lockerer drauf, habe weniger das Gefühl, mich und meine
Vorstellungen vom Reisen und Leben als "Zigeuner" durchsetzen zu
müssen. Habe viel weniger das Gefühl, eventuell etwas zu verpassen oder zu
kurz zu kommen. Und es tut guuuut, heute festzustellen, dass ich es geschafft
habe! Dass ich immer noch am Reisen bin und einiges dazu gelernt habe.
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Stellplatz: siehe 21.03.05
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27. März 2005, Algodonales
Fliegen über Algodonales
Wir sind gegen Mittag oben beim Startplatz und
klettern noch ein Stück höher auf die Kante, von der aus man Algodonales und
den Stausee von Zahara schön sehen kann. Leider werfen die Wolken zu viele Schatten und lassen die Berge weiter hinten grau erscheinen. Der Blick von hier
oben ist aber trotzdem immer noch sensationell.
Dominik fliegt bald mal raus, als Erster! Der Wind kommt von der Seite, von
Westen, aber es fliegt gut, sehr gut sogar. Ich verziehe mich ins Womo, denn es
ist kalt und die Sonne versenkt sich immer mehr hinter düsteren Wolken.
Als ich später zum Startplatz hoch laufe, treffe ich auf Helmut.
Er ist auch ein "Zigeuner" und fährt mit einem kleinen älteren
VW-Bus ebenfalls mehr oder weniger den Fluggebieten nach. Er fliegt in erster
Linie Delta und nicht sehr intensiv Gleitschirm. Er ist ein angenehmer
Gesprächspartner und hat auch schon einiges erlebt.
Dominik säuft ab als er versucht oben reinzulanden. Es nimmt ihn aber wieder
jemand von unten mit hinauf. Nach einer Pause fliegt er nochmals raus und
geniesst es mit anderen, viel an Höhe zu gewinnen. Der Wind nimmt immer mehr zu
und die Landung war offenbar relativ schwierig.
Als ich unten am Landeplatz ankomme, übergibt mir Helmut seinen Schirm zum
Aufpassen. Er will zum
Startplatz hoch laufen und sein Auto holen gehen. Das wird bestimmt eine
mindestens einstündige Wanderung!
Als er später dann seinen Gleitschirm bei uns abholen kommt, wollen wir ihn auf
ein Bier einladen, doch er muss erstmal telefonieren gehen. Schade, ich hätte
gern noch mehr mit ihm geplaudert. Aber ich habe den Eindruck, dass er eher zu
denen gehört, die ganz gerne für sich und alleine sind.
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28. März 2005, Algodonales - Ronda la Vieja (ca.
10km S v. Ronda)
Ein neuer Startplatz
So, heute heisst es erstmal einkaufen. Wir haben unsere Vorräte so
ziemlich auf dem Nullstand und gehen in den Dia% einkaufen. Der hat
praktischerweise in Algodonales auch gleich frisches Gemüse im Laden. Als wir
mit vollem Einkaufswagen wieder rauskommen, kommt gerade Helmut auf dem Fahrrad
daher.
Es ist Starkwind angesagt und Helmut meint, der Startplatz bei Ronda la Vieja sei
wohl heute richtig. Nun gut, einen neuen Startplatz kennen zu lernen ist auch
nicht ohne und darum beschliessen wir, diesen aufzusuchen.
Wir fahren durch eine (sorry, zum hundertsten Male!) wunderschöne Gegend,
zuerst entlang des Stausees von Zahara, dann über etliche Hügel Richtung
Ronda. Kurz vor Ronda biegt es links ab Richtung Setenil. Die Ausschilderung des
Amphitheaters sehen wir und finden einen Stellplatz links davon. Den Beschrieb
von Helmut haben wir nicht mehr so richtig im Kopf und laufen auf der Suche nach
dem eigentlichen Startplatz rings um die halbe Abrisskante, auf der das alte
römische Theater steht. Aber es passt gar nicht. Nirgends sieht es nach echtem
Startplatz aus und da der Wind sowieso von Nordwesten herkommt, müsste es eh
auf der anderen Seite sein.
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Wir machen zuerst mal Mittag und fahren dann der Setenilstrasse ein Stück weiter
entlang, um wenig später den richtigen Abzweiger zu finden. Wir sehen auch schon
oben den Bus von Helmut. Der Himmel hat sich leider wieder verschlossen und der
Wind bläst gnadenlos. Kein Flugwetter, nicht einmal für Deltisten.
