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Marokko (französisch Maroc), Staat in Afrika, grenzt im W an den
Atlantik, im N an das Mittelmeer, im O und SO an Algerien, im S an Westsahara.
Staat und Recht
Konstitutionelle Monarchie; Verfassung von 1972 (mit Änderungen von
1996). Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive ist der König. Die
Legislative wird vom Zweikammerparlament gebildet (Repräsentantenhaus mit 333
direkt gewählten Abg.; Kammer der Räte, deren Mgl. zu 3/5 von regionalen
Körperschaften und zu von Gewerkschaften und Berufsverbänden entsandt
werden). Parteien, auf die sich der König stützt, sind Union
Constitutionelle (UC), Rassemblement National des Indépendants (RNI), Parti
National Démocrate (PND) und Mouvement Populaire (MP); wichtigste
Oppositionskräfte sind Union Socialiste des Forces Populaires (USFP) und
Parti d'Istiqlal (PI).
Landesnatur
Von der atlant. Küstenebene steigt M. allmählich zur zentralen Meseta
an, die wiederum in den Mittleren und Hohen Atlas (bis 4 165 m) übergeht.
Jenseits des Gebirges liegen das Becken von Oued Sous, der Antiatlas, die
nordsahar. Hammadas und die ostmarokkan. Hochplateaus. Parallel zur
Mittelmeerküste erhebt sich der Rifatlas. M. liegt im Übergangsbereich vom
mediterranen zum sahar.-kontinentalen Klima; Wald- und Strauchvegetation im
Gebirge, im NO Alfagras und östlich des Hohen Atlas Halbwüste.
Bevölkerung
Über 50 % der E sind Araber, rd. 40 % Berber, der Rest Franzosen, Spanier
und Algerier. Etwa 99 % sind Muslime.
Wirtschaft, Verkehr
Die wichtigsten Bereiche sind Landwirtschaft (exportorientierter Anbau von
Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Wein, Baumwolle und Ölbäumen), Phosphatabbau und
Tourismus. An Bodenschätzen werden weiterhin Mangan-, Kobalt-, Blei-, Zink-
und Kupfererze, Baryt, Steinkohle, Erdöl und Erdgas abgebaut. Nahrungsmittel-
und Textil-Ind. sind die wichtigsten Ind.zweige. Das Eisenbahnnetz ist 1 779
km, das Straßennetz 57 592 km lang. Wichtigster Hafen ist Casablanca.
Internat. ? bei Rabat und Casablanca.
Geschichte
Das von selbstständigen Berberstämmen bewohnte heutige M. kam um 40 n.
Chr. zur röm. Prov. Mauretania Tingitana. Im 5. Jh. von den Vandalen, im 6.
Jh. von Byzanz und 705-708 von den Arabern erobert, war M. seit dem 8. Jh.
unter verschiedenen islam. Dynastien selbstständig, seit 1669 unter den noch
heute regierenden Hassaniden (Alawiden). Im 16. und 17. Jh. begannen enge
polit. Beziehungen zu Frankreich, das seine Vormachtstellung in den
Marokkokrisen festigen konnte: 1912 wurde M. frz. Protektorat (ohne Tanger und
das ebenfalls als Protektorat anerkannte span. Interessengebiet). In der
Folgezeit unterdrückte Frankreich mehrere Aufstände (u. a. den der
Rifkabylen 1920-26). 1955/56 wurden das frz. und das span. Protektorat
aufgehoben, 1956 erlangte M. seine Unabhängigkeit als Kgr. unter dem ehem.
Sultan Mohammed V.; seit 1962 regiert sein Sohn Hassan II. Zu scharfen
Auseinandersetzungen mit Algerien und Mauretanien kam es 1975/76 wegen der
Entkolonialisierung der Span. Sahara; diese wurde im April 1976 zw.
Mauretanien und M. aufgeteilt, wobei M. sich 1979, nachdem Mauretanien der
FPOLISARIO gegenüber auf seinen Teil der Westsahara verzichtet hatte, auch
diesen eingliederte. Durch eine Verfassungsreform kam es 1992 zu einer
geringfügigen Demokratisierung; bei den nach neun Jahren erstmals wieder
abgehaltenen Parlamentswahlen erzielte 1993 die (königstreue) Opposition
beträchtl. Stimmenzugewinne. Eine für 1992 vorgesehene Volksabstimmung über
die Unabhängigkeit der von M. annektierten Westsahara wurde 1993 verschoben.
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