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07. September 2011
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Meine treuen Begleiter: Zorro & Luke

Bildergalerie

Zorro war seit Mai 2003 mein treuer Begleiter. Er war immer und überall mit dabei. Auf allen Reisen, bei allen Provisorien, im Bus, im Womo und natürlich auch später  in Frankreich.  Im Juli 2010 verstarb er bei einem Unfall. Der Verlust ist gross und der Schmerz arg. Zorro wird in meinem Herzen immer der sein, der mir den richtigen Weg wies. Ein kleiner Hund mit einer grossen Seele.

Luke ist im November 2007 dazugekommen. Da ich hier in Frankreich soviel Platz habe und das alleinstehende Haus geradezu nach einem Wächter, ein wenig eindrücklicher als Zorro, ruft, und ich auch für Zorro einen Kollegen haben wollte, suchte ich in Chalon-sur-Saône das Tierheim auf und wurde auch gleich fündig. Aber mehr zu Lukes Geschichte weiter unten.

EL  ZORRO

Zorro wurde vermutlich Mitte Januar 2003 geboren. Er wurde zusammen mit seiner Schwester am Strand von Malaga gefunden. Irgendwelche Leute mit einem guten Herzen haben die beiden zu einem Tierarzt gebracht, der sie wiederum in die Tierstation Esperanza in Pizarra weitergab. Etwa einen Monat später tauchten wir auf und holten Zorro aus seinem vorläufigen Daheim zu uns in den VW-Bus. Seitdem ist er mein ständiger Begleiter. Er begleitet mich auf all meinen Reisen und Lebenswegen. Immer und überall mit dabei, wie ihr in der Bildergalerie sehen könnt.

Zorro heisst auf spanisch Fuchs und so sieht er auch aus. Er ist eine spanische Strandpromenadenmischung. Sicherlich hat er Podenco (Spanischer Jagdhund) drin, aber sicherlich auch noch viele andere Rassen. Seine Augen wechseln zwischen Gold und Grün. Er ist ein enorm liebenswerter Hund, klug, frech, ein Kuschelexperte und extrem nasengesteuert.

Die Tierstation Esperanza ist eine Schweizer Einrichtung, welche von Spendengelder lebt und eher eine Art Quarantänestation ist und kein Tierheim. Roni, der dort die ganze Sache schmeisst ist ein Idealist, der für sozusagen Gotteslohn die Hunde und Katzen betreut, gut vermittelbare Hunde von Tierheimen holt oder von sonst woher bekommt und diese dann geimpft und als gesund befunden in die Schweiz bringt bzw. bringen lässt.

Zorro fügte sich von Anfang an ohne Probleme in unseren damaligen Tagesablauf ein (machte wie wir Siesta, schlief in der Nacht durch) und entpuppte sich auch sonst als sehr anpassungsfähig. Im VW-Bus schlief er immer in seinem Körbchen, welches wir für die Nacht in den Fussraum der Vordersitze stellten. Dort hatte er einen ungestörten Platz und auch wir hatten im VW-Bus wieder ein wenig mehr Freiraum. Im Womo lag er beim Fahren in seinem Stoffkorb, der zwischen den Vordersitzen eingeklemmt ist und zum Schlafen oder Ausruhen legte er sich meist auf den Copilotensitz oder unterhalb im Fussraum. Wenn er Nähe suchte, lag er zu unseren Füssen unter dem Tisch.

Der Kleine war am Anfang ziemlich schwach und es brauchte einiges, bis er kräftiger wurde. Eine schwache Hinterhand hatte er von Anfang an. Aber da er so zierlich gebaut ist und kein Übergewicht herumzuschleppen hat, war das bis zum Sommer 2006 kein Problem.
Auch sonst war er einseitig entwickelt. Das Spielen musste er erst lernen. "Güderfressen" tut er heute kaum noch. Er macht eigentlich nie grosse Dummheiten, zernagt keine Dinge und kläfft nicht blöd herum. Er hat überhaupt kaum schlechte Eigenschaften. Ein Übel habe ich mit ihm. Ich kann ihn nicht alleine in einem Haus lassen. Im Womo geht das. Kein Problem. An das Haus ist er sich nicht gewöhnt. Aber da kann er ja nichts dafür. Das werden wir wohl noch üben müssen. Wenn er ungeduldig ist, dann kann er in allen Tonlagen jammern, jaulen und weitere komische Heulgeräusche von sich geben. Dabei hüpft er ungeduldig umher und macht die ganze Welt (vor allem mich) konfus. 
Im Buddeln ist er auch gut. Auch hat er sich mittlerweile zu einem Mäuse- und Eidechsenfänger entwickelt, was nicht immer Freude macht! 