Wir schwatzen lange mit Helmut und verkriechen uns irgendwann auch mal vor dem
Wind ins Womo. Es kommt ein Deltist, der doch tatsächlich fliegen geht. Wir
messen Windstärken von 40 bis 50km/h, als er startet! Na ja, nicht jedermanns
Sache!
Helmut fährt nach Ronda, um einzukaufen und wir wollen uns beim Amphitheater
hinstellen. Dort ist es sicher windgeschützter. Auf der Strasse unten finden wir
bei einem Abstecher per Zufall einen alten Brunnen. Leute, die kommen, und ihre
Kanister abfüllen trinken das Wasser sogar. Supi! Wir füllen unseren Tank und
gleich noch ein paar Flaschen. Dann fahren wir rauf zum Wendeplatz des
Amphitheaters und stellen uns für die Nacht da hin. Es ist wirklich
windgeschützter hier.
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Stellplatz: von Algodonales kommend, ca. 9km vor Ronda
links Richtung Setenil, nach ca. 10km kommt ein Schild und Abzweiger fürs
Amphitheater (Acinipo), Stellplatz auf Wendeplatz - Asphalt
Alternative zum Fliegen: beim Abzweiger zum Amphitheater geradeaus weiter, nach
ca. 500m links in eine holprige Schotterpiste abzweigen, welche geradeaus zur
Bergkante hochfährt, Klubhaus der Flieger - Schotter, Wiese
Klima und Umgebung: schöne Landschaft, Besichtigung Amphitheater
Infrastruktur: Wasser (Trinkwasser) rechts unterhalb der Strasse, zwischen
Abzweiger zum Amphitheater und Abzweiger Startplatz, bei einer baufälligen
Kapelle
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29. März 2005, Ronda la Vieja
Amphitheater im Nebel
Wir stehen im dicken Nebel. Trotzdem, einen Spaziergang hoch zum
Amphitheater machen wir, halt ausgerüstet mit Regenhose und Regenschirm. Im
schwadrigen Nebel wirkt das alte römische Gemäuer eigentlich spannend, aber
doch ganz und gar nicht römisch-mächtig.
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Gegen Mittag wird es immer blauer. Es ist zwar immer noch zu starkwindig, um zu
fliegen, aber immerhin hat der starke Wind sämtlicher Nebel und Wolken
davongetragen. Wir fahren auf Pistenwegen runter ins Tal auf der Suche nach
einem hübschen Stellplatz, von wo aus wir eine Wanderung machen können und wo
es sich die Schönheit der Gegend geniessen lässt.
Am Rande eines Olivenhaines finden wir einen ziemlich ebenmässigen Platz mit
herrlicher Weitsicht.
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Wir packen eine Wasserflasche und einen Apfel in meinen Geissenrucksack und spazieren
los. Eigentlich sind das immer die schönsten Wanderungen oder
Spaziergänge: wenn wir einfach so nach Lust und Laune loslaufen, ohne das
Ziel vorher festgemacht zu haben, ohne zu wissen, in welche Richtung es an der
nächsten Kreuzung weiter
geht! Wir nennen das Rumstrolchen oder schweizerisch: Umäschtriznä!
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Zuerst
gehen wir zu der nahegelegenen Bauernhofruine und inspizieren diese. Einen
herrlichen Platz haben die sich damals hier ausgesucht. Ein bisschen erhöht mit
Blick das Tal rauf und runter. Es scheint sich aber nicht rentiert zu haben oder
was auch immer der Grund war. Das Gehöft liegt offensichtlich schon lange brach
und verfällt leise aber stetig.
Wir kommen noch an anderen verfallenen Grundstücken vorbei. Ein jedes inspiriert
zu Träumereien vom Haus auf dem Lande.
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Den späten Nachmittag und den Abend geniessen wir vor dem Womo mit Blick auf die
milde und schöne Hügellandschaft. Wir riechen Düngemittel und stellen fest,
dass die Gegend, obwohl so wunderschön für's Auge eigentlich eine
starkbewirtschaftete ist. Im Grunde sind uns Ecken, wo es wilder und
natürlicher ist lieber. Obwohl, wie gesagt, diese Art Landschaft ist eine
Augenweide, so was von malerisch.
