UnterweX

Kroatien

 Übergeordnet
Home
Inhaltsverzeichnis
News
Reiseberichte
Flugführer
Silvana
Gleiche Ebene
Italien
Kroatien
Marokko
Mazedonien
Österreich
Portugal
Slowenien
Spanien
Tunesien
Bildergalerie Reisen
Untergeordnet
Dalmatien 2002
Dalmatien 2005/1
Dalmatien 2005/2
 
 
 
 
 
 
 
Last Update
08. März 2010
Design
Provider
Browser
Internetzugang


 

Wissenswertes über Kroatien & Dalmatien

Kroatien

Kroatien (kroatisch Hrvatska), Republik in Südosteuropa, auf der Balkanhalbinsel, grenzt im Nordwesten an Slowenien, im Nordosten an Ungarn, im Süden an Bosnien und Herzegowina, im Osten (Serbien) und Südwesten (Montenegro) an die Föderative Republik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) und im Westen an das Adriatische Meer. Serbien und Montenegro gründeten 1991 die Föderative Republik Jugoslawien. Als Teilrepublik der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien erklärte Kroatien am 25. Juni 1991 seine Unabhängigkeit. Dadurch kam es zu Unruhen, die sich zu einem Bürgerkrieg ausweiteten, als Serben mit Unterstützung der jugoslawischen Volksarmee (JVA) begannen, um kroatische Gebiete zu kämpfen. Die Serben kontrollierten bis Mitte 1995 in der selbst ernannten Republik Serbische Krajina (RSK) etwa 28 Prozent des kroatischen Territoriums. Dieses traditionell von Serben bewohnte Gebiet wurde im August 1995 von kroatischen Truppen erobert, die ansässige Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. Die Fläche Kroatiens beträgt 56 538 Quadratkilometer. Die Hauptstadt der jungen Republik ist Zagreb.

Land

Kroatien erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten über etwa 500 Kilometer, von Südwesten nach Nordosten über rund 300 Kilometer. Kroatien ist naturräumlich sehr vielfältig; das Land umfasst Tiefebenen, Mittelgebirge, eine etwa 1 778 Kilometer lange festländische Küste und ihr vorgelagerte Inseln. Die pannonischen Tiefebenen nehmen etwa die Hälfte des Landes ein. Die fruchtbaren, landwirtschaftlich genutzten Gebiete werden von den Flüssen Drau (Drava) und Save entwässert. Die Save bildet den östlichen Abschnitt der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Beide Flüsse münden in die Donau, eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, welche im Osten Kroatiens die Grenze zur Föderativen Republik Jugoslawien bildet. Das historische Gebiet Slawonien liegt im östlichen Teil der Republik Kroatien, im so genannten Save-Drau-Zwischenstromland. Dieses Gebiet wird von Hügellandschaften eingenommen. Zwischen den einzelnen Hügelketten sind Ebenen ausgebildet.

Das nach Westen anschließende Gebirge ist aus Kalken aufgebaut. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit dieses Gesteins sind weite Teile des Dinarischen Gebirges durch Verkarstung geprägt. Mehrere Wasserläufe versickern und fließen in unterirdischen Höhlensystemen weiter. Das Gebirge setzt sich aus mehreren parallelen Bergketten zusammen. In dieser Region befindet sich der Nationalpark der Plitvicer Seen. Höchste Erhebung der Gebirgsregion, die etwa 20 Prozent des kroatischen Territoriums einnimmt, ist der Dinara mit einer Höhe von 1 838 Metern; über ihn verläuft die Grenze zu Bosnien und Herzegowina.

Zur adriatischen Region gehören etwa 30 Prozent der Landesfläche. Diese Region reicht von der Halbinsel Istrien im Norden bis zur (montenegrinischen) Bucht von Kotor. Von der Küste bis zum Dinarischen Gebirge erstreckt sich entlang des Adriatischen Meeres die Landschaft Dalmatien. Die dalmatinische Küste ist über weite Strecken eine typische Canale-Küste. Die Täler der in das Adriatische Meer mündenden Flüsse wurden durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels überflutet. Die Steilküste erhielt somit ihr abwechslungsreiches Landschaftsbild. Der Küste vorgelagert sind zahlreiche Inseln. Größte dieser Inseln sind mit jeweils etwas mehr als 400 Quadratkilometern Krk und Cres.