Sein besonderes Talent ist, dass er mit allen, wirklich allen Hunden zurecht kommt. Er schliesst sogar mit Kettenhunden Freundschaft! Auf unseren Reisen hat er viele Hundebekanntschaften geschlossen und dabei einiges gelernt. Bis jetzt ist immer alles gut gegangen und ich hoffe, das bleibt auch so. Allerdings habe ich ihn auch schon sozusagen um sein Leben rennen sehen. Gut, dass er ziemlich schnell und wendig ist, denn die meisten, die ernsthaft gefährlich werden könnten, sind nicht so flink wie er.  

Teilweise ist es im Süden fast zu heiss für einen Hund, auch für einen wie ihn, der ja dort geboren wurde. Mir scheint, Hunde ertragen Sonne ganz unterschiedlich und unabhängig von der Rasse und Fellfarbe. Vor allem wenn wir am Strand Sonnenbaden wollten, war er da gar nicht immer einverstanden. Also nahmen wir unseren Sonnenschirm stets nur für ihn mit. Zusätzlich hat er sich jeweils den heissesten Sand weggebuddelt und ist in den darunter kühleren gelegen. 

Auf Wanderungen schöpften wir immer jede Möglichkeit aus, um ihn baden zu lassen. Jeder Dorfbrunnen und jedes Bächlein ist dafür gut. Und wenn gar kein Bad möglich war, hab ich ihm das Gesicht und den Bauch nass gemacht. Gut, dass er Wasser mag. Auch schon war das Meer die einzige Rettung vor einer Hundemeute. Nie habe ich freie Hunde im Süden erlebt, die freiwillig ins Meer gingen. Sie waren auch jedes Mal völlig irritiert über Zorros Verhalten!

So riskant es mir am Anfang erschien, mir einen Hund auf so einer Reise dazuzutun, so überzeugt bin ich heute von der Richtigkeit dieser Entscheidung. Nie hätte ich Zuhause genügend Zeit für so ein junges Tier aufwenden können. Nie hätte ich denselben Genuss gehabt und soviel lernen können. 

Ich kann es nur empfehlen, mit einem Hund herumzureisen. Gerade wenn man alleine reist, hat man mit einem Hund einen idealen Partner, der fast bei allem mitmacht. Aber auch sonst bringt er mit seiner natürlichen Ausgeglichenheit und steter Frohnatur immer wieder alle meine Verstimmungen ins richtige Lot.  Natürlich gibt es auch Orte und Einrichtungen, die mit einem Hund nicht zu besichtigen sind. Aber mittlerweile ist er genug alt, so dass ich ihn auch mal für ein paar Stunden alleine im Womo lassen kann. Allerdings würde sich das im Hochsommer schwieriger gestalten als in den Übergangszeiten, in denen ich unterwex war.  

Im Süden habe ich extrem viele streunende Hunde angetroffen. Teilweise ganz ausgehungert und alleine herumstreunend. Des öfteren aber mindestens zu zweit und manchmal in richtigen Rudeln unterwex. Ganze Hundefamilien traf ich an. Manchmal die schönsten sympathischsten Hunde, manchmal hässlich und krank und ab und zu mit kaputten Beinen. Viele habe ich gefüttert und behalten hätte ich einige wollen, aber im Grunde habe ich mit meinem Waisenknaben schon genug zu tun. 