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30. März 2005, Ronda la Vieja - Montellano (ca. 30km NW v. Algodonales)
Ruinenrundgang - Spanisches Fliegerspektakel
Ein prächtiger Morgen mit Sonnenschein! Wir stellen unsere Matratzen
an die Sonne und lassen sie wieder einmal so richtig auslüften. In der
Zwischenzeit gehen wir nochmals die Hausruine, die gleich um die Ecke liegt
ansehen.
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Wir treten in den mit hohem Gras überwachsenen Innenhof, beschauen uns
die verfallenen Räume und versuchen uns vorzustellen, wie das damals wohl
ausgesehen hat, als noch Menschen und Tiere hier gelebt haben.
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In etlichen
Räumen hat es Kamine, unter denen man das Feuer hatte.
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Es gibt so viele Räume,
dass wir uns vorstellen, dass hier etliche Menschen oder sogar Familien gelebt
haben. Alles ist herrlich romantisch verwachsen.
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Wir packen unsere sieben Sachen zusammen und fahren das Tal hinauf. Bei der
Kapelle tanken wir nochmals Wasser voll und fahren dann bis zum Abzweiger des
Starplatzes. Die Holperpiste fahren wir nicht noch einmal hoch. Die Strecke bis
zum Startplatz hoch ergibt gerade einen schönen Spaziergang. Ausserdem ist
eigentlich klar, dass der Wind immer noch nicht passt, um hier zu fliegen. Als
wir oben ankommen, scheint er zwar fast zu passen, aber eben doch nicht ganz.
Schade! Ein wirklich toller Ort.
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Der Blick auf die untenliegende Ebene mit den Feldern wie Flicken ist bezaubernd
schön.
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Wir fahren weiter, quer durch das Land Richtung Algodonales und weiter nach Montellano.
Der Wind müsste für den dortigen Startplatz eigentlich passen. In Montellano waren wir vor zwei Jahren ebenfalls. Wir haben den Startplatz gesucht
und sind eine Weile durch die wilden Weiden dort oben gelaufen. Diesmal wollen
wir zuerst den Landeplatz aufsuchen. Zwar fahren wir zuerst eine falsche Strecke
entlang des Berges und müssen wieder umkehren, aber dann finden wir es doch
noch. Und wer steht dort am Landeplatz? Helmut! Er legt gerade seinen Schirm
zusammen. Ein ganze Horde Engländer, welche Flugschüler sind, steht ebenfalls
bereit, um im Sammelbus wieder nach oben zum Startplatz zu fahren. Wir nehmen
Helmut mit und fahren gemeinsam nach oben. Die letzten Höhenmeter sind zwar
krass ausgewaschene und ausgefahrene Waldwege, aber es geht grad so haarscharf
mit dem Womo. Ich muss heftig um die Löcher und Bäume kurven und bekomme
ziemlich heiss. Oben werden wir dafür mit einem genial schönen Stellplatz
mitten auf der Viehweide belohnt. Die letzten paar Meter geht es zu Fuss auf
schmalen Pfaden weiter.
Wie erwartet stehen die ganzen Schüler oben am
Startplatz und auch einige Einheimische sind da. Es ist ziemlich was los hier!
Die Locals lassen es sich nicht nehmen und machen ihre Toplandungen natürlich
so oder so. Der eine hat ein solches Talent und versenkt seinen Schirm einmal in
einen wartenden Delta und ein andermal in ein Gebüsch unter welchem eine Frau
mit ihren Hunden sitzt. Der eine Hund hat sich komplett in den Leinen verhangen.
Glücklicherweise hielt er aber so lange still, bis ich ihn wieder aus den
scharfen Leinen befreit hatte. Hätte schön ins Auge gehen können!
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Die
Starthelfer der englischen Schülertruppe sind offenbar gut aufeinander
abgestimmt. Da der Wind zeitweise recht heftig ist, müssen sie bei den meisten
Fliegern mithelfen. Gut koordiniert zieht der eine die eine Schirmseite hoch und
der andere die andere Seite und schwupps ist wieder einer draussen.
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So fertigen
sie die recht zahlreiche Truppe gekonnt und speditiv ab. Das Spektakel wird mit viel
Palaver und Gelächter kommentiert.