Klima

Im Landesinneren herrscht kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern vor. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Sommer um 23 °C, im Winter um den Gefrierpunkt. Im Nordosten Kroatiens liegen die Jahresniederschläge um 700 Millimeter. Wesentlich feuchter ist es an der adriatischen Küste; dort ist das Klima mediterran mit milden, regnerischen Wintern (Januarmittel um 7 °C) und warmen, trockenen und sehr sonnigen Sommern (Julimittel um 24 °C). Am regenreichsten sind die küstennahen Gebirge mit Jahresniederschlägen von bis zu 3 000 Millimetern.

Die mittleren Temperaturen liegen in Zagreb im Januar bei 0 °C und im Juli bei 24 °C, in Dubrovnik betragen die Werte im Januar 9 °C und im Juli 25 °C.

Flora und Fauna

In der adriatischen Region gedeiht mediterrane Vegetation. Verbreitet wachsen Zedern, Zypressen, Pinien und Agaven. Die durch Verkarstung geprägten Gebiete sind durch Macchie geprägt. Nach weitgehender Abholzung der ehemals waldbedeckten Flächen konnte sich die ursprüngliche Vegetation hier nicht mehr entwickeln. Im Dinarischen Gebirge ist in den Tieflagen Eiche die vorherrschende Baumart. Mit zunehmender Höhe werden Eichen verstärkt von Buchen und Nadelhölzern abgelöst. Im Zwischenstromland zwischen Save und Drau wurde der Wald zur Ausweitung der Agrarfläche abgeholzt.

Die Küstenregion bietet zahlreichen Reptilien (u. a. Schildkröten und Eidechsen) geeigneten Lebensraum. In den gebirgigen Gebieten leben Hasen, Füchse, Luchse, Wiesel, Otter, Braunbären, Rotwild, Marder, Wildschweine, Wildkatzen, Wölfe und Mufflons (wilde Schafe) sowie Raubvögel. Auch die Insektenfauna ist artenreich vertreten. Typische Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind Grottenolme.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Kroatiens beträgt etwa 4,78 Millionen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 85 Einwohnern je Quadratkilometer. Am dichtesten besiedelt sind die Küstengebiete und die pannonische Region. Stärkste ethnische Gruppe sind mit einem Anteil von 78 Prozent die Kroaten; etwa 12 Prozent sind Serben. Die Serben in der Krajina (in Zentral- und Westkroatien) wurden nach der Eroberung des Gebiets durch kroatische Truppen im August 1995 weitgehend vertrieben. Außerdem leben Bosnier, Ungarn, Slowenen, Tschechen, Italiener, Albaner sowie Sinti und Roma im Land. In den vergangenen Jahren gab es in Kroatien zum Teil massive Flüchtlingsbewegungen, die zu Veränderungen der Bevölkerungsanteile führten. Das durchschnittliche Bevölkerungswachstum beträgt 0,7 Prozent im Jahr.

Wirtschaft

Kroatien war eine der wohlhabendsten der sechs ehemaligen Teilrepubliken der Volksrepublik Jugoslawien. Hier wurden Ende der achtziger Jahre, als die Bestrebungen zur staatlichen Unabhängigkeit forciert wurden, Schätzungen zufolge etwa 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des gesamten Landes erwirtschaftet. Die kroatische Volkswirtschaft war strukturell relativ ausgewogen, verzeichnete jedoch schon vor Einsetzen der Kriegshandlungen (Mitte 1991) Produktionseinbrüche.