Mittlerweile ist Zorro bald fünf Jahre alt. Vor gut einem Jahr war der Moment da, wo er sein HD-Problem nicht mehr "vertuschen" konnte. Er lahmte und es wollte auch nicht besser werden. Die Röntgenaufnahmen zeigten, wie arg beide Hüftknochen ausserhalb der Pfanne lagen. Da half nur eine Operation. In Zorros Fall machte man jene Operation, die man sonst bei Katzen anwendet. D.h. man ersetzt das Hüftgelenk nicht, sondern schabt und schneidet nur den oberen Teil weg, der Arthrose verursacht. Erst wurde das eine Bein operiert, zwei Monate später das andere. Da Zorro wohl schon immer gewisse Schmerzen hatte, schonte er das jeweils frisch operierte Bein nicht. Der Effekt war, dass er extrem schnell genas und schon bald wieder richtig umher rennen konnte! Nun hoffe ich sehr, dass das ganze möglichst lange hinhält.
Zorro hatte immer mal wieder epileptische Anfälle. Nicht allzu oft, aber immer heftiger. Sein letzter, den ich mitbekommen habe, war im Frühling 2010, wobei ich da schon Angst hatte, dass es zuviel sein könnte.
Im Sommer 2010 erschien er mir sehr müde. Die Umbauarbeiten nahmen mich dermassen in Anspruch, dass ich meine beiden Hunde recht vernachlässigen musste. Als dann alles vorbei und wieder Ruhe eingekehrt war, geschah der schlimme Unfall, den Zorro das Leben kostete. Es tut mir unsäglich leid, es schmerzt so sehr und ich vermisse ihn extrem! Im Moment verstehe ich nur soviel, dass auch sein Tod ein Wegweiser ist, bzw. ein Hammerschlag, der mich wieder aufwecken soll. Ja, ich glaube und weiss es irgendwo tief in mir drin, dass Zorro mir auch mit seinem Tod den richtigen Weg weist. 

 


LUCKY  LUKE
Luke ist vermutlich 2004 geboren. Er ist recht gross, auch wenn er sich so klein machen kann, dass er in Zorros altem Hundekorb Platz zum Schlafen findet. Er ist ein stattlicher Rüde, aber wohlerzogen, soviel weiss ich schon. Es gilt in den nächsten Tagen und Wochen herauszufinden, wer und wie er wirklich ist. Ein paar erste Bilder von ihm findet ihr in der Bildergalerie ganz unten. 

Luke kenne ich jetzt gerade mal eine Woche. Wenig, um wirklich Aussagen machen zu können. Soviel habe ich aber bereits heraus gefunden: Er hat eine gute Grunderziehung genossen. Natürlich ist er mit seinen drei Jahren noch recht ungestüm und die Vorbesitzer haben ihm leider ein paar Macken durchgehen lassen. Er hat(te, denn es ist schon viel besser geworden) z.B. die Unart, einem vor Freude ins Gesicht und am Körper hochzuspringen. Auch wollte er immer als Erstes durch die Haustür sputen.  Diese Dinge habe ich ihm inzwischen schon fast ganz abgewöhnt. Er muss jetzt nur noch quasi Schweizerdeutsch lernen. Da ich die meisten Befehle mit Handzeichen kopple, welche jeder Hund so einigermassen leicht begreifen kann, geht das schon ganz gut. Das Wichtigste ist ja, dass er kommt, wenn ich ihn rufe und das klappte von Anfang an perfekt. Bis jetzt hatten wir allerdings noch selten richtig heikle Momente, wo es sich ja erst zeigt, ob er dann auch noch kommt. Er hat mich irgendwie von Anfang als seine neue Chefin akzeptiert. Nie zeigte er auf irgendeine Art und Weise, dass er unlängst ein anderes Zuhause und andere Menschen um sich hatte. Er ist hier bei mir und mit Zorro absolut Zuhause und fühlt sich auch offensichtlich wohl. Gerne würde ich mit ihm in eine Hundeschule gehen, um zu sehen, wie es mit anderen Hunden läuft, aber das gestaltet sich mit zwei Hunden ein wenig schwierig. Ich müsste Zorro derweil alleine im Auto lassen. Bis jetzt ging das ja gut, aber ob das nun auch noch gut geht, wo der Luke sein grosser Bruder ist? Na, mal sehen, ausprobieren.

Natürlich ist es auch ganz wichtig, dass sich Luke und Zorro gut verstehen. Bei Zorro bin ich mir da noch nicht so ganz sicher. Die grosse Liebe scheint es bei Zorro nicht zu sein. Vielleicht aber NOCH nicht. Luke umgekehrt mag Zorro auf alle Fälle sehr. Er geht auch total nett mit ihm um. Er lässt sich von Zorro sogar das Spielzeug klauen, rennt ihn beim Rennen nicht um und packt ihn auch nicht spielerisch mit seinen Zähnen. Ich habe den Eindruck, dass Zorro ein echter Macho ist. Spielzeug mag er nicht teilen, nicht mal mit mir. Das Apportieren hat er nämlich nie gecheckt, bzw. er wollte fast nie seinen Ball oder was auch immer zu mir zurück bringen. Lustig findet er es, wenn ihm alle hinterher hetzen, Luke inklusive. Da habe ich wohl einen Erziehungsfehler gemacht. Auf unseren Spaziergängen ist Zorro aber recht froh, einen Kollegen zu haben und hin und wieder spielt er mit Luke fangen und schlägt dabei die wildesten Haken. Luke bleibt immer anständig, auch wenn er Zorro in vollem Karacho zu Boden werfen könnte. Der Luke hat Zorro auch immer im Auge. Wo Zorro hingeht, geht auch Luke hin. In meinen Augen sieht es so aus, dass Zorro unbeirrt seine eigenen Wege geht und der Luke orientiert sich nach mir und nach dem Zorro.