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Vom
Startplatz aus sieht man zum Landeplatz runter, wo sie alle im braunen Acker
landen. Gleich dahinter ist der Übungshügel.
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Gute zwei Stunden vergnüge ich mich auf dem
Startplatz mit Beobachten von Starts und Toplandungen. Dominik und Helmut
fliegen natürlich auch. Dominik landet ein- zweimal sogar Top! Er fliegt an
diesem Nachmittag fast drei Stunden!
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Als ich zum Womo zurückkehre, treibt der Bauer gerade mit seinem Jeep eine ganze
Pferdeherde zur Futterstelle, welche in unmittelbarer Nähe des Womos
ist. Ich befürchte, dass Zorro nun blöd tut und die Pferde verbellt. Aber
nein, falsch gedacht, er ist so müde vom Rumtollen mit den anderen Hunden am
Startplatz, dass es ihm reicht, sich vor das Womo zu legen und den Pferden
zuzuschauen. Ich mache dasselbe, nehme einen Stuhl raus und ein Cerveza und
beobachte die Stuten mit ihren Fohlen, wie sie das Heu fressen, welches der
Bauer überall auf der Weide verteilt hat. Man hört die Pferde das Heu mit
ihren Zähnen zermalmen und es kommt ein friedliches Gefühl auf. Eine ganze
Stunde lang sitze ich nur da und beobachte sie, zufrieden mit mir und der Welt
um mich herum. Ein dunkles Füllen kann kaum mehr als einen oder zwei Tage alt
sein. Ich sehe ihm lange zu, wie es scheu immer ganz nah bei der Mama
bleibt. Es wird immer müder. Ich sehe ihm an, dass es sich eigentlich hinlegen
will, sich aber nicht getraut. Immer zittriger werden seine Hinterbeine, es
knickt fast ein. Endlich lässt es sich nieder und liegt erschöpft da. Doch
genügend Ruhe und Sicherheit hat es noch nicht. Es getraut sich noch nicht,
sich auf die Seite zu legen. Und es geht auch nicht lange, da steht es schon
wieder auf, weil irgendeine Unruhe in der Herde herrscht. Ein hübscher Hengst
überwacht die Herde.
Die Pferde sind vom Womo kaum irritiert und so bleiben wir auch über Nacht
hier.
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Stellplatz: am nördlichen Ende des Dorfes Montellano führt ein Weg links entlang des Berges, die erste Asphaltpiste hoch, welche in
den Wald führt. Sobald rechterhand ein Pic-Nic-Platz erreicht ist (nach ca. 1km)
geht links ein löchriger Waldweg hoch bis zum Weideplateau, durch ein Gatter
auf die Weide - Wiese
Klima und Umgebung: mitten auf der Pferdeweide - Wanderungen durch den Wald
entlang des Plateaus
Infrastruktur: nada
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31. März 2005, Montellano - Algodonales,
Startplatz Ost (ca. 500m über Algodonales)
Hengstweide
Als wir am Morgen aufstehen, stellen wir fest, dass die Pferde sich
über Nacht in die Büsche zurückverzogen haben. Noch bevor wir frühstücken,
kommt der Bauer wieder und treibt die Pferde zum Futterplatz, also zu uns
zurück. Komisch, er hat doch gar kein Futter ausgelegt. Kurze Zeit später
wissen wir wieso. Ein anderer Bauer kommt mit einer Stute am Halfter zu Fuss
über die Weide. Der Hengst der Herde wiehert erfreut und geht der Stute schon
entgegen. Na, da soll wohl eine Verkuppelung passieren! Supi, und wir dürfen
zuschauen!
Tatsächlich ist die Stute rossig und es dauert nicht lange und der
Hengst ist schon auf ihr drauf. Doch die Deckung geht so schnell vorbei, dass die
Bauern der Sache nicht trauen. Und der Hengst scheint auch gar nicht so wahnsinnig scharf
auf die Stute zu sein. Also bindet der Bauer seiner Stute die Vorderbeine
zusammen und sie lassen sie auf der Weide stehen. Soll der Hengst sich später
nochmals um sie bemühen! Auf alle Fälle überlassen die Bauern den Pferden,
sich zu einigen und gehen wieder von dannen!
Wir frühstücken und beobachten weiterhin die Pferde. Der Hengst scheint aber
mehr an seinen eigenen Stuten interessiert als an der Neuen. Er lässt sie doch
knallhart abblitzen!