1990 gingen 500 Staatsbetriebe bankrott, 1991 sank im ersten Quartal die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Nach dem Ausbruch des Krieges im Juni 1991 begann die Talfahrt der kroatischen Wirtschaft. 1990 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 5 205 US-Dollar pro Kopf; damit lag Kroatien weit über dem Durchschnitt der einzelnen jugoslawischen Teilrepubliken. Bis 1992 war das BIP fast auf die Hälfte zurückgegangen, stieg danach aber wieder an. Die Kosten für die Aufnahme von mehr als 630 000 Flüchtlingen beliefen sich Ende 1992 auf etwa 50 Millionen US-Dollar pro Monat. Dies entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Staatsausgaben.

Die Kämpfe hielten 1992 an und eskalierten im Januar 1993, als kroatische Truppen versuchten, von den Serben besetzte Gebiete zurückzuerobern. Ende 1993 begann sich die Wirtschaft allmählich zu erholen. Im Januar trat die Republik dem Internationalen Währungsfonds und im April der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) bei. Bis zum Ende des Jahres hatte die Regierung ein Rücklagevermögen in Devisen von 1,5 Milliarden US-Dollar angesammelt und im Rahmen eines Wirtschaftsreformprogramms die meisten Betriebe des Landes privatisiert. Nach der Dürre von 1992 gelang es, die landwirtschaftliche Produktion um 20 Prozent zu steigern. Die Arbeitslosenrate betrug selbst 1996 immer noch 17 Prozent und war damit überaus hoch. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist in einigen Gebieten nach wie vor unzureichend. Die durch die Kriegshandlungen verursachten Schäden belaufen sich nach Schätzungen auf über 20 Milliarden US-Dollar.

Geschichte

Vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. gehörte das Gebiet des heutigen Kroatien zur römischen Provinz Pannonien. Die Awaren, ein asiatisches Nomadenvolk, eroberten die Region im 6. Jahrhundert. Sie wurden im 7. Jahrhundert von den einwandernden Kroaten (einem südslawischen Volk) vertrieben. Diese wurden in der Folgezeit von den Franken besiegt. Später wurde die Region in die Herzogtümer Kroatien und Slawonien aufgeteilt. 925 entstand das unabhängige Königreich Kroatien, das bis zum Ende des 11. Jahrhunderts bestand, als eine Periode der politischen Anarchie zur Intervention Ungarns führte. Es entstand ein gemeinsames Reich mit Ungarn (1102-1918). Durch die Niederlage der Ungarn in der Schlacht bei Mohács (1526) kam das gesamte Territorium unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches. Um im Kampf gegen die Türken Unterstützung zu finden, schlossen sich Ungarn und Kroatien dem Habsburger Kaiserreich an. Als die Türken 1699 geschlagen wurden, endete die osmanische Herrschaft über Ungarn und Kroatien, die nun Teil des Habsburgerreiches wurden.

Obwohl Istrien und Dalmatien zwischenzeitlich von Venedig und Frankreich kontrolliert wurden, war Kroatien bis zur Ungarischen Revolution (von 1848 bis 1849) ein autonomes Königreich, das zum Habsburgerreich gehörte. 1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, Kroatien wurde im folgenden Jahr der ungarischen Krone unterstellt. 1881 schloss sich Kroatien offiziell mit Slawonien zusammen. Mit dem Ende der Habsburgermonarchie nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) endete die Verbindung Kroatiens mit Österreich-Ungarn.

1. Weltkrieg
Im 1. Weltkrieg kämpften Kroaten und Serben größtenteils gemeinsam mit dem Ziel, ein vereinigtes Königreich aller südslawischen Völker zu errichten. Nach dem Sturz der Habsburgermonarchie wurde Kroatien am 1. Dezember 1918 Teil des unabhängigen „Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen" mit König Alexander I. an der Spitze. Als die Konflikte zwischen den Kroaten und Serben zu größeren nationalen Spannungen führten, verstärkte Alexander die Kontrolle über das Land und benannte das Königreich 1929 in Jugoslawien („Land der Südslawen") um. Die Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen hielten jedoch an, und die Nachkriegsgeschichte des Staates wurde vom Kampf der Kroaten nach größerer politischer Unabhängigkeit gekennzeichnet. 1934 wurde Alexander von einem kroatischen Extremisten ermordet. Die faschistische Ustascha-Bewegung fand bei der unzufriedenen kroatischen Landbevölkerung allmählich Zustimmung. 1939 wurde ein Gebiet abgegrenzt, das den Namen Kroatien erhielt und annähernd den heutigen Grenzen der Republik entspricht.

