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Last Update
13. März 2010 |
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Teil
1: die philosophische Sicht: Noch knappe 2 Monate bis zur Abreise! Der
Zeitpunkt, wo mein jetziges Leben endet und das Neue anfängt naht!
Eigenartig, dass sich nicht einfach ein absolutes Hochgefühl angesichts der
Wahnsinnsfreiheit, auf Reisen gehen zu können, einstellt.
In mir herrschen im Moment zwiespältige Gefühle vor. Einerseits hänge ich
sehr an meiner Familie, meinem Job, meinen Freunden, meiner Wohnung und ja,
auch meiner Heimat, dem Zugerland. Auf der anderen Seite ruft das Abenteuer,
das Unbestimmte und wohl ziemlich Verrückteste, was ich überhaupt jemals
getan habe. Ich meine, natürlich war ich auch schon früher auf Reisen,
damals 1995 in Neuseeland und der Südsee, für ein halbes Jahr.
Doch
jetzt ist alles anders. Abreise und Reisevehikel sind fix. Alles andere ist
offen, wohin wir gehen, wann wir wo sein werden, wo wir wie lange bleiben ist
noch nicht bestimmt. Wie lange es dauert? Keine Ahnung! Soweit es reicht, das
Geld, der Mut, die Zuversicht und wohl auch die Lust.
Ich meine, früher bin ich des öfteren "abgehauen". Aber da war es
eben genau in diesem Sinne: Abhauen. Entweder stimmte der Job nicht oder die
Partnerschaft, vielleicht aber auch nur fehlende Abwechslung? Wer weiss? Auf
alle Fälle Fluchtgedanken.
Doch
jetzt, keine Fluchtgedanken plagen mich, im Gegenteil, noch nie stimmte soviel
wie heute und trotzdem geh ich weg. Wieso? Das ist die grosse Frage, wieso
mach ich das? Ich werd das hier versuchen zu beantworten. Wen interessiert's?
Wohl kein Schwein. Aber das ist eigentlich egal. Die Homepage (übrigens eine
üble Idee, will wohlüberlegt sein, das sag ich euch, welch Zeitverschleiss!)
hat neben ihrem Effekt, Zeit zu fressen auch ihre guten Seiten (hä?). Ja,
für mich war und ist es noch, eine Möglichkeit, mich mit der bevorstehenden
Reise auseinander zu setzen.
Nun
also, wieso? Im Grunde betrachte ich es als Chance. Das Leben besteht, meiner
Meinung nach, aus lauter Chancen, aus lauter Gelegenheiten, verpassten wie
auch genutzten. Wohin mich das Leben führt, wenn ich eine ergreife weiss ich
nur, wenn ich es tue.
Mir
ist bewusst, dass ich privilegiert bin. Ich bin privilegiert, weil ich gesund
bin, weil ich jung bin, weil ich unabhängig bin und aus noch vielen anderen
Gründen. Wie dumm und verschwenderisch, wenn ich doch dieses Privileg, was
ich als Basis und eine Art Gabe betrachte, nicht nutze. Ich bin enorm dankbar
für das, was ich habe und mag nicht dem nachtrauern, was ich nicht habe, denn
das, was ich habe, ist doch allerhand!
Der Grund, wieso ich bald nur noch unterwex sein werde und ohne festes Domizil
liegt vielleicht aber auch in einem Nomaden-Gen, welches sich über zig-Jahren
hindurchgeschleust hat und nur darauf gewartet hat, sich endlich zu
manifestieren. Wenn ich es recht überlege, liegt diese Erklärung ziemlich
nah, denn seit ich hier als Silvana über die Erde wandle, bin ich mehr als
25x umgezogen. Na, wenn das kein Beweis ist!
Eine
andere Motivation liegt in der Abenteuerlust. Zu schauen, was hinter der
nächsten Ecke ist, immer weiter zu gehen und zu entdecken, was (von mir) noch
nicht entdeckt wurde und zu suchen ohne eine Ahnung davon zu haben, was ich
finde könnte, finde ich spannend. Also, ich bin schon mitten im Suchen und
Finden! Das ist für mich das grosse Abenteuer: Neue Wege gehen, neue Wege
suchen, Wege und Möglichkeiten finden und vielleicht sogar ein bisschen mich selbst
dabei finden...
Teil
2: Tagtägliches Allerlei: Seit längerer Zeit weiss ich ja, dass
es losgeht, seit einiger Zeit weiss ich, dass es am 1. April 2003 losgeht und
seit kurzem (seit Jahresbeginn) weiss ich, dass es schon bald losgeht! Genauso
erging es mir mit der Planung dieser Reise. Ewig liegt es in ferner Zukunft
und plötzlich vor der Türe. Also seit etwa Weihnachten, als ich anfing,
diese Homepage zu machen, rückte alles in spürbare Nähe, die Kündigungen
für Job und Wohnung waren erledigt. Endlich kamen wir in die Gänge und
fingen an, konkret uns zu überlegen, ja, was denn, wie denn, wo denn! Seither
nimmt es tagtäglich Formen an. Teile für den Camper mussten noch besorgt,
gewisse Versicherungen, Verträge aufgelöst und umgestaltet werden,
Bankregelungen eingerichtet werden usw.
Schritt für Schritt geht's auf die Deadline zu und das Gefühl dabei ist wie,
ja wie denn, schwer zu sagen. Mit einem Bild würde ich es so ausdrücken: Ich
sitze auf einem Floss, das Wasser im Fluss fliesst immer schneller, zwar hab
ich nach und nach mich besser eingerichtet, sprich, Ballast abgeworfen,
passende Segel gesetzt,
weiss woher der Wind bläst und um welche nächste Kurve mich das Floss
trägt, aber ob das Ding hält und wie weit und was hinter der nächsten Kurve
echt auf mich wartet, da hab ich nur eine vage Ahnung! Aber gespannt bin ich
wie ein Bogen und bereit wie Pfeil! Ha!
Teil
3: Wie fing das alles eigentlich an?: Also, das war so. Dominik
gestand mir eines Tages, welchen Traum er insgeheim hegt, nämlich, alles
stehen und liegen lassen und auf Reisen gehen. Mit einfachem Budget auskommen,
die Freiheit geniessen und sich die grosse weite Welt zur Heimat machen.
Anders gesagt, nichts haben heisst alles haben. Bei mir kam das an wie die
Nachricht einer guten kleinen Fee, welche spricht: du hast einen Wunsch frei,
er sei dir gewährt! Das, wovon ich schon immer geträumt hatte, aber in so
weite Ferne gerückt war, dass ich mich schon fast gar nicht mehr daran
erinnert hätte, kam plötzlich in greifbare Nähe! Wow! Da war er bei mir an
der richtigen Adresse! Natürlich, sofort, warum auch nicht! Was könnte mich
hindern, so eine nette, verrückte, kleine grosse Idee in die Tat umzusetzen?
Nichts!
Teil
4: Was sind meine geheimen Hoffnungen: Dass der Süden mich mit
seiner warmen grossen Offenherzigkeit in die Arme schliesst und sagt, herzlich
willkommen! Ich hoffe, dass Europa doch nicht so klein ist, wie das im
Internet immer so erscheint. Hoffe auch, dass sich mein ureigener Rhythmus
zurückmeldet und mich genussvoll durch die Zeit geleitet. Wünsche mir viele
nette Menschen und eine Vielfalt von Sichtweisen kennen zu lernen, ganze andere
Lebensmöglichkeiten ins Auge fassen zu können und auf ganz andere Ideen zu
kommen!
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