Leider passt der Wind heute nicht mehr zum Fliegen. Er kommt zu stark von Osten.
Könnte in Algodonales also passen. Wir beschliessen dorthin zu fahren und
nehmen den Weg übers Land. Schon vor zwei Jahren sind wir diese Strecke einmal
gefahren, über Coripe. Es geht über und um viele Hügel herum und über eine
alte Eisenbahnbrücke. Die Eisenbahnstrecke wurde zwischenzeitlich in einen
Velofahrweg verwandelt. Gute Idee!
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Wir fahren hoch zum Oststartplatz der Sierra Lijar und treffen dort auf wen?
Natürlich auf Helmut! Er hat unten am Landeplatz bei Montellano übernachtet
und ist kurz vor uns hier angekommen. Ein paar Deltisten sind hier, unter
anderen auch Gerard, der hier schon mehr als zwanzig Jahre lebt und das Fliegen
in Algodonales erst so richtig auf die Beine gebracht hat. Er vermietet
günstig Wohnungen und macht auch Flugführungen. Er spricht Deutsch, Spanisch
und Englisch, fliegt Delta und Gleitschirm. Seine Homepage, wo man mehr erfährt heisst www.ganterfly.de.
Wir setzen uns mit Helmut ins Womo, essen Salat und schwatzen über dies und
jenes. Helmut hat angefangen, ein Buch über's Reisen zu schreiben. Er verbringt
ja immer ein paar Monate Zuhause in Deutschland und bewältigt dann seine
Reiselust und -sehnsucht mit dem Schreiben darüber. Er sagt, es ist ein Buch
mit Tipps für's Reisen aber auch mit philosophischen und persönlichen
Auseinandersetzungen über das Thema. Er sagt, der Titel würde "Paradies
zum Nulltarif" oder so ähnlich heissen. Ob er es jemals wirklich auf den
Markt bringt weiss er noch nicht. Das wird sich zeigen. Ich würde es sicherlich
gerne lesen.
Irgendwann beruhigt sich der Wind ein wenig und die Deltisten schrauben ihre
Flugzeuge zusammen. Die Twin Peaks machen sich gut als Kulisse!
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Auch Dominik breitet seinen Schirm aus. Es scheint zu
passen! Wer am Schluss am längsten oben bleibt und sogar toplandet ist Dominik!
Cool geflogen!
Die kleinen Thermiken passen offenbar für einen Gleitschirm
besser als für die Deltisten. Kaum hat er seinen Schirm zusammengepackt (mir
zuliebe, denn ich will die Nacht hier oben verbringen), tauchen Baz und Sam auf.
Das ist das englische Paar, welches ebenfalls schon länger hier lebt und
Flugferien anbietet. Sie haben offenbar immer Leute, sind eigentlich fast immer
auf den Startplätzen anzutreffen. Entweder sie sind schon da, wenn wir kommen,
oder tauchen kurze Zeit später auf! Auch sie haben eine Homepage www.andalucian-experience.co.uk.
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Alle warnen uns, dass der Wind hier oben extrem sei über Nacht! Wir haben die
Stützen unten und wollen bleiben. So eine Sicht hat man nicht alle Tage,
schliesslich! Die Abendsonne lässt Olvera, welches im Nordosten liegt, noch einmal weiss aufleuchten und
die Sonne verlässt dann diese Ecke der Welt, um sich der anderen Seite zu widmen. Wir
sind alleine gelassen und finden es herrlich... das Paradies zum
Nulltarif!
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Stellplatz: vom Landeplatz aus (siehe Wegbeschreibung vom
21.03.05) weiter nach La Muela, nach La Muela noch ca. 2km bis es rechts in eine
Sand-Piste (Schild Pistas) abzweigt. Ca. 7km den Berg hoch. In einer scharfen
Linkskurve ginge es geradeaus weiter zum Startplatz West. Die Linkskurve nehmen
und weiter den Berg hoch, nach weiteren ca. 5km landet man beim türkisfarbenen
Turm, der beim Starplatz Ost steht und schon von weitem zu sehen ist - Schotter,
Wiese
Klima und Umgebung: sensationeller Weitblick, Wanderung über die Sierra de
Lijar
Infrastruktur: nada
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