2. Weltkrieg
Nach dem Einmarsch deutscher und italienischer Truppen in Jugoslawien 1941 während des 2. Weltkrieges wurde der unabhängige Staat Kroatien gegründet. Dieser Staat entstand als Folge der Invasion und Auflösung Jugoslawiens durch die Achsenmächte. Italien erkannte den faschistischen Staat unter dem Ustascha-Regime an. Es begann ein Völkermord gegen Einwohner nichtkroatischer Abstammung. Tausende von Juden, Serben, Roma und kroatischen Regimegegnern wurden ermordet. Die restlichen Kriegsjahre kämpften Kroaten und Serben gegeneinander. Die antifaschistischen Partisanen unter der Führung des Kroaten Josip Broz Tito bekämpften das von Italien gestützte Ustascha-Regime, das 1944 zusammenbrach. Nach Kriegsende versuchte Tito, die verschiedenen Teile Jugoslawiens auszusöhnen, und gründete die Volksrepublik Jugoslawien, mit Kroatien als einer ihrer Teilrepubliken. Nach dem Friedensvertrag mit Italien (1947) fiel ein Großteil Istriens, ein ehemals italienisches Gebiet, an Kroatien. Alle Versuche, den Nationalismus wieder aufleben zu lassen, wurden unterdrückt.

Ära Tudjman
Nach Titos Tod 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der achtziger Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie Forderungen nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien entwickelt. Kroatische Dissidenten, wie Franjo Tudjman, erlangten bei der kroatischen Bevölkerung großen Zuspruch. Nachdem die geschwächte jugoslawische Regierung ein Mehrparteiensystem zugelassen hatte, gründete Tudjman 1990 die Kroatische Demokratische Union (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem größeren Kroatien löste bei den kroatischen Serben Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen die Mehrheit der Parlamentssitze, und Tudjman wurde zum Präsidenten gewählt. Er versuchte anfangs, Befürchtungen der Serben zu beschwichtigen, indem er Zugeständnisse machte, wie die Ernennung eines serbischen Vizepräsidenten. Die serbische Bevölkerung wurde jedoch zunehmend ausgegrenzt. In der von Serben dominierten Region Krajina organisierten sich die Serben und forderten ein Referendum über die Autonomie der vorwiegend von Serben bewohnten Gebiete. Die überwältigende Mehrheit der Serben sprach sich für eine Autonomie aus, und die von Serben dominierten Gebiete begannen, Autonomieerklärungen zu verabschieden. Bis Dezember hatten drei Gebiete ihre Autonomie ausgerufen: Krajina, Ostslawonien und Westslawonien. Die ersten beiden Regionen wurden hauptsächlich von Serben bewohnt, Westslawonien überwiegend von Kroaten. Tudjmans Regierung erkannte die autonomen Gebiete nicht an. Als sich die Kroaten im Juni 1991 dafür aussprachen, sich von Jugoslawien zu lösen und ihre Unabhängigkeit zu erklären, stellte sich die serbische Minderheit von 600 000 Einwohnern gegen diesen Entscheid und forderte den Verbleib innerhalb der jugoslawischen Republik oder einen Anschluss an einen „großserbischen" Staat. Ab März 1991 kam es immer häufiger zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Volksgruppen, die sich bald zu einem Bürgerkrieg ausweiteten. Ende 1991 hatten die Serben, mit der Unterstützung der von Serben dominierten jugoslawischen Volksarmee (JVA), fast ein Drittel des Territoriums unter ihrer Kontrolle. Im Dezember waren sowohl die Europäische Gemeinschaft (EG, heute Europäische Union) als auch die Vereinten Nationen an Schlichtungsverhandlungen in Kroatien beteiligt. Die drei autonomen Gebiete hatten sich zur „Republik Serbische Krajina" zusammengeschlossen.