Der Luke hat eine nette Eigenschaft (neben vielen anderen). Er läuft voraus und kehrt immer wieder zurück, stupft meine Hand an (am Anfang wollte er immer wieder hochspringen) und läuft wieder weiter. So macht er jede Menge Meter mehr als Zorro und ich. Aber das ist gut so, passt.
Etwas habe ich entdeckt. Er hat Angst vor dem Chemineefeuer und seinem Knistern. Vermutlich ist es vor allem das Geräusch, wenn das Holz knallt. Am Anfang hat er sich bis zuhinterst in den Gang verzogen. Mittlerweile liegt er hinter dem Sofa, in meiner Nähe. Mit Spielen, "Leckerli-Geben" und schlichtem Ignorieren seiner Angst versuche ich ihn so gut wie möglich abzulenken und seine Ängste mit guten Dingen zu verbinden, in der Hoffnung, dass sie nach und nach ganz verschwinden.

Alles in allem ist Luke ein Prachtskerl. Unverständlich, dass man so einen Hund einfach aussetzt. Er war weder tätowiert noch gechipt. Mit seinen Qualitäten wäre er problemlos zu vermitteln. Ok, vielleicht kenne ich ihn noch zuwenig. Es gibt da eine Faustregel, die besagt, dass man etwa zwei Wochen warten muss, wenn man ein Tier aus dem Tierheim geholt hat. Erst dann zeigen sich seine Eigenheiten, die ihn vielleicht irgendwann mal, und bestimmte Hunde ja immer wieder, ins Tierheim gebracht haben. Also abwarten und schauen.

Luke hat zwar nach wie vor seine diversen Ängste, aber er hat einen feinen Charakter. Auch wenn er manchmal im Eifer ein richtiger Rüpel sein kann und nicht wirklich an anderen Hunden interessiert ist, ist die Freundschaft mit Zorro mittlerweile richtig tief geworden. Sie sind ein gutes Team und Luke scheint sich sehr an Zorro zu orientieren.
Was ganz toll ist, ist dass er auch mit Kindern ein zuverlässiger und toller Kumpel ist. Er mag sie und liebt es, mit ihnen herumzutollen. 

Luke lernte im Sommer 2010 schwimmen. Seine Angst, ins Wasser zu gehen, legte er mit dem Tod von Zorro ab. Es war, wie wenn er nun nicht mehr seinen kleinen grossen Bruder vorausschicken konnte. Jetzt war er selbst gefordert. Er machte innert wenigen Tagen riesige Fortschritte und der Sommer ist noch nicht zu Ende.

Luke hat mit Zorros Tod nun endlich die Chance, von mir ganz und gar wahrgenommen zu werden. Zum ersten Mal sind wir zu zweit und ich kann ihm meine Aufmerksamkeit uneingeschränkt schenken. Es ist ein neues Kapitel aufgeschlagen und ich glaube, dass Luke dies verdient hat. Es wird sich erst jetzt zeigen, was alles in ihm steckt!

Wer mehr über Luke und meine anderen Tiere, die in der Zwischenzeit dazugekommen sind, erfahren will, kann dies auf www.ferien-burgund.com nachlesen.

Nützliche Links zum Thema Hunde und Ausland

Ich reise mit Hund oder Katze , PDF-File, 1421 KB
Broschüre rund um das Thema Reisen mit dem Hund, Neue Bestimmungen vom 07.2007

"Führen Sie Lebensmittel, Tiere oder Souvenirs mit?", PDF-File, 458 KB
Vorschriften im Zusammenhang mit der Einreise von Heimtieren, BVET, 07.2007,

Reisen und Impfungen für Hunde Link
Standardmässige Impfungen - Auslandsübersicht

Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen Link
Bundesamt für Veterinärwesen

Hunde aus Spanien Link
Tierheim Esperanza, Malaga

Leishmaniose: Eine Tropenkrankheit in Europa Link
Alles über Leishmaniose