Unabhängigkeit
Deutschland erkannte die Republik Kroatien am 23. Dezember 1991 als selbständigen Staat an. Die restlichen EG-Staaten schlossen sich am 15. Januar 1992 an und leiteten damit die internationale Anerkennung des Staates ein. Am 2. Januar, vor der Anerkennung durch die EG, wurde zwischen der JVA und der kroatischen Nationalgarde ein Vertrag über einen Waffenstillstand unterzeichnet. Die UN entsandte im Februar 14 000 Mann starke Friedenstruppen (UNPROFOR) zur Überwachung des Rückzugs der JVA aus Kroatien und der Demilitarisierung der drei serbischen Enklaven. Die UNO-Truppen hatten jedoch nur begrenzten Erfolg. Obwohl sich die JVA zurückzog, behielten Einheiten der kroatischen Serben die Kontrolle über das Gebiet, das sie 1991 durch die Vertreibung der 300 000 in Ostslawonien lebenden Kroaten annektiert hatten. Im Juni kam es erneut, trotz UN-Präsenz, zu einem Ausbruch der Kämpfe, als die kroatischen Streitkräfte versuchten, die serbisch besetzten Gebiete zurückzuerobern. 1992 hatte Kroatien begonnen, die Kroaten in Bosnien und Herzegowina zu unterstützen, die ein Drittel des bosnischen Territoriums eingenommen und den kroatischen Splitterstaat Herceg-Bosna gegründet hatten, dessen nationalistisch gesinnte Vertreter für einen Zusammenschluss mit Kroatien plädierten. Die EG drohte mit Sanktionen, falls Kroatien seine militärischen Einmischungen in Bosnien und Herzegowina nicht beenden würde.

Andauernde Kämpfe
Mitte 1993 wurde deutlich, dass der Vance-Owen-Friedensplan des britischen Politikers und Vertreters der EG, Lord David Owen, und des UN-Vertreters Cyrus Vance gescheitert war. Im Januar 1993 durchbrach Kroatien die Linien der UN-Friedenstruppen und startete eine neue Offensive gegen die serbische Enklave Krajina, woraufhin die Föderative Republik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) mit einer Intervention drohte. Es kam das ganze Jahr über zu vereinzelten Kämpfen. Das UN-Friedensmandat wurde vom Sicherheitsrat der UN im Oktober verlängert. Die Verhandlungen wurden fortgesetzt, und am 19. Januar 1994 wurde ein bilateraler Vertrag zwischen Kroatien und Serbien unterzeichnet, der die Wiederherstellung der Kommunikations- und Transportverbindungen zwischen den beiden Republiken vorsah. Die kroatischen Serben hielten zu diesem Zeitpunkt immer noch etwa 30 Prozent des kroatischen Territoriums besetzt, und der serbische Präsident Slobodan Miloseviç weigerte sich, den Vertrag um eine Klausel zur gegenseitigen Anerkennung zu erweitern. Im März 1994 unterzeichneten die bosnische Regierung, die bosnischen Kroaten und Kroatien einen Vertrag zur Gründung einer Föderation der bosnischen Muslime und Kroaten und deren spätere Einbindung in einen Staatenbund mit Kroatien. Die Situation zwischen Kroaten und den kroatischen Serben blieb gespannt. Nur durch die Präsenz der UN-Truppen wurde der Waffenstillstand aufrechterhalten.

Der instabile Frieden in Kroatien geriet im Januar 1995 in Gefahr, als Tudjman erklärte, dass das UN-Friedensmandat am 31. März ablaufen würde und die Friedenstruppen bis Juni das Land verlassen müssten. Die kroatische Regierung befürchtete, dass die Präsenz der UN-Friedenstruppen die serbischen Ansprüche auf die Krajina und andere autonome Gebiete festigen würden. Anfang Mai 1995 überschritten die kroatischen Einheiten die Linien der UN-Truppen und brachten die von Serben besetzte Enklave Westslawonien wieder unter ihre Kontrolle. Im August 1995 eroberten kroatische Truppen die Krajina, die ansässige serbische Bevölkerung wurde vertrieben. Einen Monat später wurde in Ostslawonien ein Waffenstillstand geschlossen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss im Januar 1996 die Entsendung von etwa 5 000 Soldaten und zivilen Beobachtern, die das Gebiet bei der Wiedereingliederung in kroatisches Staatsgebiet begleiten sollten.

Bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer im Oktober 1995 setzte sich die von Präsident Tudjman geführte Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) als stärkste Partei durch. Zur gegenseitigen Anerkennung zwischen Kroatien und der Föderativen Republik Jugoslawien kam es am 23. August 1996. Internationale Aufwertung erlebte Kroatien durch die Aufnahme in den Europarat am 6. November 1996. Das Land ist der 40. Mitgliedsstaat in dieser Organisation, der vorher bereits Slowenien und Makedonien beigetreten waren.

Bei den Kommunal- und Oberhauswahlen am 13. April 1997 behauptete die von Präsident Tudjman geführte HDZ ihre Vormachtstellung.

Dalmatien

Dalmatien, Landschaft in Kroatien, mit kleineren Teilen in Montenegro, Bosnien und in der Herzegowina. Sie erstreckt sich über eine Länge von 338 Kilometern entlang der Küste des Adriatischen Meeres, ist durchschnittlich 56 Kilometer breit und besitzt eine Fläche von 12 950 Quadratkilometern. Das Dinarische Gebirge trennt die Küste vom Hinterland. Neben der durch Buchten und Einschnitte stark gegliederten Küste umfasst Dalmatien die zahlreichen vorgelagerten Dalmatinischen Inseln. Die Bucht von Kotor bildet einen natürlichen Hafen. Flüsse, deren Quellen in den Karstbergen östlich des Küstengebiets liegen, stürzen steil zur Küste ab. Split ist die wichtigste Stadt der Region.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Griechen Kolonien im Königreich Illyrien, zu denen Dalmatien damals gehörte. Als die Römer Illyrien im 1. Jahrhundert n. Chr. nach jahrelangen Kämpfen unterworfen hatten, entwickelten sich die griechischen Kolonien zu wohlhabenden Städten. Awaren eroberten im 7. Jahrhundert große Teile Dalmatiens, darunter die meisten dalmatinischen Städte, und gründeten Split. Um 640 n. Chr. unterwarfen die Kroaten die Awaren. Dalmatien war bis zur Vereinigung von Kroatien und Ungarn (1102) Teil des Königreiches Kroatien. Von 1115 bis 1420 war Dalmatien Schauplatz zahlloser Kämpfe zwischen Ungarn und Venedig. Bis 1797 wurden die Inseln und Küstenstädte von Venedig beherrscht. Nach der Französischen Revolution wurde Dalmatien Kronland des österreichischen Kaiserreiches. Durch den Vertrag von Rapallo (1920) fiel es nach der Niederlage der Mittelmächte im 1. Weltkrieg an das spätere Königreich Jugoslawien. Im 2. Weltkrieg annektierte Italien erneut den größten Teil der dalmatinischen Küste (1941), musste ihn aber 1945 wieder an Jugoslawien abtreten. 1991 wurde die Region nach der Unabhängigkeit der bisherigen jugoslawischen Teilrepublik Kroatien Kriegsgebiet. In Kroatien lebende Serben kämpften gegen kroatische Milizen. 1994 waren noch 25 Prozent des Staatsgebiets Kroatiens einschließlich Teilen Dalmatiens unter serbischer Kontrolle. Am 14. Dezember 1995 wurde das Daytoner Friedensabkommen von den Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosniens unterzeichnet.